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Filter für die analoge Fotografie

Vielmehr noch als bei der digitalen spielen Objektivfilter bei der analogen Fotografie eine Rolle. In diesem Beitrag sollen die wichtigsten Filter für die analoge S/W- und Farbfotografie in einer Übersicht vorgestellt werden.

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Ist die nachträgliche Bildbearbeitung am Computer in der digitalen Fotografie für höhere Ansprüche obligatorisch, so hat man zumindest im S/W-Fotolabor weniger Mittel zur Hand, anhand derer man gewisse Eingriffe in das Bild vornehmen kann. Doch mittels Filtern vor dem Objektiv kann man bereits während der Aufnahme einen Teil an „Bildbearbeitung“ vornehmen. Diese Objektivfilter sind insbesondere innerhalb der Schwarz-Weiß-Fotografie relevant. Fotografiert man auf Farbfilm, so kann man hier die selben Filter nutzen wie für die Digitalkamera (nämlich nur recht wenige).

Filter für die analoge Fotografie

Hier sehen Sie vier Objektivfilter, die der Autor an seinen analogen Kameras verwendet: einen Gelbgrünfilter, einen Rotfilter, einen Polfilter und einen Duto-Weichzeichner. Diese Filter besitzen ein Gewinde und Ihre Objektive besitzen ein solches ebenso. Die Filter können einfach vorne auf das Objektiv geschraubt werden – sofern der Gewindedurchmesser der selbe ist. Für größere Filter gibt es Adapterringe.

Filter vor dem Objektiv dienen

  • zum Aufhellen / Abdunkeln gewisser Farben in der S/W-Fotografie (z. B. Haut bei Porträts heller abbilden)
  • zum Erhöhen der Fernsicht
  • zum Entfernen von Spiegelungen bzw. zum Erhöhen des Kontrastes
  • zum Korrigieren eines Farbstiches bei Farbfilm
  • zum Weichzeichnen.

Sie sehen: Es gibt mehrere Einsatzgebiete von Filtern in der analogen Fotografie. Bitte machen Sie aber nicht den Fehler und denken, Sie müssen nun unbedingt immer einen vor dem Objektiv nutzen! Die Wirkung ist zumeist subtil. Der Einsatz von Filtern bildet oftmals nur das i-Tüpfelchen und ist häufig nur im direkten Vergleich auf den späteren Fotos sichtbar. Oftmals ist deren Effekt auch in der nachträglichen analogen Bildbearbeitung (Fotolabor) erreichbar, am Computer noch mehr. Der Autor setzt seine nur sparsam ein, denn eine zusätzliche Glas- oder Kunststofffläche vor dem Objektiv ist nicht gerade förderlich für dessen Fähigkeit zur „Detailzeichnung“ bzw. Auflösung und schluckt zudem meist Licht.

ein Objektiv mit Filtergewinde

Anhand dieser Fotografie eines typischen „analogen“ Objektives sehen Sie deutlich das vordere Filtergewinde. In jenes werden die Filter geschraubt. Wer sich jedoch ein wenig mit Optik befasst hat, wird jedoch auch wissen, dass es ungünstig sein kann, wenn eine zusätzliche Luft-Glasschicht vor einem Objektiv montiert wird.

Dennoch ist dies bei guten Produkten zu vernachlässigen und sie ergeben in vielen Aufnahmesituationen durchaus einen Sinn. Und in diesem Beitrag sollen nun die wichtigsten Filter kategorisch kurz erklärt werden:

Filter für die analoge S/W-Fotografie

Angefangen werden soll mit den Farbfiltern für S/W-Film. Diese Filter besitzen eine Eigenfarbe und beeinflussen die Helligkeit der Komplementärfarbe im Motiv, die sich später auf dem S/W-Foto wiederfindet. Mit „Komplementärfarbe“ meint man die Farbe, die einer Farbe im Farbkreis gegenüber liegt:

Farbkreis mit Komplementärfarbe

Dies ist der berühmte Farbkreis. Nehmen Sie eine Farbe und schauen Sie, welche Farbe derjenigen gegenüber liegt. Nehmen Sie beispielsweise Blau: Dem Blau liegt im Farbkreis Gelb gegenüber. Gelb ist hier also die Komplementärfarbe von Blau. Es wäre doch nun interessant zu wissen, was mit Blau im Motiv passiert, wenn man es durch einen Gelbfilter vor dem Objektiv auf S/W-Film fotografiert:

