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So entwickeln Sie einen S/W-Film selbst


Jedem, der sich über einen längeren Zeitraum mit der analogen Fotografie beschäftigen möchte, sei angeraten, die selbst belichteten Filme im Anschluss auch gleich selbst zu entwickeln – zumindest was S/W-Filme anbelangt. Belohnt wird man mit einer hohen Qualität der Negative, mit äußerst günstigen Entwicklungskosten und natürlich mit einer Menge Freude am gänzlich eigenständigen Prozess.

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Als Jungspund dachte der Autor, dass ein S/W-Film bereits beim Belichten innerhalb einer analogen Kamera gleich zum Negativ wird. Dem ist freilich nicht so: Nach der Belichtung muss jener noch in einem Chemiebad entwickelt werden. Dieser Vorgang ist aber auch selbst machbar und fast so einfach wie Kochen.

Grundsätzlich kann man seine belichteten S/W-Filme auch in der Drogerie abgeben. Nach einigen Tagen wird man sie dann geschnitten zurück bekommen. Wenn man den Vermerk „nur entwickeln“ auf die Tüte schreibt, dann kann es sogar gut sein, dass man sich das Geld für die kleinen und schlecht gemachten Papierbilder sparen kann.

S/W Film hängt zum Trocknen

Ein fertig- und selbst entwickelter S/W-Film hängt zum Trocknen. Ein schöner Moment!

Die Negativfilme werden bei solchen Dienstleistern aber in einem Standardentwickler entwickelt.

Erst durch das Selbstentwickeln kann der Fotograf wählen, welchen Typ von Filmentwickler er an seine kostbaren Negative lässt.

Denn hier gibt es durchaus Unterschiede, was die Abbildungsqualität anbelangt! Nicht jeder Film harmoniert mit jedem Entwickler. Und: Es gibt klassische Kombinationen, die einfach gut aussehen (z. B. Kodak TriX [Film] in Kodak D76 [Entwickler]).

Braucht man Dunkelkammer und Rotlicht?

Nein. Nur beim Anfertigen von Handabzügen (Papierbilder) ist eine Dunkelkammer mit Rotlicht und weiterer Technik nötig. Beim Entwickeln von Film selbst nicht.

Filmentwickeln ist wie Kochen

Wenn Sie sich in der Küche ein einfaches Mittagessen zubereiten können, dann können Sie auch Filme entwickeln.

Hier soll zunächst ein kleiner Überblick über die einzelnen Schritte zur Filmentwicklung folgen, um niemanden abzuschrecken:

  1. Der S/W-Film wird im Dunklen (oder in einem sogenannten „Wechselsack„) in eine Entwicklerdose gespult. Weiter geht’s im Tageslicht:
  2. Es wird ein Filmentwickler eingegossen und die Dose über ca. 8 Minuten etwas bewegt. Der Entwickler wird im Anschluss wieder ausgegossen.
  3. Nun wird mit Wasser gespült. Auch das Wasser wird wieder ausgegossen.
  4. Es wird die Fixierer-Chemie eingegossen, ca. 4 Minuten bewegt und wieder ausgegossen.
  5. Ein letztes Mal wird nun (etwas länger) mit Wasser „gespült“.

Sie dachten, das selber Entwickeln von S/W-Film wäre komplizierter. Dem ist nicht so! Es folgt nun eine ausführliche Anleitung:

Was wird zum selber Entwickeln von einem S/W-Film benötigt?

Wer seinen ersten Film entwickeln möchte benötigt natürlich zunächst eine gewisse Ausrüstung. Diese kann man sich in einem der vielen Shops für die analoge Fotografie bestellen. Die auf analoge spezialisierte Firma „Spürsinn“ bietet auch Filmentwicklung-Startersets an, in welchen alle Materialien vorhanden sind (im Set freilich teurer als in der Summe einzeln gekauft).

die Ausrüstung zum Film selber Entwickeln

Das „Equipment“ zum selbst entwickeln von S/W-Film lässt sich in zwei Kategorien unterteilen: die Materialien und die Chemie. Auf dem obigen Bild sehen Sie alles, was man zum Entwickeln eines Schwarzweißfilms benötigt.

Hinweis: Sie benötigen (nur) zum Einspulen des (lichtempfindlichen) Filmes einen absolut dunklen Raum. Haben Sie so einen nicht, können Sie sich jedoch mit einem sogenannten „Wechselsack“ behelfen. Näheres hierzu etwas weiter unten in dieser Anleitung.

S/W-Foto

Digitalisiertes Positiv von einem zuhause im Badezimmer selbst entwickelten S/W-Film (Kodak Tri-X). Solch eine Qualität wird man bei einem Drogeriemarkt wohl nicht erhalten.

Material

Es wird benötigt:

Manche Teile dieser Ausrüstung zum Filmentwickeln kann man sich durchaus auch im Haushaltswarenhandel kaufen! Andere hingegen (insbesondere die Filmentwicklungsdose) gibt es nur im Fachhandel.

eine App für das Entwickeln von Filmen

Für die, die ein Smartphone auch für andere Dinge als zum Telefonieren nutzen, gibt es einige Apps, die das Filmentwickeln erleichtern.

