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Einen externen Handbelichtungsmesser richtig nutzen

Jede digitale Kamera besitzt eine eingebaute Belichtungsautomatik, nicht jede analoge Kamera jedoch. Bei den SLR-Modellen (Spiegelreflexkameras) für das Format 35 mm (Kleinbild) ist jedoch zumeist ein mehr oder weniger präziser Belichtungsmesser eingebaut. Die meisten sind für hochwertige Aufnahmen nur eingeschränkt brauchbar. Doch insbesondere für analoge Mittelformat- und erst recht Großformatkameras sollte ein externer Handbelichtungsmesser zum festen Repertoire gehören.

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eine Mittelformatkameras nach dem Spiegelreflex-Prinzip

Eine solche Mittelformatkamera besitzt keine eingebaute Elektronik zur Belichtungsmessung. Man benötigt einen externen Belichtungsmesser.

Ein kleines Gedankenspiel: Sie stehen mit Ihrer Kamera in der Landschaft. Ein Rapsfeld hat sich vor Ihnen in leuchtendem Gelb ausgebreitet. Zwischen Ihnen und dem hellen Feld steht eine Person, die Sie nun ablichten möchten. Der Himmel soll auch noch aufs Bild passen – und zwar großzügig. Jener ist mit weißen Wolken befüllt.

Sie meinen vielleicht, Sie müssen nun mit Ihrer Spiegelreflex- oder Sucherkamera einfach diese Kulisse anvisieren und die eingebaute Belichtungsautomatik wird schon die korrekte Belichtungszeit ermitteln? Da liegen Sie falsch: Ein solches Foto wird zumeist unterbelichtet sein. Denn innerhalb einer solchen Szene gibt es viel zu viele und viel zu große Bildbereiche, welche für einen Belichtungsmesser „ungewöhnlich“ hell sind.
Sie können zwar eine manuelle Belichtungskorrektur vornehmen, das funktioniert sogar recht gut. Insbesondere jedoch, wenn Sie mit rein mechanischen analogen Kameras fotografieren, die gar keinen eingebauten Belichtungsmesser verfügen, sollten Sie wirklich über die Anschaffung eines vernünftigen externen Handbelichtungsmesser nachdenken.

Modelle von Belichtungsmessern

Es gibt auf dem Markt durchaus eine Auswahl an verschiedenen Modellen dieser Messgeräte. Was Sie für die Fotografie sicherlich nicht nutzen können, sind simple „Luxmeter“ zur Lichtstärkemessung. Diese Geräte sind zu ungenau und geben Ihnen zudem keine Auskunft über die an der Kamera einzustellende Belichtungszeit bzw. Blende.

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ein Handbelichtungsmesser

Hier sehen Sie einen solchen externen Belichtungsmesser: Ein „Gossen Digiflash“. Diese Produktreihe gehört zu den kleinsten Modellen auf dem Markt, sind aber verhältnismäßig günstig und bringen alle Funktionen mit, die man für eine korrekte Belichtung benötigt. Insbesondere der kleinere Bruder, der Digisix, sei an dieser Stelle erwähnt. Er zählt seit einigen Jahren sicherlich zu den beliebtesten Geräten dieser Art.

alter Belichtungsmesser Gossen Lunasix 3

Vielleicht kennen Sie ja dieses Modell bereits: ein alter „Gossen Lunasix 3“. Dieser Belichtungsmesser zählt hierzulande zu den bekanntesten Modellen. Der Lunasix 3 misst heute immer noch sehr genau und auch unter dunklen Lichtverhältnissen. Weiterhin lässt er sich sogar mit einem eher einfachen „Spotaufsatz“ nachrüsten. Allein: Dieses Gerät verwendet Batterien, welche es heute gar nicht mehr zu kaufen gibt (Quecksilberbatterien). Daher ist vom Kauf solch alter Belichtungsmesser eher abzuraten. Wenn Sie vorhaben, mehrere Jahre lang mit analogen Kameras zu fotografieren, dann betrachten Sie die Anschaffung eines Handbelichtungsmessers ähnlich wie den Erwerb eines guten Stativs: So etwas kauft man sich nur einmal und wird viele Jahre damit seine Freude haben.

