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Vorstellung S/W-Fotopapier von Foma „Fomabrom Variant 111“

Das S/W-Fotopapier „Fomabrom Variant 111“ ist ein klassisches kartonstarkes Barytpapier des tschechischen Herstellers Foma. Ich nutze dieses Papier seit vielen Jahren in meiner Dunkelkammer und beschreibe in diesem Beitrag dessen Eigenschaften.

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Es gibt auch heute noch mehrere S/W-Fotopapiere von verschiedenen Herstellern auf dem Markt. Ich bevorzuge kartonstarkes Barytpapier mit variablem Kontrast („Multigrade“). Diese Sorte von Papier ist am teuersten. Daher griff ich in meiner Studentenzeit bereits zum Fotopapier von Foma und bin dabei geblieben.

Fotopapier Fomabrom

Abgebildet ist ein Karton „Fomabrom Variant 111“: Mit diesem Fotopapier habe ich über die Jahre sehr viele Erfahrungen gesammelt. Damals im Fotostudium kostete eine Packung des Formates 24 x 30 cm mit 50 Blättern noch ca. 50 Euro. Heute sind die Preise von Fotopapier wie auch natürlich von Filmen angestiegen. Foma ist hier aber weiterhin noch deutlich günstiger als z. B. Ilford. Mit dem Fomabrom lassen sich qualitativ hervorragende Silbergelatine-Abzüge in „Museumsqualität“ anfertigen:

 

ein Silbergelatineabzug

Scan vom Handabzug

 

ein Silbergelatine-Handabzug

Silbergelatine-Handabzug auf Fomabrom frisch aus dem Labor (hier im Format 17,8 x 24 cm). Mit solch einem Papier sind kleine Kunstwerke möglich – Solche Fotografien unterscheiden sich natürlich zumindest im ideellen Sinne vom profanen Druck. Und es muss hierfür nicht das teure Ilford sein: Das Fomabrom ist ein klasse Silbergelatine-Barytpapier!

 

mehrere Fotos auf Fomabrom-Papier

Mehrere meiner Fotografien ausbelichtet auf dem Fomabrom Variant 111 Papier. Wenn man genau hinschaut, erkennt man das Nassklebeband an den Papierrändern, welches ich zum tatsächlich planen Trocknen von diesem Fotopapier benötige (und später auch nicht wegschneide).

 

ein selbst entwickelter Handabzug

Noch ein Foto einer meiner in der Dunkelkammer selbst entwickelten Handabzüge auf dem Fomabrom Variant Barytpapier. Der Himmel wurde beim Vergrößern nachbelichtet. Das Schilf wurde nach dem Wässern oben mittels „Farmerschen Abschwächer“ nach Sicht mit einem Schwamm aufgehellt. Nun aber zu den Merkmalen dieses Papiers, die ich in einer Liste notieren möchte:

mehrere Silbergelatineazüge mit Passepartout

mehrere Silbergelatineabzüge auf Fomabrom Variant 111 im Passepartout / Rahmen

Da dieses Foma-Papier keinen reinweißen Papierträger hat (was kaum ein Barytpapier hat) empiehlt sich auch kein reinweißes Passepartout, wenn man ein solches zur Rahmung bevorzugt. Ich nutze Passepartoutkarton im Ton „naturweiß“ bzw. eines mit ganz leichtem Gelbanteil. Auch interessant → Wie ich selber Passepartouts schneide

Mein Fazit: Anhand meiner Liste sieht man schon, warum man bisweilen zu lesen bekommt, dass für Anfänger in der Dunkelkammer eher PE-Papiere und nicht Barytpapiere (wie das Fomabrom Variant 111) zu empfehlen sind. Tatsächlich sind PE-Fotopapiere deutlich einfacher und flinker zu entwickeln (und zu trocknen).

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Das Buch Analog Fotografieren und Entwickeln - die Eigene Dunkelkammer ist eines der wenigen modernen Fachbücher, die sich noch der analogen Bildverarbeitung widmen. Demzufolge werden hier auch die heute erhältlichen Filme, Papiere und aktuelle Chemie besprochen. Wer sich nicht durch die vielen einzelnen und verstreuten Artikel im Internet durchwühlen möchte, findet hier das gesamte Standard-Wissen für einen gut gemachten Handabzug vor, und zwar aus zeitgenössischer Sicht. Auch dieses Buch kann man auf Amazon virtuell durchblättern.

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Ich entwickele das Fomabrom-Papier bevorzugt in einem Warmtonentwickler. Um danach noch ein Bisschen mehr Schwarz in den Schatten zu bekommen (und wegen der Archivfestigkeit) übergebe ich das Papier noch in eine Selentonung (nicht zu lang, da es ansonsten abkühlt).