*Der Rollei Negativscanner ist die günstigste und einfachste Möglichkeit, Kleinbild Negative und Dias zu scannen. Freilich dürfen Sie für den Preis keine hohe Druckqualität erwarten! Doch für die Präsentation Ihrer analogen Bilder im Internet reicht der kleine Digitalisierer durchaus. Auf Amazon gibt es verschiedene Modelle.

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Chemie

Sie benötigen freilich auch etwas Chemie zum Entwickeln. Jene ist jedoch harmlos: Sie müssen nicht unbedingt Schutzhandschuhe tragen. Es empfiehlt sich jedoch, eine Schutzbrille zu tragen, damit Ihnen nicht aus Versehen beim Eingießen ein Spritzer der Filmchemie ins Auge gelangt.

Es wird an Chemie benötigt:

Der Entwickler entwickelt den Film. Der Fixierer „fixiert“ diesen für die Ewigkeit. Das Netzmittel sorgt dafür, dass es später keine Trockenflecken gibt. Letztere Chemie ist im grunde schlichtes Spülmittel – nur ohne Duftstoffe. Man kann zunächst darauf verzichten.

Die Filmchemie können Sie jederzeit in kleinen Fläschchen zu günstigen Preisen im Fachhandel kaufen. Heute hat sich dieser zum größten Teil in das Internet verlagert. An dieser Stelle finden Sie eine Link-Liste entsprechender „Shops“ d. h. Einkaufsmöglichkeiten.

Die Art des Entwicklers

Der Negativentwickler ist die wichtigste chemische Komponente bei dem Prozess der S/W-Filmentwicklung. Es gibt Negativentwickler der verschiedenen Art. Entscheiden Sie sich als Anfänger zunächst für ein Flüssigkonzentrat, welches einen guten Kompromiss in puncto Filmempfindlichkeit-Ausnutzung, Schärfe und Feinkörnigkeit liefert.

Filmkorn durch Rodinal

Bei dieser S/W-Fotografie (Detailausschnitt) war grobes Filmkorn wichtig. Also wurde zur Entwicklung ein S/W-Negativentwickler gewählt, welcher eher grobkörnigere Negative liefert (namentlich „Rodinal“ bzw. einer der vielen Nachbauten).

Mit der Art des Negativentwicklers kann man die Qualität des Filmes zugunsten bestimmter Parameter steuern – dies jedoch eher marginal. Dennoch setzt an dieser Stelle ein kreativer Prozess mit der klugen Wahl des „richtigen“ Entwicklers an. Diese Wahl kann man nur haben, wenn man selbst entwickelt.

Erst, wenn Sie bereits mehrere Filme entwickelt haben, sollten Sie einmal verschiedene Entwickler ausprobieren bzw. die Ergebnisse vergleichen. Am Anfang sei Ihnen jedoch ein guter Standard empfohlen wie z. B. „Amaloco AM 74“ oder „Kodak HC 110“. Es gibt auch Entwickler zu kaufen, die in Pulverform vorliegen und die man zunächst auflösen muss. Letztere sind meist günstiger, müssen aber eben erst aufgelöst werden.

hoher Belichtungsspielraum

Damit das fotografische Negativ seinen hohen Kontrastumfang beibehalten kann, darf es nicht zu lange entwickelt werden. Am besten fahren Sie so: Gib dem S/W-Film viel Licht. Entwickele ihn aber nicht zu lange.

Ein weiterer, regelrecht berühmter Negativentwickler ist „Rodinal“ (bzw. dessen baugleiche Produkte wie Adonal, APH09). Das Konzentrat ist lange haltbar, günstig und leicht zu verwenden Bei einem Kleinbildfilm wird man mit Rodinal jedoch deutliches Korn sehen. Dieser Entwickler ist kein Feinkornentwickler.

Wenn Sie sich nicht scheuen, eine Tüte Pulver in Wasser aufzulösen, seien hier Entwickler wie „Fomadon Excel“, „Atomal 49“ oder „Kodak D76“ empfohlen. Man kann diese Entwickler etwas steuern: höhere Verdünnung = mehr Schärfe, geringere Verdünnung = feineres Korn.

Hinweis zur Verwendung von Pulverentwickler: Zunächst wird der gesamte Inhalt der Tüte(n) in der genau vorgeschriebenen Menge Wasser aufgelöst. Man erhält damit die sogenannte Stammlösung (englisch „Stock“), die man in eine Flasche füllt. Diese Stammlösung (Stock-Lösung) kann man dann direkt als Mehrfachentwickler nutzen. Oder man verdünnt Teile von ihr noch einmal mit Wasser und erhält einen Einmalentwickler (nach dem Entwickeln weg kippen) und damit zumeist leicht schärfere Bilder (mit der Lupe betrachtet).

feinkörniger Entwickler

Für dieses Foto bzw. für diesen Film viel die Wahl auf einen eher feinkörnigen Entwickler, welcher daher für eine höhere Auflösung des Fotos sorgt und es „sanfter“ erscheinen lässt (Kodak Xtol).

Ansetzen der Chemie

In dieser Anleitung zum selber Entwickeln von S/W-Film wird der Einfachheit halber beim Entwickler als Flüssigkkonzentrat geblieben.