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Der Gelbfilter

Der Gelbfilter ist der wohl populärste Farbfilter für die S/W-Fotografie. Dies hat auch historische Gründe: Seinerzeit – wir reden hierbei von einer Zeit vor mind. 50 Jahren – war S/W-Film für Blau sozusagen etwas zu stark sensibilisiert (sogenannter „orthochromatischer Film“). Ein Blauer Himmel z. B. wurde zu hell (fast weiß) wiedergegeben. Daher war der Gelbfilter nahezu obligatorisch für die Landschaftsfotografie bei schönem Wetter bzw. blauem Himmel und viele Fotografen führten diesen Filter bei sich. Denn:

Ein Farbfilter bewirkt vor einem S/W-Film (bzw. vor dem Objektiv der analogen Kamera) dass die Komplementärfarbe der Filterfarbe auf dem Film dunkler– und dass die Eigenfarbe des Filters heller abgebildet wird.

Sucherkamera mit Gelbfilter

Eine analoge Sucherkamera mit passendem Gelbfilter, Sonnenblende und Etui sowie ein Handabzug von einem S/W-Negativ der selben Kamera.

Ein Gelbfilter bewirkt also z. B. dass

Der Autor verzichtet der (dann zu hellen) Lippen wegen bei der Porträtfotografie auf Farbfilter und hellt die Haut ggf. im S/W-Labor künstlich auf. Mit Photoshop oder der kostenlosen Bildbearbeitung „Gimp“ geht dies freilich noch einfacher. Bei Landschaftsfotografien sitzt der Gelbfilter jedoch sehr häufig auf dem Objektiv, damit der blaue Himmel später auf dem S/W-Foto nicht zu blass erscheint.

Einsatz eines GelbfiltersBei der nebenstehenden Fotografie musste ein Gelbfilter bei der Aufnahme verwendet werden, um die Wolken (leicht bläulich in natura) nicht zu hell (auf dem S/W-Negativ nicht zu gedeckt) erscheinen zu lassen. Damit der Dunst in der Ferne (die sogenannte „Luftperspektive“) nicht weggefiltert wird, wurde auf einen Orange- oder gar Rotfilter verzichtet. Die dunkleren „Grauwerte“ des Himmels wurden später im eigenen Fotolabor durch die Technik des „Nachbelichtens“ hervor geholt. Vielerorts ist bereits ein einfacher Gelbfilter die richtige Wahl, wenn man sich auf die Nachbearbeitung eines S/W-Filmes (im Labor oder am Computer) versteht.

Möchte man jedoch derlei visuell eindrucksvolle S/W-Fotografien out of the box erlangen, kann man es mit stärkeren Filtern versuchen:

Der Orange-Filter

Mit dem Orange-Filter vor dem Objektiv Ihrer analogen Kamera steigern Sie den Effekt des Gelbfilters:

Sie sollten aber bedenken, dass durch den Einsatz des Orangefilters (im Gegensatz zum Gelbfilter) weitere Farben, die Sie vielleicht in ihrer Helligkeit auf dem S/W-Film gar nicht zu verändern beabsichtigen, gewissermaßen verzerrt werden (also ungewollt heller / dunkler werden). Gemeinhin kann die Wirkung des Orangefilters jedoch noch als moderat bezeichnet werden.

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Dieses riesige Farbfilter-Set beinhaltet alle wichtigen Filter u. a. für die S/W-Fotografie um den Kontrast zu erhöhen oder abzuschwächen. Außerdem sind diverse Effekt-Filter und Graufilter dabei und Adapterringe für verschiedene Objektive.

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Der Rotfilter

Der Autor benutzt bei S/W-Film zumeist den Gelbfilter als Korrekturfilter. Den Orangefilter „überspringt“ er. Wenn ein gewisser Effekt angestrebt werden soll, dann muss der Rotfilter als Effektfilter her:

Mit dem Rotfilter erschaffen Sie auf S/W-Film also eine eher surreale Atmosphäre.

Vorsicht bei Sonnenschein und blauem Himmel: Da die Schatten eines Motivs (z. B. Bereich unter Laubbäumen) bei so einem Licht dieses nur über eine Reflexion der Sonne am blauen Himmel „abbekommen“, sind sie leicht bläulich. Wenn man bei solch einem Wetter genau hin schaut, sieht man dies auch. Da der Rotfilter aber blaues Licht schluckt, werden solche Bildregionen oftmals unterbelichtet. Beim Himmelsblau selbst ist dies ja gewünscht, bei bildwichtigen Motiven im bläulichen Licht hingegen nicht. Daher empfiehlt es sich hier, zusätzlich zum normalen Verlängerungsfaktor sicherheitshalber noch eine Blende länger zu belichten. Allerdings wird dann auch wieder der Himmel heller. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz und dies ist auch der Grund, warum der Autor bei Motiven, wo eine volle Schattenzeichnung erreicht werden soll, gleich auf den Rotfilter verzichtet und anstelle diesem lieber zum Orangefilter oder Gelbfilter greift (blaue Himmel werden später im Positivprozess partiell nachbelichtet / abgedunkelt).
Bei eher „surreal“ erscheinenden Motiven, wo einer absolute Schattenzeichnung keine Bedeutung zugedacht wird, ist dies natürlich nicht relevant.