ein Blitzbelichtungsmesser

Auch dieses Gerät stammt aus dem Hause Gossen: Es ist ein im Funktionsumfang etwas erweitertes Messgerät – Die tatsächliche Grundfunktion (die Lichtintensität messen und die richtige Verschlusszeit / Blende angeben) ist aber hierbei genau so qualitativ gut wie günstigere Modelle. Zusätzlich lässt sich mit diesem „Sixtomat“ noch Blitzlicht messen.
Sollten Sie vorhaben, irgendwann auch in die analoge Blitzlichtfotografie einzusteigen, dann denken Sie besser gleich über den Erwerb eines Belichtungsmessers nach, welcher auch (das extrem „kurze“) Blitzlicht messen kann. Normale Belichtungsmesser können dies nicht und vielleicht ärgern Sie sich später. Das günstigste Gerät ist hier der Gossen Digiflash.

Smartphone als Belichtungsmesser

Für den Anfang eignet sich sogar ein Smartphone als Belichtungsmesser, zumindest bei hellem Umgebungslicht.

Weitere bekannte Handelichtungsmesser stammen von Firmen wie z. B. „Sekonic“ oder „Minolta“. Für einen Gossen Digisix bezahlt man neu ca. 150 Euro. Das ist viel Geld. Es ist aber auch eine Anschaffung, die sich lohnt, wenn man der analogen Fotografie treu bleiben wird.

Den Belichtungsmesser kalibrieren

Bevor man den Belichtungsmesser benutzen kann, sollte man jenen kalibrieren. Keine Angst, damit ist lediglich gemeint, dass Sie dem Messinstrument zunächst mitteilen müssen, welche Empfindlichkeit der in der Kamera eingelegte Film eigentlich besitzt. Wenn Sie digital fotografieren, ist das Äquivalent hierzu die ISO-Einstellung bzw. der ISO-Wert.

Befindet sich also ein Ilford HP5 in der Kamera (Empfindlichkeit 400 ASA), dann stellen Sie den Handbelichtungsmesser auf eben diesen Wert ein.

Messmethoden

Es gibt zwei Messmethoden, mittels welcher man anhand eines externen Belichtungsmessers zu den Belichtungszeiten gelangt, die man dann manuell an die Kamera übertragen muss. Die erste Methode „Objektmessung“ ist genau so anfällig für Fehler wie ein in der Kamera eingebaute Belichtungsmesser. Die zweite Messmethode jedoch „Lichtmessung“ ist sehr einfach und sehr präzise.

Die Kalotte

Möchte man beide Messmethoden unterscheiden, dann muss sich unbedingt einer Besonderheit von Handbelichtungsmesser gewidmet werden: der Kalotte. Dies ist nichts weiter als eine halbkugelförmige Plastikscheibe, welche man vor den Messsensor schieben kann:

die Kalotte ist zur Seite geschobendie Kalotte ist vor den Sensor geschoben

hoher Belichtungsspielraum

Bei solchen Motiven im Gegenlicht ist ein Handbelichtungsmesser die erste Wahl, wenn man tatsächlich bis hin zu den „Schatten“ belichten möchte.

Auf dem ersten Foto erkennen Sie, wie das Messelement frei steht. Auf dem zweiten Foto sehen Sie, wie die besagte Kalotte vor den Messsensor geschoben wurde. Bei den nun im Anschluss vorgestellten Messmethoden ist dies von besonderem Gewicht:

Die Objektmessung

Bleiben wir doch bei dem eingangs vorgestellten Beispiel mit der Person vor dem Rapsfeld mit viel Himmel darüber. Sie schieben Die Kalotte vom Messsensor weg: Er steht frei. Nun halten Sie den Belichtungsmesser einfach zum Motiv hin und nehmen eine Messung vor. Das Ergebnis dieser sogenannten Objektmessung wird jedoch ungefähr dem entsprechen, welches man durch einen in der Kamera selbst integrieren Belichtungsmessers erhält: Es ist mit Vorsicht zu genießen und wird oft falsch sein – insbesondere dann, wenn Sie dabei den Himmel mit anmessen oder wenn das Motiv sehr hell oder sehr dunkel ist.
Die Objektmessung bietet sich immer dann an, wenn man nicht zum eigentlichen Motiv hingehen kann – Wenn Sie beispielsweise statt einer Person einen Löwen vor dem Rapsfeld fotografieren wollen und dabei sicher hinter einem Zaun (hoffentlich) stehen.

