Analoge-Fotografie.net

Informationsseite mit vielen Hinweisen und Tipps

Smartphone App als Kamera-Bildausschnitt-Sucher für verschiedene Brennweiten und Formate

ThomasKategorie: Blog 2 Kommentare

Mit dieser App bzw. mit einem Smartphone kann man ein Motiv mittels „Vorschau-Foto“ live simulieren – für verschiedene Brennweiten und Filmformate. Man braucht hierzu nicht gleich die große Kamera aus dem Rucksack holen.

Vielleicht kennt der eine oder die andere ältere „Hinter den Kulissen“ Dokumentationen über Filmproduktionen: Der Regisseur hat hierbei häufig so eine Art Monokel um den Hals hängen. Dies ist ein kleiner optischer Sucher, mittels welchem man sehr schnell den Bildausschnitt bestimmen kann und zwar ohne, dass die gesamte, schwere Kamera zur Beurteilung jedes Mal umgestellt werden muss.

Wer eine kompakte Kleinbildkamera um den Hals baumeln hat, braucht so etwas sicherlich nicht. Wer im Mittelformat fotografiert oder gar im Großformat und auf längeren Touren Kameratechnik und Stativ fest im Rucksack verstaut hat, wird sich zweimal überlegen, ob er dies alles für das erstbeste Motiv heraus holen- bzw. aufbauen wird (erst Recht im Winter). Manchmal jedoch stellen sich die eher unspektakulären Dinge als die interessantesten heraus, wenn solch eine kleine Binsenweisheit erlaubt sein darf. Wie auch immer: Mit dem Smartphone hat man einen flinken Hosentaschen-Bildausschnittsucher stets parat:

Smartphone App Kamera-Sucher

Man kann in der Smartphone-App das Filmformat festlegen (z. B. 6×6 oder Kleinbild) sowie die Brennweite des jeweiligen Objektives. Schon erhält man eine Vorschau auf dem Display vom Handy, wie das Foto mit der analogen Kamera ungefähr aussehen wird.

Das Programm (die App), das ich nutze, heißt „Magic Film ViewFinder„. Es ist zumindest für Android-Smartphones kostenlos erhältlich.

Man kann auch eine S/W-Vorschau einstellen, was ich immer tue, wenn ich analog mit S/W-Film fotografiere. Denn manchmal ist man sich gar nicht bewusst, wie manch Motiv als S/W wirkt. Das Smartphone ist schnell heraus geholt und man hat mit dieser Sucher-App eine ungefähre Vorschau.

Fahrradtasche mit Stativ und Kamera

Ich bin häufig mit dem Fahrrad unterwegs bzw. habe die Kamera bzw. die Ausrüstung mit Stativ in der Fahrradtasche verstaut. Insbesondere bei eher ungemütlichem Wetter ist mir hier ein „Bildvorschaugerät“ aus der Hosentasche doch eine Erleichterung.

 

Fotografieren im Großformat

Solch eine Sucher-App ist hauptsächlich für Fotografen relevant, welche eine recht große Kamera aufbauen. Die App simuliert das Bildformat wie auch die Brennweite des Objektives. Man erspart sich hiermit den gesamten Aufbau der Kamera, wenn man nur einmal durch den Sucher schauen möchte, ob das jeweilige Motiv etwas taugt. Alternativ kann man natürlich auch einfach eine Karte nehmen:

 

Karton als Kamera-Sucher

Bevor ich ein Smartphone hatte, nutzte ich einfach so etwas als Vorschau-Sucher: ein simples Stück Karton. Die blaue Folie erlaubte eine vage S/W-Simulation, hielt Farben jedenfalls etwas zurück. Durch den Abstand zum eigenen Auge konnte man die Brennweite bzw. den Bildwinkel simulieren. Das Bildformat für diesen Bildausschnittfinder aus Pappe konnte man natürlich nicht ändern. Mit dem Handy geht dies alles etwas eleganter.

Das einzige Problem hierbei: Wählt man eine eher geringe Brennweite (Weitwinkelobjektiv) und ein Bildformat, welches eher ins Quadrat geht (6×6), schafft dies die Smartphone-Optik nicht mehr (meine zumindest nicht): Dieses Format kann dann nicht mehr vollständig simuliert werden und es erscheinen entsprechend rote Streifen am Rand der Vorschau.

Ansonsten ist dies eine praktische App für alle, die nicht bei jeder Motividee die große Kamera zusammen bauen wollen, sondern das Motiv einfach mit dem Handy vorvisualisieren möchten. Ich nutze die App für meine klobige Mittelformatkamera. Bei einer Kleinbildkamera braucht man so etwas eigentlich nicht, da eine solche ja meist schnell ans Auge gesetzt- bzw. aus der Tasche gezückt werden kann.

