Das Zeiss Jena Flektogon 50mm f4 Mittelformat-Weitwinkelobjektiv für Pentacon Six & Kiev 60
Hier soll etwas Raum für das von mir am meisten genutzte Objektiv im Mittelformat gestattet sein: Für das Carl Zeiss Flektogon mit der Brennweite 50 mm und der Anfangsblende von 4. Es kann zudem auch an Digitalkameras verwendet werden (mit Adapter). Die Abbildungsqualität ist sehr gut. Aber das Objektiv ist dafür groß und schwer.
Häufig fotografiere ich analog im Mittelformat und zwar im Quadrat 6×6. Derzeit nutze ich eine Kiev 60 Kamera hierzu (kyrillisch „Киев 60“ bzw. „KNEB 60“). Diese ist nicht gerade eine Schönheit. Doch die Kiev tut was sie soll: Sie ist zuverlässig, robust und das Suchersystem ist hell und zeigt fast das gesamte Bild (im Gegensatz zur ähnlichen Pentacon Six).
Mein Lieblingsobjektiv daran ist das Flektogon:

Das Flektogon ist ein Weitwinkelobjektiv mit sehr großer vergüteter Frontlinse. Möchte man eine Gegenlichtblende nutzen, so wird nur die spezielle (und riesige) Gegenlichtblende keine Abschattungen verursachen. Wie weiter unten noch besprochen, benötigt man die riesige Sonnenblende jedoch nur, wenn hartes Licht auf die Frontlinse zu fallen droht (Sonnenstrahl von der Seite).

Ein Beispielbild mit dem Zeiss Flektogon. Es wurde eigentlich für die Pentacon Six gebaut. Es passt aber auch problemlos an die Kiev 60 bzw. an meine Arax-Mittelformatkamera, mit der dieses Foto entstand. Die oben abgebildete riesige Sonnenblende brauchte bei dem bei diesem Beispielfoto (auf Fomapan 400) vorherrschenden diffusen Licht nicht verwendet werden. Bei solchen Lichtverhältnissen kann man sie sich ruhig sparen.

Und ein Beispiel auf buntem Diafilm (ohne Polfilter).
Das Flektogon wurde seinerzeit in Jena bei Carl Zeiss hergestellt und ist vielerorts als qualitativ hochwertiges Weitwinkelobjekt bekannt. Es gibt auch Versionen für das Kleinbildformat („Vollformat“):

Hier sehen Sie ebenfalls ein Flektogon-Objektiv. Dieses hat jedoch die Brennweite von 35 mm bei einer Lichtstärke von 1:2,4. Es ist für das Kleinbildformat berechnet und besitzt den systemübergreifenden „M42-Schraubanschluss“. Man kann es auf einer solchen Praktica-Kamera nutzen, auf viele andere analoge Spiegelreflexkameras mit M42-Anschluss (z. B. Pentax) oder mittels Adapter an (Vollformat-) Digitalkameras.
Weiterhin gibt es Adapter für das Mamiya 645 System bzw. für moderne „Phase One“ Digital-Mittelformatkameras – jedoch nur für das „große“ Flektogon mit dem Pentacon Six-Bajonett Anschluss, welches ich hier vorstelle.

Hier ein Foto mit dem 50 mm Flektogon an der Pentacon Six, welches ich auf analoge-fotografie.net schon öfter gezeigt habe. Ich selbst fotografiere am liebsten Landschaften oder solche sachlichen Interieurs. Bei beiden Sujets ist mir ein gutes Weitwinkel, welches jedoch nicht zu übertrieben wirkt, genau das richtige Objektiv. Bei Landschaften beschneide ich das Quadrat später öfter. Bei Fotos wie dem obigen ist es jedoch sehr förderlich.

Das Weitwinkel an meiner Arax-Kamera, die ich mir vor einiger Zeit neu bestellte.
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Der Bildwinkel von 50 mm entspricht ungefähr dem im Kleinbild von 28 mm. Dabei wirkt es – bedingt durch das Quadrat – bei naher Position noch nicht so „auseinander gezogen“ bzw. verzerrt. Das 50 mm Weitwinkel an der Mittelformatkamera liefert noch relativ ausgewogene, „normal“ wirkende Bilder.

