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Mit LED-Videolicht fotografieren: Erfahrungen mit Godox ML60

In diesem Beitrag stelle ich die Godox ML60 vor: Ein portables Dauerlicht mit LED-Technik. So etwas ist natürlich für Videofilmer sehr interessant. Ich möchte zudem ausprobieren, ob solch eine Videoleuchte auch ein Ersatz für den Blitz beim Fotografieren sein kann.

Godox ML60 LED Leuchte
Diese starke Lampe lässt sich unterwegs auch mit Akkus betreiben und hat eine Leistung von 60 Watt.

Der Beitrag enthält eine Produktplatzierung.

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Fotografen nutzen, wenn es Kunstlicht sein soll, hauptsächlich Blitzgeräte (ich auch). Aber gerade in der analogen Fotografie sind Dauerleuchten eine Alternative. Zunächst soll eine solche hier vorgestellt werden (die Godox ML60), weiter unten widme ich mich dem Einsatz in der Fotografie.

Godox ML60 LED-Videolicht

Die Firma Godox hat mir freundlicherweise kostenlos das große ML60-Set – tatsächlich fast zu Weihnachten – zugesandt, worüber ich mich als „Blogger“ natürlich freue. Daher stelle ich zunächst einmal diese moderne LED-Videoleuchte vor und ich habe einige schöne Fotos davon gemacht. Dies sind die groben Eckdaten:

Alle Eigenschaften sind auch auf der Anbieter-Website aufgelistet (englisch).

Godox ML60 Set

Abgebildet ist alles, was man beim „Standard-Paket“ erhält (bei manchen Angeboten sind die genormten NP-F-Akkus bereits enthalten). Zu erwähnen ist hierbei auch die durchaus gute Tasche. Die eigentliche Videoleuchte Godox ML60 ist die Konservenbüchse rechts im Bild. Tatsächlich hat diese kleine LED-Videoleuchte ungefähr die Größe eines Maßkruges in der Schenke:

kompaktes LED Videolicht

Mehr ist das gar nicht: So klein ist diese Videolampe. Auf der Rückseite befinden sich die Einstellräder sowie ein OLED-Display mit der jeweiligen Helligkeitsangabe bzw. mit weiteren Betriebsinformationen (dazu gleich mehr). Diese Lampe ist aber auch mittels beigelegter Fernbedienung fernsteuerbar (dazu auch gleich mehr). Zunächst etwas zur Stromversorgung:

Netzbetrieb

Für die Godox ML60 ist eine Gleichspannung von 16,8 Volt vorgesehen. Strom bekommt diese Lampe zunächst am einfachsten mittels dem beigelegten Netzadapter:

Halterung für Netzgerät

Es gibt im Lieferumfang sogar eine Halterung für das Netzgerät (Schlüpfer). So lässt es sich beispielsweise ordentlich direkt am Lampenstativ anbringen (leider sitzt der Netzstecker mittig und muss daher nach oben schauen). Die Zuleitung ist ca. fünf Meter lang. Das Kabel zur Lampe ca. 1,5 Meter. Damit dürfte ein genügender Radius zur nächsten Steckdose erlaubt sein.

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Akku-Betrieb und Haltegriff

Interessanter ist sicherlich der Betrieb dieses portablen Videolichts mit Akkus:

ein portables Videolicht

Die Godox ML60 wird mit einem (schwenkbaren) Griff geliefert. An diesen kann vorne ein Halter für NP-F-Akkus „angeklickt“ werden. Dort schiebt man zwei dieser Akkus ein (Es müssen tatsächlich immer zwei verwendet werden, da sie in Reihe geschaltet sind, ein einzelner geht nicht). Mittels kurzem Kabel werden Akkuträger und Leuchte verbunden. Im Lieferumfang ist jedoch auch ein langes Kabel hierzu enthalten, damit man die Akkus beispielsweise am Gürtel (Gürtelclip) tragen kann. Der Akkuträger lässt sich also auch vom Griff abnehmen. Der Haltegriff besitzt eine arretierbare Schwenkmöglichkeit der Leuchte sowie eine Schirmhalterung.