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Den Digisix von Gossen gibt es nunmehr in der Version II. Der Belichtungsmesser ist der kleinste und einer der günstigsten auf dem Markt, besitzt aber sowohl die Möglichkeit zur Objekt- (direkt) als auch zur Lichtmessung (via Kalotte), wodurch sehr präzise Messergebnisse möglich sind.

Dieser Blitzbelichtungsmesser kann zusätzlich auch Kunstlicht messen. Natürlich ist er weiterhin ganz normal für das Umgebungslicht geeignet.

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Weit zuverlässiger ist daher die zweite Messmethode mit dem Handbelichtungsmesser:

Die Lichtmessung

Bei der Lichtmessung messen Sie nur das tatsächliche auf das Motiv fallende Licht. Dies ist die sicherste Messmethode und immer zu empfehlen. Sie müssen hierbei jedoch zum Motiv hingehen können:

Schieben Sie die Kalotte vor das Messelement des externen Belichtungsmessers, gehen Sie zum Motiv hin, stellen Sie sich davor und richten Sie den Handbelichtungsmesser in Richtung Kamera. Ja, Sie lesen richtig: Sie messen hierbei nämlich exakt das Licht, welches hin zum Motiv fällt und nicht jenes, welches (verfälscht) von jenem zurück reflektiert wird (was bei der zuvor vorgestellten Objektmessung der Fall ist). Diese Methode ist auch insbesondere bei der Blitzlichtfotografie zu empfehlen.

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Bei der Lichtmessung via Kalotte erhalten Sie immer ein korrekt belichtetes Foto: Bis in die Schatten hinein wird es Zeichnung aufweisen. Sollte es sich bei dem Motiv jedoch beispielsweise um einen Baum handeln, dann müssen Sie mit dem Belichtungsmesser in die Schatten hinein gehen (also unter die Krone) und von dort aus eine Lichtmessung mit vorgeschobener Kalotte in Richtung Kamera vornehmen.ein Gossen Sixtomat

Ein weiterer Belichtungsmesser mit „Kalotte“ zur Möglichkeit der Lichtmessung: der ältere „Gossen Sixtomat 2“. Die Funktion erfolgt nach der sogenannten „Lichtwaage“: Man drückt den Messschalter, visiert das Motiv an (oder mit Kalotte das Licht) und dreht an dem großen Einstellrad, bis der Zeiger im unteren Bereich mittig auf der Skala platziert ist. Nun kann man gültige Zeit-Blenden-Paare ablesen bzw. diese auf die Kamera übertragen.

Belichtungsmessung mit Handebelichtungsmesser

Bei solch delikaten Lichtverhältnissen ist ein externer Handbelichtungsmesser oft eine Hilfe.

Ersatzmessung

War nun immer die Rede davon, dass man bei der Methode der Lichtmessung mit dem Belichtungsmesser hin zum Motiv gehen sollte, so können Sie sich diesen Schritt sparen, wenn bei Ihrem Standpunkt an der Kameras das gleiche Licht hin fällt wie auf das Motiv (die gleiche Lichtstärke). Denn dann halten Sie einfach den Handbelichtungsmesser über die Schulter bzw. messen Sie einfach von der Position der Kamera aus das auf Sie und auf das Motiv fallende (gleiche!) Licht.
Stellen Sie sich vor, sie wollen eine Landschaft ablichten und stehen vor einem Berg – Sie müssen nun freilich nicht bis an dessen Fuß gehen.

Wie bereits erwähnt: Die Lichtmessung mit vorgeschobener Kalotte ist einfach und sehr genau, da hier die Eigenhelligkeit des tatsächlichen Motivs gar nicht berücksichtigt wird sondern tatsächlich nur das Licht selbst in dessen Stärke gemessen wird.

Messen mit Graukarte

Insbesondere bei Detailfotografien (z. B. Stills im Studio) bietet es sich auch an, für eine präzise Messung eine Graukarte zu verwenden. Diese Karten haben zwei Funktionen: Zum einen besitzen sie eine Eigenhelligkeit, auf welche alle Belichtungsmesser eingestellt sind und nur bei dieser einen korrekten Messwert liefern können. Zum anderen sind brauchbare Graukarten tatsächlich grau, also farblos! Schlechte Produkte besitzen nämlich nicht selten einen leichten Farbton. Diese Eigenschaft ist für die Reproduktions- bzw. Produktfotografie sehr wichtig, wenn man einen präzisen Weißabgleich vornehmen möchte. Auch im analogen Color-Fotolabor wird einem eine mitfotografierte Graukarte das Ausfiltern der Farben beim Vergrößern sehr behilflich sein. Wer jedoch auf S/W-Film belichtet, braucht sich darüber freilich keine Gedanken machen.