Ich fotografierte viel mit einer Kiev 60 Kamera. Sie besitzt ebenfalls das Pentacon Six Bajonett und somit kann man die hochwertigen Zeiss-Linsen auch an dieser Kamera nutzen. Auch manche Kiev 88 Mittelformatkameras besitzen das hierzu nötige „Pentacon-Six-Bajonett“ (aber nicht alle).

Oben an der Lampe erkennt man dann doch das Weitwinkel bei diesem Porträtfoto im engen Raum. Ohne Weitwinkelobjektiv wäre diese Aufnahme nicht möglich gewesen, da ich mit der Kamera nicht weiter nach hinten gehen konnte und möglichst viel vom Tisch auf dem Foto haben wollte.

Eine leicht beschnittene Aufnahme mit diesem Weitwinkelobjektiv für das 6×6-Mittelformat. Das Carl-Zeiss-Jena-Flektogon ist ein sehr hochwertiges Objektiv ohne nennenswerte Verzeichnung (erst Recht, wenn man es – wie hier – auf ca. f/11 abblendet). Der erreichbare Mikrokontrast ist etwas geringer als beim 80mm Zeiss Biometar (der Normalbrennweite für die Pentacon Six), was jedoch nur beim direkten Vergleich zweier Ausschnitts-Vergrößerungen auffällt und insbesondere bei einer solchen Fotografie (hartes Kunstlicht) völlig zu vernachlässigen ist.
Eine Besonderheit des 50 mm Flektogon für das Mittelformat ist dessen sehr große Frontlinse. Wenn man die original Sonnenblende besitzt, dann lässt sich diese nur über einen Adapterring anschließen. Dieser vergrößert das ursprüngliche Filtergewinde des Objektives von 86 mm auf ganze 95 mm. Dennoch muss man darauf achten, dass die Gegenlichtblende bei dem 50er Flektogon gerade ausgerichtet ist (und nicht leicht gedreht). Ansonsten gibt es leichte Abschattungen in den Ecken! Eine Alternative zur Originalen (riesigen) Sonnenblende wird es wohl kaum geben.
Die sicherlich günstigste und einfachste Art, Kleinbild-Dias und -Negative zu digitalisieren: mit dem eigenen Smartphone. Hierzu gibt es einen Aufsatz, der oben das Handy hält. Unten befindet sich ein Leuchtpult zum Durchleuchten. Natürlich erhält man hierdurch nicht die Qualität eines richtigen Filmscanners. Für kleinere Drucke oder das Teilen via sozialem Netzwerk reicht die Bildqualität sicherlich aus.
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Hier noch einmal eine Detailaufnahme des Carl Zeiss Jena Flektogon. Das Objektiv müsste aus den 1980er Jahren sein und besitzt eine hohe optische wie auch mechanische Qualität. Typisch sind die „Bläschen“ im Innern hinter der Frontlinse, die bei fast jedem Modell über die vielen Jahre entstanden sind. Sie beeinflussen die Abbildungsqualität jedoch nicht (hoffe ich). Ich hatte sogar mal ein Exemplar, bei welchem es keine dieser weißen Blasen gab. Leider musste ich es zurück geben, da die Blendenlamellen „verölt“ waren bzw. sich nicht mehr bewegen ließen (die Springblende blieb beim Auslösen geöffnet).

Noch ein analoges S/W-Foto im Quadrat: Fokussiert wurde hier auf die Person an der 16mm-Kamera. Im Mittelformat ist dann selbst bei der Verwendung eines Weitwinkels Vorder- bzw. Hintergrund unscharf abgebildet.

Auch an einige Typen der ukrainischen Kiev 88 System-Mittelformatkamera passt das Flektogon – jedoch nur, wenn diese Kamera das entsprechende P6-Bajonett besitzt. Das Modell auf dem Foto hat jedoch lediglich den originalen (Dreh-) Anschluss mit Einrastfunktion, an welchen die Zeiss-Objektive mit Pentacon-Six-Bajonett-Anschluss nicht passen. Es existieren jedoch modifizierte Kiev-88-Versionen (z. B. von Arax [englischsprachige Internetseite]), die den passenden Anschluss besitzen (sowie weitere Modifikationen).
Die älteren Flektogon-Objektive besitzen einen silber-schwarz-geriffelten Blendenring. Daher werden diese Zeiss-Objektive auch „Zebra“ genannt. Ob deren Abbildungsqualität anders ist als die neueren Objektive mit schwarzem Gehäuse, vermag ich jedoch nicht zu sagen.
Hier sieht man eine Abbildung von einem der älteren Carl-Zeiss-Jena-Objektiven mit dem silber-schwarzen Blendenring. Dieses Modell war seinerzeit mein erstes und es war ein kleiner Ebay-Reinfall: Die Frontlinse war übersät mit derben Kratzern und die Fokussierung hakelte. Und dennoch – trotz der äußerlichen Makel war die Qualität des Flektogons hervorragend, wie man sieht:

Noch eine Fotografie mit der analogen Kamera (Pentacon Six) und dem Carl Zeiss Jena Flektogon (ältere Version) – diesmal auf Ilford FP4 Rollfilm. Insbesondere in Innenräumen spielt dieses Objektiv seine Qualitäten in Kombination mit dem Filmformat „6×6“ voll aus. Hier wurde zur Aufnahme noch ein Blitz seitlich benutzt.

Man sieht: Ich habe eine Vorliebe für sachliche Interieurs. Hier ist für das Mittelformat 6×6 das 50mm Weitwinkel Flektogon ideal. An einer Vollformat-Digitalkamera bekommt man damit (per Adapter) immerhin eine „Normalbrennweite“. Für Digitalkameras mit „Crop“ stellen die 50 mm Brennweite bereits ein leichtes Teleobjektiv dar.
Hier habe ich noch ein Bild ausgegraben, welches ich seinerzeit in der Fahrradwerkstatt von der Kamera selbst gemacht hatte. Sie sehen: Der Raum war sehr klein und eng. Mit einer Normalbrennweite wäre das obige Foto so nicht realisierbar gewesen (aber Porträts des Monteurs selbst, die ich später machte). Selbst mit diesem Weitwinkel musste ich mich ganz hinten in den Raum „zwängen“. Natürlich gelingen solche Bilder am besten mit einem stabilen Stativ, wie auf dem Foto zu sehen.
Unten liegt noch ein (entfesselt ausgelöstes) Blitzgerät. Dieses ist auf die weiße Wand gerichtet und sorgte so für ein weiches Aufhelllicht aus Richtung Kamera. Nur so konnten die dunklen Bereiche im Schatten (Fensterlicht nur von links) genügend aufgehellt werden. Dies aber nur am Rande.
Wer gerne mit dem Zonenfokus Schärfebereiche legt, sollte beim Carl Zeiss Jena Flektogon 50 4 aufpassen: Die Skala selbst genügt zwar den Werten eines konservativen Anspruchs. Jedoch stimmt etwas mit der Schärfe im Fernbereich nicht. Zumindest ist mir dies bei bereits zwei Modellen aufgefallen.

Foma aus Tschechien stellt seit Jahren einige europäische Filmklassiker her: Der Fomapan 100 ist wohl einer der hierzulande am meisten genutzten S/W-Filme, gerade weil er recht günstig ist. Viele schätzen ihn jedoch auch, weil er seit Jahrzehnten praktisch immer noch so abbildet wie früher und vermutlich nie verändert wurde. Den Foma gibt es als Kleinbild, Mittelformat, Großformat und Schmalfilm.
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Das Flektogon an der Kiev 60 mit Prismenaufsatz im Einsatz: Das Objektiv mit Sonnenblende macht aus dieser eigentlich kompakten Kamera eine doch recht große Ausrüstung. Bei solchen Landschaftsfotografien nutze ich den „Zonenfokus“ und fokussiere nicht nach Mattscheibe.
Hier sollte man an der Skala mind. eine Blende „abziehen“. Beispiel: Ich stelle das Objektiv auf 2,5 Meter scharf. Bei Blende 11 erhält man hier dadurch rein rechnerisch einen Zonenfokus bzw. eine Schärfentiefe von 1,5 Meter bis 12 Meter. Dies zeigt die Skala auch an. Im Nahbereich stimmt die Schärfe durchaus. Bei 12 Meter hat sie jedoch bereits zu stark abgenommen. Daher lese ich diesen Fernbereich in diesem Beispiel bei Blende 8 ab: 6 Meter. Wenn man (wie ich) diesbezüglich noch konservativer ist und für große Abzüge maximale Schärfe haben möchte, dann kann man auch zwei Blenden abziehen. Ich habe mir deswegen einen kleinen Aufkleber mit dem entsprechenden Hinweis an das Objektiv angebracht.
Wer jedoch rein punktuell per Mattscheibe fokussiert braucht diesen Hinweis nicht beachten und wie gewohnt weiter fotografieren. Vielleicht können Sie / könnt ihr im Kommentarbereich einmal eigene Erfahrungen in puncto Schärfentiefe beim 50 mm Flektogon an einer 6×6 Mittelformatkamera schreiben.