Bevor man den S/W-Film nun entwickeln möchte, muss zunächst die Filmchemie ansetzen. Damit ist nichts anderes gemeint, als die Konzentrate zum Gebrauch mit Wasser zu verdünnen. Denn Filmchemie liegt zunächst in einem konzentrierten Zustand vor. Sie benötigen jedoch eine Gebrauchslösung.

An dieser Stelle werden Sie merken, dass das selber entwickeln eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Kochen hat.

Auch beim Entwickeln muss auf eine genaue Menge und auf eine einigermaßen konstante Temperatur geachtet werden. Weiterhin spielt eine einigermaßen genaue Entwicklungszeit eine Rolle.

Ansatz des Entwicklers

Zunächst setzen Sie den Filmentwickler an.

ein Filmentwickler mit Mensuren

*Im Buch "Handbuch der Analogen Kreativtechniken" geht es um analoge Bildbearbeitung! Sie meinen, der Begriff "Bildbearbeitung" bezieht sich nur auf den Computer? Dieses Buch möchte dem etwas entgegen setzen: Themen wie die Positivbearbeitung via Bleicher und Toner werden ebenso erläutert wie das Anfertigen von eigenen Emulsionen und die sogenannten "Edeldruckverfahren". Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Buch werfen.

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Hierzu benötigen Sie eine große Mensur, eine kleinere mit feiner Skala sowie einen Plastiklöffel oder Glasstab zum umrühren. Der Autor verwendet für das Mittelformat gerne „APH 09“ (bzw. „Rodinal“), denn hier spielt das damit erzeugte (recht grobe) Filmkorn eine untergeordnete Rolle und man freut sich über hohe Schärfe.

Die Hersteller von Fotochemie geben für den Ansatz immer ein Mischungsverhältnis an.
So wird hierbei folgende Form verwendet: A+B. A meint den Anteil des Chemie-Konzentrates, B meint den Anteil von Wasser. In der Praxis sieht dies dann z. B. so aus: 1+25.

Es soll also 1 Teil Chemie mit 25 Teilen Wasser vermischt werden, um die fertige Gebrauchslösung zu erhalten. Man kann sich die Menge des Entwicklerkonzentrates jedoch ganz einfach ausrechnen:

Man addiert die beiden Werte zunächst tatsächlich: 1+25=26. Und nun dividiert man die Gesamtmenge mit diesem Wert: 500ml:26= ca. 19 ml.
Soll also für eine Gesamtmenge Entwicklerlösung von 500 ml ein Konzentrat im Verhältnis 1+25 verwendet werden, muss von diesem (lediglich) 19 ml verwendet werden. Der Rest ist Wasser (500ml-19ml=481ml).

Warum eine Gesamtmenge an Lösung von 500ml? Soviel passt in eine herkömmliche Entwicklerdose, um zwei Kleinbildfilme gleichzeitig entwickeln zu können. Es gibt aber auch kleinere Dosen, bei denen einen geringere Gesamtmenge an Entwicklerlösung nötig ist.

Die nun angesetzte Entwicklerlösung wird in eine Vorratsflasche umgefüllt. Sie Lösung ist in der Regel nicht sehr lange haltbar.
Viele Filmentwickler sind als Einmalentwickler konzipiert: Man kippt sie nach dem Entwickeln einfach weg bzw. setzt für jeden Film eine neue Lösung an.
Noch ein Hinweis zur Gesamtmenge der Entwicklerlösung

Denken Sie daran: Der Film muss innerhalb der Entwicklerdose komplett unter Chemie stehen. Es muss später also mindestens so viel Entwicklerlösung in die Dose eingefüllt werden, dass das analoge Filmmaterial komplett bedeckt ist. Die genaue Menge an Chemie, die Sie ansetzen müssen, entnehmen Sie den Angaben, die meist auf der Seite oder auf dem Boden der Dose aufgedruckt sind. Sicherheitshalber sollten Sie aber etwas mehr ansetzen, denn manche Entwickler neigen zur Schaumbildung. Wenn Sie nicht wissen, wie viel hierzu nötig ist, setzen Sie einfach die leere Spule in die Dose (ohne Deckel) und füllen soviel Wasser ein, bis die Filmspule großzügig bedeckt ist. Messen Sie diese Flüssigkeitsmenge dann einfach ab.

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Nun muss die zweite Chemie, der Fixierer, in mindestens gleicher Menge angesetzt werden:

Ansatz des Fixierers

Genau so wie das Entwicklerkonzentrat verdünnt wurde, wird auch das Fixierer-Konzentrat mit Wasser verdünnt.

Verdünnen des Fixierkonzentrates

Spülen Sie hierzu die Mensur bzw. den Messbecher sorgfältig mit Wasser ab. Denn es dürfen keine Reste vom Entwickler daran haften. Es empfiehlt sich daher für später, sich für jede Chemie-Art eigene Messbecher zuzulegen.

Das Verdünnen erfolgt nach dem selben Muster wie beim Entwickler. Ein Beispiel:

Es soll wieder eine Gesamtmenge von 500 ml angesetzt werden. Der Hersteller des Fixierers gibt ein Mischungsverhältnis von 1+7 an. Man rechnet nun einfach 1+7=8; 500:8=62,5 (Menge des Konzentrats); 500-62,5=437,5 (Menge an Wasser). Es muss also 437,5 ml Wasser mit 62,5 ml Fixierer-Konzentrat vermischt werden. Ganz einfach.