 

Handhalterung von Godox mit Akkus

Man kann diese Handhalterung aber auch hinstellen: Der Akkuhalter besitzt einen ausklappbaren Fuß. Zudem besitzt der Handgriff unten einen Anschluss für ein Lampenstativ. Insbesondere als Videofilmer ist man mit dieser (bzw. mehreren) Leuchte sehr flexibel, wenn es darum geht, einen Raum auszuleuchten. Gut zu sehen sind hier auch die beiden Akkus, die verwendet werden: Es handelt sich hierbei im Akkus des Typs „NP-F“. Offenbar wurden diese von Sony (?) eingeführt und werden auch von vielen anderen Herstellern verwendet bzw. man kann sie von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Kapazitäten und für unterschiedliche Preise erwerben.
Ein Hinweis zum Akkuhalter – Hier gibt es bei meinem Test einen Kritikpunkt: Man muss beide Akkus gleichzeitig nebeneinander einsetzen bzw. einschnappen lassen. Denn es gibt mittig nur eine Verriegelung für beide. Zudem gibt es eine Akkukontrolle (grüne LED-Lampen) für jeden der beiden Akkus. Dummerweise wird diese durch Druck auf den Entriegelungsknopf aktiviert. Man muss zur Kontrolle des Ladezustandes also die beiden Akkus festhalten. Abgesehen davon ist hier alles sehr durchdacht und vor allem stabil.

 

Aufladen eines NP-F Akkus

Noch ein Hinweis: Der enthaltene Akku-Halter ist nicht als Ladegerät verwendbar. Entweder man besitzt ein NP-F-Ladegerät oder aber man kann einige dieser Akkus auch direkt über ein USB-C-Kabel mit dem Handy-Ladegerät laden. Die bei meiner Godox ML60 beigelegten Akkus (NP-F970) sind solche Typen: Ich stöpsele hier einfach jeweils das (beigelegte) USB-C-Kabel an und kann sie somit direkt laden. Sie besitzen auf der Rückseite auch kleine Leuchtdioden, mittels welchen der Akku-Ladestand kontrolliert werden kann.

 

eine portable LED-Videoleuchte

Noch ein Foto von dieser portablen LED-Videoleuchte, wie ich sie bei meinen Test benutzte: Ich fotografierte draußen und nutzte daher die Akkus. Zudem installierte ich den Griff auf einem Standard-Lampenstativ. Man könnte die Godox ML60 jedoch auch direkt (ohne Griff) auf ein Standard-Fotostativ schrauben. Denn sie hat ein 1/4-Zoll-Gewinde am Gehäuse.

Godox ML60 LED-Hand videolicht, 5600K Tageslicht-ausgeglichen, CRI 96 TLCI 97, 69000LUX@0.5m, 8 FX-Beleuchtungseffekte, Stiller Modus, mit Fernbedienung, Batterie und Farbfilter-Kit
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von Godox

Die Godox ML 60 ist eine sehr kompakte LED-Leuchte bei gleichzeitig hoher Helligkeit. Sie ist äußerst leise und zudem fernbedienbar. Sie ist dank Bajonett für diverse Lichtformer geeignet und man kann sie portabel auch mittels Akkus betreiben.

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Videolicht mit Reflektorschirm

Hier noch ein Foto dieses Videolichtes mit angesetztem Reflektorschirm. Der Haltegriff bzw. in diesem Sinne ja die Stativbefestigung besitzt eine Führung, durch welche man den Stock von solch einen Schirm schieben kann. Eine integrierte Feder hält ihn sicher und fest.

Leistung bzw. Lichtausbeute

Godox gibt für dieses Gerät eine Helligkeit von 13000 Lux an, wenn der Standard-Reflektor verwendet wird und wenn das angeleuchtete Objekt ca. ein Meter von dieser Lichtquelle entfernt ist. Mit Lux-Werten kann ich jedoch nichts anfangen, auch nicht mit Lumen-Werten und auch nicht mit der angegebenen Leistung von 60 Watt. Ich bin kein Filmer und habe auch mit anderen Videoleuchten keine Erfahrung bzw. kann hier nicht vergleichen.

