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Ein guter Film-Entwickler-Vergleich mit tatsächlich aussagekräftigen Beispielbildern

An dieser Stelle sei eine Seite vorgestellt, wo sich jemand die Mühe gemacht hat, das selbe Motiv auf unterschiedlichen Filmtypen zu belichten und diese auch noch je in unterschiedlichen Entwicklern zu entwickeln. Nur so ist ein tatsächlicher Filmvergleich / Entwicklervergleich möglich.

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Unterschiede zwischen dem Rollfilm und dem Kleinbildfilmweitere relevante Artikel ▼

Es gibt viele S/W-Filme. Es gibt viele S/W-Entwickler. Was ist die beste Kombination? Es gibt viele Beispielbilder bzw. Vergleiche im Netz doch fast alle haben sie einen Makel: Es ist kaum möglich, eine bestimmte Kombination aus Film (z. B. den Iford FP4) und Entwickler (z. B. den Kodak Xtol) mit einer anderen Kombination präzise zu vergleichen, wenn a) das Motiv je ein anderes ist und b) das Licht bei der jeweiligen Aufnahme je eine andere Qualität hatte.

Beide Faktoren (Motiv bzw. Eigenkontrast und Lichtart) bestimmen den Look des Bildes immens und lassen einen eigentlichen Vergleich kaum zu, wenn diese Parameter nicht gleich beibehalten wurden.

Bekannt ist hier die englischsprachige Seite Filmdev.org, auf welcher man seine S/W-Fotos mit Angabe des Filmes und des Entwicklers zeigen kann. Da hier aber alle Motive andere sind und Lichtart und Belichtung stets variabel sind, ist eine vernünftige Schlussfolgerung nach der idealen Film-Entwickler-Kombination kaum möglich. Zudem hängt das jeweilige Ergebnis auch noch von den Fähigkeiten des jeweiligen Fotografen ab, was eine korrekte Digitalisierung anbelangt.

Um also für sich die ideale Kombination aus Filmentwickler und (S/W-) Film rein visuell ohne eigene (aufwendige) Tests zu erforschen, muss sich jemand die Mühe gemacht haben, das selbe Motiv bei ansonsten gleichen Bedingungen auf unterschiedlichen Filmen zu belichten und diese Filme dann auch noch in unterschiedlichen Entwicklern zu entwickeln.

Vergleich mehrerer analoger Filme

Ein direkter Vergleich des selben Motivs auf dem selben Filmtyp (Ilford HP5 = 400 ASA) in der selben Lichtart in (hier) Adonal (Rodinal) und Atomal als Gegenüberstellung. Wie auf dieser Seite auch schön zu sehen, ist solch ein offensichtlicher Unterschied bei einem anderen Film (z. B. Ilford FP4 = 100 ASA) bei sonst gleichen Bedingungen wiederum nicht so offensichtlich.

Auf der norwegischen Internetseite fotoimport.no finden Sie jedoch genau das, was man für einen tatsächlich funktionierenden Entwicklervergleich / Filmvergleich benötigt. Keine Angst: Sie müssen kein Norwegisch können. Die Handhabung ist intuitiv: Zunächst wählen Sie im rechten Menü den Film aus (z. B. den Ilford Delta 100). Als nächstes haben Sie zwei nebeneinander stehende (gleiche!) Bildausschnitte aus einem Testbild vor sich. Nun klicken Sie je oben je einfach einen Filmentwickler an (z. B. den Adonal & den Atomal). Jetzt sehen Sie die tatsächlichen Unterschiede in puncto Auflösung (Korn), Kontrastumfang und Schärfe.

Hier hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht!

Sortierung nach Film und Entwickler vergleichen

Zunächst kann man also einen Film auswählen und dann die Ergebnisse in unterschiedlichen Entwicklern vergleichen.

Zur Auswahl stehen folgende Filme:

ein Iflord HP5 Film

Wie schaut dieser Ilford HP5-Film wohl in den unterschiedlichen Entwicklern aus?

Sortierung nach Entwickler und Filme vergleichen

Man kann das Prinzip aber auch umdrehen: Man wählt einfach einen Entwickler aus und schaut dann, wie unterschiedliche Filme (auch hier im Zweifenster-Vergleich-Modus) in diesem S/W-Entwickler „kommen“. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Filme in Korn, Auflösung, Schärfe, Kontrastverhalten? Hier können Sie es mit je nur zwei Mausklicks gegenüber gestellt beurteilen.

Folgende Entwickler stehen zur Auswahl:

ein Filmentwickler

Wie „kommen“ unterschiedliche Filme wohl in diesem Entwickler bzw. für welche Filmtypen eignet er sich am besten?

Nicht alle Kombinationen wurden umgesetzt. So ergibt es sicherlich wenig Sinn, einen „normalen“ S/W-Film wie z. B. den Ilford FP4 in einem kontrastreduzierenden Entwickler wie den Adotech zu entwickeln. Für die meisten Kombinationen wurden jedoch Tests angefertigt.

Ganz unten auf der Seite sehen Sie auch das ganze Testbild, aus welchem ein Ausschnitt ausgewählt wurde.