Auch diesen Ansatz füllt man nun in eine Vorratsflasche um. Diese Vorratsflaschen müssen freilich penibel beschriftet werden.

Man darf die Chemie beim späteren Entwickeln in ihrer Reihenfolge nicht verwechseln!

Der Ansatz des Fixierers hält übrigens länger als der des Entwicklers – teils mehrere Wochen. Im Gegensatz zu vielen Filmentwicklern kann man den Fixierer mehrere Male nutzen (Zum Glück: Er ist auch teurer als Negativentwickler).

Der Film wird in die Entwicklerdose eingespult

Die beiden wichtigen Chemie-Lösungen sind nun angesetzt und stehen in den beiden (beschrifteten) Vorratsflaschen bereit. Waschen Sie sich die Hände und trocknen Sie diese gut ab. Denn nun wird es etwas knifflig:

eine Filmentwicklungsdose

Abgebildet ist eine Entwicklungsdose für Film. Sie besteht aus einem Behälter, einem Deckel, einem Achsrohr und aus mindestens einer Spule. Bei der abgebildeten Dose sind zwei Spulen vorhanden, denn hier kann man zwei Filme gleichzeitig entwickeln.

Der fotografische Film kann nur bei absoluter Dunkelheit entwickelt werden. Doch keine Bange: Damit ist die Dunkelheit innerhalb der Dose gemeint. Nur zum Einspulen benötigen Sie einen absolut dunklen Raum. Ein solcher Raum ist theoretisch auch ein Schrank, wenn es im Zimmer dunkel ist. Doch es empfiehlt sich hier auf Dauer, kein Provisorium zu nutzen. Der Autor dieser Seiten spult seine Filme in der (fensterlosen) Abstellkammer ein.

Statt Dunkelkammer: einen lichtdichten Wechselsack nutzen

ein Wechselsack zum Filmeinspulen

*Mittels solch einem lichtdichten Wechselsack können Sie Film zur Entwicklung in die Dose einspulen. Sie können aber auch einen nur zur Hälfte belichteten Rollfilm aus der Kamera nehmen bzw. wieder aufrollen. Auf Amazon gibt es verschiedene Modelle.

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Es gibt eine Alternative zur Dunkelkammer: Den einzigen Schritt, den man beim Filmentwickeln tatsächlich in absoluter Dunkelheit vornehmen muss, ist das Einspulen des Films auf eine Spule. Jedoch können Sie dies auch in einem hellen Raum durchführen, indem Sie den Film in einem Wechselsack in die Entwicklerdose einspulen.
Ein solcher „Dunkelsack“ hat einen Reißverschluss (zusätzlich mit Überwurf gesichert), durch welchen man alle Materialien einlegen kann. Nachdem diese Öffnung lichtdicht verschlossen wurde, steckt man jede Hand durch die beiden kleinen Öffnungen, welche mit einem strammen Gummiband und einem doppelten Futter gesichert sind. Auf diese Weise kann man den Film auch ohne absolut dunklen Raum einspulen. Es gibt auch einen Blogbeitrag zum Wechselsack.

Im Hellen

Zunächst wird der Arbeitsplatz vorbereitet. Der Dosenbehälter wird vor sich auf einen Tisch gelegt, daneben das Achsrohr und der Deckel. Weiterhin werden Sie eine Schere benötigen. Die Spule wird man gleich die ganze Zeit in der Hand halten. Bei einem Kleinbildfilm muss zuvor der Anfang abgeschnitten werden:

das Ende des Kleinbildfilmes abschneiden

Mit einer Schere entfernt man den schmalen Anfang des Filmes. Zusätzlich rundet man die Ecken ab, damit der Kleinbildfilm später gut in die Spule flutschen kann.

 

der Film wird eingespult

Nun führt man den Anfang des Filmes schon einmal in die Spule ein, damit man gleich im Dunkeln nicht herum tasten muss. Dieser Filmanfang kann ja ruhig Licht abbekommen: Hier befinden sich ja noch keine Bilder darauf. Jetzt wird es aber sehr dunkel:

Im Dunkeln

Es muss absolute Dunkelheit vorherrschen. Nehmen Sie Ihr Handy nicht mit in die Dunkelkammer und legen Sie evtl. auch Ihre Armbanduhr ab.Wenn Sie einen Wechselsack benutzen, muss nun Spule, Film, Achsrohr, Dose, Dosendeckel und eine kleine Schere in diesen Filmwechselsack lichtdicht innen befinden.

in der Dunkelkammer wird der Film eingespult

Die Filmspule besteht aus zwei Hälften. Sie besitzt an jeder Seite eine Griffmulde.

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Auf diese Weise wird der gesamte Kleinbildfilm in die Spule befördert. Es wird anfangs hakelig werden. Bleiben Sie ruhig und bewegen Sie die beiden Spulenteile leicht hin und her. Tippen Sie auch etwas an den Griffmulden entlang, um den Film evtl. wieder in die Führung zu schieben. Der Vorgang kann schlecht mit Worten beschrieben werden.

