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FujiFilm Fujicolor C200 Film: Einige Bildbeispiele

In diesem Beitrag gibt es einige Beispielbilder vom Fujicolor C200 Film zu sehen. Dies ist einer der wenigen Farbfilme, die von der Firma Fujifilm heute noch hergestellt werden. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen – Allerdings gibt es den Fuji C 200 nur für das Kleinbild.

Fujifilm C200 Film

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Fujifilm hatte vor einigen Jahren noch eine Handvoll mehr Farbnegativfilme hergestellt. Das Filmsortiment hat sich bekanntlich verkleinert – auch bei den anderen Herstellern. Farbfilme werden derzeit (Jahr 2021) meines Wissens nach sowieso nur noch von Fujifilm und von Kodak hergestellt. Farbfilme von Firmen wie Lomography oder anderen Marken müssten meiner Erkenntnis nach »umgelabelte« Restbestände sein oder konventionelles Material von Fujifilm bzw. Kodak unter anderer Flagge. So genau wird dies nicht kommuniziert.

Für den Bereich ASA 200 (200 ISO) ist vermutlich der hier vorgestellte Fujicolor C200 nun der Film, welcher hoffentlich weiterhin lange Jahre von dieser Firma auf dem Markt verfügbar sein wird. Der C200 ist ein qualitativ hochwertiger Farbnegativfilm für analoge Kleinbildkameras. Er ist eher dem günstigeren Preissegment zuzuordnen. Schauen wir uns aber gleich einen Detailausschnitt an:

Auflösung vom Farbfilm

Zugegeben: Ich gehe hier gleich etwas technokratisch ins Gefecht – Anstatt sich lieber der Poesie zu widmen. Aber ich möchte eben auch wissen, inwiefern ich mich einem Kleinbildnegativ, vom Fuji C200 vergrößert auf ca. 30 x 40 cm bei einem entsprechenden Ausdruck, auf z. B. einer Ausstellung nähern kann. Kurz: Der Fujifilm C200 ist feinkörnig und hoch auflösend. Das überrascht nicht – Es ist ein typischer Farbnegativfilm mit mittlerer Empfindlichkeit und guter Qualität. Damit kann man nichts falsch machen und man kann hiermit auch im Kleinbild eine hohe Qualität erwarten:

 

Foto eines Kornfeldes

Ein Kornfeld Ende Juni. Und was das fotografische Korn anbelangt: Es ist hierbei genügend fein. Details sind auch beim näheren Herantreten an einen größeren Druck gut erkennbar. Die Beispielbilder vom Fujifilm C200 hatte ich alle mit meiner Urlaubskamera, einer kleinen analogen Sucherkamera (mit gutem Objektiv; siehe unten im Artikel) gemacht. Die Negative hatte ich bei NimmFilm entwickeln lassen, aber ich hatte die Filme dann daheim selber digitalisiert – und zwar mittels digital Abfotografieren. Das spart Geld, setzt aber auch eigenes Wissen und die entsprechende Technik voraus.

 

Farbfilm C200 von Fujifilm

Apropos Geld: Der Farbfilm Fujifilm Fujicolor C200 kostet (2021) ca. 6 Euro. Das ist nicht besonders günstig, früher war er wohl noch günstiger. Der Kodak Gold im 3er Pack kostet weniger (im DM-Drogeriemarkt) Offenbar sind mittlerweile auch die Preise des Kodak Gold deutlich angestiegen. Schade. Zumindest auf der Internetseite von Fotoimpex wird behauptet, dass der Fujicolor C200 etwas höher auflöst als der Kodak Gold bzw. etwas feinkörniger und schärfer ist. Ich würde mir diesen Film zu dem Preis also gerne wieder kaufen: Man hat mindestens 36 Aufnahmen und erhält eine ordentliche Qualität. Für alle, die bewusst fotografieren, ist dies genügend viel: In einer Woche Urlaub hatte ich genau einen einzigen Farbfilm voll fotografiert. Nach vielen Jahren Beschäftigung mit der Fotografie weiß man, dass man nicht gleich alles Hübsche sofort ablichten sollte – Auch dies spart Geld. Aber jeder ist hier anders und ich nutze auch keine sozialen Netzwerke, die ich bebildern muss, sondern beschränke mich auf diese Internetseite, vor welcher Sie gerade sitzen.