Aber ich habe die Sonne als Referenz und zudem einen Belichtungsmesser. Bei praller Wintersonne (keine Wolken davor) messe ich bei ISO 100 einen Lichtwert von 14 für die Sonne. Jetzt vergleiche ich diese Helligkeit mit der meiner LED-Leuchte mit Standard-Reflektor: Hier messe ich (ebenfalls bei ISO 100) und bei einer Entfernung zur Leuchte von einem Meter einen Lichtwert von 12. Bei einer Entfernung von einem Meter zum Motiv ist die Godox ML60 also um zwei Blenden schwächer als die tief stehende Wintersonne (hierzulande). Bei Verlängerung der Distanz wird die Lichtausbeute natürlich schwächer. Doch ich denke, die Leistung ist hierbei schon recht ordentlich. Gerne würde ich einmal wissen, wie sich hier andere Leuchten schlagen (Kommentarbereich). Weiter unten komme ich dazu, diese Leuchte als Ersatz für einen Blitz für die Fotografie zu testen. Im Bereich der Fotografie kann ich so ein Licht besser einschätzen.

Was die Helligkeit für Videofilmer angeht, habe ich dieses aufschlussreiche Video gefunden (englisch):

Dieses Video ansehen auf YouTube.
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Es ist schon toll, was man heute mit solchen kleinen Dingern anstellen kann.

Bajonett und Softbox-Befestigung

Dass man bei dem obligatorischen Haltegriff bereits einen Schirm einschieben kann, wurde ja bereits erwähnt.

LED-Lampe hinter Blitzschirm

Am einfachsten erhält man ein weiches Licht, indem man den Stock von einem solchen Blitzschirm einfach in die hierfür vorgesehene Führung schiebt.

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Das Godox ML60 Videolicht besitzt selbst ein integriertes Bajonett:

Bajonett und Bowens-Adapter

Damit ist das kleine, silberne Bajonett gemeint („Godox Mount“). An ihm wird beispielsweise der mitgelieferte Standardreflektor befestigt. Oben befindet sich noch ein Schiebeschalter, um das Bajonett zu entriegeln. Für diesen nativen Godox-Mount gibt es von Godox diverse Lichtformer. Der Durchmesser beträgt ca. 8 cm.

Alternative Bowens Mount

Eine Alternative hierzu ist der sogenannte „Bowens Mount“ – Hierfür benötigt man den oben abgebildeten Adapter „S2 Speedlite Bracket“ von Godox. Denn das ML60 passt dort hervorragend hinein (nämlich fast ohne Spiel). Dieser Adapter ist gleichzeitig für Blitzgeräte geeignet, deren drehbarer Kopf hier einfach durch eine Klemmschraube sicher fixiert werden kann (und das LED-Licht ebenso):

Bowens Mount Adapter von Godox

Hier der Bowens-Mount-Adapter im Detail. In das äußere Bajonett passen alle Lichtformer mit dem besagten „Bowens Mount“ – Und davon gibt es offenbar eine ganze Menge zu günstigen Preisen, nicht nur von Godox selbst. Dieser „S2-Adapter“ gehört nicht zum normalen Lieferumfang des ML60. Er empfiehlt sich für den Gebrauch von (größeren) Lichtformern. Im Bild sind auch die zwei unteren „Klötze“ zu sehen, die man heraus ziehen kann. Sie sind für das sichere Befestigen kleinerer Geräte (Aufsteckblitze) gedacht. Obacht beim Zudrehen der oberen Klemme bei der Verwendung von Blitzgeräten aus Kunststoff: Nicht zu fest zudrehen, sonst knackt es irgendwann. Das Gehäuse der Godox ML60 ist aus Metall.

Godox S2 Bowens Mount S-Typ Halterung für Godox V1 Serie Blitz V1-S V1-C V1-N V1-F V1-O, AD200Pro, AD200, AD400Pro, AD300 PRO,V860II TT350-Serie,zur Befestigung von Snoot,Softbox,Honeycomb,Reflektor
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  • ♠ Die aktualisierte Version der Bowens-mountS2-Halterung ist kleiner, kompakter und tragbarer als die ursprüngliche S-Halterung. Kompatibel mit allem Zubehör der Bowens-Halterung. Eine universelle Halterung für verschiedene Modelle. Einfach zu installieren und nicht umständlich
  • ♠ Light Stand oder Handheld kann verwendet werden, das Licht ist freier, stufenloser Einstellwinkel, füllen Licht für verschiedene Richtungen
  • ♠ S2 Rutschfeste Oberfläche, Mesh-Gummioberfläche Mehr Bisskraft, um den Verschleiß des Lampenkörpers zu verhindern
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Farbfolie vor Videoleuchtemehrere Farbfilterfolien

Dadurch, dass solche modernen Videoleuchten heute auch effektiv mit LEDs betrieben werden können, hat man den Vorteil, dass diese Lampen nicht heiß werden (und sich somit auch für die Food-Fotografie eignen). Hierdurch können auch günstige Folien als Farbfilter verwendet werden. Bei meinem Set lag eine Tasche mit vielen solcher Filter und vier Klemmen bei.