Es empfiehlt sich sehr, den Vorgang des Filmeinspulens im Hellen mittels einem Probefilm zu üben.
Ein Video zum Einspulen des Films

Das korrekte Einspulen in die Spule der Entwicklerdose lässt sich mit Worten recht schwer beschreiben. Im Gegensatz zu einem guten Buch über die analoge Fotografie ist es über das Internet möglich, einfach ein entsprechendes Video dazu zu zeigen:

Einen Mittelformat-Rollfilm einspulen
Eintwickeln eines Mittelformat-Rollfilms

Auf die gleiche Art kann auch ein Rollfilm für das Mittelformat eingespult werden. Hierzu bedarf es aber eine größere Entwicklerdose und verstellbare Spulen. Beim Rollfilm entfällt das Abschneiden des Filmanfanges. Weiterhin darf der Rollfilm nicht bereits im Hellen eingefädelt werden: Der komplette Prozess des Einspulens geschieht im Dunklen. Am Ende muss man das Schutzpapier vom eigentlichen Film lösen, indem man einfach – ganz zaghaft – das Stückchen Klebeband abzieht.

ein Rollfilm für das Mittelformat

Betrachten Sie sich sich diesen Rollfilm für das Mittelformat: Achten Sie zum einen darauf, dass Sie im Dunkeln nicht aus Versehen das Schutzpapier einspulen (das kann weg). Sie sehen auf dem Bild auch den Klebestreifen (rechts), der Film und Schutzpapier zusammen hält. Ziehen Sie diesen im Dunkeln vorsichtig ab – jedoch nicht ruckartig, da es sonst zu winzigen Lichtblitzen kommen kann, die den Film belichten (kein Scherz).

Beim Kleinbildfilm muss nun mittels einer Schere die Patrone abgeschnitten werden. Das letzte Schwänzchen wird noch eingespult. Nun wird das Achsrohr in die Spule gesteckt und beides in die Dose gesetzt. Als letztes muss der Deckel aufgesetzt werden – Obacht: sitzt er fest und korrekt auf (bzw. lichtdicht)?

Nun kann das Licht wieder eingeschaltet werden.

Die Entwicklung beginnen

*Analog fotografieren und die Negtive im Anschluss einscannen und mittels Bildbearbeitung bearbeiten: Das ist die Hybride Fotografie. Und genau um dieses Thema geht es sehr ausführlich in diesem Buch. Hier schreibt kein Computerfritze sondern ein erfahrener Fotograf, welcher weiterhin seine analogen Kameras nutzt und die Negative digitalisiert. Sie lernen die unterschiedlichen Scanner kennen und die Vorgehensweisen zur (für analoge Bilder nötigen) Bildbearbeitung am heimischen Computer. Was alles in diesem Fachbuch auf Sie wartet, können Sie durch einen Blick hinein auf Amazon erkunden.

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Die nun folgenden Schritte sind (glücklicherweise) wieder im Hellen durchführbar. Sie benötigen nun den zuvor angesetzten Entwickler, ein Thermometer und eine Stoppuhr. Der Autor besitzt keine Stoppuhr und nimmt daher einfach sein Smartphone mit entsprechender „App“.

Die richtige Temperatur der Chemie

Zunächst muss die Temperatur des Entwicklers gemessen werden. Diese sollte ca. 20 °C betragen. Abweichungen um +/- 3 °C sind jedoch zu tolerieren. Sie können die Chemie leicht mit einem Mantelbad temperieren: Im Winter nimmt man heißes Wasser und im Sommer kaltes mit Eiswürfeln. Dieses füllt man dann in eine Schüssel und stellt die Chemieflasche hinein bzw. bewegt sie etwas in diesem Mantelbad.
Der Autor hat kein „echtes“ Laborthermometer und nimmt einfach ein günstiges „Bratenthermometer“. Das ist mit Digitalanzeige ausreichend genau, braucht nur etwas länger zum Messen.

Die korrekte Entwicklungszeit ermitteln

Bitte beachten Sie, dass die S/W-Negativentwicklung nicht genormt ist (im Gegensatz zur Farbnegativentwicklung). Daher hat jede Film-/Entwicklerkombination andere Entwicklungszeiten. Die korrekte Entwicklungszeit für Ihren Film und für Ihren Negativentwickler können Sie z. B. auf dieser Internetseite (englisch) ermitteln. Man wählt dort einfach seinen S/W-Film aus und den zu verwendenden Entwickler. Nun bekommt man eine Liste mit Vorschlägen zur Entwicklungszeit angezeigt. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, als Anfänger einen erprobten „Standardentwickler“ zu nutzen – denn solche sind gut dokumentiert. Eine durchschnittliche Film-Entwicklungszeit ist ca. 8 Minuten.

Bitte beachten Sie Folgendes:
Mit der Länge der Belichtung steuern Sie die Schattenzeichnung des Negativmaterials.
Mit der anschließenden Länge der Entwicklung steuern Sie den Kontrast des Filmes.

