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Vorstellung S/W-Fotopapier von Foma „Fomabrom Variant 111“

ThomasKategorie: Das Positiv 4 Kommentare

Das S/W-Fotopapier „Fomabrom Variant 111“ ist ein klassisches kartonstarkes Barytpapier des tschechischen Herstellers Foma. Ich nutze dieses Papier seit vielen Jahren in meiner Dunkelkammer und beschreibe in diesem Beitrag dessen Eigenschaften.

Es gibt auch heute noch mehrere S/W-Fotopapiere von verschiedenen Herstellern auf dem Markt. Ich bevorzuge kartonstarkes Barytpapier mit variablem Kontrast („Multigrade“). Diese Sorte von Papier ist am teuersten. Daher griff ich in meiner Studentenzeit bereits zum Fotopapier von Foma und bin dabei geblieben.

Fotopapier Fomabrom

Abgebildet ist ein Karton „Fomabrom Variant 111“: Mit diesem Fotopapier habe ich über die Jahre sehr viele Erfahrungen gesammelt. Damals im Fotostudium kostete eine Packung des Formates 24 x 30 cm mit 50 Blättern noch ca. 50 Euro. Heute sind die Preise von Fotopapier wie auch natürlich von Filmen angestiegen. Foma ist hier aber weiterhin noch deutlich günstiger als z. B. Ilford. Mit dem Fomabrom lassen sich qualitativ hervorragende Silbergelatine-Abzüge in „Museumsqualität“ anfertigen:

 

ein Silbergelatineabzug

Scan vom Handabzug

 

ein Silbergelatine-Handabzug

Silbergelatine-Handabzug auf Fomabrom frisch aus dem Labor (hier im Format 17,8 x 24 cm). Mit solch einem Papier sind kleine Kunstwerke möglich – Solche Fotografien unterscheiden sich natürlich zumindest im ideellen Sinne vom profanen Druck. Und es muss hierfür nicht das teure Ilford sein: Das Fomabrom ist ein klasse Silbergelatine-Barytpapier!

 

mehrere Fotos auf Fomabrom-Papier

Mehrere meiner Fotografien ausbelichtet auf dem Fomabrom Variant 111 Papier. Wenn man genau hinschaut, erkennt man das Nassklebeband an den Papierrändern, welches ich zum tatsächlich planen Trocknen von diesem Fotopapier benötige (und später auch nicht wegschneide).

 

ein selbst entwickelter Handabzug

Noch ein Foto einer meiner in der Dunkelkammer selbst entwickelten Handabzüge auf dem Fomabrom Variant Barytpapier. Der Himmel wurde beim Vergrößern nachbelichtet. Das Schilf wurde nach dem Wässern oben mittels „Farmerschen Abschwächer“ nach Sicht mit einem Schwamm aufgehellt. Nun aber zu den Merkmalen dieses Papiers, die ich in einer Liste notieren möchte:

  • Die Fomabrom-Papiere sollte man in der Dunkelkammer nur bei tatsächlich rotem Licht nutzen (andere Papiere verschleiern auch bei gelbem Licht nicht). Ich nutze teils simple Fahrradrücklichter in meiner temporären Dunkelkammer. Grundsätzlich sollte man zunächst einmalig einen Schleiertest anfertigen, um die Ausrüstung zu prüfen. Manch einer entwickelt die Papiere vielleicht gerne nach Sicht. Hier ist eher dunkles Rotlicht sicherlich nicht so gut geeignet. Ich entwickele meine Bilder immer aus bzw. lege viel Wert auf zuvor korrekt angefertigte Probestreifen.eine Rotlicht-LED-BirneZ. B. diese Rotlicht-LED-Birne „Paulmann 1W Deco 20 Lumen“ funktioniert hervorragend als Duka-Leuchte für das Fomabrom-Papier. Ich hatte einen ordentlichen Schleiertest damit vorgenommen, welcher negativ ausgefallen ist.
  • Im Gegensatz zu modernen PE-Papieren muss das Fomabrom-Fotopapier länger belichtet- und länger entwickelt werden (beim Festgradations-Baryt bin ich mir nicht sicher, da ich es nicht nutze). Ich bin durchschnittlich bei meinen Einstellungen bei einer Entwicklungszeit von 180 Sekunden, also drei ganze Minuten! In meinem Entwickler erscheinen die ersten Bildschwärzen nämlich erst nach ca. 30 Sekunden. Nach der „Bildspurzeit-mal-Sechs-Regel“ ergibt sich somit eine ziemlich lange Entwicklungszeit von drei Minuten (konservativ).
    Natürlich sollten auch die Probeschnipsel so lange entwickelt werden (was etwas nervt).
  • Auch dieses Barytpapier dunkelt beim Trocknen leicht nach. Das heißt, man sollte die Probeschnipsel mit einem Föhn, mit einer Heizpresse, Mikrowelle oder Ähnlichem trocknen und erst dann im Hellen beurteilen. Wer auf Barytpapier wie dem hier vorgestelltem vergrößert, sollte unbedingt den Artikel Nachdunkeln von Baryt-Fotopapier lesen, ansonsten erhält man schnell unlebendige Bilder, welche beim erneuten Einweichen im Wasser plötzlich wieder brillant werden, solange sie nass sind (dann sieht man den Effekt). Aber nicht nur die Schatten dunkeln beim Trocknen nach, auch die Lichter. Fertigt man also eine Serie im Schnee an, muss man damit rechnen, dass dieser eben nachdunkelt (und dabei auch an Zeichnung gewinnen kann, falls noch nicht vorhanden). Daher sind trockene Probestreifen sehr wichtig zum Beurteilen. Die nassen Abzüge müssen leicht zu hell ausschauen.Nachdunkeln von FotopapierNachdunkeln des Papieres im trockenen zustand (links nass, rechts trocken). Es ändert sich beim Trocknen übrigens auch der Bildton, siehe nächster Punkt:
  • Nutzt man einen Warmtonentwickler, erhält man einen leicht warmen Ton, welcher allerdings auch ganz leicht Grün erscheint. Das sieht man meist aber erst, wenn man es weiß. Und: der leichte Grünton verschwindet beim Trocknen zum größten Teil. Das Foma-Papier kann leicht wärmer mit so einem Warmtonentwickler wirken (was ich mag). Dafür erreicht es dann – meinem Eindruck nach – nicht mehr das maximale Schwarz wie bei einem Neutraltonentwickler. Aber dies kann man dann wieder mit Selentoner (s. u.) kompensieren. Unterschiedliche Entwickler wirken sich jedoch nur gering auf das Bild aus. Sicherlich ist dies bei anderen Papieren anders. Große Unterschiede sollte man hier nicht erwarten.
    In diesem Zusammenhang: Man liest bisweilen, dass es „härter arbeitende“ Papierentwickler gäbe (wie auch „weicher arbeitende“). Dass man mit solch einem Entwickler bei den heutigen Papieren eine sichtbare Kontraststeigerung bzw. -Änderung erreichen kann, halte ich nach meinen Tests für eine Mär. Das funktioniert beim Fomabrom nicht und sicherlich auch nicht mit anderen Papieren, wenn man stets korrekt ausentwickelt.
  • Ich habe das Gefühl, dass dieses Multikontrastpapier nicht richtig hart abbilden kann, wenn die Negative eher weich sind. Mir fehlt hierzu allerdings der konkrete Vergleich zu z. B. einem modernen Ilford-Multigrade-Papier. Geschätzt erreicht man hiermit Gradation 4. Will sagen: Im Zweifel die Negative etwas länger (härter) entwickeln. Gegenüber dem hat man bei dem Fomabrom allerdings in die andere Richtung hin sehr viel Spielraum: Man kann selbst aus den dichtesten Negativen mit sehr weicher Filterung noch Lichterzeichnung beim Nachbelichten aus den Wolken heraus holen:ein nachbelichteter Himmel
    Solch eine tolle Lichterzeichnung im Himmel bekam ich bei diesem Abzug hin, indem ich nach der (härteren) Grundbelichtung den oberen Bereich mit eher weicher Filterung recht lange nachbelichtete. Da sieht man erst, was in den Negativen noch alles stecken kann. Dieses Bild ist auch ein schönes Beispiel dafür, warum ich Multikontrast-Papier so schätze: Man kann unterschiedliche Bildbereiche unterschiedlich hart / weich im Positiv heraus arbeiten (auch über diese Technik schrieb ich bereits einen Artikel). Es kann sein, dass Multikontrastpapiere (heute) generell nicht so hart abbilden können wie ein tatsächlich hartes Festgradationspapier. Hier fehlen mir selbst allerdings konkrete Vergleiche mit anderen Papieren.
  • Apropos Filterung: Ich hatte einen sehr ausführlichen Artikel zum Thema Manuelles Splitgrade geschrieben. Das funktioniert auch beim Fomabrom sehr gut.
  • Noch etwas Wichtiges bezüglich dem Filtern: Bei gleicher Lichtstärke (z. B. mittels Labor-Belichtungsmesser gemessen) sind die Belichtungszeiten trotzdem unterschiedlich, wenn man die Gradation wechselt! Beispiel: Ein schwarzer Pudel wird bei Gradation 3 zwölf Sekunden lang auf’s Papier gebracht und weist Maximalschwarz mit Zeichnung auf. Man stellt Gradation 4 ein und ggf. die Blende so, dass ein Labor-Belichtungsmesser wieder die selbe Lichtstärke signalisiert: Der arme Pudel wird bei der selben Belichtungszeit / Lichtmenge nun zugelaufen sein – ein schwarzer Klecks ohne Zeichnung. Es müssen also bei einem Gradationswechel stets neue Probestreifen angefertigt werden: Man hat hier beim Fomabrom Variant sozusagen mehrere unterschiedlich empfindliche Papiere in einem – je nach Filterung. Inwiefern dies auch für andere Multigrade-Papiere zutrifft, weiß ich allerdings nicht. Wenn man also Einlegefilter benutzt, welche die selbe Dichte besitzen, kann man dennoch nicht davon ausgehen, dass die Belichtungszeiten gleich sind, leider.Abzüge auf Foma-FotopapierFotopapier als AusstellungsansichtFotografien auf dem Foma-Baryt-Fotopapier als Scan und als Ausstellungsansicht. Auch bei diesen Motiven wurde übrigens der Vordergrund (welcher beim direkten Blitzen ja viel zu hell, ja grell kommt) mit weicher Gradation einfach nachbelichtet und zudem das Holz mittels Farmerschen Abschwächer nachträglich künstlich via Wattebausch aufgehellt. So entstehen solche Abzüge in reiner Handarbeit (und nicht mit Photoshop).
  • Vor langer Zeit hatte ich das Fomabrom auch in einem Lithentwickler entwickelt. Soweit ich mich erinnere, gab es dabei immer große Pusteln bzw. Pfefferkörner. Zum Lithen gibt es geeignetere Papiere (Ich bevorzuge hier das alte OrWo-Baryt, sofern heute noch erhältlich). Auch das Foma Fomatone Papier eignet sich besser hierfür.
  • ein selbst vergrößertes Foto