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Der Grünfilter

Der Grünfilter ist eigentlich nur für die Landschaftsfotografie relevant, bei der viel Blattgrün vorhanden ist. Er splittet das viele Grün sozusagen auf und sorgt so für eine gewisse Abstufung innerhalb dieser Farbtöne bei der Konvertierung zu Schwarz-Weiß. Aber dies folgt einer Werbe- und Katalogsprache. Tatsächlich wird Grün einfach heller wiedergegeben und bildet sich so besser vom Holz der Bäume und vom Umfeld ab. Der Autor verzichtet auf diesen Filter. Heutige S/W-Filme (sogenannte „panchromatische Filme“) benötigen sicherlich keinen Grünfilter zur Tonwerttrennung.

Der Grüngelbfilter

Der Grüngelbfilter bildet sozusagen eine „Kombination“ aus Gelbfilter und Grünfilter. Schauen Sie sich noch einmal den Farbkreis oben an: Gelb ist direkter Nachbar zu Grün. Man kann nun annehmen, dass hier beide Vorzüge in nur einem einzigen Objektivfilter vereint sind. Tatsächlich sind die optischen Unterschiede zu einem Gelbfilter eher als marginal zu bezeichnen.
Wenn Sie daran glauben, dass Sie durch den Gelbanteil dieses Filters den Himmel etwas dunkler- und durch den Grünanteil das Grün der Natur etwas differenzierter gestalten können, dann verwenden Sie diesen Korrekturfilter für den S/W-Film Ihrer Wahl  (der Autor glaubt dies jedenfalls, ein wenig). Ansonsten greifen Sie einfach weiterhin zum Gelbfilter, wenn Sie bereits einen haben.

das Cokin Filter-System

Farbfilter für das Cokin-Filtersystem: Diese Filter sind durch Adapterringe für jeden Filterdurchmesser einsetzbar.

Der Blaufilter

Mit einem Blaufilter vor dem Objektiv bewirken Sie auf S/W-Film genau das Gegenteil, was ein Gelbfilter tut, denn beide Farben liegen sich ja im Farbkreis gegenüber.

Der Autor verwendet den Blaufilter höchstens, um bei Landschaftsaufnahmen die Fernsicht zu reduzieren bzw. die sogenannte Luftperspektive (Dunst) für einen gewissen Effekt verstärkt abzubilden.

Da bei Landschaften das Licht in den  schattigen Regionen oftmals einen verstärkten Blauanteil aufweist (wie beim Punkt Rotfilter schon beschrieben), kann mit dem Blaufilter die Schattenzeichnung etwas erhöht werden, falls nötig. In der Praxis wird dies jedoch selten der Fall sein.

eine Übersicht verschiedener Filter

Anhand dieser Grafik haben Sie eine Übersicht über die Wirkung verschiedener Objektivfilter bei einem Motiv im Wald (Simulation). Beachten Sie hierbei insbesondere die Helligkeit von Blau (Himmel, Steine), der von Gelb (Blätter) und dem Grün.

Filter universell für die Farbfotografie und S/W-Fotografie

Eben wurden Objektivfilter besprochen, die nur in der analogen S/W-Fotografie einen Sinn ergeben. Es gibt jedoch noch weitere Filter, die sowohl beim Fotografieren in Farbe (digital oder Farbfilm) als auch in der analogen S/W-Fotografie ihre Berechtigung haben können:

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Der Polarisationsfilter bzw. Polfilter

Der Polfilter ist der technisch anspruchsvolle fotografische Filter. Er besteht – vereinfacht gesagt – aus zwei hauchdünnen Folien mit je einem äußerst feinen Raster, welche gegeneinander verdreht werden können. Hierdurch wird Licht ausgesperrt, welches je eine bestimmte Lichtrichtung aufweist oder anders: Spiegelungen werden reduziert bzw. gemindert.