Das heißt: Haben Sie zuvor ausreichend lange (auf die Schatten) belichtet, entwickeln Sie besser nicht zu lang, damit Ihnen nicht die „Lichter“ ausfressen / blockieren. Haben Sie jedoch den gesamten Film bei flauem Licht belichtet, dann entwickeln Sie ruhig etwas länger.

ein selbst entwickeltes analoges Foto

Diese Baumstämme wurden bei flauem Licht aufgenommen. Es sorgte zunächst für einen geringen Kontrast. Entwickelt man ein solches Negativ länger, steigt der Kontrast. Diesen kann man jedoch auch späterer beim „Positivprozess“ anheben und natürlich auch beim Scannen bzw. in der Bildbearbeitung. Bei der Filmentwicklung sollte man sich auf ein Mittelmaß an Entwicklungszeit festlegen. Das Beispielbild wurde anschließend einfach auf hartem Papier vergrößert, welches für genau dieses Motiv ideal ist. Hätte man das Negativ viel länger entwickelt, hätte ein Fotopapier der Gradation „Normal“ gereicht – Jedoch nicht für die anderen Motive auf dem gesamten Film.

Das Bewegen der Entwicklerdose

Sie werden Ihre Filmdose gleich kippen müssen. Mit „Kippen“ ist ein Bewegen der Filmdose gemeint, damit sich die Chemie während des gesamten Vorganges gut verteilen kann. Kippen Sie:

Bewegung der Entwicklerdose

Die Entwicklerdose wird innerhalb der Kippzyklen einmal nach links gekippt und dann einmal nach rechts. Danach wird die Dose (auf einer Tischplatte) leicht rabiat aufgesetzt. Das etwas heftigere Aufsetzen dient dazu, etwaige Luftbläschen auf der Filmfläche zu lösen. Ein beliebter Fehler ist, die Entwicklerdose nach jedem Kippzyklus einfach „auf dem Kopf“ stehen zu lassen. Dies tun Sie, nachdem Sie diese Anleitung zum selbst Film entwickeln gelesen haben, freilich nicht. Denn dadurch würde sich ein guter Teil der Chemie im Deckel der Dose ansammeln und kann daher in diesen Momenten nicht mehr die gesamte Filmfläche benetzen. Letzteres ist aber sehr wichtig für eine gleichmäßige Entwicklung. Das „Kippen“ nennt man mancherorts auch „Agitation“.

Einfüllen des Entwicklers und starten der Entwicklung

Nun sind sie gewappnet. Sie können loslegen:

  1. Gießen Sie (den zuvor angesetzten) Entwickler in die Dose und stöpseln Sie den roten Stülpdeckel auf die Dose.
  2. Starten Sie die Stoppuhr.
  3. Kippen Sie die Filmentwicklerdose permanent für 30 Sekunden.
  4. Stellen Sie die Dose leicht rabiat ab und warten Sie.
  5. Nach 30 Sekunden kippen Sie die Dose einmal hin und einmal her. Stellen Sie die Dose wieder „leicht heftig“ ab.
    […]
    Wiederholen Sie diese Prozedur über die gesamte Entwicklungszeit und behalten Sie dabei immer die ablaufende Zeit Stoppuhr im Auge.
  6. Nachdem die für Ihren Film bzw. für Ihren Entwickler Zeit abgelaufen ist, entfernen Sie den roten Stülpdeckel und gießen Sie den Entwickler zurück in die Chemieflasche. Stoppen Sie die Uhr. Nun muss gleich im Anschluss eine Ladung Wasser in die Dose:

Zwischenwässern bzw. Stoppen

Die Entwicklungszeit ist abgelaufen, der Entwicklungsvorgang muss gestoppt werden:

  1. Gießen Sie hierzu einfach Wasser in die Dose.
    Verfallen Sie hierbei nicht in Panik! Arbeiten Sie schön ruhig.
  2. Stöpseln Sie den roten Deckel wieder auf und bewegen Sie die Dose etwas.
  3. Kippen Sie das Wasser weg und füllen Sie neues nach. Nun wiederholen Sie den Vorgang vier Mal.

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Es geht beim Stoppen nur darum, dass die Entwicklerchemie „heraus gespült“ wird. Keinesfalls sollten Sie hierbei jedoch den richtigen Deckel abnehmen bzw. die gesamte Dose öffnen! Der Film darf an dieser Stelle noch nicht ans Licht. Nachdem das erste Mal Wasser an den Film gekommen ist, ist fast der gesamte Entwicklungsprozess gestoppt. Sie können hierbei also schön ruhig arbeiten.

Hinweis: In manchen Anleitungen zum selbst entwickeln von S/W-Film ist an dieser Stelle von einem sogenannten „Stoppbad“ die Rede. Eine solche Chemie muss bei der Filmentwicklung nicht unbedingt eingesetzt werden. Einfaches Leitungswasser erfüllt den Zweck genau so gut.

ein analoges Foto

Ein selbst entwickeltes Negativ (als analoger Abzug).

