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Filmvorstellung Ilford HP5 Plus 400: Ein klassischer S/W-Film mit hoher Empfindlichkeit

Thomasletzte Änderung: Feb 20244 Kommentare

Im dunklen Winter hatte ich wieder einmal den HP5 Plus von Ilford in der Kleinbildkamera. In diesem Beitrag zeige ich einige Beispielfotos von diesem Film und es gibt wieder eine 100%-Ansicht vom Scan.

ein Beispielfoto vom Ilford HP5 PlusDer Ilford HP5 Plus ist seit vielen Jahren auf dem Markt und bekannt wie eine bunte Kuh (obwohl er ein S/W-Film ist). Er ist höher empfindlich, dafür ist er nicht so feinkörnig wie z. B. der Ilford FP4.

Der Kodak TriX 400 und der Ilford HP5 waren sicherlich viele Jahrzehnte die typischen S/W-Filme in den Kameras der Fotoreporter – zumindest in der westlichen Hemisphäre. Kaum ein Fotojournalist nutzt heute noch derlei Anachronismen.

Aber warum werden diese Filme noch weiterhin hergestellt?

ein S/W-Film hängt nach der eigenen Entwicklung zum Trocknen

Vermutlich liegt dies daran, dass ich offenbar nicht der einzige bin, der den analogen S/W-Look so sehr schätzt wie das selber Entwickeln der S/W-Filme im Badezimmer und hierfür weiterhin die Münzen ausgibt, obwohl es digital doch auch ginge. Abgebildet ist der Ilford-Kleinbildfilm, wie er nach der Entwicklung bzw. Schlusswässerung zum Trocknen bei mir in der Dusche hängt. Ganz unten auf dem Film ist der Wasserturm zu erkennen:

 

ein alter Wasserturm

Der Ilford HP5 liefert den »typischen analogen Look« – Allerdings tun dies die meisten anderen S/W-Filme auch. Also: was macht den HP5 aus?

  • Dieser Film hat eine recht hohe Empfindlichkeit von 400 ASA (ISO 400).
  • Er ist dafür etwas grobkörniger als ISO-100-Filme wie der Ilford FP4.
  • Er ist etwas günstiger als der etwas schärfere und feinere Ilford Delta 400.
  • Er hat wegen der „klassischen Kornstruktur“ einen besonders hohen Belichtungsspielraum.

Der letzte Punkt bedeutet, dass solch ein Film besonders gutmütig ist, wie diese Eigenschaft manchmal beschrieben wird. Will meinen: Man kann ihn ruhig überbelichten oder auch mal falsch entwickeln: Bilder kommen dabei immer raus.

 

ein Foto bei Sonnenschein mit hohem Kontrastumfang

Bei diesem Bild meines Review dieses Filmes zum Beispiel stand die Wintersonne tief, alles warf harte Schatten, ich belichtete so, dass die Schatten noch einigermaßen durchgezeichnet waren – also im Zweifel länger. Trotzdem sind die Lichter beim HP5 wunderbar gedeckt (gedeckelt), nichts frisst aus, alles hat in den hellsten Bereichen Zeichnung. Das Bild sieht nicht „harsch“ aus. Auch das Himmelsblau ist dunkel abgebildet (ohne Filterverwendung). Hätte ich dieses Motiv mit seinem hohem Eigenkontrast mit dem Ilford Delta 100 aufgenommen, sähe das Ergebnis vermutlich nicht so ausgeglichen aus, da dessen Abbildungsvermögen eines hohen Kontrastumfangs deutlich eingeschränkter ist als das des HP5. Allerdings bildet der Delta deutlich feiner ab im Detail.

 

ein S/W-Film liegt auf einer Leuchtplatte

In diesem Beitrag zum HP5 zeige ich die Fotos, die hier als Negative noch auf meiner Leuchtplatte liegen, die ich auch zum Digitalisieren nutze.

 

ein Iflord HP5 Film als Rollfilm

Den Ilford HP5 gibt es natürlich auch als Rollfilm für Mittelformatkameras sowie in verschiedenen Planfilmformaten für das analoge Großformat.

Ich selber fotografiere nur noch im Kleinbild und im Mittelformat 6×6. Bei letzterem wähle ich mittlerweile meist nur noch S/W-Filme mit „klassischer“ Kornstruktur und mit einer Empfindlichkeit von 400 ASA – wie eben den HP5 oder den TriX. Warum: Mir sind die ISO-100-Filme mittlerweile zu glatt im Mittelformat. Nur bei Foma-Filmen mache ich hier (im Mittelformat) eine Ausnahme, da mir diese generell im Vergleich zu gleichen westlichen Produkten grobkörniger scheinen.