So können Sie die Reflexion des Lichtes, also das Spiegeln der Lichtquelle selbst, mit einem Polfilter zu einem gewissen Maße reduzieren und somit (da nun nur noch diffuses Licht übrig bleibt) sowohl die Eigenfarbe des Motivs natürlicher abbilden als auch den Eigenkontrast bzw. die Eigenhelligkeit beibehalten. Eine Wiese wird also satt grün abgebildet, der blaue Himmel darüber satt blau.

Beispiel: Die Sonne scheint im Mai, keine Wolken am Himmel. Die Blätter der Bäume reflektieren aber das Sonnenlicht zu ihnen hin. Sie wirken wie Millionen kleiner Spiegel. Durch den Polarisationsfilter können Sie jedoch nach Sicht bzw. mittels Drehen am Polfilter diese Reflexionen minimieren, sodass die Spiegelung reduziert- bzw. die Eigenhelligkeit der Blätter wieder hergestellt wird. Das Foto wirkt nicht mehr so unruhig.
Oder: Sie stehen mit ihrer Kamera am Ostseestrand und interessieren sich für die Muscheln und Steine unter dem Wasser. Dummerweise spiegelt sich der Himmel darin. Mit einem Polfilter können Sie diese Spiegelungen zu einem gewissen Maße reduzieren, dass die Sicht frei auf den Grund wird.

Dunst in der Ferne

Vielen Fotografien ist eine verminderte Fernsicht (Dunst) förderlich. Man kann sie mit einem Filter verstärken, muss es aber nicht unbedingt. Ein Filter sollte nicht als Muss begriffen werden.

Weiterhin bewirkt der Polarisationsfilter eine Erhöhung der Fernsicht (Spiegelungen im Dunst [Wassertröpfchen] werden reduziert). Er ergibt also primär bei Landschaftsaufnahmen einen Sinn. Weiterhin nutzt man ihn sehr gerne in der Produkt- sowie Reprofotografie.

Polarisationsfilter für die Fotografie gibt es in zwei Varianten:

Der Autor verwendet an seinen analogen Kameras einfach einen zirkularen Polfilter, damit dieser bei Bedarf auch an der Digitalkamera kompatibel ist.
Insbesondere an einäugigen Spiegelreflexkameras ist der Einsatz des Polarisationsfilters sehr einfach, da man ja den Effekt beim Drehen durch den Sucher beurteilen kann. Bei Sucherkameras (z. B. Leica) oder zweiäugigen Spiegelreflexkameras (z. B. Rolleicord) muss man den Filter zunächst vor das eigene Auge halten, bis zum gewünschten Effekt drehen, sich die Position merken oder markieren und hernach den Filter in dieser Stellung auf das Objektiv schrauben.

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Obacht: Manchen Motiven steht es nicht, wenn die (natürlichen) Lichtreflexionen weggefiltert werden. Sie könnten „stumpf“ wirken. Doch man kann den Polfilter durchaus auch in einer Mittelposition verwenden.

Der UV-Filter

Der UV-Filter ist ein Korrekturfilter für eben jenes UV-Licht, d. h. für Licht mit einem hohen Anteil an ultravioletter Strahlung. Dies klingt gefährlicher als es ist und tatsächlich sind gute Objektive bereits für diesen Wellenbereich des Lichtes genügend korrigiert. Der UV-Filter fördert die Fernsicht und verhindert sogenannte „chromatische Aberrationen“ (Bildfehler) nur, wenn ein sehr altes („unvergütetes“) Objektiv verwendet wird und wenn tatsächlich ein hoher UV-Anteil im Licht vorhanden ist. Ein Polfilter ersetzt den UV-Filter.

Der Skylight-Filter

Auch dieser Filter ist – wie der UV-Filter – eher ohne Sinn bei modernen Objektiven (damit sind bereits gute Objektive aus den 1970er Jahren gemeint). Er wirkt in der S/W-Fotografie fast gar nicht. Bei der Verwendung von Farbfilmen reduziert man den Blauanteil in der Ferne und in den Schatten. Dies kann man aber genau so gut in der nachträglichen Bildbearbeitung („Ausfiltern“) vornehmen.

Es ist bei hochwertigen Objektiven sicherlich besser, auf den UV- sowie Skylight-Filter zu verzichten um die Abbildungsqualität der Linsen nicht etwa zu schmälern.