Dummerweise gibt es den Fuji C200 nur für das Kleinbild konfektioniert. Diesen Film gibt es nicht für das Mittelformat (oder gar Großformat). Schade. Doch wollen wir sogleich in medias res gehen und einige Beispielfotos anschauen:

Beispielbild C200 von Fuji

Im Urlaub an der Küste schien glücklicherweise häufig die Sonne. Das ist zum Baden natürlich sehr schön. Zum Fotografieren mag ich am allerliebsten jedoch solch ein Licht, wie hier abgebildet – ein diffuses. Ich fotografiere bereits mit S/W-Film gerne bei solch einem »demokratischen« Licht (und setze Kontraste später im Labor via manuellem Splitgrade). Aber auch bei der Verwendung von Farbfilmen schätze ich ein solches Licht. Farben wirken hierbei „unaufdringlich“, wenn sie denn überhaupt ins Auge springen. Man erhält (sofern man nicht zu knapp belichtet) einen schönen »Pastell-Look«. Es soll kein falscher Eindruck entstehen: Der Fujifilm C200 kann auch knallig abbilden:

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Farbfilm Fuji C200

Wie Farben wirken hat zunächst etwas mit dem Licht während der Aufnahme zu tun. Dieses Licht (seine Eigenarten) wird offenbar von vielen Fotografen unterschätzt. Es wäre sicherlich interessant zu schreiben, dass Farbfilm X besonders „kontrastreich“ abbilde oder Farbfilm Y besonders „knallig“ sei, wohingegen Farbfilm Z Farben eher „zurück halte“. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen. Meine Erfahrung ist diese: Die heutigen, wenigen Farbnegativfilme sind alle ungefähr gleich, was Farben und Kontraste anbelangt. Viel wichtiger ist die Art des vorhandenen Lichtes während der Aufnahme (welche Härte und welche Richtung), die Frage, ob man auch ausreichend lange belichtet und: Werden diese komischen orangenen Farbnegative später auch richtig in „farbrichtige“ Positive transformiert? Zudem: Was heißt hier eigentlich richtig? Ein Farbnegativ muss in der Umformung in ein Positiv interpretiert werden. Meist interpretiert hier ein Computer (Scan-Automatik). Idealerweise jedoch sollte dies ein gut sehender Mensch tun (Rohscan + anschließende manuelle Farbausfilterung).

Noch etwas zum Belichtungsspielraum des Fuji C200: Bei dem oberen Beispielfoto wurde auf die Schatten im Vordergrund belichtet, also auf den Wald, in den die Sonne nicht direkt hinein scheint. Das heißt: Der Hintergrund, also der Strand im prallen Sonnenschein, ist eigentlich stark überbelichtet, weil dort das Sonnenlicht direkt einfällt. Im Positivprozess wurde dieser Bereich dann nachbelichtet (also abgedunkelt). Hierdurch entsteht wieder der natürliche Seheindruck. Der Belichtungsspielraum ist also typischerweise hoch, wie man ihn von Negativfilmen der mittleren Empfindlichkeit auch erwartet: Alle Bildinformationen sind, trotz Überbelichtung (des Strandes), weiterhin verfügbar. Man erkennt dies an der Schattierung des hellen Strandsandes. So etwas kann man analog nur mit einem Negativfilm (Farbe oder S/W) machen. Bei einem Diafilm (Positivfilm) ist dies nicht möglich, da dessen Kontrastumfang viel geringer ist (Hier wäre entweder der Strand schneeweiß oder die Bäume im Schatten pechschwarz).

 

Beispielfoto vom Fuji Farbfilm

Ein weiteres Beispielfoto vom Fuji-Farbfilm. Hier ist der Kontrastumfang des Motives übrigens recht gering, da sich hier eine Wolkenschicht vor der Sonne befindet. So ein Foto, um noch einmal darauf zu sprechen zu kommen, hätte man auch sehr gut mit einem Farbdiafilm machen können.