 

der Ilford HP5 im Mittelformat

Vier Beispiele vom Ilford HP5 im 6×6-Mittelformat: Sonnenblumenwurzeln. Für solche Motive schätze ich das quadratische Format.

 

Kleinbildfoto von Efeu mit vielen Details

Was das Fotografieren im analogen Kleinbild (35 mm) anbelangt: Hier schaut es für mich etwas anders aus. Hier ist ein Film wie der HP5 nicht gerade mein Favorit. Hier bevorzuge ich den Ilford Delta 400 oder besser noch den Ilford Delta 100, wenn das Fotografieren vom Stativ möglich ist oder wenn es hell genug für einen ISO-100-Film ist.

Nach der Entwicklung des HP5 (Ich nutze hier den Jobo Alpha bzw. Wehner-Entwickler) war ich doch recht positiv überrascht, als ich mir die Details mit der Lupe ansah: 20-Megapixel-Digitalisierung des oberen Motivs. Am besten man öffnet den Link via Rechtsklick / neuer Tab oder ähnlich. Ansonsten wird nämlich lediglich ein kleines Popup angezeigt.

Für einen ASA-400-Film mit „klassischer“ Kornstruktur im Kleinbild ist dies schon sehr anständig (feinkörniger als gedacht). Je nach Motiv kann man hier durchaus schon die 30×40-Vergrößerung wagen – bei Porträts sicherlich noch mehr. Mein hier verwendeter Entwickler harmoniert augenscheinlich sehr gut mit diesem Film.

Doch Obacht: ISO-400-S/W-Filme sollte man für solche Ansprüche in einem Feinkornentwickler (ID11, Atomal, Xtol, A49, …) entwickeln. Das beliebte Rodinal empfehle ich hier nicht. Ich hatte den Kodak TriX seinerzeit in Rodinal entwickelt und selbst im Mittelformat war mir dies zu harsch in den Details. Beim HP5 (den ich mit dem TriX gleichsetze) wird es sicher ähnlich sein – erst recht im Kleinbild. Es sei denn: Man möchte unbedingt viel fotografisches Korn bereits bei kleineren Abzügen sichtbar haben. Dies wird verstärkt, indem man den Film noch unterbelichtet und ggf. etwas länger entwickelt (»Push-Entwicklung«). So etwas kann bei manchen Motiven (z. B. Aktfotografie) durchaus seinen Reiz haben.

 

ein verlorener Handschuh

Ein verloren gegangener Handschuh. Ein aufmerksamer Spaziergänger hatte diesen dann an einen Ast gehängt. Für so etwas ist der Ilford HP5 ein idealer Film: Man hat seine Kleinbildkamera damit geladen, die man zum Spazierengehen in der Tasche bei sich führt. Ich habe hierzu gerne eine kleine Messsucherkamera dabei. Vielleicht entdeckt man ja ein interessantes Motiv? Bei eher dunklen Lichtverhältnissen (hohe ISO) oder wenn es schnell gehen soll und keine Zeit zum exakten Scharfstellen ist (abgeblendet Zonenfokus nutzen) ist solch ein Film ideal. Und wenn plötzlich die Sonne heraus kommt, man bei Offenblende fotografieren möchte und die Kamera nicht schneller als die 1/1000 belichtet? Das macht dem gutmütigen HP5 nicht so viel aus: Man kann so einen „robusten“ Film mit klassischer Kornstruktur durchaus überbelichten. Nur später beim Vergrößern bzw. beim Digitalisieren muss man wissen, wie man derlei tief in der Filmschicht schlummernden Bildinformationen via Nachbelichten oder Mehrfachscan wieder zutage bekommt.

 

ein Bild mit dem Ilford HP5 bei ISO 1600 fotografiert

Und hier das Gegenteil gleich als Bild: Dieses Motiv ist recht stark unterbelichtet – mindestens um zwei Blenden, wenn man sich hierbei die Büsche im Vordergrund anschaut, eher um drei. Das Bild funktioniert trotzdem, da das eigentliche Motivelement durch die Beleuchtung bzw. durch die Spiegelung der tief stehenden Sonne eine hohe Eigenhelligkeit aufweist (siehe auch → Bewusst unterbelichten). Allerdings sieht man hier bei diesem Film auch, dass diese Technik schon recht grenzwertig sein kann: Ich finde, das Bild schaut etwas „schmutzig“ aus. Ich würde es nicht hoch vergrößern.