Messen der Belichtung mit Graukarte

Hier wird nicht das Motiv selbst angemessen, sondern sozusagen eine dazwischen gestellte Graukarte, auf die das gleiche (selbe) Licht fällt. Graukarten werden punktuell angemessen und zwar ohne Kalotte. Es ist wichtig, dass der Messbereich („Messkegel“) des Belichtungsmessers nicht an der Karte vorbei geht bzw. andere Objekte erfasst und dass man selbst keinen Schatten auf die Graukarte wirft.

Weitwinkel und Tele: andere Brennweiten

Der Messwinkel eines gewöhnlichen Belichtungsmessers wird ungefähr dem der Sicht einer Normalbrennweite entsprechen. Einige Fotofreunde fragen sich, wie sie messen sollen, wenn sie ein Teleobjektiv nutzen. Theoretisch müsste man nun mit dem Handbelichtungsmesser hinein in den tatsächlichen Motivbereich laufen und dort messen. Da dort jedoch das Licht zumeist die selbe Helligkeit aufweisen wird wie vor Ort, kann man sich dies meist sparen. Manche externe Belichtungsmesser haben einen „Tele-Modus“ bzw. die Funktion, den Messwinkel etwas zu verengen. Dann gibt es noch die Spotbelichtungsmesser mit sehr engem Messwinkel (siehe unten). Auch bei einem Weitwinkelobjektiv muss man beim Messen der Helligkeit nichts weiter beachten – sie ändert sich ja nicht durch einen Wechsel der Brennweite. Der Autor verwendet fast immer die Methode der tatsächlichen Lichtmessung mittels vorgeschobener Kalotte und geht damit sicherheitshalber möglichst weit in den Motivbereich hinein, um das direkt auf die Szene fallende Licht zu messen bzw. um die richtige Verschlusszeit der Kamera bei vorgewählter Blende zu ermitteln. Auf diese Weise erhält man immer korrekt belichtete Fotografien mit Zeichnung bis in die dunkelsten Schatten hinein.

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Verwendung von Filtern

Benutzen Sie Filter für die analoge Fotografie vor dem Objektiv Ihrer Kamera, dann schlucken diese zumeist einen gewissen Anteil an Licht: Es muss länger belichtet werden. Einen Vorteil haben die innerhalb von Fotoapparaten integrierten Belichtungsmesser: Sie berücksichtigen diesen Lichtverlust automatisch. Einem Handbelichtungsmesser müssen Sie jedoch zuvor sozusagen mitteilen, dass da noch ein Filter zwischen Objekt und Objektiv vorhanden ist: Sie reduzieren einfach den ISO-Wert am Belichtungsmesser um den jeweiligen Grad.

Beispiel: Man hat einen Film mit 100 ASA in der Kamera. Der externe Belichtungsmesser muss zunächst freilich auf 100 ASA kalibriert werden (sonst misst er ja Mist). Es soll aber zusätzlich noch ein Gelbfilter vor dem Objektiv verwendet werden, welcher bekanntlich ca. eine Blende Licht schluckt. Und diesen Lichtverlust berücksichtigt man einfach automatisch, indem man am Belichtungsmesser 50 ASA statt 100 ASA eingibt. Natürlich kann man dabei auch mit einem auf 100 ISO kalibrierten Belichtungsmesser arbeiten – Man muss beim Übertragen der gemessenen Werte auf die Kamera nur daran denken, dass man hier entsprechend um eine Blende korrigieren muss.

Besondere Belichtungsmesser

Es gibt zwei Sondertypen von externen Handbelichtungsmessern, auf die in dieser Übersicht auch eingegangen werden soll:

Der Selenbelichtungsmesser

Zum einen sei hier der sogenannte Selenbelichtungsmesser genannt. Einen solchen finden Sie seit vielen Jahren nur noch gebraucht vor und es empfiehlt sich nicht, dieses Gerät für präzise Messungen einzusetzen. Diese Art von Messgerät besitzt eine messempfindliche „Selenzelle“, die keine Batterie benötigt. Man kann sie mit einer Solarzelle vergleichen. Diese Selenbelichtungsmesser sind zumeist sehr ungenau – wenn sie denn überhaupt noch funktionieren sollten. Weiterhin besitzen diese Geräte keine Kalotte und sind allein deswegen schon nicht für eine korrekte Messung zu empfehlen.

ein Selenbelichtungsmesser

Das ist kein „Modeaccessoire“, das ist ein alter Selenbelichtungsmesser. Man erkennt ihn an den vielen kleinen „Zellen“ an der Vorderseite. Er benötigt zwar keine Batterien, misst jedoch nach heutigen Maßstäben eher ungenau – wenn solche Geräte überhaupt noch funktionieren. Denn die Mess-Zelle eines Selenbelichtungsmessers ist nach Jahrzehnten nicht selten tot.