Nach der Roh-Digitalisierung (mittels Abfotografieren) nutze ich das Photoshop-Plugin Negmaster zur Konvertierung. Ein anderes Programm oder gar ein Laborant im Farbfotolabor hätten dieses Farbnegativ vermutlich etwas anders ausgefiltert – vielleicht etwas kühler, vielleicht etwas wärmer. Im Gegensatz zum Farbdia ist ein Farbnegativ (wie das des Fujifilm C200) eher wie eine „RAW-Datei“ zu begreifen: Sie muss nach der chemischen Entwicklung noch einmal entwickelt bzw. ausgefiltert werden – Es gibt hier hinsichtlich von Kontrast- und Farbgebung kein exaktes Richtig oder Falsch. Diese Tatsache wird manchmal nicht beachtet und es werden falsche Schlüsse bezüglich Eigenheiten bestimmter Farbfilme gezogen. Der hier vorgestellte Fujifilm C 200 ist ein ganz normaler Farbnegativfilm: Filtert man die Negative später korrekt aus, bildet er völlig normal ab.

 

Fuji C200 Beispiel

Daher: Diese Farbfotos könnten natürlich auch von jedem anderen Farbnegativfilm stammen. Ob diese Bilder nun vom Fujifilm C200 oder beispielsweise vom Kodak Gold 200 stammen? Ich bezweifle, dass es hier nennenswerte Unterschiede gibt, zumindest bei diesen kleinen Bildgrößen (Ich lasse mich aber auch gerne eines Anderen belehren).

Übrigens: Der Fujifilm Fujicolor C200 wird / wurde offenbar auch als „Agfaphoto Vista Plus 200“ verkauft (Quelle). Dies ist eine typische „Drogerie-Konfektionierung“ zum günstigeren Preis.

 

scharfes Foto

Bei solch einem harten, schräg einfallenden Licht zeichnet zwar auch jede Lochkamera einigermaßen scharf – Das ist hier keine Kunst. Der Fuji C200 ist natürlich auch bei diffusem Licht scharf und kontrastreich bzw. fein auflösend (wenn das Aufnahmeobjektiv entsprechend hochwertig ist).

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Beispiel Fujicolor C200

Ein weiteres Beispielfoto mit dem Fujicolor C200. Ich streife mit der Kamera gerne durch das Ländliche. Auch bei diffusem Licht kommt hier das Rot der Mohnblumen kräftig, das Grün der Bäume satt.

 

ein negativ mit Kerben

Beim letzten Beispielfoto mit dem Fujifilm C200 sieht man noch den Negativrand mit den typischen Kerben der hier verwendeten analogen Kamera (manche Kameras haben solche Eigenarten). Auch hier gefällt mir das satte Grün des Laubs sehr gut – Das Bild leuchtet auf dem Computermonitor wie ein Dia auf dem Leuchttisch.

 

eine kleine Kamera

Mit dieser kleinen, simplen analogen Kamera hatte ich meine Beispielbilder angefertigt. Im Urlaub bzw. auf längeren Rad- oder gar Wandertouren möchte ich nicht mehr Fototechnik mit mir herum schleppen als hier abgebildet – vielleicht noch ein Schnurstativ.

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 Werbung | Preis(e) zuletzt aktualisiert am 25. September 2021 (kann sich zwischenzeitlich geändert haben). Preis je inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Da je ein Fremdangebot: Alle Angaben ohne Gewähr.

Kurzum: Ich denke, dass jeder frische Farbnegativfilm der Klasse 200 ASA von einem renommierten Hersteller (es bleiben ja derzeit nur Fujifilm und Kodak übrig) ähnliche Bildergebnisse erzeugt hätte. Offenbar wird der Fuji C200 als „Anfängerfilm“ gehandelt (z. B. in dieser Beschreibung mit leider etwas fehlerhaft ausgefilterten Positiven als Beispielbilder). Ich sehe dies anders: Meine eigenen Beispielfotos sind von hoher technischer Qualität (über pittoreske Reisemotive ließe sich natürlich streiten). Meine Digitalisierungen vom C200 kann ich also bis auf ca. Din A2 drucken lassen und damit eine kleine Ausstellung arrangieren (siehe den Kornausschnitt ganz oben).

