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Reportagelook in S/W mit dem Blitz erschaffen

In diesem Blogartikel zum Thema analoge Fotografie soll es um eine Technik gehen, welche den typischen Reportagelook der Ära schaffen kann, als die Fotoreporter noch mit einer Leica M4 oder Nikon F3 unterwegs waren.

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
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Es gibt so manches „Tutorial“ im Internet, welches sich damit beschäftigt, wie man mit der Digitalkamera und mit der anschließenden Bildbearbeitung einen typischen „70er / 80er Jahre-Look“ erschafft – bezogen auf S/W-Reportagen für Zeitungen und Magazine. Doch analoge Kameras sind äußerst günstig gebraucht zu erwerben und S/W-Film wird weiterhin in großen Mengen produziert. Man kann also auch gleich das Original haben!

Fotografie auf dem Film Kodak Tmax 400

ein Kodak T-MAX S/W-Film

Über den (hier verwendeten) Kodak T-Max 400 gibt es auch einen Artikel mit Beispielbildern.

Bei dieser Fotografie wurde der Film Kodak Tmax 400 in einer Nikon FE2 verwendet. Dieser Film ist der ideale Kompromiss zwischen Empfindlichkeit und moderatem Korn. Einen Tmax 100 würde ich hierzu nicht verwenden – er bildet mir zu glatt ab.

Die Person im Vordergrund wirkt jedoch leicht freigestellt: Und dies ist recht einfach über einen kleinen Blitz auf der analogen Nikon-Spiegelreflexkamera realisierbar. Durch den dunklen Mantel, den hellen Händen, dem leichten Korn und dem dunkleren Hintergrund erreicht  man den typischen Reportagelook vergangener Zeiten – und dies ganz analog!

Lesen Sie auch die Info-Seite Ein Blitzgerät auf der analogen Kamera verwenden, wenn Sie sich für Kunstlicht interessieren.

Zur Verwendung kam ein simples Blitzgerät von Metz, welches jedoch eine „TTL-Funktionalität“ besitzt und somit mit der Nikon FE2 kompatibel ist. Die FE2 besitzt ebenfalls jene Blitz-TTL-Schnittstelle. Somit wurde die Intensität des Blitzgerätes ganz automatisch über die Kamera geregelt.

eine Nikon FE2 mit einem Blitz von Metz

Die Nikon FE2 war eine der ersten analogen Kameras mit echter TTL-Blitz-Messung.

Doch was ist mit dem Hintergrund bei dem Beispielfoto? Dieser ist einen Tick dunkler. Das ist ja auch klar, denn eigentlich ist die Person auf dem Negativ leicht überbelichtet. Denn die ganz normale Zeitautomatik der Kamera belichtete die Person ja bereits mit dem Umgebungslicht genügend*. Hinzu kam noch der Blitz, was eine Blende Überbelichtung (nur für das „Modell“) bedeutete.
Im Labor (oder hybrid am Computer) kann dies natürlich reguliert werden, was bewirkt, dass die Helligkeit der Person wieder auf ein normales Niveau „herunter rutscht“ und den Hintergrund eben abdunkelt.

Somit wurde durch den Blitz eine Art „Freistellung“ ermöglicht. Dessen harte Licht realisiert den „Reportagelook“. Man muss aber aufpassen: Ist das Blitzgerät zu hell, riskiert man wiederum einen „Fototapetenlook“. Diesen Reportagelook kann man ggf. noch erhöhen, wenn man einen S/W-Film pusht.

*Tatsächlich ist es bei der Nikon FE2 leider nicht möglich, die Belichtungszeit automatisch steuern zu lassen, sobald ein Blitz aufgesetzt ist (das einzige Manko dieser Kamera). Daher wurde die (richtige) Belichtungszeit für das Umgebungslicht manuell fix eingestellt.

Blitzlook

Ich nutze den auf der Kamera direkt installierten Blitz auch gerne bei der Konzertfotografie. In Kombination mit einem (eher körnigen) S/W-Film und bei viel Schwarz (dunkler Raum) ergibt sich ein ganz eigener Look. Ideal sind hier Blitzgeräte, die bereits TTL „verstehen“ und natürlich eine kompatible Kamera. Aber hier sieht es analog schon etwas mau aus, zumindest, wenn man die alten aus Vollmetall mag. Modernere (z. B. analoge Canon EOS) besitzen bereits die Blitz-TTL-Funktionalität (und zudem einen Autofokus). Dafür muss man sich in solch dunklen Räumlichkeiten keine Gedanken um die Belichtungszeit machen, wenn man einen Blitz nutzt: Man stellt an der analogen Kamera einfach die jeweils gültige „Blitzsynchronzeit“ ein, die auf dem Zeitenrad markiert ist (oft die 1/60 oder 1/125 Sekunde). Das Kunstlicht ist dann die primäre Lichtquelle bzw. sollte so eingestellt sein, dass es das Motiv zu 100% ausleuchtet (und nicht nur zu einem Teil als Punch, wie beim ersten Beispiel).

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Die bewährten manuellen Blitzgeräte der Reihe "YN560" von Yongnuo passen auf alle analoge Kameras mit dem Standard-Blitzschuh. Mittels Tipptasten kann man Leistung und Ausleuchtwinkel in feinen Schritten steuern. Diese manuellen Blitze gibt es bei Amazon zum gewohnt günstigen Preis. Ab dem "IIIer" ist ein Funkempfänger eingebaut. Eine "Slavezelle" ist bei allen dabei.

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Mit etwas Übung kann man so etwas aber auch mittels „Zonenfokus“ und manuell eingestellten Blitz machen, den man anhand einer Tabelle (welchen Abstand ca.? Welche Blende?) in der Leistung einstellt. Hierzu gibt es auch eine praktische Handy-App.

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Artikeldatum: 15.09.2016 / letzte Änderung: 14. November 2019

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der Author dieser SeiteGuten Tag. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und entwickele meine Bilder im eigenen Labor oder "mit" dem Computer. Gerne empfange ich übrigens Kommentare – und beantworte diese auch.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie sich / schau Dir auch einmal das Inhaltsverzeichnis an.

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Peter Frings | am 12. November 2016

Hallo Thomas,
hier noch eine kleine Anmerkung zum Thema: Repotagelook – welcher Künstler arbeitet so.
Wo mann es sehr deutlich und auch schon extrem sehen kann, ist bei
Arthur Feeling oder auch bekannt unter seinem Künstlernamen „Weegee“
Er setzte während seiner Zeit als New York seine Speed Graphic mit angebauten Kolbenblitz ziemlich hart und manchemal agressiv ein. Ein Style der ihn berühmt machte.
Früher stand ich mit Blitzgeräten auf Kriegsfuß.Egal ob TTL gemessen oder durch den Blitz. Vor einigen Jahren kam ich zur Elinchrom Ranger. Seitdem bin ich mit meinen Blitzaufnahmen zufrieden.

Gruß Peter
und immer gutes Licht!


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