Der Weichzeichner-Filter

Als vorletztes sei hier der Weichzeichner vorgestellt. Er ist für Porträts bei eher härterem Licht relevant. Man kann ihn durchaus auch bei Landschaftsfotografien einsetzen. Man kann vereinfacht sagen, dass ein Weichzeichner-Filter vor dem Objektiv die „Kanten“ in einer Fotografie etwas auflöst. Es ergeben sich also ganz winzige Säume bis hin zu Überstrahlungen bei Hell-Dunkel-Übergängen und die Detail-Auflösung des Objektives wird reduziert. Da man dies offenbar genau so gut auch mittels der digitalen Bildbearbeitung erreichen kann, wird der Weichzeichnungsfilter nur noch in der analogen Fotografie seinen Einsatz finden.

Weichzeichner gibt es in verschiedenen Stärken: Vom Parfumlook à la David Hamilton bis hin zur subtilen Weichzeichnung können diese Filter genutzt werden.
Der Autor verwendet für die Porträtfotografie einen eher dezenten Weichzeichner-Filter, einen sogenannten „Duto-Weichzeichner“, welcher aus konzentrischen Ringen besteht. Hiermit werden dezent Hautunreinheiten geglättet, es wird aber kein auffallender Effekt erzeugt.

Statt einem echten Weichzeichner können Sie durchaus auch einmal den alten Trick mit einem Damenstrumpf vor dem Objektiv probieren. Früher nutzten viele Fotografen auch einfach eine dünne Schicht Vaseline vor einem einfachen UV-Filter als Weichzeichner. Hier muss der Interessierte seine bevorzugte Stärke selbst finden.

Der Graufilter

Mit einem Graufilter versehen Sie ihr Objektiv sozusagen mit einer Sonnenbrille. Dieser Filter hat nichts weiter zu tun, als die Lichtmenge zu reduzieren, dass man bei hellem Licht die Blende des Objektivs nicht zu weit schließen muss (um die Schärfentiefe weiterhin gering zu halten) und / oder dass man Langzeitbelichtungen auch im Hellen vornehmen kann.
Mit einem starken Graufilter kann man dann durchaus bei Tage mehrere Sekunden lang belichten und riskiert hierbei nicht, dass der Film (bzw. das Bild einer Digitalkamera) überbelichtet wird. Insbesondere Langzeitbelichtungen von fließendem Wasser erfreuen sich großer Beliebtheit und dies geht im Hellen eben nur mit einem Graufilter. Gute Filter dieser Art besitzen keinerlei Eigenfarbe: Sie sind tatsächlich Grau bzw. verändern die Eigenfarben des Motivs bei Farbaufnahmen nicht.

Langzeitbelichtung mit fließendem Wasser

Eine typische Langzeitbelichtung von mehreren Sekunden mit Graufilter: Das fließende Wasser wird dann wie eine Nebelschicht abgebildet. Für solche Aufnahmen ist jedoch zwingend ein Stativ erforderlich.

Graufilter gibt es in verschiedenen Stärken. Manche Fotografen benutzen für extreme Langzeitbelichtungen (mehrere Stunden) sogenanntes „Schweißer-Schutzglas“ (bei Amazon). Hier kann eine Farbneutralität natürlich nicht gewährleistet sein.

Der Grauverlauffilter

ein Grau-Verlauffilter

Grauverlauffilter für das Cokin-System zum Verschieben

Besteht ein Graufilter aus einem Glas, welches homogen dunkel ist bzw. das Motiv gleichmäßig abdunkelt, so besitzt ein Grauverlauffilter, wie es der Name schon andeutet, einen Verlauf von transparent nach dunkel.
Dieser Filter ist primär für den Himmel gedacht, welcher naturgemäß sehr hell erscheint: Er wird für die Aufnahme abgedunkelt, die Landschaft darunter wird jedoch natürlich hell wiedergegeben. Der Grauverlauffilter ist insbesondere für die Dia-Fotografie relevant, da hier helle Bildelemente recht schnell „auszufressen“ drohen. Weiterhin kann man ihn für ältere Digitalkameras mit geringem „Dynamikumfang“ nutzen oder allgemein dann, wenn man im Nachhinein möglichst wenig Bildbearbeitung betreiben möchte oder wenn sich starke Motivkontraste im Bild befinden (schwarzer Hund in Höhle; weiße Ganz draußen davor im Sonnenschein).

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Am günstigsten erhält man die Cokin-Filter im Komplettset zum unglaublichen Preis. Für die analoge Fotografie stehen viele Grau- und Grauverlauffilter bereit. Ideal für Langzeitbelichtungen im Hellen oder für das Abdunkeln vom Himmel.

