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#Das Negativ 

Der Wehner-S/W-Negativentwickler: Vorstellung und Vergleich

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit dem S/W-Negativ-Entwickler „Wehner-Entwickler“. Der Hersteller gibt an, dass dieser sowohl ein sehr feines Korn erzeugt, dabei gleichzeitig überdurchschnittlich scharfe Negative entwickelt. Dies ist hier tatsächlich der Fall.

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Vor nicht wenigen Jahrzehnten hatten es die Hersteller von Fotochemie einfacher: Die Vorschriften hinsichtlich Umwelt- wie aber auch Gesundheitsschutz waren laxer ausgelegt, als es heute der Fall ist. Man konnte also aus einem breiteren Spektrum an Chemikalien schöpfen, man konnte damals theoretisch bessere Negativentwickler auf dem Markt positionieren. Die Firma Agfa – die ja nun längst verblichen ist – bot viele Jahre lang den berühmten „Atomal“ an: In der ursprünglichen chemischen Zusammensetzung gelang es damit, sowohl ein sehr feines Korn zu entwickeln bei gleichzeitig hoher Schärfe. Beides zusammen (sehr feines Korn und hohe Schärfe) werden die meisten Feinkornentwickler vermutlich nicht mehr in dieser Qualität liefern können („Atomal“ wird heute in einer offenbar anderen Zusammensetzung angeboten). Wer im Mittelformat fotografiert, für den spielt dies keine so große Rolle. Ich belichte jedoch mitunter auch Kleinbildfilme und hier ist es durchaus ratsam, sich etwas mit verschiedenen S/W-Negativ-Entwicklern auseinander zu setzen. Hier geht es jedoch – wohlgemerkt – um Feintuning.

der Wehner-Entwickler für Negative

Der Wehner-Entwickler wird von Klaus Wehner hergestellt. Man kann diesen direkt bei ihm via E-Mail (klaus.wehnerÄTTZEICHENweb.de) erwerben.

Da ich mich nun überhaupt nicht mit Chemie auskenne, erlaube ich mir, die Sache eher salopp anzugehen: Klaus Wehner hat es mit seinem Entwickler geschafft, dass sich dessen Eigenschaften sehr nah an denen des ursprünglichen Atomals positionieren. Die Ergebnisse damit sind feinkörnig (das können andere auch), gleichzeitig jedoch schärfer als es bei meinem bisherigen Favoriten für Kleinbildfilm (Pyro 510) der Fall ist. Hierzu hatte ich einen Vergleich angefertigt, dazu später mehr.

Beispielbilder

Zunächst möchte mein Testfilm jedoch entwickelt werden:

einen S/W-Entwickler ansetzen

Natürlich wissen Sie bereits, wie man einen S/W-Film entwickelt. Dieser Artikel, den Sie gerade lesen, beschäftigt sich bereits mit Details. Wer auf eine hohe Qualität bei der Negativ-Entwicklung Wert legt, sollte seinen Arbeitsplatz entsprechend einrichten: Ich befestige meinen Spickzettel mit den Entwicklungsangaben am Badezimmerspiegel, das Thermometer ist griffbereit positioniert (und rollt auch nicht weg), die Stoppuhr ist fest montiert. Der Wehner-Entwickler kommt in zwei Konzentrat-Flaschen. Davon muss je ein Teil entnommen- und mit Wasser vermischt werden. Dann hat man seine Arbeitslösung (den Einmalentwickler, den man nach der Entwicklung wegkippen kann / sollte).

Film hängt zum Trocknen

Mein Testfilm war schnell entwickelt und hängt hier zum Trocknen in der Dusche.

Ich hatte einen Tmax 400 Kleinbildfilm mit dem Wehner-Entwickler entwickelt. Bei anderen Filmen und / oder anderen Formaten ergeben sich vielleicht ganz andere Ergebnisse / Erkenntnisse. Im Mittelformat ist das Thema Feinkörnigkeit nicht so relevant wie im Kleinbild und man braucht hier nicht wie ein Ingenieur mit der Lupe ins Detail gehen.