Die Beispielbilder alle herunter laden

Belichtung und Filmentwicklung: in der Schwarz-Weiß-Fotografie

Dieses aktuelle Lehrbuch widmet sich ganz dem Thema S/W-Filmentwicklung. Sie können einen Film natürlich selbst Pi mal Daumen belichten und entwickeln. Sie werden dann auch Bilder bekommen. Sie können aber auch das Anfertigen von qualitativ hochwertigen Schwarzweiß-Negativen anstreben. In diesem Buch finden Sie sehr viele Hinweise und Anleitungen dazu. Auf Amazon können Sie einen Blick hinein wagen.

Auf Amazon ansehen

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Das Internet hat einen Nachteil: Irgendwann verschwinden manche wichtige Seiten (wie die hier vorgestellte). Glücklicherweise besitzt der Server (derzeit), auf welchem „fotoimport.no“ läuft, keinen „Verzeichnisschutz“. Will sagen: Wenn man hier direkt den Unterordner mit den Grafiken öffnet, werden diese Beispielbilder auch allesamt aufgelistet! Diese vielen Fotos können Sie nun alle auf die heimische Festplatte herunter laden. Edit: Leider ist dies nicht mehr möglich und die weiteren Tipps nicht mehr relevant. Dummerweise sind es über einhundert. Hier empfiehlt sich ein Browser-Addon, welches „Massendownloads“ mit nur einem Klick ermöglicht. Für den Firefox-Browser gibt es zum Beispiel das Addon „Simple Mass Downloader“. Damit habe ich mir alle Beispielfotos zum Film-Entwickler-Vergleich in einem Rutsch auf den eigenen Computer in mein Archiv geladen. Man weiß ja nie, wie lange solch ein Internetangebot noch verfügbar sein wird.

Natürlich ist dann die schöne Gegenüberstellung nicht mehr möglich. Aber die Macher der Seite hatten allen Grafiken logische (sprechende) Dateinamen (z. B. „Delta100-HC110-5m.jpg“) gegeben. Damit kann man sich dann eine eigene Übersicht generieren.

Noch einmal: Um die Eigenschaften eines Entwicklers oder eines Filmes beurteilen zu können, genügt es nicht, sich willkürliche (unterschiedliche) Bilder aus dem Internet zu „angeln“. Es muss bei solch einem Vergleich stets das selbe Motiv unter gleichen Bedingungen (gleiches Licht, gleiche Kamera- Objektivparameter) fotografiert worden sein.

Einen eigenen Filmtest wagen

So viel Aufwand wie die Kollegen von FotoImport möchte ich mir nicht antun. Doch im Kleinen hatte ich es durchaus schon versucht. Ich hatte drei S/W-Entwickler (Rodinal, Excel und Pyro 510) und wollte einmal wissen, wie es sich hier u. a. mit der Darstellung des Filmkorns verhält:

Dies ist mein Testfoto. Das Bild musste bei den selben Bedingungen mehrmals schnell hintereinander aufgenommen werden. Der Einfachheit halber tat ich dies einfach vom Balkon aus.

Testfoto für unterschiedliche Entwickler

Ich belichtete hier einen APX 100 Kleinbildfilm in meiner analogen Nikon im manuellen Modus (Belichtungszeit und Blende blieben stets gleich) und natürlich mittels Drahtauslöser auf einem Stativ.

Und so sieht ein Detail mit Rodinal entwickelt aus:

Filmvergleich mit Rodinal

Das selbe Detail in Foma Excel entwickelt schaut bei mir so aus:

Entwicklervergleich mit Foma Excel

Als dritten Negativentwickler hatte ich den Pyro 510 im Bunde:

Korn bei Pyro 510 Entwickler

Beim Pyro ist das Korn am wenigsten ausgeprägt.

Nach meinem eigenen Test schlussfolgere ich, dass das gute alte Rodinal für meine Zwecke immer noch der beste Negativentwickler bei niedrig empfindlichen Filmen (bis 100 ASA) ist. Der Pyro erzeugt zwar weniger Korn, darunter leidet aber die visuelle Schärfe etwas. Bei einem höher empfindlichen Film (TriX) war ich hingegen von Rodinal nicht so angetan. Hier verhält es sich schon wieder anders.

ein Kodak T-MAX S/W-Film

Lesen Sie bei Interesse auch den Artikel über den Kodak T-Max 400.

Grundsätzlich bin ich (nach meinen Vergleichen) aber auch der Meinung, dass nicht so viel Wissenschaft betrieben werden sollte, was das Verhalten unterschiedlicher Filmentwickler anbelangt. Die Unterschiede sind häufig marginal und werden nicht selten in euphorischen Debatten aufgebauscht, da häufig lediglich von (hübschem) Anschauungsmaterial ausgegangen wird, ohne je einmal einen direkten 1:1-Vergleich mit anderen Entwicklern zu wagen. Dies gilt zumindest für S/W-Filme der mittleren Empfindlichkeitsklasse (100 ISO). Bei 400-ASA-Filmen sieht man durchaus auffallende Unterschiede (Vergleich Ilford HP5 in Adonal & Atomal bzw. der oben abgebildete Screenshot mit der weißen Eule).

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Artikeldatum: 26.04.2019 / letzte Änderung: 14. November 2019

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authorGuten Tag. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr bald 20 Jahren mit der analogen Fotografie und entwickele meine Bilder im eigenen Labor oder "mit" dem Computer. Gerne empfange ich übrigens Kommentare – und beantworte diese auch.