Hier eine Farbaufnahme mit dem schönen Kodak Portra. Oft beschneide ich die Weitwinkel-Aufnahmen noch etwas, um ein bisschen Dynamik hinein zu bekommen. Das ist ja das Gute am quadratischen Format: Das 6×6-Negativ besitzt eine genügend hohe Auflösung, dass man nachträglich noch den Ausschnitt leicht verändern kann.

Noch eines meiner Porträts, die ich gerne mit der hier vorgestellten Kamera-Objektiv-Kombination anfertige. Mir ist es dabei immer wichtig, dass viel Interieur mit abgebildet werden kann. Dieses beschreibt meine porträtierten Personen sozusagen. Mit den 50 mm beim 6×6-Format ist dies kein Problem. Es findet auch keine nennenswerte Verzerrung (an den Bildrändern) statt. Alles wirkt „homogen“, nichts „zusammen gequetscht“. Auch schwierige Lichtverhältnisse (hier grelles Gegenlicht durch die Fenster) führen nur sehr selten zu Bildfehlern. Besonders Weitwinkelobjektive sind hier ja manchmal anfällig.
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Und hier einmal eine Fotografie, die ich aufnahm, bevor ich das 50 mm Weitwinkel besaß. Also musste ich mich mit dem 80 mm Zeiss Biometar zufrieden geben. Bei diesem Stillleben ging dies gerade so noch. Trotzdem war der Raum recht eng. Ich hätte hier lieber schon das 50 mm Weitwinkel für meine Mittelformatkamera genutzt.

Bei diesem Beispielbild auf Farbdiafilm war hinter mir ein Acker. Ich konnte nicht weiter weggehen. Dank Weitwinkel war dies auch nicht nötig. Es sind hier keine Verzerrungen an den Rändern zu erkennen.

Noch ein Foto, das mit dem Zeiss Jena Flektogon angefertigt wurde. Auch hier nutzte ich zum Fokussieren die Skalen auf dem Objektiv bzw. stellte nicht über den Sucher scharf. Nur dadurch gelang es, den Vordergrund gleichermaßen scharf abzubilden wie den Hintergrund. Diese Fotografie entstammt übrigens der Vorstellung meiner neuen Arax-Mittelformatkamera. Dort gibt es auch noch einige weitere Fotos mit dem Objektiv.

Zum Schluss möchte ich noch auf die original Sonnenblende des Zeiss Flektogon 50 4 zu sprechen kommen. Diese ist nämlich ganz schön groß! Sie besteht aus Metall und ist drehbar auf einem Ring mit einem Filterdurchmesser (bzw. einem entsprechendem Gewinde) von ganzen 95 mm angesetzt. Das Objektiv selbst besitzt jedoch einen Filterdurchmesser von 86 mm. Also benötigt man noch einen Adapter-Ring 86 mm auf 95 mm. Dies ist vom Hersteller durchaus so gedacht. Gewissermaßen gehört der Adapterring zur Gegenlichtblende. Diese Sonnenblende des Flektogons ist bei vielen gebraucht erhältlichen Objektiven dieses Typs selten dabei. Das ist aber nicht so tragisch:
Ich hatte die Sache mittels direktem 1:1-Vergleich getestet: Bei diffusem Licht ist diese Gegenlichtblende nicht nötig. Man sieht hier keinen Unterschied auf den (absolut gleichen) Bildern, die ich mit der 6×6-Kamera angefertigt hatte. Nur bei hartem, punktuellem Licht von der Seite (Sonnenlicht) wird eine solche Sonnenblende sicherlich sinnvoll sein. Da mein liebstes Licht bei Landschaftsaufnahmen eher ein „Milchglaslicht“ ist, lasse ich die riesige Gegenlichtblende mittlerweile zu Hause. Für meine Prortätaufnahmen in Räumen nutze ich sie auch nicht mehr, da auch hier kein hartes Licht direkt auf die Linse fällt.
Hinweis: Die Gegenlichtblende darf nicht leicht verdreht montiert sein! Ansonsten kann es bereits zur leichten Vignettierung kommen! Zudem kann sie nicht zusammen mit einem Filter genutzt werden. Auch dies führt bereits zur Vignettierung:
Weiterhin habe ich mir einen passenden Polfilter gekauft. Schaut man nach Filter, so steigen deren Preise parallel zum Filterdurchmesser. Ein Polfilter für die Größe 95 mm kostet sehr viel Geld! Daher habe ich mich für ein sehr günstiges China-ProduktWerbung entschieden.
Ich hatte mir auch einen passenden Objektivdeckel bestellt, um keine Kratzer auf der Frontlinse zu riskieren. Diese „Snap-On-Deckel“ gibt es auch günstig für den Durchmesser von 95 mm.


