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Besser Belichten: Gönnen Sie dem Film viel Licht!


Insbesondere Kleinbildkameras besitzen einen eingebauten Belichtungsmesser: Bei vollautomatischen analogen Kameras muss man beim Fotografieren nur noch den Bildausschnitt bestimmen und ggf. scharf stellen. Die Belichtung wird automatisch ermittelt. Doch halt: Es lohnt sich, kurz über die vermeintlich korrekte Belichtungsmessung nachzudenken.

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Wenn Sie wissen möchten, wie genau man den in einer (alten) Kamera integrierten Belichtungsmesser anwendet, dann lesen Sie zunächst diese Anleitung. In dem nun folgenden Artikel geht es bereits um die Verbesserung solcher (einfachen) Messergebnisse.

Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser

Bei einer solchen Kamera wird das Licht über eine simple Zelle an der Vorderseite gemessen.

Eine provokante Schätzung: Die Hälfte aller analog aufgenommenen Fotografien sind – rein technisch betrachtet – unterbelichtet.
Warum sollte man so etwas behaupten? Ganz einfach:

Bei den meisten analogen Kameras ist der eingebaute Belichtungsmesser schlicht wenig zu gebrauchen, wenn man tatsächlich auf korrekt belichtete Fotografien Wert legt.

Denn im Gegensatz zu modernen Digitalkameras besitzen die meisten analogen Kameras einen eingebauten Belichtungsmesser, welcher aus heutiger Sicht technisch recht rudimentär erscheint. Viele mechanische Kameras besitzen hingegen gar kein solches Messelement. Bei ihnen ist ein Handbelichtungsmesser Pflicht (zumindest ersatzweise ein Smartphone). Mit einem externen Belichtungsmesser lassen sich tatsächlich sehr präzise Messungen vornehmen. Doch mit etwas Köpfchen sind solche auch mit integrierten Messgeräten durchaus realisierbar.

Überbelichtung von Film

Wie ein Schwamm: Negativfilm ist in der Lage, sehr viel Licht aufzusaugen. Sie sollten keine Angst vor einer etwaigen Überbelichtung haben und im Zweifel ruhig reichlicher belichten.

So sieht ein richtig belichtetes fotografisches Negativ aus

Zunächst soll jedoch kurz geklärt werden, was denn nun eine technisch korrekte Belichtung eines Negativs bzw. eines Motivs darstellt:

ein Negativ unterbelichtet und korrekt belichtet

Auf der oben dargestellten Grafik sehen Sie ein Negativ, welches korrekt belichtet wurde. Anhand zweier Szenarien erkennen Sie den Unterschied zwischen einer richtigen Belichtung und einer Unterbelichtung:

Unterbelichtung erkennen: Achte auf die Schatten

Ob ein analoges Negativ korrekt belichtet wurde, erkennt man an den transparentesten Stellen, und nur dort:

Ein korrekt belichtetes Negativ weist in dessen hellsten Stellen Zeichnung auf: Es dürfen sich also keine rein transparente Bereiche auf dem Negativ befinden (im Positiv dann flächig schwarz).

Betrachten Sie das Beispielbild oben: Die entfernte Baumreihe ist der Bereich im Motiv, welcher am dunkelsten ist (im Negativ am hellsten). Nur mit einer korrekten Belichtung (d. h. genügend langen bzw. nicht zu kurzen) erreicht man, dass diese dunklen Stellen auch noch Zeichnung besitzen.

Gewisse Regeln kann man für manche Motive natürlich auch bewusst brechen: Diese Fotografie ist theoretisch völlig unterbelichtet.

Gewisse Regeln kann man für manche Motive natürlich auch bewusst brechen: Diese analoge Fotografie ist theoretisch völlig unterbelichtet (keine Schattenzeichnung in den Bäumen). Allerdings lässt sich dieser Effekt auch später beim Handabzug realisieren.

Solche (im Positiv) dunklen Motivelemente wie z. B. ein schwarzer Strickpullover, ein schwarzer Pudel oder eben eine Baumreihe im Schatten sind der ideale Indikator, um zu überprüfen, ob das analoge Foto unterbelichtet wurde. Dies kann man im Nachhinein nicht mehr korrigieren, denn es befinden sich an den entsprechenden Stellen (durch eine zu kurze Belichtung) keine Bildinformationen.

Innerhalb einer fotografischen Fachsprache spricht man bei den dunkelsten Motivstellen (bzw. die hellsten Bereiche im Negativ) von Schatten. Bei der richtigen Belichtung muss man dem Film so viel Licht „geben“ (ausreichend lange belichten), dass auch die Schatten korrekt durchgezeichnet werden.