Steuerung Display Lichteffekte

So schaut das Godox ML60 von hinten aus:

EInstellungen der Godox LED-Lampe

Die Bedienung ist sehr einfach: Mit dem linken Drehrad wird das Menü durchgeschaltet. Mit dem rechten Drehrad werden die Funktionen der einzelnen Menüpunkte ausgewählt. Beide Schalter sind zugleich Knöpfe bzw. besitzen einen Druckpunkt. Viel kann man hier nicht einstellen:

  1. die Leistung stufenlos von 0% bis 100%
  2. ob der integrierte Lüfter an oder aus sein soll
    ob das integrierte Funkmodul aktiviert oder deaktiviert sein soll
    ob ein Lichteffekt aktiviert sein soll
  3. Diese Lichteffekte kann man dann durchgehen. Acht Stück gibt es.
  4. Auf dem vierten Bild ist das Menü des Funkmoduls abgebildet. Hier kann man den Kanal, die Gruppe und eine ID wählen.

Zu den Lichteffekten: Hier kann man beispielsweise einen Fernseher imitieren, eine flackernde Glühbirne, Blitzgeräte einer Paparazzogruppe usw. Dies ist etwas für Filmer, die solche kleinen Leuchten für Hintergrund-Effekte benötigen.

Fernbedienung

Fernbedienung für Godox Lampe

Die Fernbedienung wird immer mit der ML60 zusammen geliefert. Für die Fotografie wird sie wohl kaum eine Rolle spielen – für Filmer aber umso mehr, wenn mehrere solcher Videoleuchten verwendet werden sollen: Wie ein Dirigent kann man das „Lichtorchester“ dann von einem Standpunkt aus steuern. An der Fernbedienung kann man auch die Lichtfarbe ändern. Dies ist aber offenbar eine Funktion für eine andere Godox-Lampe. Bei der ML60 kann man die Lichtfarbe elektrisch nicht ändern (nur über Folien, s. o.).

Sehr leiser Lüfter

Wer früher schon einmal einen kleinen Videoclip innerhalb eines Raumes gedreht hatte und hierbei die damals üblichen Halogenscheinwerfer nutzte, kennt es sicherlich: deren lautes Lüftergeräusch. Dieses sorgte häufig für Ärger beim Filmton.

Der Lüfter bei dieser LED-Leuchte ist jedoch so leise, dass man tatsächlich mit dem Ohr nah an das Gerät gehen muss, bis man ihn hören kann! Zudem lässt sich dieser leise Lüfter auch ausschalten. Hierfür muss man jedoch als Nachteil eine reduzierte Leistung von 50% in Kauf nehmen.


Statt Blitz: LED Videolicht in der Fotografie

Seit einigen Jahren gibt es ziemlich kräftige kompakte LED-Leuchten auf dem Markt. Eine solche habe ich ja eben vorgestellt. Wer heute mit einer Digitalkamera filmt, wird dies ohne große Kompromisse bei hohen ISO-Werten tun können. Hierfür sind derlei Videoleuchten sehr gut zu gebrauchen. Doch wie schaut dies bei der Fotografie aus?

Als erstes stellte ich mir die Godox LED-Leuchte ins Zimmer, richtete sie gegen die Decke, drehte die Leistung auf 100% hoch und dachte gleich: »DAS ist hell!« Ein kleiner, weiß gestrichener Raum ist damit tatsächlich taghell ausgeleuchtet. Die normale Zimmerbeleuchtung dagegen – wie ein Taschenlampenlicht. Doch taugt dies auch zum Fotografieren? Trügt hier das Auge? Ich bin hierzu als erstes vor die Türe gegangen:

Foto ohne Kunstlicht

Ein Männlein steht im Walde.