ein kleiner Ausflug in die Objektivgeschichte: das Normalobjektiv zur Pentagon Six (oder Kiew…) 2,8/80mm ist ein Zeiss-Jena Biometar, auch in Zeiten des kalten Krieges „BM“ genannt, ein 5-Linser. Ein Carl-Zeiss Biogon ist ein (Super-) Weitwinkelobjektiv mit geringer Schnittweite (Entfernung Hinterlinse-Film). Daher ist dieses Objektiv nur an der alten Contax Meßsucherkamera benutzbar gewesen. Bei der späteren Contarex Spiegelreflexkamera wurde es ebenfalls angeboten, hier mußte aber der Spiegel oben festgestellt werden, weil es dafür keinen Platz gab. Oder fest eingebaut in der Hasselblad SWC (4,5/38mm). Bei der Linhof-Kamera (Press bzw. Technika) spielt die geringe Schnittweite eines 4/53mm oder 4,5/75mm ebenfalls keine Rolle.
Ich besitze das Biometar ja auch und nutze es. Warum ich es im Text mit dem „Biogon“ verwechselt habe? Ich weiß es nicht. Ich habe den Fehler jedenfalls korrigiert. Danke für die Hinweise.
Klar ist, die Skalen sind idealisierte Richtwerte basierend auf den physikalisch-mathematischen Beziehungen der Schärfentiefe. Aber diese theoretischen Schärfentiefe-Werte gehen von idealen Objektivbedingungen aus. Der Hersteller mag die Schärfentiefe-Anzeige „recht sportlich“ ausgelegt haben. In der Praxis wird die Schärfentiefe jedoch durch Faktoren wie Objektivqualität, tatsächliche Blendenöffnung, Fokusgenauigkeit, etc beeinflusst; vor allem verschleißbedingt, aber interessanterweise eben bei bestimmten Objektiven offenbar schon produktionsseitig. Das schmälert die Übertragbarkeit. Damit lohnt sich für das einzelne Objektiv „bei Auffälligkeit“ Korrekturwerte zu bestimmen. Ich mach das mit Teststreifen, weil die theoretisch ermittelten Schärfentiefe-Werte im zweistelligen Nachkommabereich in der Praxis am Entfernungsring eh schwer exakt einzustellen sind. Die Skalen sind meist ja nicht so fein kalibriert. Infolgedessen blende ich deshalb eher konservativ, aber moderat ab. Und hier treffen wir uns ja doch alle wieder – mit oder ohne Aufkleber.
Zitat Thomas: „(Bei meiner alten Faltbalgenkamera hatte ich mir tatsächlich eine konservative Schärfentiefe-Tabelle an der Rückwand angebracht. Aber dort war das Objektiv auch fest verbaut.)“
Dann klebe die Tabelle doch einfach außen auf die Sonnenblende des Objektivs. Groß genug ist sie ja.
Gute Idee. Die benutze ich jedoch so gut wie nie: Bei „Milchglaslicht“ benötigt man sie nicht. Falls die Sonne schräg direkt auf die Frontlinse fallen sollte, reicht die eigene Hand zum Abschatten. Dank Spiegelreflex sieht man diese ja auf der Mattscheibe (bzw. hoffentlich nicht). Will meinen: Die große Sonnenblende habe ich meistens gar nicht dabei. Sie ist nicht unbedingt notwendig.
Zitat Thomas: „dann weiß ich ja jetzt, dass mein Model nicht das einzige mit der Eigenart ist.“
Hallo Thomas,
ich verstehe Euer Problem nicht.
Wenn ich in meinen Schärfetiefenrechner 50 mm bei 6×6, bei Blende 11, und einer Entfernungseinstellung von 3 m eingebe, dann zeigt er mir eine Schärfentiefe von 1,87m bis 5,64 m an. Also deutlich weniger als Du im Beitrag angibst; zumal Du von einer Entfernungseinstellung von 2,5 m sprichst.
Das heißt ganz klar, die Schärfentiefeanzeige am Objektiv ist recht sportlich. Ob man das gut oder schlecht findet muss jeder für sich selbst entscheiden. Wieso machst Du Dir nicht einfach eine grobe Tabelle und vergisst die Werte auf dem Objektiv?