Relevante Artikel auf Analoge-Fotografie.net


Frau Müller | am 11. Mai 2019

Zitat: «In dem Forum muss bei Fotografien häufig auch der Negativrand mit Kerben und Nummern abgebildet werden. Das versteht keiner, außer Fotografen.»  

Das könnte aus dem götzenhaften Vorbild einiger berühmter Fotografen wie Richard Avedon, Annie Leibovitz oder gar HCB herrührern. Was den Größen der Zunft recht ist wird gerne kopiert. Wenn es HCB so macht dann kann es ja nicht falsch sein.

Zitat: «Daher also die vielen Streuobstwiesenbilder.»

Die Streuobstwiesenbilder erkläre ich mir aus der Feigheit der Großformatjünger vor dem Feind . Bei friedlichen Streuobstwiesen kann man nicht falsch liegen. Idylle pur die Lieschen Müller gefällt und politisch korrekt ist. Fremde Personen zu fotografieren, gar vorher anzusprechen, erfordert Mut. Den hat nicht jeder. Ähnliches gilt bei der Frage um Genehmigung zu Fotos (Gebäude, Innenräume, Areale, geschlossene Veranstaltungen etc.). Dazu muß man den Rechteinhabern gewöhnlich erklären können was man machen möchte. Wer sich und seine Bilder wegen Ideenlosigkeit nicht «verkaufen» kann hat es schwer. Ohne visuelle Vorstellungen im Vorfeld wird das nichts.

Streuobstwiesen laufen nicht davon, man kann sich allen Verstellmöglichkeiten der Kamera zuwenden; auch wenn man sie nicht braucht. Man kann sich ellenlang über Filter Gedanken machen die man ebenfalls nicht benötigt und zum Schluß kann man sich endlos der Belichtungsmessung widmen. Ein Streuobstwiesenfoto beansprucht viel Zeit die man mit Nachdenken über Fototechnik verbringen kann. Mehr wollen diese Menschen nicht. Wenn das Bild dann noch super scharf ist und man es auf zwei Meter ohne Korn vergrößern kann, sind alle glücklich.

Ausnahmen: diejenigen armen Männer und Frauen denen die Werke gezeigt werden ohne selbst der ehrwürden Gilder der Hobbygroßformatfotografen anzugehören. Die nicht die höchsten Weihen der (Hobby-)Fotografie erhalten haben. Menschen ohne Großformatkamera. Äußert man ihnen gegenüber sachliche und wohldosierte Kritik fühlen sich die Knipser beleidigt und nicht wertgeschätzt. Wie kommt man dazu die Fotografie in der Königsklasse an Motiven und Bildinhalten zu messen und perfektes Handwerk vorauszusetzen? Sieht man nicht die tolle Schärfe und das extreme Auflösungsvermögen? Mit einer starken Lupe kann man jede Blüte erkennen und zählen.

Bei den Kumpels in den Foren werden ihre Fotos mit Lob und «Likes» überschüttet und in der restlichen Welt bekommen sie mit viel Glück ein verlogenes «nettes Bild» zu hören. Inzwischen habe ich mir angewöhnt in solchen Situationen zu fragen ob die «Künstler» lieber eine ehrliche oder eine höfliche Kritik wünschen. Meist werden daraufhin die Werke der Lichtbildkunst stillschweigend eingepackt.

Weiter sind das Motive die in das anerzogene, einfältige Schönheitsbild dieser Menschen passen. Dazu zählen in meinen Augen auch so gut wie alle Landschaftsfotos, Sonnenuntergänge und Fotos von Gebäuden (bevorzugt Ruinen oder Neubauten mit viel Glas). Wären diese Langweiler zumindest gut gemacht. Meist paßt aber weder das Licht noch der Ausschnitt. Vom Motiv wollen wir gar nicht erst sprechen.

Wie will man das auch in den Griff bekommen wenn man meist auf Teufel komm raus Fotos machen möchte? Am Samstag zwischen 13:00 h und 18:00 h hat man Zeit. Das Licht oder das Wetter sind einerlei. Hauptsache man belichtet den einen oder anderen (abgelaufenen) Planfilm. Meist zieht man planlos mit der großen Kamera los und sucht «Motive». In aller Regel ohne zu wissen was man fotografieren möchte. Was passend erscheint wird zum Opfer auserkoren. So gut wie immer sind es Motive aus dem Katalog der Langweile wie ihn auch die anderen Foristen benutzen.

Wer sich ein wenig abheben möchte und ein bischen mutiger ist mietet sich einen Nackedei. Dann ist man der ganz große Held. Besonders wenn man, bar jeder Ahnung von Lichtführung, mit der großen Kamera hantiert.

Wäre es nicht so traurig, ich könnte mich den ganzen Tag darüber amüsieren.

Thomas (Admin) | am 10. Mai 2019

Hallo Frau Müller,

Wenn man schon Standarten an der Kamera hat, dann muß man auch an allen irgendwie zerren. Warum hat man sie sonst? Einerlei ob es Sinn mach oder nicht.