In den hellen Monaten (ich hatte im Juni fotografiert) bieten die 200 ASA (ISO 200) eine solch hohe Empfindlichkeit, dass ich tagsüber immer ohne Stativ aus der Hand abgeblendet auf Blende 8 oder Blende 11 fotografieren konnte. Im Urlaub möchte ich kein Stativ mit herum schleppen. Hier ist mir das kompakte Kleinbild sehr recht und die 200 ASA bilden einen sehr guten Kompromiss zwischen Auflösung und Filmempfindlichkeit. Für meine Mittelformatkamera nutze ich gerne den Kodak Ektar 100 oder den Kodak Portra 160. Für Gelegenheitsaufnahmen ohne Stativ ist mir die Kleinbildkamera recht mit einem ISO-200-Film wie dem hier mittels Beispielbildern vorgestellte Fuj C200.

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Veröffentlichung: 2.08.2021; geändert: 14.09.2021

der Author dieser SeiteHallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und ich entwickele meine Bilder in der Dunkelkammer oder "mit" dem Computer.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie / schaue Du auch einmal in das Inhaltsverzeichnis hinein:

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Frau Müller | am 12. August 2021

„Ich sehe es eigentlich wie du mittlerweile: Farbfotografie ist eher eine Domäne der Digitalfotografie.“

Schön zu lesen daß ich nicht allein bin die so denkt.

Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen. Mehr und mehr frage ich mich welchen Sinn es macht weiterhin auf Film zu fotografieren. Selbst den Hinweis auf die Handabzüge möchte ich mehr und mehr in Zweifel ziehen. Wenn ich ehrlich bin überwiegen für mich bei hochwertigen Ausdrucken mittlerweile ganz klar die Vorteile gegenüber Bildern aus der Dunkelkammer. Das fängt damit an daß alle Drucke praktisch gleich gut sind. Es gibt keine Unterschiede in der technischen Qualität. Auch wenn ich noch so aufpasse und versuche alle Prozesse ganz genau einzuhalten ist es nahezu unmöglich zwei absolut gleichwertige Handabzüge herzustellen. Das kann man eventuell damit rechtfertigen dass gerade das die Stärken des Naßverfahrens sind. Die individuellen Unterschiede. Wie denkt aber der potentielle Käufer darüber? Auch muß ich jeden Abzug von Hand ausflecken. Jedes Ausflecken sieht man. Da kann man noch so gut sein. Ausdrucke kennen dieses Problem ebenfalls nicht. Bleibt die Haltbarkeit. Dazu kann ich nichts beitragen. Mir fehlt schlicht das notwendige Wissen dazu. In einem alten Familienalbum habe ich Fotos welche weit über 100 Jahre alt sind. Sie sind wunderbar erhalten. Wir können sicher sein daß die alten Verfahren eine extrem gute Haltbarkeit unserer Fotos gewährleisten. Zumindest wenn sie dunkel und trocken gelagert werden. Ob das auch für Drucke zutrifft wird die Zukunft zeigen.

Bleibt das Thema Film. Gestern abend machte ich in einer Kühlkammer Reportagebilder. Es war dort nicht nur unerfreulich frostig, sondern auch recht dunkel. Ich kam mit Mühe auf eine Belichtungszeit von 1/8 Sekunde bei Blende 2,0 und (echter) ISO 6400. Die Kontraste waren extrem. Nackte, ganz wenige Leuchtstoffröhren an der Decke, weiße Wände, dunkler Boden und dunkel eingemummte Gestalten.