Persönlich habe ich mir z.B. grob die Schärfentiefewerte für die Kleinbildbrennweiten 35mm und 50mm bei den Blenden 8 und 11 gemerkt. Als Entfernungseinstellungen wählte ich 3, 5 und 10 Meter.
Fotografiere ich im Mittelformat, stelle ich am Objektiv Blende 16 ein und benutze die (gemerkten) Werte für Blende 8 (Kleinbild). so klappt es in der Regel immer. Selbstverständlich mit der äquivalenten Brennweite.
Wer es genauer möchte der lädt einen Schärfentieferechner auf sein Smartphone. Diese Dinger gibt es kostenlos als Download. Für Digitalgegner gibt es auch ausgedruckte Tabellen.
Hallo Frau Müller, ich weiß jetzt gar nicht, ob ich die Skala auf dem Objektiv je mit einer Tabelle verglichen hatte. Es kann natürlich gut sein, dass erstere nicht konservativ genug ist. Damit wäre dieses Objektiv nicht das erste mit dieser Eigenart in meinen Händen. Ich mag es gerne simpel und möchte nicht noch einen Zettel in der Tasche haben. Ich merke mir einfach, dass ich den nächsten Blendenwert auf der Skala berücksichtigen sollte und gut ist es.
(Bei meiner alten Faltbalgenkamera hatte ich mir tatsächlich eine konservative Schärfentiefe-Tabelle an der Rückwand angebracht. Aber dort war das Objektiv auch fest verbaut.)
Hallo Thomas,
ich arbeite sehr viel mit Zonenfokus. Darin liegt für mich ein Unterschied zwischen „Knipsen“ und „Arbeit an der Aufnahme“. Deine Erfahrungen beim 50 mm Flektogon an einer 6×6 Mittelformatkamera kann ich bestätigen. Ich habe ein jüngeres Modell (nach Zebra) und ziehe hier eine Blende ab. Ich kenne das Phänomen aber auch von einem Tessar 2.8 50mm jüngerer Produktion. Eine Altvariante, mit der ich ebenfalls fotographiere, zeigt dieses nicht.
Dein Beitrag ist schon etwas her. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Erkenntnissen und Stellungnahmen hierzu. Danach zeigt sich, dass die Abweichungen vom Zonenfokus vielerlei Gründe haben (das im Einzelnen darzustellen, führte hier zu weit). Beim Tessar 2.8 50mm sind sie wohl nicht nur verschleiss- sondern auch auch konstruktions- /produktionsbedingt, insbesondere während Phasen intensiver Serienfertigung bei Carl Zeiss Jena. Die Fehlertoleranzen können sich aufsummieren, stehen aber nicht exemplarisch für eine ganze Serie. Es ist daher richtig, wie du vorschlägst, das jeweilige Objektiv zu ergründen und dann mit den Korrekturwerten zu arbeiten.
Nun, die Unvollkommenheit der „Alten“ ist ja auch das Schöne, weshalb wir – unweigerlich – nach mehr als einer Kamera, einem Objektiv trachten…
Hallo Wolfgang, dann weiß ich ja jetzt, dass mein Model nicht das einzige mit der Eigenart ist.
Hallo Thomas,
noch einmal zu meiner Mail betreffend der Alternative zur teuren Original Gegenlichtblende Zeiss Jena Flektogon 50mm f4. Ich meinte eigentlich die Verwendung von tulpenförmigen Gegenlichtblenden, wie sie speziell für Weitwinkelobjektive gedacht sind, um Vignettierungen an den Rändern zu vermeiden, da diese mehr Bildbereich seitlich erfassen. Runde Gegenlichtblenden werden ja meist für Teleobjektive verwendet, da hier der Bildkreis schmaler ist und die zusätzliche Abschirmung der Blätter nicht nötig ist. Die „Tulpen“ gibt es ja zu Hauf im passenden Filtergewinde, also unter Verwendung des Adapterrings 86-95. Würde mich interessen, ob das klappt bei beim Flektogon 50mm f4. Dann wäre es eine preiswerte Alternative. Da ich (leider) nun einmal Originalität wertschätze, habe ich ganz tief in die Tasche gegriffen und mir aus der Ukraine das Original für 60 Euro bestellt. Das war noch vergleichsweise billig. Aber wie gesagt, wäre interessant zu wissen, ob es da eine Option gibt.