Beispiel Wehner-Entwickler

Für meine Testaufnahmen hatte ich mich eines schönen, trüben Tages mit meiner Kleinbildkamera einem Sujet zugewandt, welches mich schon seit einiger Zeit interessiert:

Brachen in der Stadt

In der Stadt, in welcher ich derzeit lebe (Leipzig), gibt es noch so manch Stadtbrache: Dies sind innerstädtische Flächen, auf welchen einst Fabriken standen. Bis zum Anfang der 1990er Jahre war die Industrie hier noch direkt neben den Wohnhäusern angesiedelt. Diese Fabriken sind nun entweder in schöne Wohn-, Geschäfts- oder Ateliergebäude umgewandelt worden. Oder sie wurden in den letzten Jahren eben abgerissen: Diese Brachen schlafen, sie wirken mit ihrem Wildwuchs geheimnisvoll und seltsam inmitten der City. Ich habe ein kleines Problem mit dem „Knipsen“: Ich versuche – selbst für solch einen Testfilm – konzeptionell zu fotografieren. Ich hatte hierzu übrigens einmal einen Artikel verfasst → Besser fotografieren mit Fotoserien.

Foto mit einem Feinkornentwickler

Wenn man für solch ein Sujet (viele kleine Details) einen Kleinbildfilm nutzt und dazu noch einen ISO-400-Film (= eher grobkörnig), sollte man für die Entwicklung zu einem Feinkornentwickler greifen. Der Wehner-Entwickler verspricht, dass er dazu schärfer abbildet als viele anderen Feinkornentwickler. Dies schaue ich mir gleich im Vergleich an.

ein Beispielfoto mit dem Wehner-Entwickler

ein Shift-Objektiv

Die Beispielbilder hatte ich mit meinem 35mm-Shift-Objektiv aufgenommen.

Ein weiteres Beispielfoto mit dem Wehner-Entwickler: Diese Bilddatei ist 730 Pixel breit. Für einen tatsächlichen Vergleich taugt sie nicht: Das Negativ hätte so auch mit jedem anderen Feinkorn-Negativentwickler entwickelt sein können. Natürlich weisen hier die Lichter (der Himmel) und die Schatten die gewünschte Tonalität auf. Falsch machen kann man hier nichts. Für solche kleinen Vergrößerungen braucht man jedoch auch keinen speziellen Entwickler. Interessanter wird es dann jedoch, wenn man von diesen (kleinen) Negativen Vergrößerungen größer als 18 x 24 cm anfertigen möchte.

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Foto entwickelt in Wehner-Entwickler

Auch hier stand bis vor kurzem noch eine Fabrikruine. Hinter den Büschen saßen tatsächlich einige Chlochards am Lagerfeuer, die mir zuwinkten, als sie die Kamera sahen. Aber ich konzentrierte mich hier doch eher aufs sachliche Terrain.

Jetzt möchte ich aber etwas mehr ins Detail gehen:

Schärfe von einem S/W-Film

Auf dem historischen Friedhof steht diese schöne Jugendstilskulptur. Diese hat nun nichts mehr mit meinem fotografischen Konzept zu tun. Ich wollte sie aber schon immer einmal ablichten:

Detail von Schärfe auf dem Foto

ein Kodak T-MAX S/W-Film

Für meine Testaufnahmen nutzte ich den T-Max 400 in der Kleinbildkamera. Er bietet – dank besonders feinem Korn – praktisch alles, was ein klassischer ISO 100 Film kann, ist aber um zwei Blenden empfindlicher, wodurch dann häufig auf ein Stativ verzichtet werden kann.

Es soll demonstriert werden, wie der Tmax 400 im Wehner-Entwickler ausschaut, wenn man mit der Nase etwas näher an solch eine Fotografie heran geht. Sie können auf diesen Ausschnitt klicken und sich die Bilddatei in voller Größe ansehen (→ Rechtsklick → Öffnen in neuem Tab / Fenster). Dann müssten Sie einige Schritte zurück gehen und dann sehen Sie, wie ein ISO-400-Film im Kleinbild noch bei einer sehr hohen Vergrößerung wirken kann: Dies funktioniert hier tatsächlich noch sehr gut bei einem Abzug von ca. 30 x 40 cm und ggf. noch größer: Das fotografische Korn ist im Wehner-Entwickler weiterhin dezent abgebildet (es ist nicht unsichtbar). Es ist dabei nicht „rund gelutscht“ – Details / Kanten sind ausreichend scharf wiedergegeben. Wer hybrid am Computer arbeitet, kann so etwas natürlich noch nach Gusto schärfen.

Kaiser FilmCopy Vario Kit

Ich digitalisiere meine Negative mit dem Kaiser FilmCopy Vario Kit bzw. mit einer Digitalkamera und Spiegelvorauslösung. Vergrößerungen in der Dunkelkammer hatte ich mit Filmen, entwickelt im Wehner-Entwickler, noch nicht angefertigt.