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Soweit ich mich erinnere, hatte ich hier bei meiner Kamera einfach eine Empfindlichkeit von ISO 1600 eingestellt. Man könnte dies vielleicht so ausdrücken, dass ich den Ilford HP5 um 2 EV gepusht habe. Aber die Filmentwicklung verlief ja ganz normal: Wenn man ohnehin digitalisiert, muss man nicht »pushen« – Die spätere Kontrast- bzw. Helligkeitsanpassung variiert man viel besser später mit einer besseren Bildbearbeitungssoftware. Nur wenn ich Handabzüge in der Dunkelkammer anfertigen würde, würde ich nach einer konsequenten Unterbelichtung des Filmes eine verlängerte Filmentwicklung (Push) vornehmen. Ansonsten kann das Fotopapier nämlich zu weich für das (unterbelichtete) Negativ sein und man kommt nicht mehr auf den gewünschten Kontrast.

 

eine Landschaft im trüben Wetter

Und sonst? Gab es nur trübes Wetter im Januar bis …

 

eine vereiste Landschaft

… sich die Wolkenschicht eines Nachts auflöste, dadurch gefror es rasch und viele winzige Eiskristalle hingen am nächsten Morgen an den Pflanzen. Da schaute ich mir dann auch im Detail an:

 

eine Detailaufnahme von vereisten Pflanzen

 

ein Beispielfoto mit dem Ilford HP5 Plus Film

Solche Detailaufnahmen funktionieren auch mit einem eher grobkörnigen Film wie dem Ilford HP5. Man kann solche Motive durchaus höher vergrößern. Auf eine Sache achtete ich bei meinen Detailaufnahmen von den vereisten Pflanzen: Ich schaute, dass ich stets einen eher dunklen Hintergrund (dunkle Büsche) beim Fotografieren vorfand. Ansonsten funktionierten die Nahaufnahmen nicht so gut, da der Motivkontrast zu gering war (Weiß vor Hellem).

Hunde gehen Gassi im Winter

Hunde müssen auch im Winter Gassi gehen. Ich finde, durch das Eis, durch den Raureif wirkt alles so herrlich abstrakt und minimalistisch. Den hohen Eigenkontrast einer solchen Szene schafft der HP5 spielend – Wohl gemerkt: Die Sonne schien hier direkt ohne Bewölkung, wie man am harten Schatten der Person in der Mitte sieht. Der Raureif an den Bäumen und Büschen wirkt hier jedoch auch als natürlicher Aufheller dieser Schatten. Vielleicht haben Sie schon einmal in einem kleinen, weiß gefliesten Badezimmer fotografiert: Dort gibt es kaum tiefe Schatten, weil es ganz viele Aufheller (weiße Wände in unmittelabarer Nähe) gibt und die Bilder sehen dann etwas surreal aus – so auch bei viel Raureif in der Landschaft. Leider erlebt man solch ein tolles (und schnell vergängliches) Wetter zu selten. Und dann muss man ja auch noch Zeit für einen Spaziergang finden, bevor alles wieder taut. Bereits am Nachmittag war es vorbei mit dieser Landschaft.

Beliebt sind Filme wie der HP5 oder der TriX auch in der Konzertfotografie, da hier (durch den dunklen Raum und der harten Beleuchtung) hohe Kontraste entstehen. Solche können sie besser sprichwörtlich »unter einen Hut bringen« als die moderneren „Flachkristaller“ (wie die z. B. die Ilford-Delta-Filme).

 

vereiste Bäume

Dies ist mein Lieblingsfoto der Fotoserie aus diesem „Review“ mit dem Ilford HP5. Durch die vereisten Bäume, durch das viele Weiß, durch den Kontrast der dunklen Kleidung ist die ganze Szene wunderbar anzusehen. Die Bilder im Kleinbild hatte ich übrigens alle mit meiner 35mm-Festbrennweite fotografiert. Dieses leichte Weitwinkel ist meine »Lieblingsbrennweite« im Kleinbild. Fast immer habe ich nur dieses eine Objektiv dabei, wenn es leicht zugehen soll.