Dezember und bedeckter Himmel. Hier fehlt ein Pfiff für ein Porträt. Einen solchen erhalte ich immer mit einem Blitzlicht. Hier teste ich dies aber mit der Videoleuchte. Zunächst ist diese auf diesem Bild aber noch nicht an. Sie steht übrigens zwei Meter vom Modell entfernt und wie man sieht, wurde der Standard-Reflektor auf das Bajonett gesteckt. Fotografiert wurde stets bei ISO 200, bei einer Verschlusszeit von 1/125 Sekunde und bei Blende 5.6. Jeder Fotograf sollte mit diesen Werten ungefähr die Situation einschätzen können. Und so schaut diese dann aus, wenn das LED-Licht bei 100% Leistung betrieben wird:

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LED Licht bei voller Leistung

Im Gegensatz zum ersten Bild gibt es hier bei voller Leistung der LED-Leuchte einen deutlich sichtbaren Unterschied. Nach dieser Aufnahme wusste ich erst: Gut – man kann mit solch einer portablen LED-Leuchte wie die Godox ML60 tatsächlich z. B. eine Person in zwei Metern Entfernung von der Lampe hell genug ausleuchten bzw. sie vom (schwachen) Umgebungslicht fotografisch hervorheben (aus Lumen-Angaben und dergleichen werde ich nicht schlau). Der Vorteil hier gegenüber einem Blitz: Man sieht sofort, inwiefern sich das Kunstlicht vom Umgebungslicht abhebt bzw. man kann von der Kamera aus bequem mit der Fernbedienung die Leistung steuern:

 

Halbe Leistung bei LED-Licht

Das ganze funktioniert hier auch noch bei halber Leistung (50%). Hierdurch erhält man sogar einen eher natürlichen Charakter bzw. es fällt auf dem späteren Foto nicht gleich auf, dass hier Kunstlicht zum Hervorheben der Person aus der Umgebung verwendet wurde.

 

viertel Leistung LED-Licht

Bei einer viertel Leistung (25%) ist das Licht der LED-Leuchte bei diesem Umgebungslicht kaum noch sichtbar (d. h. sie ist hier nun fast genau so stark). Bei Nacht wäre das Motiv damit jedoch fast korrekt belichtet (von schwarzen Schatten einmal abgesehen).

 

LED-Licht und Schirm

Und wie schaut es bei der Verwendung des Reflekor-Schirmes im Hellen aus? Der Schirm schluckt hier zu viel Licht. Ein solcher (auch eine Softbox) ist für Außenaufnahmen bei Tageslicht nicht mehr für diese LED-Leuchte geeignet. Sie ist dann hierfür zu schwach am Tage. Im Studio / innerhalb von Gebäuden jedoch kann man natürlich einen solchen Schirm nutzen, auch freilich im Dunkeln draußen.


Auch bei Fotografien im Zimmer hatte ich nachgemessen bzw. mir Notizen gemacht.

Das Setting gestaltete sich so: Fotografiert wurde bei ISO 100. Als Blende wählte ich 5.6. Das LED-Dauerlicht stand zwei Meter vom Objekt entfernt und es wurde der Normalreflektor genutzt (keine Softbox davor). Die Leistung wurde auf 100% gestellt. Das Ergebnis: Ich muss hier für eine korrekte Belichtung 1/30 Sekunde belichten (Messung via Belichtungsmesser bzw. Kalotte). Dies ginge bei diesen Faktoren also auch noch aus der Hand (ohne Stativ) und solch eine Fotografie könnte dann beispielsweise so ausschauen:

Fotografieren bei hartem Licht

Hier wurde solch ein hartes Licht links von der Person in einem Gebäude auf einem Lampenstativ positioniert.

Bei einem ISO 400 Film hätte man hier natürlich um zwei Blenden schneller fotografieren können (1/125 Sekunde Belichtungszeit bei Blende 5.6). Fotografiert man bei Offenblende ginge dies dann noch schneller.

Nackt lässt sich solch eine LED-Videoleuchte bei eher nahen Motiven also durchaus auch als Blitz-Ersatz verwenden.