Kodak T-Max 400 in Wehner

Der Wehner-Entwickler kommt mit einer recht langen Liste an erprobten Entwicklungszeiten für die unterschiedlichsten Filme. Diese Liste (zumindest die, die ich bekam) bezieht sich auf eine Temperatur von 22 °C und auf eine maschinelle Rotationsentwicklung. Ich hingegen kippe meine Dose jede halbe Minute und arbeite bei 20 °C. Meine erprobte Zeit für den Tmax 400 ist hierbei 14 Minuten:

notierte Entwicklungszeiten

Damit erhalte ich zumindest für das Digitalisieren des Filmes gute Negative.

Vergleich mit Pyro 510

Ich hatte die Sache auch mit  dem Entwickler „Pyro 510“ verglichen. Dessen Formel ist frei über das Internet zugänglich und auch dieser verspricht feines Korn und eine hohe Schärfe. Auf der Internetseite von Rüdiger Hartung kann man hierzu viel Wissenswertes lesen. Von ihm hatte ich seinerzeit auch den Entwickler zugesandt bekommen (ich stelle so etwas nicht selbst her).

Warum Pyro 510, warum Tmax 400? Weil ich diesen Film für das Kleinbild bevorzuge: Ich benutze die Kleinbildkamera immer dann, wenn ich kein Stativ mitnehmen kann. Hier benötige ich dann einen Film mit höherer Empfindlichkeit. Der Kodak T-Max 400 bietet dabei noch das feinere Korn bzw. eine höhere Auflösung als z. B. ein Tri-X oder ein Ilford  HP5. Für solche Filme nutze ich dann einen Feinkornentwickler. Bisher war hier Pyro 510 immer mein Favorit. Schauen wir uns einen Vergleich mit dem Wehner-Entwickler an:

Vergleich Wehner Entwickler und Pyro 510

Beide Digitalisierungen wurden so eingestellt, dass der Schwarzpunkt (Filmrand) den selben Wert hat. Auch der Weißpunkt (Lichter bzw. Himmel) hat den selben Wert. Alle Tonwerte dazwischen ergeben sich bzw. werden vom Entwickler gesteuert.

Der Pyro hat augenscheinlich eine interessante Eigenschaft: Er hebt die Mitteltöne etwas an, deckelt dabei aber die Lichter. Der Wehner-Entwickler hingegen arbeitet offenbar eher linear bzw. natürlich, was die Mitteltöne anbelangt. Beides kann Vor- wie aber auch Nachteil sein: Wer seine S/W-Negative als Basis für eine spätere Bearbeitung sieht (siehe auch → lokale Kontraste mit Multigrade-Papier steuern oder → Abwedeln / Nachbelichten via Photoshop) schätzt einen linear arbeitenden Entwickler bzw. „neutrale“ Negative als Basis. Wer jedoch lediglich 1:1-Kopien seiner Negative anfertigt, freut sich bei vielen Motiven sicherlich über die per se „luftigeren“ Mitteltöne. Bei sehr kontrastreichen Motiven könnte dies jedoch wieder ein Nachteil sein (meine Beispielbilder wurden bei Regenwetter aufgenommen).

Schärfe und Auflösung

Mich interessierte aber vor allem eines bei meinem Entwicklervergleich: Wie schaut es mit der Schärfe im Detail aus?

Vergleich zwischen Wehner und Pyro Entwickler

Abgebildet ist eine 100%-Ansicht meiner Testfotos. Hier wird es dann deutlicher: Der Pyro 510 erzeugt weniger Korn. Der Wehner-Entwickler erzeugt ein leicht sichtbares Korn. Dabei wirken Kanten etwas schärfer. Um die Schärfe besser vergleichen zu können, hatte ich die Mitteltöne bei der Pyro510-Version denen der Wehner-Version angeglichen (sie würden sonst vor dem Himmel noch unschärfer wirken). Auf der Kuppel rechts sind bei der Wehner-Version vage Backsteine zu erkennen. Deren Struktur ist bei der Pyro-Version nicht mehr erkennbar – Die Auflösung ist hier also ganz leicht geringer.

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Natürlich bewegt man sich bei derlei Vergleichen wirklich im Detail! Bei einem normalen Betrachtungsabstand würden die Unterschiede wohl kaum auffallen. Es sind beides sehr gute Entwickler, wenn feines Korn und eine dabei hohe Schärfe angestrebt werden soll. Die Bilder in diesem Beitrag hätten aber auch mit jedem anderen „normalen“ S/W-Negativentwickler entwickelt sein können.