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Zwar gibt es diese Verlaufsfilter auch in runder Form zum Einschrauben in das Objektiv. Doch insbesondere hier ergibt ein Filter-Kompendium (z. B. das günstige Cokin-System) einen Sinn, denn bei diesem Filterhalter kann man die Filter verschieben und sich in diesem Fall den Verlauf dorthin „schieben“ wo man ihn in der gewünschten Stärke tatsächlich benötigt.


Dies war eine Vorstellung der wichtigsten Filter, die man sowohl in der analogen Fotografie als auch bei der Digitalfotografie nutzen kann. Insbesondere bei letzterer ergibt wohl nur der Polfilter und der Graufilter bzw. Grauverlauffilter einen Sinn. In der analogen S/W-Fotografie sind weiterhin die Farbfilter wichtig. Es sollen jedoch noch drei Punkte besprochen werden:

Lichtverlust durch Filter

Viele fotografische Filter schlucken Licht! Beim Graufilter ist dies ja gerade der Zweck, bei allen anderen Objektivfiltern wird ein Lichtverlust eher nicht gewünscht sein. Der UV-Filter, der Skylightfilter und der Weichzeichner bewirken normalerweise keinen Lichtverlust. Alle anderen in diesem Artikel vorgestellten fotografischen Filter reduzieren jedoch die Lichtmenge, die auf den Film (bzw. Chip) gelangt. Man muss beim Einsatz dieser Filter also entweder länger Belichten oder die Blende am Objektiv weiter öffnen. Die Stärke der Reduzierung hängt vom jeweiligen Filter ab.

eine Messsucherkamera

Diese Mess-Sucherkamera besitzt zur Belichtungsmessung einen Sensor außerhalb und berücksichtigt den Lichtverlust nicht automatisch.

Wenn Ihre analoge Kamera eine automatische Innenmessung besitzt (digitale Kameras besitzen dies ohnehin), dann brauchen Sie sich in puncto Lichtverlust keine Sorgen machen: Diese Kameras bzw. deren Belichtungsmessung berücksichtigt den Lichtverlust der Filter automatisch in zumeist richtigem Maß. Die typischen Kleinbildspiegelreflexkameras besitzen diese Innenmessung.
Wenn Ihre Kamera jedoch mit einem Sensor zur Belichtungsmessung ausgestattet ist, welcher außen liegt, muss die Filterkorrektur manuell am Fotoapparat eingestellt werden. Die Belichtungskorrektur können Sie dann am ASA-Einstellknopf vornehmen (geringere Werte einstellen) oder die Kamera besitzt eine -2 / +2 Korrektureinstellung.

Der Wert des Lichtverlustes steht oftmals direkt auf der Filterfassung. Ein Wert von „2“ gibt z. B. an, dass die Belichtungszeit bei Verwendung dieses Filters verdoppelt werden muss.
Der Autor rechnet jedoch am liebsten in Blendenstufen. Schluckt ein Filter eine Blende, dann bedeutet dies, dass man entweder die Objektivblende um einen ganzen Wert öffnen- (z. B. von 5.6 auf 4) oder aber die Belichtungszeit um einen ganzen Wert verlängern muss (z. B. von 1/125 auf 1/60 Sekunde).

Ganz grob kann man von folgenden Blenden-Werten ausgehen, die entsprechende Filter schlucken:

In der Praxis könnte dies so wie bei diesem Beispiel aussehen: Bei sonnigem Wetter müsste man mit einem 100-ASA-Film bei eingestellter Objektivblende von f/8 mit 1/250 Sekunde fotografieren, damit man ein gut durchgezeichnetes Negativ erhält. Schraubt man nun einen Rotfilter vor das Objektiv, bedarf es einer Korrektur entweder der Belichtungszeit oder der Blende (oder eine Kombination aus beiden). Der Rotfilter schluckt ja nun ganze 3 Blenden Licht. Daher öffnet man einfach das Objektiv um genau diese drei vollen Blendenwerte: 8 – 5.6 (1 Wert) – 4 (1 Wert) – 2.8 (1 Wert). Um also weiterhin eine ausreichende Belichtung bei Verwendung eines Rotfilters zu erhalten, müsste man nun anstatt mit Blende 8 mit Blende 2.8 fotografieren.
Wenn man der Schärfentiefe wegen jedoch weiterhin mit Blende 8 fotografieren möchte, kann man freilich auch die Belichtungszeit um drei volle Werte verlängern: 1/250 – 1/125 (1 Wert) – 1/60 (1 Wert) – 1/30 (1 Wert). Um also weiterhin eine ausreichende Belichtung bei Verwendung eines Rotfilters zu erhalten, müsste man nun anstatt mit einer Belichtungszeit von 1/250 Sekunde mit 1/30 Sekunde fotografieren.
Nochmal: Analoge Kameras mit automatischer Innenmessung berücksichtigen diese Korrektur automatisch in der Belichtungsmessung. Hier müssen Sie nicht rechnen. Benutzen Sie jedoch eine rein manuelle analoge Kamera bzw. einen externen Handbelichtungsmesser müssen Sie dieses Prinzip verstanden haben.