    Bei diesem Bild belichtete ich den Bereich Pfütze mit weißem Licht ganz kurz vor (siehe auch Fotomaterial vorbelichten), damit das Papier an dieser Stelle nur für die Lichter etwas empfindlicher wurde und so noch Zeichnung erhielt, ohne dass ich für den gesamten Bereich eine weichere Gradation wählen musste (sondern mit einer härteren arbeiten konnte).

    Nun zu den Zaubertricks (falls man das Bild im dunklen Rotlicht überhaupt genügend beurteilen kann): Längeres Entwickeln („Quälen“), um den Kontrast zu erhöhen oder die Lichterzeichnung, bringt nichts. Auch das Aufwärmen der Lichter in der Entwicklerschale durch Reibung mit den Fingern bringt nichts, genau so wenig wie das Einreiben dieser mit Sodalösung. Hier ist dieses Papier meinen Tests nach stur, wenn man es zunächst korrekt ausentwickelt (180 Sekunden, s. o.). Soweit ich mich erinnere, konnte ich im Dunkeln immerhin mittels Entwicklerkonzentrat noch etwas Lichterzeichnung aus einem zu knapp belichteten Papier heraus holen. Aber dies alles ist meist Pfusch und man sollte das Papier einfach zuvor korrekt (partiell) belichten, wenn möglich. Ein bisschen Lichterzeichnung bekommt man noch „heraus gekitzelt“, wenn man das Papier bzw. eine entsprechenden Bereich mit weißem Licht ganz kurz vorbelichtet („preflash“).