Hallo Wolfgang, ich kann’s dir leider nicht sagen. Ich habe so eine Gegenlichtblende ja nicht. Wenn der Durchmesser groß genug ist, geht’s natürlich irgendwann.
Hallo Thomas,
mein erster Blogeintrag, deshalb zunächst ein großes Kompliment für die Internetseite, die Du hier betreibst.
Zu meiner Frage: Die original Blende für das hier vorgestellte Flektogon 4.0 50mm im Mittelformat ist wohl mittlerweile knapp am Markt. Der Preis klettert schon über die 100 Euro im EU Raum; die aus der Ukraine werden noch mit der MwSt beaufschlagt. Frage: Wenn man nicht auf Originalität, sondern allein auf Zweckmäßigkeit wert legt, läßt sich alternativ über den Adapterring 86-95 eine Kleinbildformat-Gegenlichtblende in Tulpenform mit Gewinde 95mm einsetzen? Oder gibt es da doch noch Vignettierung?
Hallo Wolfgang, beachtlich, dass dies so hoch gehandelt wird. Sie ist aber nicht immer nötig. Mit anderen Bauformen habe ich hier leider nicht experimentiert (ich habe ja eine originale). Man müsste sich hier eine vom Durchmesser genügend weite Kunststoffsonnenblende besorgen und diese schrittweise kürzen. Man sieht ja von hinten durchs Bildfenster schauend, ob es Vignettierungen geben könnte. So würde ich es machen.
servus, vielen Dank für Deinen Artikel. Wenn ich zu den Objektiven noch eine Frage stellen dürfte. Ich benutze eine Pentacon Six, mit dem P6 Anschluss. Ein 80mm und ein 180mm. Ein gut erhaltene Kiew60 hat hat sich nun auch gefunden. Das 80mm der Kiew60 passt problemlos auf die Pentacon Six. Die Objektive, die ich an der Pentacon Six verwende, lassen sich aber nicht an der Kiew60 ansetzen. Der Ring an der Kiew60 lässt sich nicht weit genug drehen und zu verriegeln. Eigentlich sollte das aber doch funktionieren, oder?
Falls Du einen Tipp hast, wäre ich sehr dankbar…
Lg Herbert
Hallo Herbert,
ich meine, ich hatte so etwas Ähnliches irgendwann schon einmal gelesen: Pentacon-Six-Objektiv lässt sich nur sehr schwer an die Kiew 60 anschließen. Offenbar gab es hier Fertigungstoleranzen. Denn bei mir funktioniert dies ohne Probleme: Das 80er Biometar und das 50er Flektogon lassen sich ohne größeren Kraftaufwand am Bajonett der Kiew ansetzen. Bei Dir ist offenbar das Bajonett einen Ticken zu eng. Da weiß ich leider auch nicht weiter. Bei meiner neuen Arax 6×6 Kamera ist es so, dass sich das Lösen des Objektives teils etwas schwierig gestaltet. Man darf dieses beim Abnehmen nicht verkanten sondern muss es gerade nach vorne heraus ziehen.
Hallo Thomas,
Du fragst nach Erfahrungen in puncto Schärfentiefenskala beim Flektogon.
Leider kann ich Dir in Bezug auf das genannte Objektiv nicht konkret weiterhelfen. Ich habe es nicht.
Bei meinem Fünfziger für 6×6 korrigiere ich gewöhnlich die Angaben für die Schärfentiefe um 1 bis 2 Blenden. Jenachdem wie groß die Bilder werden sollen. Sollen die Fotos mehr als zehnfach vergrößert werden dann entscheide ich mich für 2 Blenden; gewöhnlich für eine Blende.
Übrigens:
Es ist toll daß Du ein Objektiv, das die meisten Hobbyfotografen nicht einmal als Geschenk haben möchten, vorstellst und benutzt. Das zeigt abermals daß man gute Bilder in erster Linie nicht mit der teuren Ausrüstung macht. Deine Resultate strafen all die Besserwisser in den Foren Lügen die meinen nur mit dem Besten vom Besten kann man gute Bilder machen. Auch mit diesem vermeintlich schwächeren Objektiv für die Mittelformatkamera klappt es – wie man sieht – mit wundervollen Fotos die man nicht verstecken muß. Es müssen nicht immer die vermeintlichen Spitzenprodukte aus Oberkochen oder aus japanischen Edelschmieden sein.