In diesem Internetforum bzw. bei den Bildern sieht man dies häufig. Es geht ja dort nicht um Bilder, um Fotografie, sondern (um mit der Sprache der Werbung zu reden) um ein „Lebensgefühl“. Das kann man natürlich auch sarkastischer ausdrücken. Auf meiner Internetseite arbeite ich auch mit Bildern aus dem „Katalog schöne Ansichten“. Ich meine, irgendwo habe ich sogar einen verschwommen aufgenommenen Bachlauf abgebildet und einen Springbrunnen im Gegenlicht. Es sind nun nette Illustrationen, die ich hier als Begleitmaterial verwende. Warum manch anderer dafür viel Zeit, Geld und Engagement opfert und dies entsprechend präsentiert, weiß ich auch nicht.
In dem Forum muss bei Fotografien häufig auch der Negativrand mit Kerben und Nummern abgebildet werden. Das versteht keiner, außer Fotografen. Es sind Fotos für Fotografen, also für Technikbegeisterte. Nicht aber für Bilderliebhaber.

Bei den meisten Fotografien in Internetforen, zumindest den „analogen“, scheint es Usus zu sein, dass man annehmen möchte, dass ein Abbild mit Druck auf den Drahtauslöser geschaffen ist. „Kreativität“ versteht man hierbei im Verstellen der Objektivparallelität und unter „Kipprhytmen“ beim Entwickeln. Ich hatte u. a. einmal einen Artikel geschrieben „Von der Malerei lernen„. Oder wie man einen Handabzug mit unterschiedlichen Eigenkontrasten und Helligkeiten anfertigt. Diese wenigen Punkte bringen einen Fotografen meiner Meinung nach schon viel weiter als die in diesem Artikel besprochenen Entwickler-Film-Vergleiche. Letztere sehe ich als Werkzeug, das man grob kennen sollte. Hat man „seine Kombination“, kann es mit wichtigerem, mit der „Postproduktion“, weitergehen.

Das schützt natürlich alles nicht davor, sich aus dem „Katalog der hübschen Bilder“ zu befreien. Die anderen kommen vermutlich auch ohne alledem aus und wirken dennoch nachhaltig. Dummerweise allerdings sind wir nicht mehr in den 80ern, wo man einfach mürrische Opis mit Hut und Mantel in der U-Bahn fotografieren konnte. Die tragen heute ja alle Jack-Wolfskin-Regenjacken. Die Sache mit den eindrucksvollen Bildern funktioniert zumindest im Westen nicht mehr so richtig. Daher also die vielen Streuobstwiesenbilder.

Frau Müller | am 8. Mai 2019

Hallo Thomas,

um den Kreis wieder zu schließen und zur Frage Film bzw. Entwickler zurückzukommen möchte ich Deine rethorische Frage nach dem Sinn des Großformats aufgreifen.

In meinen Augen brauchen die Bewohner des Großformatformus in den wenigsten Fällen eine Großformatkamera. Dafür sind ihre Leistungen einfach zu schwach. Das schließt zum einen (ganz überwiegend) ihre gestalterischen Fähigkeiten wie aber auch ihr handwerkliches Können ein. Der Großteil der Forenten ist selbst mit einer Boxkamera überfordert.

Weiter verstehe ich viele dieser Knipser nicht. Sehen wir von ihren schöpferischen Einschränkungen einmal ab. Selbst auf der technischen Seite kommt meist nur heiße Luft. So wird in beste Objektive investiert aber beim Film und der anschließenden Verarbeitung auf Teufel komm raus gespart. Zum einen werden Billigmaterialien wie Rodinal / Fomapan- oder abgelaufenen Filme verwendet. Zum anderen werden die Negative/Dias auf Hobbyscannern von Epson digitalisiert. Hauptsache man kann behaupten daß sich die (hundsmiserablen) Fotos in extremer Schärfe auf 2 m vergrößern lassen (mit allem Dreck auf den Negativen und den anderen handwerklichen Mängeln).

Aprops Fotos: das Bild der gezeigten Streuobstwiese ist ein beredtes Beispiel für das was ich meine. Ein nichtssagendes Motiv handwerklich dilettantisch umgesetzt. Wenn man schon Standarten an der Kamera hat, dann muß man auch an allen irgendwie zerren. Warum hat man sie sonst? Einerlei ob es Sinn mach oder nicht.

Für mich liegt die Stärke der Großformatkamera ganz klar in den fotografischen Nieschen in Verbindung mit klassischem Schwarzweißfilm. Farbaufnahmen sind in aller Regel zu glatt und Digitalaufnahmen zu ähnlich. Mit SW-Film kann sie, auch im Vergleich zu den besten Digitalsystemen, ihre Stärken voll ausspielen. Das betrifft zwar nicht, wie immer wieder fälschlich behauptet wird ihre Auflösungswerte, sondern die Darstellung der Lichter und der Tonwertabstufungen.

Bei Innenarchitektur ohne Menschen ist der Planfilm zum Beispiel unübertroffen. Gerade wenn man Filme wie den HP 5 verwendet. Dieser ist zwar nicht rekordverdächtig hochauflösend und auch ein wenig körnig. Das macht aber bei den großen Negativen nichts wenn man sie nicht riesig vergrößert. In einem guten Ausgleichsentwickler entlockt man solchen Negativen wunderbare Tonwerte selbst in den Lichtern/Schatten. Überstrahlungen in Hochlichtern wirken auf Film anders als mit der Digitalkamera. In meinen Augen schöner. Dazu muß man aber belichten können und das Handwerk in der Dunkelkammer bei der Filmentwicklung verstehen. Das geht weit über Rodinal hinaus. Jetzt macht auch die Wahl des richtigen Entwicklers wieder Sinn. Aber nicht nach den Kriterien Korn und Schärfe. Das spielt bei dieser Negativgröße nun überhaupt keine Rolle mehr.