  • Mittels Selentoner kann man das tiefe Schwarz des Fomabrom-Papiers nachträglich aber noch einen Tick schwärzer bekommen:Vergleich mit Selentoner
    Auf diesem Vergleichsfoto sieht man auch etwas anderes (bei gutem Monitor): Besagter Grünstich verschwindet nach einer knappen Selentonung nun vollständig. Allerdings wird der Bildton dann auch leicht „kälter“. Die anschließende knappe Selentonung gehört zu meiner Standard-Prozedur für einen „Fine-Art-Abzug“.
  • Ich habe auch gute Erfahrungen mit Sepiatoner gemacht:ein Foto im Sepia-TonerMittels solch einem Schwefeltoner können die Bildtöne des Fomabrom-Papiers recht einfach in Brauntöne verwandelt werden. Das Beispielbild zeigt bereits ein schon recht intensiv getontes Foto (die Schwärzen verlieren dann an Tiefe). Ich bevorzuge eher dezente nachträgliche Tonungen (wenn überhaupt).
  • Obacht: Das Fomabrom Variant 111 ist im nassen Zustand leicht unscharf! Ich hatte einmal einen fertigen, trockenen Abzug und wollte später neue Handabzüge anfertigen. Zum Vergleich hielt ich die nassen Probestreifen neben den bereits fertigen und trockenen Abzug und fluchte: Egal mit wie viel Akribie ich den Vergrößerer einstellte – Immer waren die Teststreifen leicht unschärfer als der alte Abzug. Viel später merkte ich, dass dies einfach daran lag, dass das Barytpapier nass aufgequollen ist und die Details erst trocken richtig scharf erscheinen. Das hatte mich einen halben Tag Arbeit gekostet. Aber dafür habe ich nun eine Geschichte.
  • Nach dem Fixieren (bzw. nach einer Tonung) wässere ich das Papier zunächst grob. Ich hatte ein Häufchen Sodapulver aus dem Supermarkt in meine Hand gegeben und dieses in einem Liter Wasser aufgelöst bzw. für den mehrmaligen Gebrauch in eine Vorratsflasche gefüllt. In dieser Lösung bade ich das Papier für ca. eine Minute. Danach geht es wieder zurück in das Wasserbad. Durch das Soda-Zwischenbad erhoffe ich mir eine schnellere Auswässerung der Chemie aus dem Papierträger. Wenn hierbei das Papier lila anläuft bzw. Flecken bekommt, weiß man, dass man zuvor noch nicht gründlich genug vorgewässert hat.
  • Man kann die Mitteltöne und erst Recht die Lichter nach grobem Wässern bei Tageslicht nach Sicht sehr gut mittels Farmerschen Abschwächer aufhellen (Schwamm, Wattestäbchen) und somit den Kontrast partiell nachträglich erhöhen. Man kann die Schatten später auch ggf. mittels Lichter-Abschwächer retten bzw. zugelaufene aufhellen.
    Übertreibt man es mit dem Farmerschen Abschwächer, erhält man gelbe Bildbereiche. Übertreibt man es mit dem Lichter-Abschwächer, erhält man beim Fomabrom dunkel-purpurne Bildbereiche. Achtung beim nachträglichen Behandeln des nassen Papiers mit einem Schwamm: Die nasse Oberfläche des Barytpapiers ist sehr empfindlich. Schnell reißt man die Emulsion herunter, wenn man zu sehr beim Reiben aufdrückt (dann kann man später immerhin mittels Bleistift auf dem nun freien Papierträger ausflecken).
  • Wie vermutlich jedes kartonstarke Barytpapier wellt sich auch das Fomabrom-Papier beim Trocknen. Ich nutze Nassklebeband und seitdem habe ich richtig schöne plane Abzüge mit Seidenglanz-Oberfläche:Barytpapier mit Nassklebeband

    Zum Trocknen mittels Nassklebeband aufgeklebtes Barytpapier wird heraus geschnitten.