Jetzt aber ein großes ABER von mir: der Einsatz des Flektogons auf Kleinbild finde ich nicht wirklich eine Empfehlung. Zum einen gibt es gute Normalobjektive noch und nöcher preiswert zu kaufen. Zum anderen sind diese in aller Regel optisch besser und dazu noch kleiner und leichter. Für mich wäre das Mittelformatweitwinkel allenfalls ein Notbehelf.
Weiter finde ich den Filterdurchmesser und die Sache mit der Sonnenblende suboptimal. Irgendwie bin ich froh daß mein 4,0/50 mm wesentlich kleiner und leichter ist. Es passen sogar alle Filter vom Normalobjektiv darauf. Auch die Sonnenblende macht keinerlei Probleme.
Hinsichtlich der Brennweite stimme ich Dir zu. Sie ist noch gut zu beherrschen. Wenn man Menschen nicht in die äußersten Ecken quetscht dann gibt es auch keine Eierköpfe; zumindest wenn man ein wenig Abstand hält.
Hallo Frau Müller! Ich gebe dir (mittlerweile) Recht: Es gibt meines Erachtens keinen Grund, warum man solch eine für das Mittelformat gerechnete Optik vor einem kleineren Format nutzen sollte. Sicherlich sind die hierfür erhältlichen Objektive mit dem gleichen Winkel / Brennweite besser in der Abbildungsleistung. Sie müssen ja weniger können (weniger Fläche „ausleuchten“). Von der Größe und dem Gewicht wollen wir erst gar nicht reden. Und: 50mm-Objektive sind ja noch recht preiswert. Zudem sind sie (fürs Kleinbild) lichtstärker.
Danke,
im Prinzip dachte ich auch dass ich darauf geachtet habe dass die Sonnenblende gerade sitzt, kann sich natürlich auch im Eifer des Gefechts etwas verdreht haben..
Habe jetzt häufig einen Gelbfilter drauf und neulich fiel mir das eben in der Kombination sehr stark auf. Ohne Filter hatte ich den Effekt nur mal ganz leicht gesehen.
Ich werde der Blende nochmal eine Chance geben und mal wieder ein paar Aufnahmen mit ihr machen, dann weiß ich mehr. Hatte sie jetzt erstmal vermieden – aber da muss man dann auch aufpassen – wegen der Sonne.
Polfilter brauche ich für das Flektogon auch noch, vielleicht könntest du ja nochmal deine Erfahrungen mit dem günstigen Produkt veröffentlichen wenn du ein bißchen damit fotografiert hast.
Eine Frage zu der Sonnenblende,
ich besitze das Flektogon mit der originalen Sonnenblende und benutze es ebenfalls an der Kiev 60.
Bei mir ist es aber leider so dass ich in den Ecken leichte Abschattungen bekomme wenn ich die Sonnenblende benutze, muss dann um den Effekt aus dem Bild zu haben das Bild leicht an den Rändern beschneiden. Wenn noch zusätzlich ein Filter drauf ist, wird es schon fast zuviel für meinen Geschmack da ja die Sonnenblende noch um die Tiefe des Filters weiter nach vorn platziert ist und die Abschattung sich verstärkt.
Hast Du bislang damit keine Probleme gehabt? Und gibt es irgendeine Alternative?
Ich kenne das Problem mit den Abschattungen bzw. Vignettierungen. Ich achte immer penibel darauf, dass die Gegenlichtblende gerade sitzt. Sie darf bei mir nicht leicht gedreht sein, sondern genau ins „Quadrat passen“. Dann habe ich keine Vignettierung. Allerdings muss ich sagen, dass ich immer vom Stativ mit recht großem Blendenwert (mind. f/8, gewöhnlich eher f/16) fotografiere. Dann habe ich seit einiger Zeit den Polfilter. Mit dem habe ich jedoch noch gar nicht richtig eingesetzt, kann also gar nichts bezüglich Abschattungen am Weitwinkel sagen.