Sekonic L-208 Twinmate
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Der Twinmate L-208 von Sekonic ist der wohl günstigste externe Handbelichtungsmesser, den es auf dem Markt zu kaufen gibt. Er misst das Umgebungslicht entweder direkt (Motivmessung) oder via Kalotte (tatsächliche Lichtmessung). Gerade durch letztere Methode ist eine sichere Messung- bzw. ein korrekt belichtetes Bild möglich.

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Der Spotbelichtungsmesser

Spotbelichtungsmesser sind verhältnismäßig teure Geräte. Sie ergeben Sinn, wenn man nach dem sogenannten Zonensystem belichten möchte. Der Messwinkel eines Spotbelichtungsmessers ist hierbei sehr eng. Dies erlaubt (ohne Kalotte), dass man ganz bestimmte Bereiche des Motivs „anvisieren“ bzw. anmessen kann. Insbesondere sind hiermit die Schatten des Motivs gemeint. Jene Schatten legt man dann in eine sogenannte „Zone“ (zumeist „Zone II“) und errechnet sich dadurch die Belichtungszeit. Danach wird zumeist noch ein hellster Punkt angemessen und die (Helligkeits-) Differenz beider errechnet, um später bei der Entwicklung des Negativs dessen Kontrastumfang nach einem bestimmten Schema steuern zu können.

Belichtungsmessung im Schatten

Wenn man zur Lichtmessung direkt in die Schatten gehen kann, ist ein Spot-Belichtungsmesser nicht nötig.

Mit der zuvor vorgestellten Lichtmessung via Kalotte erhalten Sie ein Messergebnis, welches genau so gut ist wie jenes mit dem Zonensystem, wenn Sie zur Lichtmessung direkt in die Schatten gehen können. Sie können  für die meisten Aufnahmen auf die Anwendung des Zonensystems verzichten. Ausnahmen bilden hier z. B. Motive, die einen sehr hohen Kontrastumfang besitzen bzw. wo man sich entscheiden muss, welches Element noch korrekt auf dem Foto erscheinen soll. So erinnert sich der Autor an eine bestimmte Lichtsituation: Es sollte ein umgestürzter Baum bzw. vielmehr seine nun frei gelegte Wurzel fotografiert werden. Diese lag im Schatten. Ringsherum aber schien die Sonne und: Es lag Schnee. Der Kontrastumfang war also äußerst hoch. Also wurde hier ausnahmsweise eine Direktmessung (ohne Kalotte) direkt auf den Schnee gemacht und diesen in „Zone IX“ gelegt. Übersetzt: Man belichtet hier um vier Blenden länger als es der Belichtungsmesser eigentlich vorgibt. Dadurch kann man sicher sein, dass der Schnee gerade so noch nicht „ausfrisst“, die Wurzel im Schatten die höchstlängste Belichtung erhält, die hier (bei Augenmerk auf den sehr hellen Schnee) technisch noch realisierbar ist, bevor der natürliche Tonwertumfang des Filmes ausgereizt ist..

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Artikeldatum: 19.09.2016 / letzte Änderung: 24. November 2019

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authorGuten Tag. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr bald 20 Jahren mit der analogen Fotografie und entwickele meine Bilder im eigenen Labor oder "mit" dem Computer. Gerne empfange ich übrigens Kommentare – und beantworte diese auch.

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Martin | am 25. November 2019

Hallo Thomas,
daß man den Digisix nicht ausschalten kann (bis die Batterie leer ist) sollte man erwähnen. Das ist schon ziemlich absurd…

Grüße
Martin

Thomas (Admin)
Hi Martin, das ist natürlich eine etwas seltsame Eigenschaft. Ich schenke dem aber keine große Beachtung: Die Batterie hält ca. ein halbes Jahr und es gibt sie ja überall günstig zu kaufen (Im Gegensatz zu den Batterien (PX625, Mercury, …) die man für die alten Belis wie den Lunasix braucht). Trotzdem nehme ich sie heraus bzw. verwahre sie in dem kleinen Täschlein, wenn ich den Belichtungsmesser länger nicht benutze.