  • Einige Worte wollen noch zur Retusche verloren werden:Ausflecken von HandabzügenIdealerweise fleckt man das Papier im noch aufgeklebten aber trockenen Zustand aus. Vertut man sich hier, wischt man die Farbe einfach mit einem feuchten Lappen wieder ab und trocknet das Papier schnell mittels Föhn. Es kann sich hierbei ja nicht verziehen.Ich retuschiere das Fomabrom (und jedes andere S/W-Fotopapier) so: Farbe punktuell auftragen (also winzige Pünktchen eng nebeneinander setzen ← nicht malen sondern Kornstruktur beibehalten; vorher die Pinselspitze am Nassklebeband abwischen), mit dem Föhn trocknen, begutachten, ggf. neu auftragen und föhnen oder ggf. wegwischen und föhnen. Retuschierte Abzüge kann man halt nur im trockenen Zustand korrekt beurteilen (daher der Fön). Farbe immer dünn nacheinander / übereinander auftragen.
  • eine Heiz-Trockenpresse für Barytpapier

    Trockenpresse mit Heizfunktion und Leintuch zum Anpressen für Barytpapier (großes Modell). Das Foto hatte ich damals an meiner Uni gemacht. Mit dem Auswässern, wie man am schmutzigen Tuch sieht, hielt man es dort nicht so genau. Ich selbst habe gar keinen Platz für solch ein Gerät. Ich klebe meine Barytabzüge via Nassklebeband auf einer glatten, steifen Unterlage auf.

    Die nasse Oberfläche dieses Papiers ist relativ weich: Spannt man es in eine klassische Baryt-Trockenpresse ein, wird man später das Tuchmuster auf der Oberfläche wiederfinden – Egal ob heiß oder kalt getrocknet. Außerdem bekommt man mit der Presse die Wellen auch nicht aus dem Papier (Mir ist es zumindest nie gelungen). Mit Backpapier kann man aber wenigstens den Tuchabdruck vermeiden (findet dann aber vielleicht seltsame Maserungen vor). Hat man einen Abdruck vom Leintuch auf der Bildoberfläche und stört sich daran, kann man versuchen, es erneut in Wasser einzuweichen. Soweit ich mich erinnere, verschwindet der Abdruck dann. Ich fand jüngst einen sehr interessanten Artikel bezüglich neuem Barytpapier mit weicher Oberfläche (Man muss etwas hinunter scrollen). Dass sich das Tuchmuster des Leintuches der Heizpresse in die Gelatine abdrückt, läge also offenbar an neueren EU-Vorschriften bzw. an dem Verzicht auf bestimmte chemische Prozeduren:

    Also tatsächlich ist das Verbot und das Fehlen von Formaldehyd für diese Miesere verantwortlich.

    Die Papiere sind also nicht mehr ausreichend gehärtet. Auch auf die Sache, dass heutige S/W-Fotopapiere schlechter richtig hart abbilden (Gradation 5), wird in dem verlinkten Artikel eingegangen.