Thomas (Admin) | am 7. Mai 2019

Hallo Frau Müller! Die Erfahrungswerte zum Dokumentenfilm klingen für mich nachvollziehbar. Ich glaube nicht, dass ich selbst so etwas noch verwenden werde. Vielleicht probieren, wenn ich einmal günstig daran kommen sollte.

Den verlinkten Beitrag hatte ich einmal überflogen. Im Kern sehe ich da eigentlich etwas Interessantes für mich: Das (dort) immer wiederkehrende Thema: Braucht man Großformat überhaupt? Und: Was leisten moderne Drucker mit eher niedrig aufgelösten Vorlagen? Insbesondere diese kolportierte „300-DPI-Regel“ interessiert mich (aktuell). Bzw. ob dies heute überhaupt noch relevant ist. Natürlich geht es dann aber schnell darum, dass das, womit einige sich identifizieren, seine Berechtigung zu verlieren scheint. Dass solch ein Fotoapparat (und Drumherum) für das sich Definieren genutzt wird, liest man ja häufig auch heraus, wenn es darum geht, dass Passanten einen ansprächen (das scheint wohl wichtig zu sein) usw. Aber das sollte nach einige Monaten (Analog-) Fotoforen lesen ja bekannt sein.

Viele Grüße zurück!

Frau Müller | am 4. Mai 2019

Hallo Thomas,

ich möchte Dich einmal zitieren, Du schreibst: „Meiner Meinung nach sollte man (wenn es unbedingt technisch sein soll) diskutieren absteigend über: Licht, Beleuchtung & Belichtung – Ausarbeitung bzw. Bearbeitung des Bildes („Negativ interpretieren“) – Filme & Chemie – Objektive – Kameras. Bei den von dir erwähnten Leuten ist es genau anders herum. Die ersten beiden Punkte sind jedoch die wichtigsten für „gute Bilder“ (abgesehen vom Motiv natürlich).“

Eigentlich liebe ich Film. In einigen Fällen sehe ich ihn der Digitalkamera sogar überlegen. Als jemand die sowohl digital in verschiedenen Formaten tätig ist wie auch viele Jahre in verschiedenen Formaten mit Film fotografierte – und es teilweise auch heute noch tut – erlaube ich mir eine eigene Meinung.

Lese ich aber das: https://grossformatfotografie.de/thread/16151-auch-eine-streuobstwiese/?pageNo=1

dann schäme ich mehr und mehr.

Hat die analoge Fotografie solche Menschen verdient?

Dagegen sehe ich Film/Entwicklervergleiche schon wieder als intelligente Beiträge an. Hier trifft sich genau die Klientel die Du so treffend beschreibst. Teuere Kameras mit riesigen Formaten aber NULL, wirklich null visuelle Vorstellungskraft. Dafür dumme und überflüssige Diskussionen über Bilder um die 2 Meter Seitenlänge. Hauptsache das langweilige Zeug ist scharf umd mit viel Schweiß und noch mehr Umständlichkeit erzeugt. Aufs Motiv oder gar eine Aussage kommt es nicht an. Schade um die Filme und Chemikalien.

Viele Grüße von Frau Müller

Frau Müller | am 3. Mai 2019

Hallo Thomas,

ob die zur Zeit angebotenen Dokumentenfilme wirklich so feinkörnig sind wage ich zu bezweifeln. Den Agfa Copex (darauf basieren wohl alle erhältlichen Erzeugnisse) habe ich für einen hochauflösenden Spezialfilm als recht körnig in Erinnerung. Der gute alte Kojak (TechnicalPan) spielte in einer völlig anderen Klasse. Dieser war tatsächlich so gut wie kornlos. Zumindest dann wenn man ihn richtig verwendete bzw. entwickelte.

Weiter sehe ich das hohe Auflösungsvermögen als kritisch an. Das zwingt den Fotografen praktisch dazu nie stärker als auf 5,6 im Kleinbild abzublenden wenn nicht die Beugung einen Strich durch die Rechnung machen soll. Welch altes Objektiv liefert bei Blende 5,6 optimale Leistung um überhaupt den Film nutzen zu können? Ebenso stört mich die extrem geringe Empfindlichkeit. Bei Copex soll die Musik irgendwo zwischen 6 und 8 Din spielen. Verwendet man jetzt noch einen leichten Farbfilter dann gehen die Belichtungen selbst bei Sonnenschein leicht an unanständige Werte heran. Werte die wir von der Großformatkamera kennen. Zusammen mit der gewünschten hohen Auflösung bekommt man selbst bei Landschaften damit Probleme.