Übrigens: Man kann Verbrauchsmaterial (Filme, Papiere, Chemie) auch direkt bei Foma in Tschechien bestellen. Inwiefern man hier gegenüber einem Kauf bei einem der hiesigen Händler spart, habe ich nicht verglichen. Vermutlich lohnt es sich bei größeren Mengen.

analoge Abzüge

mehrere analoge Handabzüge auf Fomabrom Variant 111

Hinter Bilderrahmenglas wird man den Unterschied zu PE-Papier zunächst nicht sehen (außer ggf. nach einigen Jahren Lichteinfall, da Barytpapier meist deutlich archivfester ist). Als Liebhaber von selbst angefertigten Silbergelatineabzügen setze ich persönlich jedoch auf den klassischen und kartonstarken Barytabzug, auf die Haptik. Hier bietet Foma mit dem Fomabrom Variant 111 ein qualitativ hochwertiges S/W-Barytpapier zum verhältnismäßig günstigen Preis an. Beachtet man hierbei einige Punkte (s. o.) kann man hiermit hochwertige Abzüge in „Museumsqualität“ in der eigenen Dunkelkammer anfertigen.

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Veröffentlichung: 11.12.2021; geändert: 17.07.2022

der Author dieser SeiteHallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und ich entwickele meine Bilder in der Dunkelkammer oder "mit" dem Computer.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie / schaue Du auch einmal in das Inhaltsverzeichnis hinein:

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Frau Müller | am 12. Mai 2022

Hallo Thomas,

das ist, wie meist bei Dir auf Deinem Blog, ein sehr interessanter Beitrag. Aber ich frage mich wieso Du Dir das freiwillig antust. Ich meine die ganze Arbeit in der Dunkelkammer.

Du zeigst in diesem Beitrag u.a. Ausstellungsfotos hinter Glas. Ich würde gerne einmal fragen ob irgendein Besucher feststellen kann ob es sich um die von Dir so geliebten Handabzüge handelt oder hochwertige Ausdrucke.

Auch wenn ich nur noch extrem teure Barytdruckpapier in Museumsqualität und teuerste Tinten verwende glaube ich kostengünstiger als Du produzieren zu können.

Inzwischen bin ich der festen Überzeugung daß Spitzendrucke den besten Arbeiten aus der Dunkelkammer nicht nur Nahe kommen sondern sie sogar überragen. Auch hinsichtlich Haltbarkeit dürften sie gleichwertig sein.

Mir ist es trotz wirklich großer Erfahrung (und wohl auch Können) noch nie gelungen mit weniger als mind. 5 Blatt Fotopapier einen hochwertigen Abzug in Ausstellungsqualität herzustellen. Wenn ich jetzt noch bedenke daß mir vor oder bei der Trocknung (Schichtbrüche), beim Ausflecken oder Aufziehen der eine oder andere Abzug über die Wupper geht dann benötige ich für ein Ausstellungsbild regelmäßig eher um die 10 Blatt Fotopapier. Berechne ich jetzt noch die benötigte Zeit, Chemie, Aufwand der Giftentsorgung (Selen), Strom, Heizung, Wasser etc. dann erscheint mir die Dunkelkammer immer weniger sinnvoll. Ich habe neben schlechterer Qualität auch noch höhere Kosten.

Das mit der Haptik lasse ich nicht gelten. Wenn die Bilder an der Wand, in der Galerie etc. hängen fasst sie niemand an. Es zählt allein der optische Eindruck. Der wiederum unterscheidet sich hinter Glas nicht. Der kritische Betrachter hat bei Drucken eher Vorteile. Fehlstellen welche man immer bei sehr kritischer Betrachtung sieht (Retuschen) gibt es schlicht nicht.

Ganz nebenbei: ist bei Dir und dem Blog die Luft raus?

Thomas (Admin)
Hallo Frau Müller, mit den Druckergebnissen moderner Tinten, Papiere, Drucker wirst du sicherlich recht haben. Hier kenne ich mich nicht aus. Mir geht es dabei sehr viel um das Selbermachen in ganzer Eigenregie und Handarbeit wie beim Marmelademachen anstatt kaufen, um den ideellen Wert, auch wenn nur die wenigsten den Unterschied zu einem Druck überhaupt kennen bzw. überhaupt schätzen können. Es kann durchaus sein, dass ich ein halbes Jahr lang hier nichts schreibe. Da bin ich nicht so emsig.

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