  • Hält man das trockene Fomabrom etwas schräg gegen eine Lichtquelle bzw. betrachtet man es von der Seite, kann es passieren, dass einem der Papierträger grau vorkommt. Schaut man sich das Papier von vorne an, erscheint es weiß (es ist eher altweiß).
  • Richtiges Hochglanz bekommt man wohl nur mit einer Trockenpresse hin, wenn man die Vorderseite des Papiers nach unten legt. Dies ist mir sogar schon ohne Stippchen (Fehler) gelungen (allerdings gewellt). Trocknet man das Fomabrom 111 mit Nassklebeband, erhält man eine sehr schöne Semiglanz-Oberfläche (oder Semimatt oder Pearl oder Seidenglanz – je nach Definition). Übrigens: Das Fomabrom mit der Oberfläche „totmatt“ (Typ 112) finde ich tatsächlich sehr leblos. Das schaut m. E. nach nicht gut aus, weil hier überhaupt kein tiefes Schwarz realisierbar ist. Ggf. kann man es mit Bienenwachs polieren. Meinem Versuch nach erreicht man mit dieser Technik jedoch eher beim Glanzpapier als beim Mattpapier noch einen zusätzlichen Effekt, was das maximale Schwarz anbelangt.
  • Zuletzt noch etwas zum Trocknen: Man kann die Papiere durchaus sammeln: Ich wässere meine Abzüge abends und lege diese auf den Boden auf Handtüchern aus. Sie wellen sich dann über Nacht beim Trocknen furchtbar. Macht nichts: Am nächsten Tag weiche ich sie erneut ein. Dann lege ich die flachen, nassen Abzüge erneut zum Trocknen hin oder pappe sie erst einmal an eine Fensterscheibe. Wenn die Papiere nur noch feucht sind, klebe ich sie mittels Nassklebeband auf.

mehrere Silbergelatineazüge mit Passepartout

mehrere Silbergelatineabzüge auf Fomabrom Variant 111 im Passepartout / Rahmen

Da dieses Foma-Papier keinen reinweißen Papierträger hat (was kaum ein Barytpapier hat) empiehlt sich auch kein reinweißes Passepartout, wenn man ein solches zur Rahmung bevorzugt. Ich nutze Passepartoutkarton im Ton „naturweiß“ bzw. eines mit ganz leichtem Gelbanteil. Auch interessant → Wie ich selber Passepartouts schneide

Mein Fazit: Anhand meiner Liste sieht man schon, warum man bisweilen zu lesen bekommt, dass für Anfänger in der Dunkelkammer eher PE-Papiere und nicht Barytpapiere (wie das Fomabrom Variant 111) zu empfehlen sind. Tatsächlich sind PE-Fotopapiere deutlich einfacher und flinker zu entwickeln (und zu trocknen).

Ich entwickele das Fomabrom-Papier bevorzugt in einem Warmtonentwickler. Um danach noch ein Bisschen mehr Schwarz in den Schatten zu bekommen (und wegen der Archivfestigkeit) übergebe ich das Papier noch in eine Selentonung (nicht zu lang, da es ansonsten abkühlt).

Übrigens: Man kann Verbrauchsmaterial (Filme, Papiere, Chemie) auch direkt bei Foma in Tschechien bestellen. Inwiefern man hier gegenüber einem Kauf bei einem der hiesigen Händler spart, habe ich nicht verglichen. Vermutlich lohnt es sich bei größeren Mengen.

analoge Abzüge

mehrere analoge Handabzüge auf Fomabrom Variant 111

Hinter Bilderrahmenglas wird man den Unterschied zu PE-Papier zunächst nicht sehen (außer ggf. nach einigen Jahren Lichteinfall, da Barytpapier meist deutlich archivfester ist). Als Liebhaber von selbst angefertigten Silbergelatineabzügen setze ich persönlich jedoch auf den klassischen und kartonstarken Barytabzug, auf die Haptik. Hier bietet Foma mit dem Fomabrom Variant 111 ein qualitativ hochwertiges S/W-Barytpapier zum verhältnismäßig günstigen Preis an. Beachtet man hierbei einige Punkte (s. o.) kann man hiermit hochwertige Abzüge in „Museumsqualität“ in der eigenen Dunkelkammer anfertigen.

veröffentlicht: 11.12.21 | letzte Änderung: 17.07.22

Verschlagwortung dieses Artikels:
der Autor dieser Seite

Hallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit der analogen Lichtbildkunst und stehe entweder in der Dunkelkammer oder digitalisiere meine Filme am Computer. Analoge-Fotografie.net ist ein ›Ein-Mann-Betrieb‹. Daher kann es manchmal etwas dauern, bis ich Kommentare beantworte.

Meine Internetseite bietet übrigens ein klassisches Inhaltsverzeichnis mit allen Artikeln – ordentlich aufgelistet.