Bei Licht betrachtet schleppe lieber eine leichte Mittelformatkamera (6×6). Diese liefert mit einem Delta 100 oder Tmax 100 in der Praxis bessere Ergebnisse. Zum einen weil man trotz der notwendig stärkeren Abblendung kürzer belichten kann und zum anderen weil die Negative nicht so stark vergrößert werden müssen. Eigene Test haben das vor vielen Jahren bestätigt. Wir belichteten aus Spaß einmal einen Rest von TechPan in der Kleinbild gegen einen Agfa 25 in der Hasselblad. Die verwendeten Objektive zählten wohl zum besten was man kaufen konnte. Die Vergrößerungen (aus einem Projektionsbild von ca. 90 cm [lange Seite] unter dem Vergrößerer) vom Rollfilm waren sichtbar besser. Sowohl die Tonwerte wie auch die Auflösung/Schärfe. Vom Korn waren sie ähnlich. Gehe ich davon aus daß ein moderner Delta/Tmax 100 mit dem alten Agfa vergleichbar ist, aber dafür 2 Blenden heller, dann spricht nichts für den Dokumentenfilm.

Kodak Tmax 400:
Ich kann Dir leider nicht sagen ob im Laufe der Jahre Kojak den Film verändert hat. Zumindest bei Erscheinen des Films klagten viele Kollegen über das erwähnte Phänomen. In den Staaten prägte man dafür sogar einen eigenen Begriff: Schlage einfach in der zeitgenössischen englischsprachigen Literatur unter «highligt-blocking» nach.

Thomas (Admin) | am 3. Mai 2019

Ich hatte einmal darüber nachgedacht, für das Kleinbild einen solchen Dokumentenfilm zu verwenden und diesen eben in solch einem speziellen Entwickler zu entwickeln, dass er auch noch Lichter differenziert abbilden kann. Der Gedanke daran war, die schwere Mittelformatkamera zu Hause zu lassen, mit den Fotografien unterwegs aber dennoch feinste Details abbilden zu können, ohne dass diese in der Ferne im Korn „untergehen“.
Um die Lichter machte ich mir hier weniger Sorgen (ich hätte zum Abbilden eh nur diffuses „Wolkenlicht“ = geringer Motivkontrast genutzt bzw. belichte Lichter im Labor weich nach). Da ich eh stets mit dem Stativ arbeite, wäre mir hier die extrem geringe Empfindlichkeit auch nicht störend gewesen. Mein eigenes ausschlaggebene Gegenargument war aber eben doch wieder das Korn: Es wäre ja dann (vermutlich) gar nicht mehr sichtbar. Dieses ist dann das Salz in der Suppe, welches fehlen würde. Versalzen sollte sie natürlich auch nicht sein.

Ich habe mir da für mich eine einfache „Formel“ zusammen gestellt hinsichtlich Korn und Empfindlichkeit:
Im Kleinbild arbeite ich gerne mit dem Tmax 400, für das Mittelformat nutze ich hingegen den TriX oder HP5. Bei den großen Suppentellern darf / sollte das Salz also etwas stärker auftreten. Zu wenig möchte ich ja (wie oben geschrieben) auch nicht haben. Habe ich das Stativ beim Kleinbild dabei, nehme ich einen FP4, früher am liebsten den APX 100 aus der Drogerie. Ein Problem mit Lichtern hatte ich beim Tmax 400 noch nie feststellen können. Aber ich bevorzuge ja auch immer „Milchglashimmel“ zum fotografieren, wo so etwas eh nicht vorkommt.

Oder treffen wir hier die alten Bekannten mit den Leicas und Hasselblads wieder die ihre Vierjahreszeiten(billig)filme à la Fomapan in die Drogerie bringen um Geld zu sparen und sich über schlechte Abzüge beklagen weil das Großlabor genau das liefert wofür es bezahlt wird?

Ich vermute, hier hast du Recht. Meiner Meinung nach sollte man (wenn es unbedingt technisch sein soll) diskutieren absteigend über: Licht, Beleuchtung & Belichtung – Ausarbeitung bzw. Bearbeitung des Bildes („Negativ interpretieren“) – Filme & Chemie – Objektive – Kameras. Bei den von dir erwähnten Leuten ist es genau anders herum. Die ersten beiden Punkte sind jedoch die wichtigsten für „gute Bilder“ (abgesehen vom Motiv natürlich). Über den Rest kann man reden, muss man aber nicht.

Übrigens: Ich hatte kürzlich eine Anfrage bezüglich dieser Seite vom Kodak-Marketing. Es ging um die Vorstellung von Kodak-Filmmaterial. Das hätte ich eigentlich gerne gemacht, lehnte dann aber ab. Was hätte ich da schreiben- bzw. zeigen sollen? Es hätte nur einen Satz gegeben: »Die Produkte sind gut.« Den Rest muss man selber machen.

Frau Müller | am 3. Mai 2019

Hallo Thomas,

Stichwort: «Adotech»
Ah, jetzt verstehe ich was du meintest. Bis gerade eben hatte ich von diesem Entwickler noch nichts gehört. Das erklärt sich daraus daß ich bis heute nicht das Bedürfnis verspürte Dokumentenfilme für die allgemeine Fotografie zu nutzen. Was macht das in der Praxis für einen Sinn? Das Zeug ist teuer, extrem «lichtschwach»,hat mediokre Tonwerte und ist extrem steil (hart). Alles Eigenschaften die ich nicht mag und gebrauchen kann. Auf extrem hohe Auflösung kann ich verzichten. Wenn ich diese brauche dann fotografiere ich auf Rollfilm oder, wenn das nicht reicht, mit der Großformatkamera. Warum soll ich mich über Material ärgern das vielleicht 8-15 Din hat noch schwer zu verarbeiten ist?