Dank der Buchbildbühne beim Digitalisieren mit Klarglas-AN-Glas konnte eine exakte Positionierung der Negative erfolgen bzw. es erfolgte durch den Fernauslöser kein versehentliches Verstellen der Schärfe beim Digitalisieren. Zur Sicherheit fertigte ich im Anschluss je eine weitere Aufnahme von je einem anderen, gleichen Negativ an. Die Testergebnisse waren hier gleich. Die Negative selbst wurden natürlich auf einem (stabilen) Stativ belichtet und zwar unmittelbar nacheinander mittels Drahtauslöser.

zwei Filme trocknen

Solche Entwicklervergleiche sind recht mühsam und machen keinen Spaß. Ich hatte das selbe Motiv aus dem Dachbodenfenster sechs Mal fotografiert und den Film später in der Dunkelkammer durchgeschnitten. Der vom Pyro 510 hängt links: Man erkennt ihn gut an der Einfärbung (dem sogenannten „Stain“). Interessant wäre natürlich auch, inwiefern sich die Schärfe bei einer Entwicklung in Rodinal ergeben hätte. Aber ich weiß, dass es hierbei zu stark akzentuiertem Korn bei einem ISO 400-Film gekommen wäre, wodurch dieser Entwickler für solche Filme für mich nicht in Frage kommt. Es gibt übrigens eine sehr interessante Seite mit verschiedenen Entwicklervergleichen. Interessiert hätte mich, inwiefern ein Entwickler wie z. B. Kodak Xtol oder D76 hier abgeschnitten hätte. Derzeit habe ich davon jedoch keinen hier.

Die Krux beim Entwicklervergleich bzw. Filmvergleich

Auf vielen Internetseiten finden Sie von Entwickler A gute Beispielbilder. Auf vielen anderen Internetseiten finden Sie von Film B gute Beispielbilder. Auch von Objektiv C gibt es auf anderen Seiten hervorragende Ergebnisse. Von verschiedenen Kameras (der lichtdichte Film- und Objektivhalter) wollen wir hier erst gar nicht reden.
Dies ist für einen Vergleich bzw. für eine Einschätzung für nur einen der Punkte alles für die Katz: Für einen tatsächlichen Vergleich muss das selbe Motiv bei gleichem Licht mehrmals gleich hintereinander fotografiert werden. Ich hatte dies mit dem selben Film und dem gleichen Licht und der selben optischen Vorrichtung (Kamera + Objektiv) getan und dies anschließend mit dem Pyro und mit dem Wehner entwickelt.
Bereits das Belichten und Entwickeln gleicher Aufnahmen nacheinander bei ansonsten den selben Parametern (außer hier Entwickler) war schon aufwendig. Aus diesem Grund gibt es zum einen wenig nachvollziehbares Bildmaterial im Internet. Zum anderen gibt es dafür die wildesten Lobeshymnen aber wiederum auch schlechte Kritiken, welche man ebenfalls zunächst nicht so ernst nehmen sollte: Man braucht einen tatsächlichen Vergleich. Denn bereits ein „gutes“, semihartes Licht kann ein Motiv auf einem beliebigen Film, in einem beliebigen Entwickler entwickelt hervorragend ausschauen lassen, wohingegen das selbe Bild bei einem anderen Lichtverhältnis schwächer wirken würde – ganz unabhängig von der restlichen eingesetzten Technik.

Ich kritisiere Filme bzw. Entwickler immer innerhalb dieser Punkte:

Diese Punkte muss ich jedoch teils noch auf das unterschiedliche Format anwenden:

Wie ich Negativentwickler auswähle bzw. einsetze

Es gibt für meine Art analog in S/W zu fotografieren vier unterschiedliche Szenarien:

  1. Foto in Rodinal entwickelt

    ein S/W-Foto Ilford FP4 in Rodinal entwickelt

    Ich fotografiere im Mittelformat mit einem klassischen ISO 100 Film (z. B. mit dem Ilford FP4): Dann entwickele ich diesen einfach in Rodinal bzw. in einem der Nachbauten. Dieser Film ist per se feinkörnig und durch das größere Format wird das Filmkorn nicht unangenehm vergrößert. Dies ist meine bevorzugte Arbeitsweise und ich gelange damit zu hervorragenden Ergebnissen, wie ich sie beispielsweise bei meiner Vorstellung der Arax-Mittelformatkamera zeige. Hier kann man mit dem guten alten Rodinal eigentlich nichts falsch machen: Dieser Entwickler ist günstig, überdurchschnittlich scharf, in vielen Shops erhältlich und hält im Konzentrat ewig. Man sollte hier zuvor aber durchaus üppig auf die Schatten belichten (nicht unterbelichten bzw. nicht „pushen“). Ein grobes Korn stört hier, dank der hohen Auflösung, nicht.