Mehrere Filter kombinieren

Es ergibt manchmal Sinn, wenn man mehrere Filter kombiniert: z. B. einen Rotfilter mit einem Polfilter, um eine massive Schwärzung eines blauen Himmels zu erreichen. Denken Sie jedoch daran, dass Sie damit, wenn auch in geringem Maße, die optische Abbildungs-Qualität ihres Objektives reduzieren könnten, da hierbei plötzlich vier weitere Glasflächen ins Spiel kommen, an denen Licht reflektieren kann. Kombinieren Sie mehrere Filter, müssen Sie deren Lichtverluste addieren, wenn Sie nach dem Blendenmodell rechnen. Wenn Sie hierbei nach der „Faktormethode“ gehen, müssen Sie die einzelnen Werte jedoch multiplizieren. Der interne Belichtungsmesser der Kamera berücksichtigt dies allerdings für die Messung automatisch. Wenn Sie einen externen Belichtungsmesser nutzen, können Sie das Filterpaket auch vor dessen Messelement halten und gelangen so ebenfalls zu einigermaßen korrekten Werten.

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Mit diesen Filteradapter-Ringen im sehr günstigen Set können Sie größere Filter auch auf kleinere Objektive schrauben und somit einen einzigen Filter für alle Ihre Objektive nutzen!

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Filteradapter

Sicherlich besitzen Sie für Ihre Kamera mehrere Objektive und diese Linsen besitzen verschiedene Durchmesser bzw. verschieden große Filterdurchmesser. Nun können Sie sich freilich für jedes Objektiv die passenden Filter separat zulegen. Sie können aber auch nur Filter kaufen, die genau auf das Objektiv passen, welches den größten Gewindedurchmesser besitzt. Mittels Filteradapter, sogenannten Step-Down-Ringen, adaptieren Sie einfach die größeren Objektivfilter an kleinere Objektive!

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Artikeldatum: 17.09.2016 / letzte Änderung: 24. November 2019

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authorGuten Tag. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr bald 20 Jahren mit der analogen Fotografie und entwickele meine Bilder im eigenen Labor oder "mit" dem Computer. Gerne empfange ich übrigens Kommentare – und beantworte diese auch.

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Thomas (Admin) | am 30. Oktober 2019

Hallo, eine interessante Frage.
Der Filter sollte ja eine möglichst gute optische Qualität besitzen und dabei leicht sein. Vielleicht kämen hier die Plastikfilter von Cokin (bzw. Nachbauten) in Frage. Den Kunststoff kann man ja klein schneiden.

Für Blitzgeräte werden [atkp_product id='5180' link='yes']kleine Farbfolien-Sets[/atkp_product] (Amazon) angeboten. Aber ich glaube nicht, dass diese die nötige optische Qualität besitzen. Ausprobieren bzw. vergleichen kann man’s ja mal. Derlei billige Filter bleichen sicherlich bei sehr langer Sonneneinstrahlung aus. Dies könnte man sich hier zu Nutze machen, wenn die Farb-Filterwirkung zunächst zu stark ist.

Die Farbe sollte vermutlich möglichst genau der Komplementärfarbe des Stichs entsprechen. Diese Farbe kann man schnell heraus bekommen, indem man mit der Drohne ein reinweißes Blatt Papier fotografiert und dieses Bild mit dem Farbstich in einer Bildbearbeitung invertiert. Die erhaltene Farbe sollte ungefähr der des Filters sein (bei Lila sicherlich ein warmer Ton).

Aber warum eigentlich direkt optisch filtern? So etwas würde ich einfach später in der Bildbearbeitung korrigieren.