Vor mehr als 30 Jahren belichteten wir einige Rollen Kodak TechnicalPan (Kleinbild) von Halbtonvorlagen unter idealen Bedingungen am Reproständer für die Kunstwissenschaft. Das war die absolute Ausnahme. Dafür war der Film goldrichtig; aber auch sehr schwer zu entwickeln. Wenn ich mich recht erinnere verwendeten wir einen für diesen Film gemachten Spezialentwickler von Kodak. Kleinbild deshalb weil Wirtschaftlichkeit zählte und die Negative direkt ins Archiv wanderten ohne jemals vergrößert zu werden; außer kleine Prints für die Karteikarten des Archivars.

Dein Problem mit hochempfindlichen Kleinbildfilm:
Dazu weiß ich keine Lösung. Vor 25-30 Jahren hätte ich Dir zum Ilford Delta 400 geraten. Als der Film auf den Markt kam war er extrem feinkörnig, aber sehr mimosenhaft zu entwickeln. Das schreckte viele Nutzer, besonders Hobbyknipser ohne wirkliche Erfahrung/Routine und sorgfältiger Arbeitsweise ab. Einige Jahre nach Erscheinen hat wohl Ilford den Film ein wenig «entschärft». Jetzt ist er gutmütiger, aber auch körniger. Ein Schritt in die falsche Richtung.

Den Kodak Tmax 400 habe ich mit einem Hochlichtproblem in Erinnerung. Er machte sehr abrupt die Lichter zu. Ob er das heute noch hat weiß ich nicht. Ich hatte seit mind. 25 Jahren keinen mehr in der Hand.

Vielleicht solltest Du einmal den XP 2 anschauen. Er ist zwar nicht sehr scharf aber super feinkörnig, extrem gut zu scannen und auch in der Dunkelkammer liefert er schöne Ergebnisse wenn man weiß was man macht. Bei Hobbyknipsern ist er als Tussifilm verschrieen. Ich als Knipstusse bezeichne das als eine Beleidigung für den Film. Er ist in aller Regel deutlich besser als seine meist männlichen Benutzer ohne Ahnung aber dafür teurer Ausrüstung (Potenzprotese???). Nicht ohne Grund wurde er in der Vergangenheit von Modefotografen geliebt.

Rodinal:
Deine Vermutung macht Sinn. Ich frage mich nur, wieso gibt eine gewissen Klientel Unmengen an Geld für Objektive, Kameras und was weiß ich für einen Scheiß aus und spart dann an einigen Euro am Entwickler. Für die erwarteten Spitzenbilder von den Superkönnern mußte das Beste doch gerade gut genug sein. Also nix mit RODINAL.

Oder treffen wir hier die alten Bekannten mit den Leicas und Hasselblads wieder die ihre Vierjahreszeiten(billig)filme à la Fomapan in die Drogerie bringen um Geld zu sparen und sich über schlechte Abzüge beklagen weil das Großlabor genau das liefert wofür es bezahlt wird?

Thomas (Admin) | am 2. Mai 2019

Eine Anmerkung hierzu: Wenn ich (so wie vor einigen Jahren noch) jede Woche einen S/W-Film entwickeln würde, würde ich bei einem guten Standard bleiben und gut ist es. Ich selbst würde einfach Xtol für alles nehmen und mir keine Gedanken mehr machen. Dummerweise fotografiere ich um so seltener, je mehr ich mich mit Fotografie beschäftige. Dann kommt plötzlich ein ganz anderes Merkmal ins Spiel: Wie lange hält das Entwicklerkonzentrat bei mir im Schränkchen da neben dem Klo? Mit der „original Rodinal-Zusammensetzung“ habe ich hier schon gute Erfahrung gemacht. Die taugt aber augenscheinlich nicht so recht für 400-ASA-Filme. Also schaue ich mir solche Detailtests an und überlege, wie lange sich z. B. A49 („Atomal“) in der Stocklösung hält usw. Daher wohl auch die Beliebtheit von Rodinal in den Internet-Hobby-Foren.

Thomas (Admin) | am 2. Mai 2019

Hallo Frau Müller! Im Ganzen stimme ich dir, wie bisher immer, zu. Ich muss zugeben, dass mich diese strukturierten Tests mit Betrachtung aufs Detail interessieren, nämlich gerade eben was das Kleinbild anbelangt. Ab dem 6×6-Mittelformat wird es hier für mich schon weniger interessant. Hier machen gewisse Unterschiede den Braten auch nicht fetter. Beim Kleinbild geht es (mir) um das „Finetuning“, um die Akribie, wenn man hier größer als 24×30 vergrößern möchte (insbesondere bei 400-ASA-Filmen). Dies wird dann manchmal zur Herausforderung, wenn es eben um Motive geht, die eben nicht von sich aus sprechen können (sondern rein mit einer gewisse Abbildungsqualität [Details] punkten müssen). Um böse zu sein, also um langweilige Motive.

Zum Ausgleichsentwickler: Hier meinte ich den Entwickler („Adotech“), der angeboten wird, um Dokumentenfilme „weich zu klopfen“, nicht „normale“ Ausgleichsentwickler.