Was hätte ich unter diesem Bedingungen analog gemacht? Ja, einen Blitzer auf die Knipse gesteckt. Ich habe aber a) keinen und b) hätte er nicht viel gebracht. Er hätte mir die düstere Lichtstimmung zerstört und die Hintergründe völlig in Dunkelheit absaufen lassen. Weiter zeigte mir der Belichtungsmesser ständig unrealistische Werte an. Kamen meine Motive auf mich zu dann verlängerten sich die Belichtungszeit, weil die Damen und Herren dunkle Jacken trugen, entfernten sie sich wieder von mir führten die weiß gefliesten Wände die Automatik in die Irre. Die Belichtung von Hand zu messen und manuell einzustellen funktionierte auch nicht. Was hätte ich mit Film gemacht? Blindflug und unendlich viele Sicherheitsbelichtungen. Wahrscheinlich hätte ich viele tolle Bilder wegen falscher Belichtung wegwerfen dürfen. So aber konnte ich nicht nur alle Belichtungen zeitnah kontrollieren, sondern sah schon im Sucher recht genau ob der Belichtungsmesser einmal mehr irrte. Ergebnis: ich konnte heute morgen 12 gute Schwarzweißaufnahmen verschicken die man ohne schlechtes Gewissen als Doppelseite drucken kann. Auf Film hätte man wahrscheinlich jedem sichtbaren Körnchen auf den Abzügen einen Namen geben können.

Thomas (Admin)
Angewandte Bilder würde ich immer digital machen. Handabzüge haben eigentlich nur im musischen Bereich eine Relevanz, wenn gleichzeitig ein Handwerk zur Geltung kommen soll und eine Einzigartigkeit des Objektes. Dies ist bei einem Druck ja vollständig abhanden gekommen.

Frau Müller | am 7. August 2021

„Das ist eine Generation vor mir.“

Hallo Thomas,

vielleicht solltest Du es doch einmal analog versuchen. Das notwendige Material scheinst Du ja zu haben. Mit der Nikon und dem Micro-Nikkor dürften kleinere Repros problemlos möglich sein. Das wäre sogar eine Möglichkeit die Farbqualität Deiner Ausarbeitungen vom Negativfilm zu testen bzw. zu korrigieren.

Das würde auch gut in Deinen Blog zur Analogfotografie passen. Landschaften kann jeder knipsen. Repros eher weniger. Die wirklich guten, zielführenden Tipps zur Ausleuchtung behält sowieso jeder Könner als Betriebsgeheimnis für sich. Reflexfrei und ohne Tiefen geht problemlos mit Polfiltern. Wie man das macht kann man in unzähligen (kostenfreien) Quellen nachlesen. Für den schmalen Geldbeutel bzw. für geringe Ansprüche mag das reichen. Es ist und bleibt aber Murks!

Übrigens: ich habe große Zweifel daß die Farbqualität Deiner Amateurblitze ausreichend genau ist um konstante Qualität zu liefern. Das mag mit der Digitalkamera so einigermaßen passen bzw. man kann es mit viel Mehrarbeit passend machen. Aber auf Film (was ist übrigens analoger Film? ein weißer Schimmel?? gibt es auch digitalen Film???????) könnte das ordentlich schief gehen. Liefern die Blitze tatsächlich 5400-5600° K wie es die meisten Tageslichtfilme verlangen? Ich glaube mich zu erinnern daß Du Metz und irgendeinen Chinesen parallel verwendest. Ein von uns vor vielen Jahren einmal gemessener Stabblitz lag weit daneben.

Thomas (Admin)
Hallo Frau Müller, das mit den Reproduktionen funktioniert gut, vielleicht etwas unorthodox. Alles sind bisher zufrieden. Analog mit Farbnegativfilm oder Diafilm würde ich so etwas nie machen. Ich sehe es eigentlich wie du mittlerweile: Farbfotografie ist eher eine Domäne der Digitalfotografie. Für diese Internetseite stelle ich Filme wie den Fujifilm C200 dennoch vor bzw. fotografiere damit einige hübsche Bilder zur Ansicht, zur Inspiration und Freude. Ansonsten schätze ich den rein analogen S/W-Handabzug. Das ist eine andere Geschichte.

Frau Müller | am 6. August 2021

Hallo Thomas,

zunächst möchte ich bestätigen dass auch ich den von Klaus Nagel beklagten Farbstich in Deinen Fotos sehe. Zur Sinnhaftigkeit von Farbnegativfilmen im Zeitalter der digitalen Fotografie möchte ich mich nicht äußern. Nur so viel: man kann sich das Leben auch schwer machen.

Zum Thema Farbreproduktionen mit analogem Material kann ich aus meiner langjährigen Tätigkeit und Erfahrung vielleicht ein wenig beitragen.