I.Ulfman 30.04.48 | am 29. Oktober 2019

Hallo,
Ich habe eine Digitale (Farbe) Action Cam auf einer Drohne (ich mache damit Natur / Landschaftsbilder) die einen lila Stich hat. Im späteren Modell (C-Fly Dream Drohne 2019) ist das von Fabrik aus nachgebessert. Aber ich habe also das erste Modell mit Farbstich violet. Mein Idee war ein glasklare transparente Folie zu verwenden, weil mit ein Glas / Metal Filter, bereits einige Gramm Gewicht den Gimbal aus der Ballance bringt und Folie von 10 x 10 mm von einigen Milligramm wären perfekt. Aber welche Farbe 🙂 und wo bekomme ich so etwas zum Filter basteln? Mein Idee war was aus einer alten Polaroid (gelbes Glas) Sonnenbrille zu schneiden. Stehe für jeder Idee offen 🙂

Thomas (Admin) | am 14. Juni 2018

Hallo Merten, vielen Dank für den Hinweis, ich habe den entsprechenden Abschnitt im Artikel verfügbare Filme -> Infrarotfilme entsprechend erweitert.

Viele Grüße zurück

Merten Riesner | am 14. Juni 2018

Hallo Thomas

Für die Infrarotfotografie gibt es noch folgende Filme Ilford SFX, Rollei Infrared, Rollei Retro 400s, Rollei Retro 80s, Rollei Superpan. Von diesen Filmen weiß ich das sie funktionieren.

Grüße

Silvio | am 25. Mai 2018

Achso, wenn man den Rotfilter mit dem Polfilter kombiniert, gibt es bei blauem Himmel richtig starke Kontraste. Als Effekt.

Silvio Tenz | am 25. Mai 2018

Hallo und danke für diese schöne Übersicht. Bin schon seit Stunden auf deinem Blog. Früher hatte ich auch gedacht mehr hilft mehr. Heute nutze ich Filter aber nur für die Portraitfotografie und wenn ich den Himmel dunkler haben möchte (meist orange).

Thomas (Admin) | am 27. November 2017

Hallo Tim und dankesehr für das Lob!
Die Infrarotfotografie ist tatsächlich etwas, was ich in über 15 Jahren analoger Fotografie noch nie ausprobiert hatte. So recht interessiert mich (der Effekt) nicht wirklich. Das einzige, was ich hierbei spannend finde, ist die Fernsicht, die damit möglich ist, da ja jeglicher Dunst „durchdrungen“ werden kann. Die Kamera sieht dann mehr als das eigene Auge. Aber wie gesagt: in der Praxis hatte ich IR-Filter und einen hierfür sensibilisierten S/W-Film noch nicht ausprobiert.
Dass für den Infrarotbereich nur ganz wenige Filme „sensibel“ sind und dass man für den anderen Lichtbereich dann einen Sperrfilter benötigt, weißt du ja sicherlich. Da ich auch gerne im Mittelformat fotografiere, würde ich hier eine „Zweiäugige“ Kamera wählen, da man dadurch, trotz aufgesetzten Filter, noch freie Sicht auf das Motiv hat. Und: viele manuellen Objektive haben eine rote Marke an der Entfernungsskala, denn im IR-Bereich verschiebt sich der Fokus leicht. Hier kann man, gerade im Nahbereich, nicht exakt per Auge fokussieren, sondern muss etwas korrigieren. Um wie viele Blenden man jedoch die Lichtmessung anpassen muss, hängt von der Dichte des Infrarotfilters ab. Vielleicht helfen dir diese Zeilen, auch ohne meine eigene praktische Erfahrung, schon etwas weiter.

Grüße zurück!

Tim | am 25. November 2017

Hallo Thomas! Erstmal VIELEN DANK für die hochwertige, aufwändige und trotzdem für Laien wunderbar verständliche Arbeit, die Du mit Deinen Artikeln geleistet hast! Ich fing vor 10 Jahren an, mich ernsthafter mit Fotographie, eigener Filmentwicklung (auch C-41 in Waschwanne) und (mangels Anleitung und Geduld nur rudimentär) Handabzügen auseinanderzusetzen. Und ich habe verzweifelt mehr Zeit in Foren als im Labor verbracht, um Laborarbeit verstehen und LERNEN zu können. Aber mir ist mit jedem Thread zunehmend schwindliger geworden, ich hab immer weniger verstanden und resigniert inmitten all der wissenschaftlichen Abhandlungen unter Profis… Und Laborlehrgänge für s/w gibt’s in unserer Gegend lange nicht mehr… Also nochmal vielen Dank für Deine Mühe!
Jetzt zum Thema Filter: hast Du Erfahrung mit IR-Filtern und den entsprechenden Kameraeinstellungen? Ich fotographiere fast nur Landschaft mit vorzugsweise rein mechanisch arbeitenden Kameras und möchte mich gern mit dem IR-Effekt auseinandersetzen 😉
Gruß, Tim


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