 

ein kontrastreiches Foto mit dem Ilford HP5 aufgenommen

Hier eine recht kontrastreiche Interpretation dieses Motivs. Erhöht man den Kontrast beim Vergrößern in der Dunkelkammer bzw. beim Digitalisieren tritt das fotografische Korn des Ilford HP5 deutlicher zu Tage. Manchen Motiven wie eher schroffe Sujets steht dies häufig gut. Würde ich so fotografieren wollen wie Bruce Gilden, würde ich nur S/W-Filme wie den Ilford HP5 nutzen. Wären mir hingegen feine Details bei höheren Vergrößerungen ohne „Geschrei“ wichtig, würde ich im Kleinbild nicht zum HP5 greifen sondern zum FP4 als Kompromiss oder gleich zum Delta 100.

 

ein Landschaftsfoto mit der Lomokamera

Zwischendurch fällt diese Fotografie etwas aus der Reihe. ISO-400-Filme wie der HP5 eignen sich sehr gut für die Verwendung in Spielzeugkameras bzw. in »Lomokameras«. Denn bei diesen Kameras kann man kaum gescheit die Belichtungszeit auf das Umgebungslicht abgleichen. Also fotografiert man mit ihnen nicht selten immer mit der selben Zeit – ob bei Sonnenschein oder Regenwetter. Und genau dies steckt ein Film wie der HP5 recht gut weg, da sein – ich erwähnte es schon – Kontrastumfang-Abbildungsbereich relativ hoch ist. Auch in einer Boxkamera würde ich im Zweifel immer einen solchen klassischen 400-ASA-S/W-Film nutzen.

eine Produktabbildung Ilford HP5 Plus 135-36

Der Ilford HP5 Plus ist ursprünglich als Film berühmter S/W-Reportagen und für die »Street-Fotografie« relevant. Wer im Mittel- oder gar Großformat fotografiert, für den ist das etwas grobe Filmkorn erst Recht nicht von Nachteil und hier schätzt man die hohe Filmempfindlichkeit des HP5.

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Fotografie mit viel Himmel

Bei dieser Fotografie – ich weiß es noch – ließ sich selbst meine Nikon ins Bockshorn jagen, obwohl ihre Belichtungsmessung eigentlich recht pfiffig ist. Doch durch den großflächigen Himmel und dazu noch dessen Spiegelung im Wasser versagte hier die automatische Belichtungsmessung vollends: Sie schlug mir eine viel zu schnelle Belichtungszeit vor (siehe auch → besser belichten / dem Film viel Licht gönnen). Durch diese hätte es kaum Zeichnung in den kahlen Bäumen gegeben. Durch die nachträgliche Kontrasterhöhung hätte dieses schöne Motiv „schmutzig“ gewirkt. Aber ich hatte glücklicherweise meinen externen Handbelichtungsmesser dabei und belichtete ausreichend lang. Als Alternative hierzu hätte ich die Kamera auch einfach auf den Asphalt der Brücke (von der dieses Bild aufgenommen wurde) richten- und diesen Messwert übernehmen können, da sich diese mittelhelle Fläche im selben Licht befand wie die Szenerie.

 

Detail von fotografischem Korn bei einem Film mit 400 ASA

So schaut dann ein Detail aus, wenn solch eine Fotografie mit einer analogen Kleinbildkamera mit einem höher empfindlichen S/W-Film (ISO 400) mit »klassischer Kornstruktur«, sprich: mit dem Ilford HP5, gemacht worden ist. Der S/W-Filmentwickler war, wie oben schon erwähnt, der „Wehner-Entwickler“. Ich hätte mir derlei Details durchaus gröber vorgestellt. Das Motiv könnte man durchaus auf ca. 30 x 40 cm vergrößern, ohne dass es fehlerhaft wirkt. Vermutlich würde solch eine Landschaftsfotografie mit recht viel homogener Fläche sogar besser wirken, wenn das fotografische Korn deutlich beim Herantreten an den Abzug sichtbar ist.

Ich hatte zudem den Ilford Delta 400 mit dem Ilford HP5 verglichen – was die Schärfe und die Körnigkeit anbelangt. Hierzu fotografierte ich das selbe Motiv bei gleichem Licht mit der selben Technik und nutzte auch den selben Negativentwickler.

Erstaunlicherweise ist bei meinem Vergleich der Delta 400 keinesfalls sichtbar feinkörniger als der HP5 (Korrektur: Sicherheitshalber werde ich den Vergleich noch einmal machen, da er mir seltsam vorkommt). Aber schärfer ist er und etwas höher auflösend. Doch ob man dies bei einer Kleinbild-30×40-Vergrößerung bei normalem Betrachtungsabstand überhaupt sieht? Auf Fotoimport.no kommt man im direkten Vergleich zu einem etwas anderen Ergebnis: Hier bildet der HP5 leicht schärfer im Detail ab als der Delta 400 (Entwicklung in D76). Der Unterschied zwischen den beiden Filmen scheint jedoch marginal zu sein, was Schärfe und Auflösung anbelangt. Doch sicherlich hängt dies auch vom je verwendeten Negativentwickler ab. Die Zeit und Muße, die die Kollegen von Fotoimport.no für Film-Entwicklervergleiche hatten, habe ich leider nicht.