• Selbstverständlich wurden auch schon vor 20 Jahren hochwertige Kataloge und Bildbände von Kunstwerken hergestellt. Allein in unseren Regalen stehen mehrere hundert verschiedene davon. Von der kleinen Galerie bis zum Nobeltempel der Kunst.
• Die Farben der meisten gedruckten Repros waren seit Einführung der Laserscanner sehr gut und auch korrekt.
• Wer Kunstreproduktionen aufnehmen wollte mußte aber einiges wissen und sein Handwerk beherrschen.
• Museen, Verlage und Künstler verlangten zu analogen Zeiten sog. Ektachromes. Das waren und sind (farbige) Planfilmdias. Meist im Format 4×5 inch. Natürlich durften es auch Filme anderer Hersteller sein. Ausgeschlossen waren aber Filme wie der bei Hobbyfotografen heiß geliebte Velvia. Meist kamen Filme wie E 64 (auch in der Version “T“) zum Einsatz. Später auch die sehr guten Tageslichtfilme von Agfa 50/100 RS oder der geniale Fuji Astia.
• Ganz wichtig war (und ist) ein sehr sorgfältig arbeitendes Labor.
• Die Schärfe der Filme war und ist unwichtig. Ebenso das Korn. Einzig und allein die Farbqualität zählte. Eventuell noch das Schwarzschildverhalten bei Kunstlichtfilmen.
• Grundbedingung war (und ist) die Verwendung von genormten Farbkarten (Kodak) und Graukeilen. Stichwort: Druckvorstufe.
• Farbnegativfilme wurden gar nicht gerne gesehen! Künstler, Galerien und Museen konnte damit nichts anfangen. Man kann sie nicht auf dem Leuchtpult betrachten; man sieht keine fertigen Fotos. Die Farben von Negativfilmen waren schon immer Glücksache; siehe Deine eigenen hier gezeigten Versuche.
• Die Verwendung von heißem Licht oder Blitzlicht war und ist Glaubensfrage; auch heute noch. Bietest Du nicht selbst (extrem preiswerte) Repros mit einer sehr einfachen Ausleuchtung mit Amateurblitzen an?
• Kein Diafilm auf der Welt kann alle Farben korrekt wiedergeben! Farbkorrekturen wurden im Scan bzw. Druck erledigt, deshalb auch die genormten Farbkarten.

Viele Grüße von der Müllerin

Thomas (Admin)
Hallo Frau Müller, danke für den Einblick! Das ist eine Generation vor mir. Tatsächliche biete ich auch technische Repro-Fotografie an. Aber da läuft alles über Computer bzw. Berechnungen. Bei der Arbeit könnte man selber sogar eine Farbsehschwäche besitzen, da der Computer ja das „Target“ analysiert und auswertet. Technische Fotografie würde ich heute nicht mit analogem Film machen.

grrrr | am 5. August 2021

Hallo Thomas, leider hat Rossmann vor einigen Tagen den Preis für den 3er Pack Kodak Gol 200 Farbfilm 36er auf 17€ ! angehoben. Letztes Jahr von 7.95 auf 9.95€ und nun das. Im Netz geht der Pack jetzt teilweise für über 20€ weg. DM hat noch 9.95€ aber halt nie welche da (schaue seit letzten Jahr immer mal online , da kannst du den Lagerbestand in den Filialen checken. Rossmann hat seit kurzen ein neues Schild (aber auch leeres Regal) für einen Fujifilm 200er Farbfilm 5€. Rechnet also jetzt immer mit mindestens 5€ pro Anfänger Farbfilm :-/

Thomas (Admin)
Hallo, vielen Dank für die Information. Das wusste ich nicht. Ich hatte noch die alten Preise im Kopf. Schade, dass diese nun so angezogen sind.

Klaus Nagel | am 5. August 2021

Hallo Thomas,

hier kannst Du einiges Wissenswertes über die Gedanken und Ansichten von Adams zur Farbfotografie nachlesen. Er beschäftigte sich weit intensiver damit als die meisten glauben möchten. U.a. fertigte er einige riesige Bilder für Kodak bzw. testete Kodachrome in großen Aufnahmeformaten. Auch kommerziell fotografierte er oft in Farbe.