Dies ist freilich ein konservativer Ansatz. Natürlich kann man seine Filme bewusst auch unterbelichten, wenn man mag (oder muss).

ein Leuchttisch für Negative

Negative lassen sich am besten auf einem solchen Leuchttisch bzw. Leuchtpult begutachten. Idealerweise nimmt man hierzu eine Lupe. Um sich zu vergewissern, ob das Bild (hier ein S/W-Positiv-Dia) richtig belichtet wurde, überprüft man bei diesem Beispiel einfach, ob die schwarze Hose der liegenden Person noch Zeichnung (also Falten) aufweist.

Doch bleiben wir bei der „richtigen“ Belichtung: Eine solche ist mit den meisten in analoge Kameras eingebautem Belichtungsmessmethoden keinesfalls bei allen Motiven ohne Korrektur vernünftig realisierbar:

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Messfehler bei in analogen Kameras integrierten Belichtungsmessern

Betrachten wir uns hierzu noch einmal das Beispielfoto von oben mit der großen Pfütze, in welcher sich der Himmel widerspiegelt und mit den schattigen Baumreihen in der Ferne, welche durch eine zu knappe Belichtung lieber nicht zu einem reinen „Schwarz“ verkommen dürfen:

ein Foto mit einer analogen Kamera gemacht

Dieses analoge Foto wurde mit einer ziemlich simplen halbautomatischen Sucherkamera angefertigt, die man – wegen ihrer kompakten Maße – sehr gut zum Wandern unterwegs dabei haben kann.
Wären bei der Aufnahme die Werte einfach übernommen worden, die der integrierte Belichtungsmesser vorgeschlagen (bzw. automatisch eingestellt) hatte, dann wäre es mit hoher Sicherheit zur Unterbelichtung gekommen! Dies wurde jedoch bei dieser Aufnahme verhindert (wie, dies wird etwas weiter unten erklärt).

Befinden sich großflächige sehr helle Elemente innerhalb des Motivs, neigen einfache Messmethoden dazu, zu kurz zu belichten – zum Nachteil der dunklen Motivelemente bzw. zum Nachteil der Schattenzeichnung.

Jetzt wissen Sie auch, worin die Problematik bei dem obigen Foto lag: Durch den großflächigen Himmel dachte der Belichtungsmesser: »Mensch, hier ist es aber hell. Da belichte ich nur sehr kurz.«

Eine solche kurze Belichtung wäre für das helle und dominierende Motivelement durchaus OK. Nicht jedoch für die feinen und dunklen Schatten der Baumreihe im Hintergrund. Diese hatte der integrierte Belichtungsmesser nicht berücksichtigt.

Fototografien, deren dunkelste Bereiche unterbelichtet sind, wirken oftmals „schwer“ und „düster“. Durch die fehlende Schattenzeichnung verlieren sie einen dreidimensionalen Eindruck – sie wirken flach und einfach weniger „freundlich“ als eine bis in die dunkelsten Töne fein abgestufte Fotografie.

Und dies erreicht man eben nur, indem man lange genug belichtet, indem man dem Film also ausreichend viel Licht gibt, damit auch die dunkelsten Bereiche an genügender Zeichnung gewinnen.

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Dummerweise sind einem hierbei die integrierten Belichtungsmesser der analogen Kameras keine gute Hilfe. Sie neigen oftmals zur Unterbelichtung, wenn sich recht helle Motivelemente dominant ins Bild drängen.

Damit wollten die Hersteller die Belichtung verbessern

Bei einigen älteren analogen Kameras wurde hierzu z. B. der Mess-Sensor etwas weiter unten im Bildbereich integriert, um eine Unterbelichtung bei Fotos mit (hellem) Himmel zu kompensieren. Einige Kameras hatten auch einen trapezförmigen Sensor (nach oben verjüngend) mit dem gleichen Ziel. Bei Aufnahmen im Hochformat war dies natürlich völlig unbrauchbar.

Eine bessere und fortschrittlichere Methode zur Belichtungsmessung führte Nikon in den 1980er Jahren z. B. mit der „Nikon FE“ ein: Hier gab es bereits eine sogenannte „Matrixmessung“: Die Kamera besitzt eine Art digitale Motivdatenbank, mittels welcher jedes Bild im Sucher verglichen wird. Ein Bild in dieser Datenbank könnte heißen „Hochformat mit viel Himmel und ein Streifen Land“. Damit wäre das obige Beispielfoto wohl tatsächlich einigermaßen korrekt (Schattenzeichnung vorhanden) belichtet worden. Die meisten modernen Digitalkameras besitzen heute eine solche „Matrixmessung“.