Als Fazit für mich heißt das: Im Kleinbild würde ich eher zum Ilford Delta 400 greifen anstatt zum HP5 außer a) Der etwas günstigere Preis spielt eine Rolle oder b) Ich muss mich auf Motive mit sehr hohen Kontrasten gefasst machen (z. B. Fotografie in alter Fabrikruine während draußen die Sonne „knallt“.

Falls genügend Licht vorhanden ist, spricht natürlich gar nichts gegen den Bruder – den Ilford FP4 Plus.

Vielleicht spielt für die Wahl zum HP5 auch eine Art »klassischer Look« eine Rolle. Ich selbst bezweifle so etwas jedoch etwas. De Bilder in diesem Beitrag hätten mit dem Delta 400 sicherlich ganz ähnlich ausgesehen.

 

Ilford HP5 im Mittelformat

Der HP5 im 6×6-Mittelformat: Die Detailauflösung ist im Mittelformat für meinen Anspruch völlig ausreichend für höhere Vergrößerungen.

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  • Klassiker / Markenprodukt
  • feinkörnig bei "klassischem" Look
  • klassischer Reportagefilm
  • hoch empfindlich
  • sehr hohe Auflösung / sehr feines Korn
  • lichtstark (ISO 400; pushbar auf 1600)
  • dafür feines Korn / hohe Auflösung
  • nicht hoch empfindlich
  • nicht feinkörnig
  • hoher Preis
  • geringerer Belichtungsspielraum
  • teuer
  • kein "klassischer Look"
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eine Mittelforatkamera auf einem Einbeinstativ

Fotografieren mit einer Mittelformatkamera

Im Mittelformat jedoch nutze ich mittlerweile nur noch 400-ASA-Filme, da mir die weniger empfindlichen wie der Ilford FP4 hier tatsächlich schon wieder zu feinkörnig sind (selbst in Rodinal). Ich möchte ein gewisses Filmkorn bei meinen S/W-Fotografien erhalten. Dann reicht mir für die große Mittelformatkamera manchmal bei eher dunklen Lichtverhältnissen im Winter ein Einbeinstativ, wenn ich aufgrund einer höheren Schärfentiefe weiter abblenden möchte. Dies ist ja der Hauptvorteil von höher empfindlichen Filmen wie dem Ilford HP5 Plus.

veröffentlicht: 15.02.23 | letzte Änderung: 24.02.24

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Hallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit der analogen Lichtbildkunst und stehe entweder in der Dunkelkammer oder digitalisiere meine Filme am Computer. Analoge-Fotografie.net ist ein ›Ein-Mann-Betrieb‹. Daher kann es manchmal etwas dauern, bis ich Kommentare beantworte.

Damit man sich hier gut orientieren kann, besitzt meine Website übrigens ein recht durchdachtes → Inhaltsverzeichnis.

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4 Kommentare

Filmvorstellung Ilford HP5 Plus 400: Ein klassischer S/W-Film mit hoher Empfindlichkeit

  1. Thorsten sagt:

    Alle Hersteller preisen ihre Filme als feinkörnig an. Aber wie fein? Es wäre Klasse wenn Filmhersteller mit einer Skala die Körnigkeit abgeben würden. Mittlere Korngröße in Micrometer oder Körner pro Quadratmillimeter angegeben wurde. Da könnte man besser vergleichen.

    Thomas (Admin)
    Hierfür bieten einige Hersteller den „RMS-Wert“ in den Dokumentationen der Filme an.
  2. Thomas G. sagt:

    Hallo Thomas,
    die Digitalisierung von der Kleinbildversion ist wirklich beeindruckend für einen konventionellen 400er. Ein direkter Vergleich wäre aussagekräftig, aber ich meine, daß ein 100er Fomapan oder ein 100er Agfapan (angebl.von Ilford) vermutlich nicht besser herauskämen.