Ansel Adams
Farbfotografie. Ausgewählte Fotos und Schriften

Verlag: Christian Verlag München.

ISBN 10: 3884722395ISBN 13: 9783884722398

Sein geplantes Lehrbuch wurde nie veröffentlicht. Er starb zu früh.

Klaus Nagel | am 5. August 2021

@ Thomas,

was sind realistische Farbfotografien? Mein Augenarzt erklärte mir, dass sich das Sehen, auch das farbige, mit dem Alter ändert.

An der Farbfotografie scheiterte bzw. verzweifelte schon der Supertechniker A. Adams. Sein von ihm angedachtes Lehrbuch dazu schaffte es nie über das Stadium der Skizzen und Entwürfe hinaus.

Etwas verwundert bin ich aber wenn Du ihm Rahmen Deines Blogs zur Analogfotografie durch die Blume andeutest dass mit Film realistische Farbfotografie quasi unmöglich sei. Im Klartext bedeutet das doch nichts anderes als dass für Farbe, zumindest wenn sie perfekt sein soll, die digitale Technik vorzuziehen ist.

Wie wurden vor der Erfindung der Digitalfotografien Reproduktionen von Gemälden aufgenommen?

Thomas (Admin)
Hallo Klaus, als (tatsächlich) realistische Farbfotografien würde ich Drucke bezeichnen, welche im gleichen Licht neben dem Motiv gehalten die Farben gleich abbilden. Ich denke, dass so ein Anspruch nur mittels digitalen Techniken bzw. mit einem konsequent profilierten Prozess (von der Aufnahme bis hin zum Druck unter der Berücksichtigung des Papiers) realisierbar ist.
Gemäldereproduktionen, die analog gemacht wurden, habe ich leider zu wenige gesehen. Ich denke aber, dass hier der Anspruch geringer war, als man ihn heute hat und eher „pi mal Daumen“ nach Sicht mittels Graukarte ausgefiltert wurde. Aber ich kenne die alten Drucktechniken nicht. Dass Adams ein Lehrbuch über Farbfotografie heraus bringen wollte, wusste ich nicht. Interessant, dass das dann nie veröffentlicht wurde.

Klaus Nagel | am 4. August 2021

Schaue Dir einmal den Boden und den Beton im Bild über dem Foto mit der Kamera in der Hand an.

Auch beim Foto darüber (mit den Mohnblumen und dem Sandhügel) erscheint mir der Sand farbstichig.

Weiter geht es mit dem Foto mit dem im Gras liegenden, umgedrehten, Booten. Stimmen die Weißtöne?

Ebenso beim ersten Bild (Steine, Meer, Himmel).

Mein sich selbst kalibrierender Monitor zeigt das Weiß um Deine Bilder ohne jedweden Farbstich. Alle Deine Bilder hingegen in Richtung magenta/lila.

Thomas (Admin)
Stimmt, da sehe ich jetzt auch einen Magentaton im Beton, aber nur leicht. Eher wird bei allen Bildern etwas mehr Gelb dabei sein, als in Natur. Das mache ich gerne bei der Ausfilterung. Ich mag da eher einen Warmton. Um tatsächlich realistische Farbfotografien anzufertigen, würde ich auch keinen Film nutzen. Der bzw. der Prozess ist da viel zu fehleranfällig. Solche Bilder wie hier sollen einfach nur „hübsch“ sein.

Klaus Nagel | am 4. August 2021

Hallo Thomas,

kann es sein daß alle Deine hier gezeigten Fotos vom Farbnegativfilm einen leichten Magentafarbstich haben?

Die (wohl digital) fotografierte Filmdose bzw. -Packung sind farblich viel besser; dafür zu dunkel.

Thomas (Admin)
Hallo Klaus, auf meinem profilierten Monitor fällt mir dies nicht auf, vielleicht bei einem Motiv, wenn man kritisch ist. Auch auf dem Tablet-Computer fällt mir kein nennenswerter Stich auf. Alle Motive vom Film hatte ich nach Auge ausgefiltert. Es kann theoretisch natürlich sein, dass meine Anzeigegeräte zu Grün anzeigen bzw. ich komplementär dazu ungewollt einen Magentastich „eingebaut“ habe.

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