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Kodak Gold 200 als Rollfilm für das Mittelformat – einige Beispielbilder

Kodak produziert den Kodak Gold seit einiger Zeit auch als Rollfilm Typ 120, also als Film für das Mittelformat. der Gold ist etwas günstiger als die meisten anderen Farbnegativfilme. Ich habe ihn einmal in meine Mittelformatkamera eingelegt und zeige einige Beispielfotos davon.

der Kodak Gold Film im MittelformatDen Kodak Gold 200 gibt es jetzt auch als Typ 120 Rollfilm für das Mittelformat.

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Fotografischer Film ist leider teuer geworden. Derzeit (Mitte 2022) kostet beispielsweise der Farbnegativfilm »Portra 160« knapp 14 Euro im Fachhandel. Mit dem Gold bringt Kodak einen etwas günstigeren Farbfilm heraus – den Gold 200. Diesen Film kennt man bereits seit vielen Jahren als günstigen Kleinbildfilm (siehe auch → Kodak Gold im Kleinbild). Im Moment kostet er bei z. B. Macodirect unter 12 Euro (allerdings im Fünferpack).

Das ist natürlich immer noch ein prägnanter Preis für einen Film mit lediglich 12 Aufnahmen im Mittelformat 6×6 (wenn man noch andere Preise gewohnt ist). Meistens fotografiere ich im Mittelformat konzeptionell – will sagen: selten und ausgesucht. Solche Preise bezahle ich noch für einen Rollfilm.

Foto vom Rollfilm Kodak Gold

Grob würde ich sagen, dass der Kodak Gold eher etwas wärmer und Farben eher zurück haltend abbildet. Allerdings geht dies eh alles durch den Computer und es ist auch eine Sache der Filterautomatik (ich nutze Negmaster unter Photoshop), wie die Positive letztendlich ausschauen.

 

Beispielfoto vom Kodak Gold im Format 6x6

Die Beispielfotos hatte ich im Juni mit meiner 6×6-Kamera (Kiev 60 bzw. Arax 60) aufgenommen.

 

ein Detail vom Kodak Gold

Ein Detail vom Kodak Gold: Das fotografische Korn ist ausreichend fein, wenn man größere Vergrößerungen anfertigen möchte.

 

ein Vergleich von Farbnegativfilm mit einem Diafilm

Ein Korn- bzw. Auflösungsvergleich mit einem Diafilm (starke Detailvergrößerung). Diafilme sind in der Regel feinkörniger als Farbnegativfilme. Der Kodak Gold ist hier m. E. nach im guten Mittelfeld angeordnet.

 

Beispiel vom Kodak Gold im Mittelformat

Bei diesem Beispielbild hatte ich beim Ausfiltern am Computer nicht aufgepasst – Es ist etwas zu warm geworden. Einen »Rotstich«, dass keine Gerüchte entstehen, besitzt der Kodak Gold nicht.

 

Foto einer 16 mm Kamera

Die Katalogtexte beschreiben den Film als feinkörnig mit hoher Schärfe. Aber so wird ja beinahe jeder Film beschrieben. Im Mittelformat muss ein Film einen gewissen Standard in puncto Feinkörnigkeit bzw. Auflösung und Schärfe erfüllen (nicht so viel leisten wie im Kleinbild). Ein Farbfilm sollte dazu die Farben gescheit abbilden. Und das tut der Kodak Gold 200 als Mittelformatfilm natürlich.

 

ein See im Sommer

Ich bin damit zufrieden. Ich würde den Film wieder kaufen.

 

Foto vom Kodak Gold 120

Ein weiteres Foto vom Kodak Gold als 120er Mittelformatfilm. Ich kann hier kaum einen fassbaren Unterschied zu z. B. einem Portra 160 erkennen. Tatsächliche 1:1-Vergleiche (mit den selben Motiven bei gleichem Licht) habe ich jedoch nicht gemacht. Ersterer wird sicherlich etwas feinkörniger sein. Im Mittelformat kommt es auf solche Details weniger an als im Kleinbild (wo ich den Kodak Gold eher nicht nutze). Bei einigen meiner Beispielfotos gibt es etwas seltsame »Überstrahlungen«, wie hier bei der grünen Tür zu sehen. Ich gehe jedoch zunächst davon aus, dass dies nicht an dem Film liegt. Bisher stellte ich so etwas bei der hier verwendeten Kameratechnik aber auch nicht fest.