Doch wie schaut dies dann aus, wenn man eine Softbox oder einen Schirm davor verwenden möchte? Dank des Bajonetts kann man bei der Godox-Leuchte ja diverse Lichtformer verwenden. Eine Softbox, ein Reflektorschirm oder ein Durchlichtschirm schluckt ca. zwei Blenden Licht:

Angenommen man möchte ein Porträt einer sitzenden Person im Zimmer anfertigen. Nutzen wir eine analoge Kamera und hier beispielsweise einen schönen Portraitfilm wie den Kodak TriX mit einer Empfindlichkeit von 400 ASA (ISO 400). Wir stellen die LED-Videoleuchte so weit von der Person weg, dass die Softbox 1,5 Meter entfernt von ihr positioniert ist. Die Leistung ist hierbei natürlich auf 100% hoch geregelt. Als Blende wähle ich eine niedrige von 2.8, denn ich möchte bei dem Porträt eine geringe Schärfentiefe. Von der Person ausgehend messe ich mit meinem Belichtungsmesser (mit Kalotte) eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde bei der Verwendung der vorgestellten Godox-Lampe.

Solch eine stärkere LED-Videoleuchte wie die von Godox kann man also auch hinter einer Softbox im Studio verwenden.

Hierfür sollte allerdings der Abstand zum Motiv nicht zu groß sein und wenn man ohne Stativ fotografieren möchte, sollte man einen eher empfindlicheren Film nutzen (400 ASA) bzw. bei der Digitalkamera einen hohen ISO-Wert wählen. Ansonsten kann man natürlich auch länger belichten. Dann bräuchte man ein Stativ unter der Kamera und das Motiv sollte sich dabei nicht bewegen.

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Vergleich mit einem Blitzgerät

Es ist zwar recht schwierig, ein Dauerlicht mit einem Blitzgerät zu vergleichen. Ich möchte es bei einem Beispiel dennoch tun. Grundsätzlich kann man mit solch einer Videoleuchte alles korrekt beleuchten – Man muss eben nur lange genug belichten. Wie lange, zeigt dieses Beispiel:

Blitzt man bei 2 Metern Abstand ein Motiv mit einem modernen Aufsteckblitz der kräftigeren Sorte an (z. B. Yongnuo 560 III bei 50mm-Reflektorstellung), muss man bei ISO 100 auf Blende 11 abblenden. Die Belichtungszeit ist hier egal.

Stellt man anstelle des Blitzes nun die LED-Lampe hin, muss hier bei Blende 11 1/8 Sekunde lang belichtet werden. Man benötigt also ein Stativ. Beim Blitz kann man bei den meisten modernen Kameras bei 1/125 Sekunde belichten und noch schneller.

Gerade für Freunde der analogen Fotografie wäre eine solche Dauerleuchte eine Alternative zum Blitz, da man damit das Bildergebnis ja viel besser einschätzen- bzw. schon vorher sehen kann und mit dem internen Belichtungsmesser das Motiv ausmessen kann.

Es gäbe aber noch eine andere Situation, wo solch ein LED-Dauerlicht vielleicht sogar die bessere Alternative zum Blitzlicht ist:

Produktfotografie Tabletop und Stillleben

Bei der Produktfotografie oder bei Stillleben („Stills“) ist es oft nicht hinderlich mittels Stativ zu fotografieren – Oftmals tut man dies hier auch unabhängig von den Belichtungszeiten, der korrekten Ausrichtung der Kamera wegen. So könnte dies dann ausschauen:

Lichtsetting bei Tabletop-Fotografie

Solche „Tabletop-Aufnahmen“ laufen nicht weg und halten still. Zum Fotografieren hat man Zeit. Hierfür eignet sich also auch (schwächeres) Dauerlicht. Früher ging dies oft nicht, weil die damaligen Lampen äußerst heiß wurden und mir hierbei der Kaktus eingehen würde. LED-Lampen jedoch werden kaum warm. Sie eignen sich auch für die „Food-Fotografie“. Durch das Dauerlicht kann das Bildergebnis bereits vorvisualisiert werden. Oder anders: Man sieht natürlich gleich, wie sich die Ausleuchtung auf das Objekt auswirkt. Dies kann Zeit und Aufwand (unnötiges Auslösen) sparen.

 

Dauerlicht fuer ein Stillleben

Und so schaut solch ein Motiv dann auf die Schnelle aus: Alles ist klar ausgeleuchtet – Aber das hatte ich bereits vorher schon gesehen. Das LED-Licht ist viel heller als die Zimmerbeleuchtung bzw. als das Fensterlicht. Gerade für solche Motive benötigt man nicht zwingend ein Blitzgerät. Belichtet wurde hier bei diesem Beispiel bei ISO 200, Blende 5.6 und einer Belichtungszeit von 1/30 Sekunde (LED-Leuchte stand auf 100% Leistung).