Prismenaufsatz mit Belichtungsmesser

Bei Mittelformatkameras ist ein integrierter Belichtungsmesser keine Selbstverständlichkeit. Doch gibt es für manche Modelle einen sogenannten „Prismenaufsatz“ mit eingebautem Belichtungsmesser zum Nachrüsten.

Viele analoge Kameras besitzen hingegen nur simplere Messmethoden: Meist die sogenannte „Integralmessung“. Diese ist bei vielen Motiven sehr fehleranfällig. Hierbei wird einfach eine Summe aller Helligkeitswerte im Bildausschnitt genommen und einen Mittelwert gebildet. Mit diesem wird nun das gesamte Foto belichtet. Es ist klar, dass hierbei die Schatten leiden, wenn große, helle Bereiche das Motiv dominieren.
Eine erweiterte Messmethode bei den besseren analogen Kameras ist die „Mittenbetonte Integralmessung“. Hierbei wird das Zentrum des Bildausschnitts zur Berechnung der Belichtungszeit mehr berücksichtigt als umliegende Bereiche (wieder der Himmel als gutes Beispiel).

In allen Fällen empfiehlt es sich bei der Belichtungsmessung kurz nachzudenken und mit etwas Erfahrung technisch korrekt belichtete Negative – auch mit dem in der analogen Kamera integrierten Belichtungsmesser – anzufertigen:

Die Belichtung bei einfachen Belichtungsmessern verbessern

Korrekt belichtete Negative sind auch mit einfachen integrierten Belichtungsmessern möglich, sofern die analoge Kamera einen manuellen Eingriff erlaubt: Entweder durch eine Belichtungskorrektur, einer Messwertspeichertaste oder einfach nur durch ein ASA/ISO-Wahlrad.

In diesem Artikel wird nun behauptet, dass die in analoge Kameras integrierten Belichtungsmesser für viele Motive (nicht alle) eine falsche Belichtungszeit ermitteln. Ist dies der Fall, dann kommt es zumeist zu einer Unterbelichtung. Diese nicht gut gemessene Zeit muss also für die eigene Aufnahme entweder korrigiert- oder: Sie muss einfach besser gemessen werden.

Jede in eine analoge Kamera  integrierte Belichtungsautomatik misst nur dann ein korrektes Ergebnis, wenn das angemessene Motiv gleichmäßig eine mittlere Eigenhelligkeit besitzt.

Besser ausgedrückt: Das Motiv muss das Licht ungefähr zu dessen Hälfte reflektieren – eine Wiese tut dies z. B. oder ein Haus. Eine Schneewiese tut dies wiederum nicht: Hier wird viel mehr Licht reflektiert! Und daher denkt dann die Belichtungsautomatik: „Hier ist es aber hell“, was allein nicht stimmt – Hier ist es sehr weiß. Und dieses Weiß soll sich natürlich auch als solches auf dem späteren Foto wiederfinden (und nicht als mittleres Grau).

Eine Ersatzmessung vornehmen

Daher sollte man bei solch kritischen Motiven (bereits das Abbilden des Himmels ist in dieser Hinsicht ein kritisches Motiv) eine Ersatzmessung vornehmen. Nehmen wir wieder das oben gezeigte Foto mit der Pfütze und dem großen Himmel als Beispiel.

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  1. Man „komponiert“ das Motiv, also legt den Ausschnitt fest usw.
  2. Man richtet die Kamera auf den Boden oder auf eine andere Stelle, welche eine mittlere Eigenhelligkeit aufweist. Bei dem Beispielbild wurde einfach das Feld im Querformat im Sucher abgebildet.
  3. Nun achtet man auf die vom internen Belichtungsmesser ausgegebene Belichtungszeit.
    Diese „korrigierte“ Belichtungszeit wird bei vielen Motiven länger sein als jene, die angezeigt wird, wenn man die Kamera einfach auf’s Motiv „hält“ und abdrückt.

    Bei dem Beispielfoto lagen zwischen beiden Messungen ganze zwei Blenden. Die zweite Messung auf den Boden ergab eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde statt 1/250 Sekunde. Hätte man letzteren Wert gleich übernommen, dann wäre die Zeichnung in den Schatten verloren gegangen. Erst durch die längere Belichtungszeit konnten sich diese (schwachen) „Bildsignale“ auf den Film schreiben.