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4 Kommentare

Vorstellung S/W-Fotopapier von Foma „Fomabrom Variant 111“

  1. Moose sagt:

    Hallo Thomas,

    ich finde Deine Artikel überaus nützlich, die Möglichkeit, im Gegenzug drei Tassen Kaffee zu spenden, dagegen ein bisschen zu bescheiden. Für mich ist klar, dass ich diese Möglichkeit wiederholt in Anspruch nehmen werde in der Hoffnung, dadurch mit gutem Beispiel vorangegangen zu sein.

    Alles Gute und weiterhin viel Erfolg auf innovativen Pfaden!
    Moose

  2. Hans-Peter Huser sagt:

    Hallo Thomas
    Vielen Dank für den Artikel (und zahllose andere :-)). Das Foma-Papier ist auch mein Liebling – mit etwas Erfahrung ist es einfach grossartig!
    Und nicht verzagen – was Frau Müller da so schreibt mag damit zusammenhängen, dass sie noch nie einen sauberen Labor-Print neben einem Digital-Ausdruck hat bewundern können. Wird sich vielleich ja noch mal geben… :-;
    Vielen Dank jedenfalls für die grossartige Webseite!

    Thomas (Admin)
    Hallo Hans-Peter, das freut mich. Vielen Dank für den Kommentar!
  3. Frau Müller sagt:

    Hallo Thomas,

    das ist, wie meist bei Dir auf Deinem Blog, ein sehr interessanter Beitrag. Aber ich frage mich wieso Du Dir das freiwillig antust. Ich meine die ganze Arbeit in der Dunkelkammer.

    Du zeigst in diesem Beitrag u.a. Ausstellungsfotos hinter Glas. Ich würde gerne einmal fragen ob irgendein Besucher feststellen kann ob es sich um die von Dir so geliebten Handabzüge handelt oder hochwertige Ausdrucke.

    Auch wenn ich nur noch extrem teure Barytdruckpapier in Museumsqualität und teuerste Tinten verwende glaube ich kostengünstiger als Du produzieren zu können.

    Inzwischen bin ich der festen Überzeugung daß Spitzendrucke den besten Arbeiten aus der Dunkelkammer nicht nur Nahe kommen sondern sie sogar überragen. Auch hinsichtlich Haltbarkeit dürften sie gleichwertig sein.

    Mir ist es trotz wirklich großer Erfahrung (und wohl auch Können) noch nie gelungen mit weniger als mind. 5 Blatt Fotopapier einen hochwertigen Abzug in Ausstellungsqualität herzustellen. Wenn ich jetzt noch bedenke daß mir vor oder bei der Trocknung (Schichtbrüche), beim Ausflecken oder Aufziehen der eine oder andere Abzug über die Wupper geht dann benötige ich für ein Ausstellungsbild regelmäßig eher um die 10 Blatt Fotopapier. Berechne ich jetzt noch die benötigte Zeit, Chemie, Aufwand der Giftentsorgung (Selen), Strom, Heizung, Wasser etc. dann erscheint mir die Dunkelkammer immer weniger sinnvoll. Ich habe neben schlechterer Qualität auch noch höhere Kosten.

    Das mit der Haptik lasse ich nicht gelten. Wenn die Bilder an der Wand, in der Galerie etc. hängen fasst sie niemand an. Es zählt allein der optische Eindruck. Der wiederum unterscheidet sich hinter Glas nicht. Der kritische Betrachter hat bei Drucken eher Vorteile. Fehlstellen welche man immer bei sehr kritischer Betrachtung sieht (Retuschen) gibt es schlicht nicht.

    Ganz nebenbei: ist bei Dir und dem Blog die Luft raus?

    Thomas (Admin)
    Hallo Frau Müller, mit den Druckergebnissen moderner Tinten, Papiere, Drucker wirst du sicherlich recht haben. Hier kenne ich mich nicht aus. Mir geht es dabei sehr viel um das Selbermachen in ganzer Eigenregie und Handarbeit wie beim Marmelademachen anstatt kaufen, um den ideellen Wert, auch wenn nur die wenigsten den Unterschied zu einem Druck überhaupt kennen bzw. überhaupt schätzen können. Es kann durchaus sein, dass ich ein halbes Jahr lang hier nichts schreibe. Da bin ich nicht so emsig.

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