 

ein DDR-Flugzeug in Leipzig

Jedoch schätze ich die analoge Farbfotografie ohnehin kaum. Solche Fotografien kann man auch digital machen (siehe auch → Vergleich analog digital). Ich bevorzuge die analoge S/W-Fotografie bzw. das Vergrößern im S/W-Labor.

 

ein Hemd

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Foto von Mohn

Die Farben sind satt. Der Film ist feinkörnig und bildet scharf ab. Zudem ist der Kodak Gold 200 im Mittelformat günstiger als die meisten anderen Farbnegativfilme vom Typ 120. Es ist ein guter Film von einem Markenhersteller.

Was mir noch aufgefallen ist: Wie auch beim Portra ist auch die Schichtseite beim Kodak Gold sehr glatt. Dies ist dann relevant, wenn man den Film zum Vergrößern bzw. zum digitalisieren in ein Glas-Antinewton(AN)-Glas-Sandwich positionieren möchte. Dann erhält man nämlich sehr häufig trotzdem Newtonsche Ringe:

newtonsche Ringe bei Film

Daher digitalisiere ich den Film mit einer AN-Glasfläche auf der Trägerseite und einer Glaslosmaske auf der Schichtseite. Oder man verzichtet ganz auf Glasträger.

Dann kann es aber leicht passieren, dass der Film im Filmhalter des Scanners durchhängt. Denn das Filmträgermaterial ist sehr dünn.

 

Beispiel vom Kodak Gold 200 im Mittelformat

Noch ein letztes Beispielfoto vom Kodak Gold. Hier gab es ein diffuses Licht. Bei solch einem Licht werden die Farben (der Wimpel) bei diesem Film ungefähr so abgebildet, wie man sie auch in natura war nimmt.

Kurzum: Als Freund der analogen S/W-Fotografie interessiere ich mich eher weniger für Farbfilme. In der Kleinbildvariante war mir der Kodak Gold 200 etwas zu grob. Wer ihn jedoch im Mittelformat benutzt, erhält einen soliden Farbfilm ohne Überraschungen zum relativ günstigen Preis.

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Veröffentlichung: 20.06.2022; geändert: 20.06.2022

der Author dieser SeiteHallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und ich entwickele meine Bilder in der Dunkelkammer oder "mit" dem Computer.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie / schaue Du auch einmal in das Inhaltsverzeichnis hinein:

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Peter Christian | am 26. Juni 2022

Hallo Thomas! Ich hatte einen S/W APX Agfa bei DM abgegeben. Der kam zurück, kopiert auf FujiColor Papier. Ich bin entsetzt, wie die Bilder aussehen. Viele Grüße aus Ludwigshafen am Rhein, Peter
PS: Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Labor, so wie es mal früher war, die noch per Hand Bilder anfertigen. Danke für Deine Tips diesbezüglich.

Frau Müller | am 22. Juni 2022

Hallo Thomas,

auf die Gefahr hin daß ich mich wiederhole, die Farben gefallen mir auch heute nicht. Du scheinst weiterhin ein Problem mit Farbnegativfilmen zu haben.

Abermals sehe ich einen Magenta-Lilastich. Gut erkennbar an den Himmeln und den „Stränden“. Auch die ersten beiden Bilder sind farbstichig; schaue einmal den Boden an. Wieder eine Tendenz zu den Farben Magenta/Lila

Vorschlag: belichtet doch das nächste Mal einfach die gleichen Motive parallel mit der Digitalkamera und entwickele die RAWs neutral bzw. bestimme den Weißabgleich (JPG) mit einer Weiß- oder Graukarte.

Thomas (Admin)
Hallo Frau Müller, das hatte ich auch gesehen. So richtig gelingt mir das Ausfiltern nicht.

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