Mein Fazit

Ich selbst nutze seit vielen Jahren Blitzgeräte als Kunstlicht und bin darin ziemlich sattelfest. Ich werde weiterhin damit fotografieren, weil Elektronenblitze einfach unschlagbar stark sind.

Wer jedoch (analog) fotografiert und Scheu vor dem Blitzgerät hat (→ Blitzen mit der analogen Kamera), für den kann solch eine LED-Videoleuchte durchaus eine Alternative sein. Allerdings sollte man dann eher a) einen höher empfindlichen Film nutzen (ISO 400) und / oder b) eher bei weniger geschlossenen Blende fotografieren. Denn auch wenn der ganze Raum taghell erscheinen wird: Ein normales Blitzgerät ist eigentlich viel heller als solch eine Dauerleuchte. Dies gilt freilich auch für das Nutzen bei einer Digitalkamera. Auch hier sollte man dann eher bei höheren ISO-Werten fotografieren, falls das Kunstlicht weiter weg positioniert werden muss oder falls man bei eher geschlossener Blende fotografieren muss. Oder man belichtet dann halt länger vom Stativ. Für die klassische Porträtfotografie mittels nah heran gestellten Softboxen eignet sich solch ein stärkeres Dauerlicht mittlerweile durchaus (auch für kürzere Belichtungszeiten).

Godox ML60 LED-Hand videolicht, 5600K Tageslicht-ausgeglichen, CRI 96 TLCI 97, 69000LUX@0.5m, 8 FX-Beleuchtungseffekte, Stiller Modus, mit Fernbedienung, Batterie und Farbfilter-Kit
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von Godox

Die Godox ML 60 ist eine sehr kompakte LED-Leuchte bei gleichzeitig hoher Helligkeit. Sie ist äußerst leise und zudem fernbedienbar. Sie ist dank Bajonett für diverse Lichtformer geeignet und man kann sie portabel auch mittels Akkus betreiben.

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Der große Vorteil solch einer modernen LED-Leuchte wie die hier vorgestellte Godox ML60 ist halt, dass man beim Fotografieren sofort die Bildwirkung sieht, dass man keinen speziellen Blitzbelichtungsmesser mehr benötigt (falls man analog fotografiert) und dass diese Leuchten natürlich viel portabler sind als Studioblitze mit Einstelllicht. Zudem kann man einige (wie die Godox) auch mittels Akkus betreiben.

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Dieser Artikel (veröffentlicht: 25.12.2020; geändert: 15.01.2021) erscheint im Bereich Blog und ist mit verschlagwortet.

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Frau Müller | am 14. Januar 2021

Hallo Thomas,

ich bin ja eine bekennende Freundin des Dauerlichts. Insbesondere in der Portraitfotografie ziehe ich es Blitzlicht aus vielen Gründen vor. Vor allem bei Innenaufnahmen sehe ich im Gegensatz zum Blitz Vorteile.

Gerade „vor Ort“ wären Akkuleuchten ein Segen.

Hast Du einmal getestet wie lange die Akkus reichen? In der Vergangenheit waren Akkus immer der Flaschenhals. Entweder dunkle Funzel, man mußte ja die Akkus schonen sonst war recht schnell völlig dunkel, oder man suchte Steckdosen und stolperte ständig über Kabel wenn man nicht doch blitzen wollte.

Viele Grüße

Die Müllerin

Thomas (Admin)
Hallo Frau Müller, das habe ich allerdings nicht getestet. Ich arbeite mit dem Licht ja nicht in der Praxis bzw. will es an jemanden verschenken, der damit eher Stillleben ausleuchten möchte. Dafür ist es ideal geeignet. Bei meinen Tests ist mir ein Mal der Akku weggebrochen, eher unerwartet. Ich musste die beiden Akkus dann wieder laden. Angenommen, man würde zu einem „Shooting“ auf die grüne Wiese damit aufbrechen. Ich würde hier auf jeden Fall noch zwei weitere voll aufgeladene Akkus mitnehmen. Bei voller Lichtleistung halten sie nicht sehr lange – Wie lange, dazu habe ich zu wenig Praxiserfahrung damit. Ich würde einmal grob schätzen eine halbe Stunde bei voller Leistung.

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