    Thomas (Admin)
    Hallo, den Fomapan 100 hatte ich mir auch schon im Detail angesehen. Ich finde ihn ziemlich körnig für einen ASA-100-Film. Ich denke, er wird tatsächlich nicht feiner abbilden als der HP5. Aber er ist eben deutlich günstiger.
    Den Agfaphoto APX 100 (neue Version aus Großbritannien) hatte ich ebenfalls getestet. Auch hier gibt es von mir keinen 1-zu-1-Vergleich. Ich denke, einen deutlichen Unterschied zum HP5 gibt es hier nicht.
  3. Frau Müller sagt:

    Zitat: „Bei solch zweifelhaften Vergleichen muss man wohl unabhängig eine Wiederholung vornehmen.“

    Hallo Thomas,

    ich denke auch dass Du Dich noch einmal aufmachen solltest der Ursache auf den Grund zu gehen. Vielleicht nimmst Du für den Vergleich einen frischen Delta 400, einen HP 5 und einen XP 2. Alles Filme von Ilford.

    Auch wenn ich den Delta 400 seit mind. 20 Jahren nicht mehr benutzt habe kann ich mir kaum vorstellen dass er so schwach ist. Oder hat Ilford den HP 5 klammheimlich verbessert?

    Ich weiß nur dass der Delta bei Markteinführung erheblich besser war als die neuere, für Hobbyfotografen geänderte Version. Das Ursprungsfilmmaterial musste extrem genau belichtet und noch genauer entwickelt werden. Das ging bei vielen oftmals schief. Von der Ursprungsemulsion sah ich perfekt kornfreie Vergrößerung im Format 40×60 cm. Das schafft man in der ISO 400/21-Klasse sonst nur mit dem XP2.

    Ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

  4. Frau Müller sagt:

    Hallo Thomas,

    ich schaue mir gerade die beiden Vergleichsfotos Deines Testmotivs (Nachbarhaus – Balkone/Dach) an.

    Wie es scheint ist der Delta 400 wirklich nicht (mehr) gut. Oder hast Du einen ungünstigen Entwickler verwendet? Ich weiß, der Delta 400 war zur Markteinführung deutlich feinkörniger. Aber ist er heute wirklich so schwach dass er so gut wie keinen Unterschied zum HP 5 zeigt? Wenn ja, was spricht dann für den Delta?

    Eine weitere Frage: wie definierst Du feinkörnig? Wenn Du aus einem Kleinbildnegativ einen Abzug in der Größe 30×40 cm ziehst dann ist das ungefähr eine 12-fache Vergrößerung. Das ist für so gut wie jeden Film eine Herausforderung.

    Ich vergrößere meine Bilder selten größer als 32×24 cm bzw. 36×24 cm. Bis zu dieser Größe reichte mir der HP 5 in der Vergangenheit so gut immer, vorausgesetzt ich brauchte keine extreme Auflösung und ich kann mit leichtem Korn leben.

    Wenn es wirklich feinkörnig sein soll, dann nehme ich – unter Verlust von ein wenig Auflösung – den XP 2 oder einfach ein größeres Aufnahmeformat.

    Thomas (Admin)
    Hallo Frau Müller, mir kommt die Sache auch etwas komisch vor mit dem Delta. Ich hatte stets den selben Entwickler verwendet beim Vergleich. Für den Delta spräche die etwas bessere Schärfe (zumindest mit der Lupe betrachtet). Auch die Auflösung (der Gardine) kommt mir etwas höher vor. Aber dies ist ja alles nur bei so einer hohen Vergrößerung sichtbar. Ich weiß leider nicht mehr, wo meine Delta-400-Patrone herkam. Nicht, dass das Material abgelaufen war o. ä. Bei solch zweifelhaften Vergleichen muss man wohl unabhängig eine Wiederholung vornehmen.

    „Feinkörnig“ definiere ich so, dass Motivpassagen nicht durch zu grobem Korn gestört werden. Das ist dann alles natürlich relativ. Am feinkörnigsten war bei mir bisher der Adox CHS 25. Der befindet sich ja fast am anderen Ende der S/W-Filmtypen mit klassischer Kornstruktur, vom HP5 zumindest recht weit entfernt und (mit dem Tmax 100) ein Anhaltspunkt, eine Referenz für mich zu diesem Thema.

    Meine Erfahrung bisher: Vergrößerungen vom Kleinbild Tmax 400 in D76 auf 30 x 40 cm wirkten erstaunlich gut. Beim HP5 würde ich mir dies auch zutrauen. Aber hier spielt auch der Geschmack eine Rolle. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich fotografisches Korn auch sehen möchte. Andere möchten eher „geschmeidigere“ Darstellungen. Je nach dem.

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