Viele Grüße zurück!

bru74 | am 11. Dezember 2018

Und schon wieder hatte ich soo viele Fragen VOR dem Lesen des Artikels und die meisten beantwortet NACH den ersten Mal Durchlesen. Vielen Dank für Deine hilfreichen Infos über die untergegangene und meist vergessene analoge Welt.

Gruss Bru74

Thomas (Admin) | am 18. Oktober 2018

Hallo Felix, du kannst natürlich auch eine „Objektmessung“ in den Schatten vornehmen (Kalotte beiseite geschoben) und dieses Messergebnis dann nach dem Zonensystem in die gewünschte Zone (wohl II oder III) verschieben bzw. die Belichtung entsprechend anpassen.
Das Rechnen kann man sich aber sparen, wenn man eine Lichtmessung (Kalotte nutzen und in Richtung Lichtquelle halten) vornimmt. Bei dieser Messmethode werden die Schatten genau so abgebildet, wie sie „sind“, also mit Detailzeichnung. Hierzu muss man sich jedoch in die Schattenbereiche des Motives hinein begeben.
Beispiel: Ich hatte einmal ein schönes Waldstück vor mir, welches ich fotografieren wollte. Der Vordergrund war eine Lichtung. Das Licht fiel vom Himmel direkt darauf. Hinten jedoch gab es schattige Partien (Wurzeln unter Tannenbäumen im Schatten). Ich musste mit dem Belichtungsmesser erst einmal nach ganz hinten laufen, mich hin kauern und genau unter den Wipfeln die Lichtmessung mit Kalotte vornehmen. Fertig. Hätte ich die Lichtmessung auf der Lichtung vorgenommen, wären die Wurzeln im Unterholz sehr unterbelichtet gewesen.
Natürlich war dann die Lichtung selbst rein theoretisch „überbelichtet“. Doch diesen Kontrastumfang schafft ein Negativfilm spielend und ich musste diesen Bereich später im Labor (oder via Bildbearbeitung) einfach nachbelichten (also partiell abdunkeln).
Wenn man auf eine hohe Schattenzeichnung Wert legt, also immer mit dem Belichtungsmesser eine Lichtmessung direkt im Bereich der Schatten vornehmen, sofern man dort hin laufen kann. Alternativ sucht man sich halt in der Nähe eine (Schatten-) Stelle, die ähnlich dunkel ist.
Man kann das ja auch ad absurdum führen: Misst man in einem Zimmer die Belichtung, befindet man sich ja auch innerhalb der Schatten, denn draußen ist es viel heller. Möchte man das Foto von Draußen aufnehmen (durch ein geöffnetes Fenster hindurch), sollte man die Messung aus dem Wohnrauminneren nutzen und keine, die man draußen vorgenommen hat.

Viele Grüße zurück!

Felix | am 17. Oktober 2018

Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Für mich stellt sich dennoch eine Frage. Wann nehme ich eine Lichtmessung in den Schatten vor und wann nicht? Muss ich in diesem Fall dann dennoch nach dem Zonensystem verschieben?
Bsp. Lichtmessung mit Kalotte in den Schatten – darauffolgend Verschiebung auf Zone drei? Oder besteht in diesem Fall gerade ein Gedankenfehler? Im Prinzip möchte ich die Lichtmessung nutzen, stelle mir jedoch die Frage, wo ich die Messung vornehmen soll. In den Schatten oder nicht?

VG Felix

UWE | am 28. August 2018

Selenbelichtungsmesser in gepflegtem Zustand funktionieren hervorragend und brauchen keine Batterie. Mein Sixtomat macht die Lichtmessung genau so präzise wie der kleine Digisix.
Immer schön dunkel lagern!

Thomas (Admin) | am 26. August 2018

Hallo und vielen Dank für den Hinweis! Tatsächlich achte ich sehr auf eine seriöse Wortwahl. Die Sache mit dem Kalibrieren war mir so gar nicht bewusst. Ich werde es demnächst korrigieren.