  4. Jetzt muss diese zweite Messung bzw. die daraus ermittelte Belichtungszeit für das eigentliche Motiv verwendet werden. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten, welche – je nach Kamera – zu verwenden sind:
Manuelles Einstellen der neuen Belichtungszeit

Man kann nun die Belichtungsautomatik der analogen Kamera ausschalten. Nun stellt man einfach manuell die eben gemessene Verschlusszeit (gemessen an einer Referenzfläche, z. B. Boden) ein. Bei sich schnell ändernden Lichtverhältnissen kann dies jedoch nachteilig sein.

Die Messwertspeichertaste verwenden

Manche analoge Kameras besitzen einen speziellen Knopf, mittels welchem sich die ermittelte Belichtungszeit „halten“ lässt. Diese Vorrichtung nenn sich „Messwertspeichertaste“ und sie wurde genau aus dem Grund eingeführt, worüber dieser Artikel im Kern handelt: Vornehmen einer Ersatzmessung bei schwierigen Lichtverteilungen beim Motiv.

die Speichertaste für den Messwert bei einer Nikon Kamera

Bei manchen Nikon-Kameras versteckt sich die Messspeichertaste hinter dem Selbstauslöser: Dieser ist einfach in Richtung Objektiv zu drücken. Andere Kameras besitzen hierzu einen Knopf an der Vorderseite.

Die Arbeit mit dieser Belichtungsspeichertaste gestaltet sich so: Man visiert ein „neutrales“ Motivelement formatfüllend im Sucher an (z. B. eine Rasenfläche) und hält nun die Speichertaste gedrückt. Der für dieses Motivelement gültige Messwert (die Belichtungszeit) wird nun gespeichert bzw. beibehalten. Nun richtet man die analoge Kamera auf das eigentliche Motiv und löst aus. Erst danach sollte man die Messspeichertaste loslassen.

Das EV + / – Belichtungskorrekturrädchen nutzen

Bei manchen Kameras kann man die Belichtungszeit auch über ein Rädchen korrigieren:

Korrektur der Belichtung

*Leider wird die Qualität des Lichtes und die richtige Belichtung oft viel zu selten für gute Fotos betrachtet. Achtet man aber auf den Charakter des Umgebungslichtes, wird man viel eher in der Lage sein, Fotos mit dem gewissen "Etwas" anfertigen zu können. Von diesem Buch gibt es bei Amazon eine Leseprobe.

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Betrachten Sie sich bei diesem Bild die linke Seite. Hier sehen Sie einen roten Strich dem eine „+2“ gegenüber gestellt wurde. Dies bewirkt folgendes: Jede durch den internen Belichtungsmesser ermittelte Verschlusszeit (Belichtungszeit) wird um ganze 2 Blenden verlängert. Oder mit anderen Worten: Sie wird vervierfacht. Diese Funktion besitzen viele analoge Spiegelreflexkameras mit integriertem Belichtungsmesser. Bei „-1“ wird die Belichtungszeit wiederum um eine Blende verkürzt (bzw. die Belichtungszeit halbiert). Jedoch sind es insbesondere die Pluswerte, welche für eine günstige Belichtungskorrektur relevant sind:

Man muss dann die Erstmessung mit der Zweitmessung (die auf z. B. den Boden) vergleichen und schauen, um wie viel diese auseinander liegen. Wenn man z. B. viel Himmel im Bild hat, kann die Ersatzmessung durchaus um zwei Blenden abweichen. Dann stellt man einfach „+2“ bei der Belichtungskorrektur ein, richtet den analoge Fotoapparat auf das eigentliche Motiv und macht das Bild. Danach sollte man nicht vergessen, dieses Rädchen für die Korrektur wieder zurück auf „0“ zu drehen.

Die EV +/- Einstellung gibt es auch an Digitalkameras. Mit ihr kalibriert / korrigiert man den internen Belichtungsmesser. Das „+“ bedeutet »Gib dem Film mehr Licht«.
Das ASA-ISO-Rad zur Korrektur nutzen

Viele analoge Kameras besitzen weder eine Messwert-Speichertaste noch die eben besprochene Belichtungskorrektur. Doch es gibt einen Trick: Man kann auch das Einstellrad für die ISO bzw. für den ASA-Wert verwenden. Diese Funktion sollten fast alle analoge Kameras besitzen.

ISO Einstellung an der analogen Kamera

Hier sehen Sie eine relativ einfache Kamera. An ihr kann man leider nicht manuell in die Belichtung eingreifen – mit einer Ausnahme: Man dreht am ISO-Rädchen und kann damit eine Belichtungskorrektur vornehmen! Wie Sie vielleicht erkennen können, wurde bei dieser analogen Kamera der Schlitz, in den man eine Münze stecken muss, um den ASA-Wert zu verändern, mit einer Art kleinen „Griff“ versehen, um diese Einstellung besser bedienen zu können.