Frau Müller | am 30. April 2019

Hallo Thomas,

ich bin es noch einmal, die Alte mit dem Erfahrungsschatz der letzten Jahrzehnte (vor der Jahrtausendwende).

Um meine gestrigen Ausführungen fortzusetzen möchte ich einmal kurz auf die Charakteristiken der einzelnen Entwickler eingehen. Da gibt es zum einen „Normalentwickler“ die so gut wie alles entwickeln können. Nicht überragend, aber immer so gut daß man die Filme super gebrauchen kann. Ausnahmen bestätigen hier die Regel: der ID 11 wird von Ilford als optimaler Entwickler für die Deltafilme empfohlen. Wenn das mal keine Aussage ist.

Dann gibt es Entwickler die die Empfindlichkeit der Filme gut ausnutzen und andere die das Korn schonen. Zusätzlich gibt es Entwickler, wie die klassischen Zweibadentwickler, welche sehr gut steuerbar sind.

Ferner gibt es Entwickler die praktisch gebrauchsfertig als Flüssigkonzentrat angeboten werden und andere die man als Pulver anrühren muß.

Man hat die Wahl.

Zum Rodinal: ich frage mich, wieso wir in all den Jahren gerade diesen Entwickler nie auf der Liste hatten. Heute scheint ihn so gut wie jeder zu gebrauchen. Ihm werden in Foren wahre Wunderdinge nachgesagt. Geheimrezepte mit Standentwicklung und was weiß ich noch alles. Nur, wieso bekamen wir z.B. mit Emofin in einem Bruchteil der Zeit bessere Ergebnisse hin? Fragen über Fragen die mir bis heute noch kein Forennerd beantworten konnte.

Für Kleinbildfotografen mag die Wahl der Entwicklerfilmkombination vielleicht, in Ausnahmefällen, eine Frage sein. Ab Rollfilm wird sie akademisch und für die Praxis so gut wie uninteressant.

Wer sich das Leben einfach machen möchte der spanne einen Delta oder Tmax in die Kamera und nehme den vom Hersteller empfohlenen Entwickler. Da macht man nichts falsch. Ob Pulver oder Fertigkonzentrat in einerlei.

Wer optimale Tonwerte und perfekte Steuerbarkeit in der Entwicklung sucht greift zum klassischen Film und wählt ein großes Aufnahmeformat. Dann ist es unwichtig ob der Film 10 Linien weniger auflöst und leicht körnig ist. Die inneren Werte des Films überwiegen.

Wer sich mehr Gedanken über Filme und Entwickler macht sollte sich nicht Fotograf nennen und sich weiter mit spielen beschäftigen.

Frau Müller | am 29. April 2019

Hallo Thomas,

seit ich denken kann lese ich dieses Bohei um Film/Entwicklerkombinationen.

Vor Jahrzehnten mag es hin und wieder ja mal Sinn gemacht haben. Aber heute?

Was bezwecken die Autoren damit? Früher sah ich darin meist das Heischen um Aufmerksamkeit oder das Füllen von Seiten in vermeintlichen Fachzeitschriften. Heute denke ich daß das eine tolle Beschäftigung für Wichtigtuer ist. Luftpumpen der Analogfotografie vereinigt euch!

Zum einen, weil man in der Regel sowieso immer den falschen Film in der Kamera hat und zum anderen weil die Unterschiede – wie Du schon sagtest – meist gering sind. Gerade im Kleinbildformat empfinde ich das Gerede in aller Regel als Quatsch.

Zum anderen, weil heute die wenigsten Leute in der Lage sind mit Filmen technisch richtig zu fotografieren. Das Wissen der Alten stirbt aus. Wer betreibt heute noch Fotografie auf Film? Anfänger die es ausprobieren wollen und viel zu viele Leute die irgendwie abgehängt wurden und an der veralteten Technik hängen. Wem das Ergebnis wichtig ist und nicht der Prozess, erkennt über kurz oder lang, daß er digital meist besser fährt. Nur in ganz wenigen Fällen hat der Film noch Vorteile. Diese können dann aber auch nur Könner wirklich nutzen.

Fürs Leben sind solche Test meist wenig hilfreich. Es ist in der Praxis viel sinnvoller sich auf wenige Filme und Entwickler zu beschränken. Einfach deshalb damit man sein Tun vorab – basierend auf Wissen und Erfahrung – einschätzen kann und nicht im Nebel stochern muß.

Apropos Filme: Du schreibst daß „es sicherlich wenig Sinn (ergibt), einen „normalen“ S/W-Film wie z. B. den Ilford FP4 in einem kontrastreduzierenden Entwickler …… zu entwickeln“. Hier sage ich ganz klar und sehr laut NEIN, das ist so nicht richtig! Gerade der FP4, besonders als Roll- oder Planfilm, ist wunderbar geeignet kontrastreduziert entwickelt zu werden. Das werden Dir unzählige Architekturfotografen – die ihr noch Handwerk verstehen – bestätigen. Gerade der Ilford liefert wunderschöne Negative. Besonders dann wenn man Innenräume damit fotografieren möchte. Einzig sein recht gewohnheitsbedürftiges Schwarzschildverhalten kann ein wenig die Freude am Film verderben.


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Der Autor dieser Seiten ist Thomas.
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