Übrigens: Solch ein Smartphone bzw. gewisse Apps können für manchen „Analog-Fotografen“ hilfreich sein:

Und wer einfach nur mit der mechanischen, analogen Kamera los ziehen möchte? Der braucht all dies natürlich nicht zwingend. Für viele analoge Kameras braucht man noch nicht einmal Strom zum Fotografieren.

veröffentlicht: 6.01.21 | letzte Änderung: 16.01.22

Verschlagwortung dieses Artikels:
der Autor dieser Seite

Hallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit der analogen Lichtbildkunst und stehe entweder in der Dunkelkammer oder digitalisiere meine Filme am Computer. Analoge-Fotografie.net ist ein ›Ein-Mann-Betrieb‹. Daher kann es manchmal etwas dauern, bis ich Kommentare beantworte.

Meine Internetseite bietet übrigens ein klassisches Inhaltsverzeichnis mit allen Artikeln – ordentlich aufgelistet.

Für viele dieser Beiträge hatte ich so manchen Film belichtet. Wenn es hier tatsächlich etwas Wertvolles zum Mitnehmen gab, würde ich mich über eine kleine Filmspende via Paypal freuen:

Paypal-Spendenknopf Paypal-Spendenknopf Paypal-Spendenknopf

2 Kommentare

Smartphone App als Kamera-Bildausschnitt-Sucher für verschiedene Brennweiten und Formate

  1. Frau Müller sagt:

    Zitat

    „Und wer einfach nur mit der mechanischen, analogen Kamera los ziehen möchte? Der braucht all dies natürlich nicht zwingend. Für viele analoge Kameras braucht man noch nicht einmal Strom zum Fotografieren.“

    Wer eine „analoge Eselsbrücke“ benutzen möchte der nehme ein passendes Diarähmchen. Das benötigt weder Strom, ist kleiner als das elektronische Dingenskirchen und geht auch nicht kaputt wenn es runterfällt. Das Leben kann so einfach sein.

    Die Müllerin

  2. Juliane sagt:

    Oh, die App hatte ich auch. Allerdings merke ich, dass ich sehr ungern das Handy rauskrame. Auch die BeLi-App nutze ich nur im Notfall. Ich habe für das Problem „lohnt es sich, die Kamera für das Motiv rauszukommen“ doch die schon erwähnte Variante mit einem Nicht selbst gebastelten Rahmen für meine 6×6. Da ich immer die selbe Optik nutze, bleibt auch der Abstand zum Gesicht gleich. Allerdings habe ich dort eher eine orange Folie für den s/w Effekt drin.
    Dennoch, damit ist man natürlich auf 6×6 festgelegt, da ist die flexible App in der Tat besser. Und analog und digital widerspricht sich eben doch nicht, sondern kann sich unterstützen.

Kommentare erscheinen nicht sofort bzw. werden manuell freigegeben. Mit dem Absenden des Formulars stimmen Sie der Datenschutzerklärung zu bzw., dass Ihre eingegebenen Daten gespeichert werden. IP-Adressen werden nicht gespeichert.

eine Produktabbildung

Das berühmte "Fotopraktikum" gibt es seit vielen Jahren in immer neuen Auflagen. Dies ist ein Standardwerk und insbesondere für technisch Versierte und für Azubis zum Fotografenberuf interessant.

Amazon Preis: € 56,99 auf Amazon ansehen
Werbung | Preis(e) aktualisiert am 14. April 2024, inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten | Alle Angaben ohne Gewähr

Schon gewusst?

Symbol einer GlühbirneFilmmaterial sollte man am besten im Kühlschrank lagern.

Facebook & RSS

Facebook-RSS-Logo

Abonnieren Sie Analoge-Fotografie.net auf Facebook. Wenn Sie einen RSS-Leser nutzen, können Sie alternativ den Feed dieser Seite verwenden, um stets über neue Beiträge informiert zu werden.

Werbung für Gufiko-Film

Reklame

Fanartikel

Logomotiv auf einem T-Shirt

T-Shirts und Fanartikel

Internet-Shop

macodirect.de

macodirect ist einer der größten Händler für die analoge Fotografie mit einem riesigen analogen Segment zu den regulären Preisen.

Reklame

Themen

Dies ist eine private Internetseite. Links und Produktanzeigen, die mit ›Werbung‹ gekennzeichnet sind, sind sogenannte "Affiliate-Links" – Kaufen Sie darüber etwas, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dabei nicht. Vielen Dank.