Sie haben es bald geschafft! Nun folgt noch ein weiteres Bad – Das Fixieren:

Fixieren des Filmes

Nachdem Sie das Wasser vom letzten „Stopp-Zyklus“ ausgekippt haben, muss der Film fixiert werden. Lesen Sie die Angaben des Herstellers über die ungefähre Fixierzeit. Diese muss nicht genau eingehalten werden! Grob kann man von einer Fixierzeit von ca. 4 Minuten ausgehen:

  1. Gießen Sie den (zuvor angesetzten Fixierer) in die Dose und setzen Sie wieder den roten Stülpdeckel auf.
  2. Starten Sie die Stoppuhr.
  3. Bewegen Sie die Entwicklerdose nun einfach genau nach dem selben Prinzip wie zuvor, als der Entwickler am Werk war (die ersten 30 Sekunden permanent, danach jede halbe Minute einmal hin und einmal her). Sie können die Dose beim Fixieren auch permanent bewegen. Denn der Kipprhytmus ist hier (im Gegensatz zum Entwickler) nicht mehr relevant für das spätere Bild.
  4. Nach Ablauf der Fixierzeit stoppen Sie die Uhr, nehmen den roten Stülpdeckel ab und gießen den Fixierer zurück in die Vorratsflasche. Den Fixierer können Sie beim nächsten Film wieder verwenden. Ein Ansatz von einem Liter reicht für ca. 8 Filme.

An dieser Stelle können Sie ruhig den richtigen Deckel der Dose abnehmen bzw. die Filmspule heraus nehmen. Nun ist Ihr S/W nicht mehr lichtempfindlich – Er ist ja fixiert.

Noch eine Anmerkung sei zum Fixieren erlaubt: Der Begriff ist eigentlich etwas falsch. Eigentlich handelt es sich beim Fixierer um eine Art Bleichmittel: Es entfernt alle „Silberkörner“ auf dem Film welche

a) bei der Belichtung (beim Fotografieren) kein Licht „bekommen“ haben und
b) daher auch nicht zuvor vom Entwickler „berücksichtigt“ wurden.

*Das Buch Analog Fotografieren und Entwickeln - die Eigene Dunkelkammer ist eines der wenigen modernen Fachbücher, die sich noch der analogen Bildverarbeitung widmet. Demzufolge werden hier auch die heute erhältlichen Filme, Papiere und aktuelle Chemie besprochen. Wer sich nicht durch die vielen einzelnen und verstreuten Artikel im Internet durchwühlen möchte, findet hier das gesamte Standard-Wissen für einen gut gemachten Handabzug vor, und zwar aus zeitgenössischer Sicht. Auch dieses Buch kann man auf Amazon virtuell durchblättern.

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Würden Sie einen unbelichteten und unentwickelten Film „fixieren“, dann wäre er danach glasklar.

Dieses „Bleichmittel“ versagt nämlich an den Stellen im Film, welche a) belichtet und b) darauf hin entwickelt worden sind. Nur so entsteht schlussendlich ein (Negativ-) Bild, indem der Fixierer alle weniger belichteten (und somit entwickelten) Teile des Filmes einfach wegspült: die hellen kaum, die dunklen mehr, die schwarzen Bereiche eines Motivs gänzlich – insbesondere, wenn unterbelichtet wurde.

Das Wässern des Filmes

Ihr selbst belichteter und selbst entwickelter S/W-Film benötigt nun noch ein weiteres „Wasserbad“, damit er viele Jahrzehnte archivfest bleiben kann: Die Fixierer-Chemie muss „abgespült“ werden.

  1. Gießen Sie normales Leitungswasser in die Dose. Setzen Sie den tatsächlichen Deckel auf sowie den roten Stülpdeckel. Kippen Sie viermal hin und her.
  2. Gießen Sie das Wasser aus. Füllen Sie frisches Wasser ein. Kippen Sie achtmal.
  3. Erneuern Sie das Wasser. Kippen Sie sechzehnmal.
  4. Weiter geht es mit frischem Wasser: Kippen Sie nun zweiunddreißzigmal.
  5. Gießen Sie nun den letzten Schub Wasser wieder aus.

Sie haben nun Ihren Film selbst entwickelt. Der S/W-Film ist archivfest gewässert und fast fertig. Er muss jetzt nur noch trocknen.

Das Netzmittelbad

Zuvor sollten Sie dem selbst entwickelten Schwarzweißfilm noch ein gewissen Finish gönnen:

Den S/W-Film in Netzmittel baden

Die dritte Chemie, die Sie verwenden sollten, ist das sogenannte „Netzmittel“. Im Grunde handelt es sich hierbei nur um Seife, die jedoch keinerlei duftende Substanzen enthält und daher unbedenklich für eine archivfeste Filmverarbeitung ist. Sie könnten damit also auch Ihr Geschirr spülen.

Das Netzmittel dient dazu, damit es beim Trocknen des Filmes keine Kalkflecken gibt und damit der Film schneller trocknet (bevor sich Staub darauf setzen kann).

Der S/W-Film sollte nach der gründlichen Wässerung (mit Leitungswasser) in ein Netzmittelbad gebracht werden. Jenes Netzmittel ist hoch konzentriert und muss verdünnt werden – und zwar am besten mit destilliertem Wasser. Besorgen Sie sich im „Supermarkt“ einen kleinen Kanister destilliertes Wasser und setzen Sie das Netzmittel so an: Auf einen Liter Wasser kommt lediglich ein Milliliter Netzmittel-Konzentrat. Hier ist tatsächlich weniger mehr! Und Sie werden wohl Ihr gesamtes Leben von einem Fläschlein Netzmittel zehren können – zumal man diesen Ansatz mehrmals verwenden kann. Sie können das Netzmittel auch mit Leitungswasser ansetzen. Je nach Wohngegend kann dies jedoch beim Trocknen zu Kalkflecken führen.