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Mit diesem analogen Fotoapparat wurde auch das Beispielbild aufgenommen: Zunächst wurde der richtige ASA-Wert (Angabe auf der Filmschachtel) eingestellt. Nun wurde der Boden angemessen und sich gemerkt, welche Belichtungszeit im Sucherfenster angezeigt wurde (1/60 Sekunde).

Als nächstes wurde das Motiv angemessen. Hier zeigte der Belichtungsmesser aufgrund des nun auftauchenden (hellen) Himmels natürlich eine viel schnellere Verschlusszeit (1/250 Sekunde) an. Durch den Sucher blickend wurde nun einfach am ISO-Rad gedreht, bis wieder die 1/60 Sekunde der Ersatzmessung angezeigt wurde und das Foto wurde gemacht.

Dies ist vom Prinzip her das gleiche wie der vorherige Punkt. Auch hier nicht vergessen, nach der Aufnahme wieder den eigentlichen ISO-Wert des Filmes einzustellen.
Hinweis: Mit diesem Regler kalibriert man die Empfindlichkeit des internen Belichtungsmessers. Man stellt nicht etwa den ISO-Wert des Filmes ein. Das geht nicht, denn jener steht immer fest.

auf die Schatten belichten

Auch diese Fotografie lebt von einem hohen „Reichtum“ an Graustufen. Hier wurde vor Ort reichlich auf die Schatten belichtet also zur Belichtungsmessung einfach die Kamera auf den Boden gehalten. Später wurde der Film etwas kürzer entwickelt, damit das Gegenlicht (welches rein theoretisch krass überbelichtet wurde) etwas „gedrückt“ wurde bzw. im Negativ nicht zu dichte Schwärzen verursachte. Der Himmel wurde dann anschließend bei diesem Handabzug im Labor nachbelichtet. Das Foto wurde ebenfalls mit der oben abgebildeten Kleinbild-Sucherkamera gemacht (eine simple „Agfa Selectronic S Sensor„).

Haben Sie keine Angst, einem S/W-Film ordentlich Licht zu geben. Entwickeln Sie diesen im Anschluss nicht zu lange. Kippen Sie die Entwicklerdose nicht zu häufig. So bekommen Sie diese feinen Tonwertabstufungen zu Papier / auf den Bildschirm.

Fazit

Mit den genannten drei „Werkzeugen“ haben Sie die Möglichkeit, die Belichtung bei einer analogen Kamera mit integriertem Belichtungsmesser zu beeinflussen. Insbesondere Motive mit viel Himmel oder mit Schnee benötigen eine korrigierte Belichtung. Es droht ansonsten eine Unterbelichtung von kleineren, dunkleren Motivelementen (tote Schatten).

*Der Twinmate L-208 von Sekonic ist der wohl günstigste externe Handbelichtungsmesser, den es auf dem Markt zu kaufen gibt. Er misst das Umgebungslicht entweder direkt (Motivmessung) oder via Kalotte (tatsächliche Lichtmessung). Gerade durch letztere Methode ist eine sichere Messung- bzw. ein korrekt belichtetes Bild möglich. Gesehen bei Amazon.

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ein Handbelichtungsmesser

Ihnen ist die Sache mit den Korrekturmesswerten zu kompliziert? Dies ist nachvollziehbar. Denn ein in einer Kamera integrierter Belichtungsmesser stellt immer einen Kompromiss dar und bietet sich insbesondere dann an, wenn es schnell gehen soll. Viel präziser kann man nämlich mit einem solchen Handbelichtungsmesser die korrekte Belichtungszeit ermitteln.

Verwandte Artikel

Auf dieser Internetseite wird immer mal wieder auf die richtige Belichtung von Filmen eingegangen. Das Thema ist keinesfalls trivial und selbst langjährige Fotografen scheinen hier oftmals noch in Unklarheit darüber zu fotografieren (zumindest, wenn man manche Forenbeiträge studiert). Folgende Artikel beschäftigen sich weiterführend damit:

Weiterhin sei natürlich nicht verschwiegen, dass man natürlich auch einfach drauf los fotografieren kann, ohne dass man sich mit derlei Technik beschäftigen muss. Die meisten der berühmtesten analogen Fotografien sind sicherlich, rein technisch betrachtet, fehlerhaft.

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Artikeldatum: 18.09.2016 / letzte Änderung: 14. Mai 2017

Relevante Artikel auf Analoge-Fotografie.net


leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.




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