ARTI | am 25. August 2018

Hallo,

ich lese immer wieder gern die Beiträge auf dieser Seite, die sind auch für erfahrene Fotografen immer wieder sehr hilfreich.
Heut möchte ich einmal eine kurze Anmerkung zur Begrifflichkeit beisteuern.

Kalibrieren = Vergleichen mit einem Normal (genormter Wert; z.B. hochgenauer Messstein, Gewichtsnormal, Lampe bekannten Lichtwerts)
Es wird beim Kalibrieren nichts eingestellt, sondern nur mit dem Wert des Normals verglichen und die Abweichung davon notiert.

Das hier beschriebene „Kalibrieren“ muss eigentlich einstellen oder justieren heißen, denn das Gerät wurde bereits beim Hersteller kalibriert und auf den Normalwert justiert.

Zusätzlich wurde die dazu vom Hersteller benutzte Lichtquelle geeicht, was nichts anderes bedeutet, als dass diese durch eine staatlich anerkannte Stelle kalibriert wurde.

Viele Grüße vom ARTI

Thomas (Admin) | am 7. April 2018

Hallo Martin,
die Idee mit der Digitalkamera ist rein technisch gut. Sie stellt eben nur ein zusätzliches Gewicht dar, was man mitnehmen muss. Erst wenige Tage zuvor hatte mich jemand in den Kommentaren angeschrieben, welcher genau die selben Fragen hatte wie du! Daher bin ich so frei, dich auf diese Seite meines Blogs „weiterzuleiten“. Ganz unten bei den Kommentaren habe ich dem „Browni“ seine Fragen dazu beantwortet.
Grundsätzlich ist das Messen mit der Digitalkamera also möglich. Es ist hier auch kein Problem, dass die Brennweite anders ist oder das Aufnahmeformat (Crop, Micro 4/3 usw.). Hauptsache ISO und Blende ist je identisch, um die dazu je passende Belichtungszeit auszumessen!

Beste Grüße
Thomas

Martin | am 7. April 2018

Hallo Thomas,
vielen Dank für die Einführung! Als Anfänger bin ich sehr dankbar für solche Artikel.
Ich habe mir gerade eine Bronica sq-ai gekauft (mit waist level finder, also ohne Belichtungsmesser) und will damit lernen zu fotografieren. Bisher habe ich mich immer auf die Automatik meiner Digitalkamera verlassen und eventuell mal eine Blende rauf oder runter korrigiert. Ich habe also so gut wie keine Ahnung von Belichtungsmessung.
Meine Idee für den einfachen Einstieg war, dass ich einfach meine Digitalkamera mitnehme, damit das Foto mache, das ich anschließend mit der analogen Kamera machen will und dann die Werte für Blende und Zeit übernehme, wenn das Bild gut geworden ist.
Spricht da was dagegen? Muss man eventuell einen Umrechnungsfaktor berücksichtigen (ich habe eine micro 4/3 Kamera)?
Danke und Gruß
Martin

Thomas (Admin) | am 12. Dezember 2017

Hi Torsten, unbedingt! Da hast du natürlich Recht. Bei meinen Beispielen bin ich immer vom Licht im Freien ausgegangen. Und dieses wird zumeist hinter der Kamera genau so stark sein wie am Motiv davor. Sind jedoch Lichtquellen im Studio positioniert, ist der Einfall des Lichtes wesentlich gerichteter. Hier stelle ich mich vor das Motiv (z. B. eine Person) und halte von ihr aus die weiße Kalotte bzw. den Belichtungsmesser hin zur Softbox. Steht diese sehr seitlich, dann wähle ich die Mitte bzw. halte den Belichtunsgmesser in Richtung zwischen Lampe und Kamera.
Und bei mehreren Lichtquellen? Dann „orte“ ich zunächst die schwächere und überlege mir, inwiefern deren Licht noch für eine Schattenzeichnung relevant sein soll. Denn oftmals nutzt man ja eine zweite Softbox lediglich zum Aufhellen der Schatten und nicht dazu, dass diese zu 100% durchgezeichnet sein sollen. An dieser Stelle nutze ich dann jedoch gerne das Zonensystem beim Blitzen bzw. messe ohne Kalotte direkt.

Torsten | am 12. Dezember 2017

Wie verhält es sich mit der Lichtmessung bei Studioaufbauten mit mehreren Blitzlichtquellen? Ist es nicht sinnvoller, statt zur Kamera zur Lichtquelle zu messen? Immerhin handelt es sich um eine „Licht“-Messung. 😉


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