  1. Entfernen Sie alle Deckel Ihrer Entwicklerdose. Gießen Sie nun die Netzmittel-Lösung hinein. Baden Sie Ihren Film in dieser Lösung und bewegen Sie ihn behaglich, indem Sie das Achsrohr der Spule leicht auf- und ab bewegen. Dieser Vorgang sollte ca. 30 Sekunden lang erfolgen.
    Hinweis: Schlagen Sie mit dieser Methode aber keinen Schaum. Der Film sollte lediglich gänzlich mit Netzmittel bedeckt sein.

Nun sind Sie mit der kompletten Filmentwicklung am Ende angelangt. Der Film muss freilich noch zum Trocknen aufgehängt werden:

Den fertig entwickelten Film trocknen

Hängen Sie in einem Raum, welcher sich innerhalb der nächsten drei Stunden über keine Besucher freuen kann, eine Leine oder dergleichen auf. Hängen Sie den noch nassen Film daran mit Klammern so auf wie Ihre Wäsche.

Zuvor tauchen Sie jedoch einen Ihrer Mittel- und den benachbarten Zeigefinger in die Netzmittellösung und ziehen Sie mit den Fingern – wie mit einer Art Zange – mit leichtem Druck den gesamten Film ab, damit zunächst das Gros des Wassers abgesreift werden kann. Benutzen Sie hierzu sicherheitshalber keine „Filmzange“ wie sie mancherorts angeboten wird. Deren Verwendung ist zu rabiat für die nasse und nun sehr empfindliche Filmschicht.

Filmklammern zum Trocknen des Films

Zwei Filmklammern

An das obere Ende des Films wird nun eine Filmklammer geklemmt, damit man den fertig entwickelten Film zum Trocknen aufhängen kann. An das untere Ende wird ebenso eine solche Filmklammer angebracht – diese sollte jedoch ein eingearbeitetes Gewicht besitzen. Keine Bange: Sie können auch einfach simple Wäscheklammern dazu benutzen. Insbesondere bei Rollfilm empfiehlt es sich dann, dass an die unteren noch weitere geklemmt werden. Denn hierbei geht es ja darum, den nun trocknenden Film zu beschweren, damit er sich nicht etwa zusammen rollt bzw. später beim Scannen oder Vergrößern schön plan (flach) ist.

Den Raum, indem der selbst entwickelte S/W-Film nun trocknet, sollte man für die nächsten drei bis viel Stunden nicht betreten – und wenn doch, dann auf Engelsfüßen. Denn man sollte hier keinesfalls Staub aufwirbeln, welcher sich dann auf die Filmschicht setzt und am Ende noch festtrocknet.

Zusammenfassung

*Dieses aktuelle Lehrbuch widmet sich ganz dem Thema S/W-Filmentwicklung. Sie können einen Film natürlich selbst Pi mal Daumen belichten und entwickeln. Sie werden dann auch Bilder bekommen. Sie können aber auch das Anfertigen von qualitativ hochwertigen Schwarzweiß-Negativen anstreben. In diesem Buch finden Sie sehr viele Hinweise und Anleitungen dazu. Auf Amazon können Sie einen Blick hinein wagen.

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Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Tagesausflug. Sie fotografieren mindestens einen ganzen S/W-Film voll. Gegen Abend werden Sie wieder zuhause sein. Sie können die S/W-Filme nun einfach selbst entwickeln: Es ist wirklich eins schöner Moment, wenn man den Tag Revue passieren lässt, den eigenen Film nach der Schlusswässerung gegen das Licht hält und die einige Stunden zuvor fotografierten Motive nun selbst entwickelt hat und sie in ihrer Fülle auf dem Film wieder sieht (wenn auch nur als Negativ). Wenn Sie Bier trinken, machen Sie sich dabei ruhig eines auf. Lassen Sie den Film über Nacht trocknen und scannen sie ihn am nächsten Tag ein oder fertigen Sie echte Handabzüge davon an. Im Gegensatz zu einer profanen Drogerie-Entwicklung werden diese Negative grundsätzlich eine höhere Qualität besitzen. Was Sie in jedem Fall getan haben, ist, dass Sie etwas eigenhändig kreiert haben. Der Autor hat bereits viele Filme selbst entwickelt. Jedes Mal ist es ein besonderes Vergnügen, wenn man dabei die einzelnen Motive im Gegenlicht einer Taschenlampe bereits beim Trocknen begutachtet.

Weiterführende Hinweise

Diese Anleitung für das selber entwickeln eines S/W-Films ist primär für Anfänger bzw. Einsteiger angelegt worden. Es ist nun relativ einfach, einen S/W-Film zu entwickeln. Diesen Prozess können Sie jedoch durchaus noch tunen. Der Autor des Artikels betreibt ein Blog für den „feinen“ S/W-Handabzug dessen Voraussetzung ein perfektes Negativ ist. Lesen Sie auf dieser Internetseite weitere Tipps, wie Sie Ihre S/W-Negative noch etwas besser entwickeln können.

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Artikeldatum: 23.09.2016 / letzte Änderung: 14. August 2017

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2 Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.