  2. Ich fotografiere im Mittelformat mit einem klassischen ISO 400 Film (Kodak Tri-X oder Ilford HP5): Dann verzichte ich auf Rodinal, denn es erzeugt hier – meiner Meinung nach – ein etwas schmutziges Korn. Hier werde ich in Zukunft den Wehner-Entwickler nutzen. Genau so gut eignen sich hierbei aber auch der Kodak Xtol oder der Kodak D76 (eigentlich jeder „normale“ Entwickler, welcher das Korn etwas schont).
  3. Ich fotografiere mit meiner Kleinbildkamera einen klassischen ISO 100 Film: Hier wähle ich einen Feinkornentwickler wie Wehner oder eben den Pyro 510. Zur Not funktioniert hier sogar Rodinal gut, wenn man die Negative genügend lang (üppig) belichtet hat.
  4. Ich fotografiere mit meiner Kleinbildkamera auf dem T-Max 400 oder gar auf Tri-X oder Ilford HP5: Insbesondere hier greife ich zum Feinkornentwickler – Am liebsten zum Wehner oder zu Pyro 510.

Als Jungspunt ärgerte ich mich seinerzeit: Ich wählte für meine Negative einfach irgendeinen Entwickler aus. Dies war damals A49 von Calbe, welcher ein feines Korn erzeugt. Später las ich im Internet, dass es da noch schärfer arbeitende S/W-Entwickler gäbe. »Mist!« dachte ich: »Jetzt muss ich meine Motive alle noch einmal fotografieren!« Das ist natürlich Unsinn: Die Unterschiede sind häufig marginal. Es ist bei der analogen S/W-Fotografie viel wichtiger, dass man dem Film genügend Licht gönnt und dass man durchaus auch ein Gefühl für die Qualität des Lichtes für die Aufnahme entwickelt (hart, weich, semihart, gerichtet, diffus). Eine grobe Orientierung, was die Wahl des Negativentwicklers anbelangt, kann natürlich nicht schaden – erst recht nicht für Freunde der S/W-Kleinbildfotografie.

Noch einmal der Kontakt: Den Wehner-Entwickler kann man direkt bei Klaus Wehner per E-Mail klaus.wehnerÄTTZEICHENweb.de erwerben.

Beim Schreiben dieses Artikels kosten 200 ml Konzentrat (A + B) Euro 7,50 + 2,50 Euro Versand.

Eine weitere Sache soll in puncto Entwicklerkonzentrat noch erwähnt werden: Ich selbst fotografiere tatsächlich nur noch recht selten. Ich wähle meine Motive in der Regel sehr bewusst aus bzw. arbeite häufig mit Fotoserien. Hier ist mir die Haltbarkeit des Konzentrats sehr wichtig. Klaus Wehner gibt für seinen Entwickler (konservativ) eine Haltbarkeit von min. einem Jahr an. Dies ist schon ordentlich. In der Praxis dürfte diese noch höher sein. Dieser Entwickler wird in zwei Flaschen geliefert (von denen man für den Ansatz je einige Milliliter zusammen mit Wasser mischen muss). Teil B sollte man im Kühlschrank lagern, was ich auch tue. Die Flaschen fülle ich mit „Protectan“ auf (dies ist ein Schutzgas von Tetenal). Aber auch der Pyro 510 (dieser ist übrigens sirupartig) scheint sehr lange als Konzentrat zu halten (vermutlich sehr lange). Beides sind hervorragende Negativentwickler, wenn man das fotografische Korn dezent halten möchte, dies aber nicht zu Lasten der Detailschärfe geschehen soll (ideal für die Kleinbildfotografie). Der Wehner-Entwickler weist hier sogar einen kleinen Vorsprung auf.

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Artikeldatum: 11.10.2020 / letzte Änderung: 22. Oktober 2020

der Author dieser SeiteHallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und ich entwickele meine Bilder in der Dunkelkammer oder "mit" dem Computer.

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