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Smartphone App als Kamera-Bildausschnitt-Sucher für verschiedene Brennweiten und Formate

Mit dieser App bzw. mit einem Smartphone kann man ein Motiv mittels „Vorschau-Foto“ live simulieren – für verschiedene Brennweiten und Filmformate. Man braucht hierzu nicht gleich die große Kamera aus dem Rucksack holen.

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Vielleicht kennt der eine oder die andere ältere „Hinter den Kulissen“ Dokumentationen über Filmproduktionen: Der Regisseur hat hierbei häufig so eine Art Monokel um den Hals hängen. Dies ist ein kleiner optischer Sucher, mittels welchem man sehr schnell den Bildausschnitt bestimmen kann und zwar ohne, dass die gesamte, schwere Kamera zur Beurteilung jedes Mal umgestellt werden muss.

Wer eine kompakte Kleinbildkamera um den Hals baumeln hat, braucht so etwas sicherlich nicht. Wer im Mittelformat fotografiert oder gar im Großformat und auf längeren Touren Kameratechnik und Stativ fest im Rucksack verstaut hat, wird sich zweimal überlegen, ob er dies alles für das erstbeste Motiv heraus holen- bzw. aufbauen wird (erst Recht im Winter). Manchmal jedoch stellen sich die eher unspektakulären Dinge als die interessantesten heraus, wenn solch eine kleine Binsenweisheit erlaubt sein darf. Wie auch immer: Mit dem Smartphone hat man einen flinken Hosentaschen-Bildausschnittsucher stets parat:

Smartphone App Kamera-Sucher

Man kann in der Smartphone-App das Filmformat festlegen (z. B. 6×6 oder Kleinbild) sowie die Brennweite des jeweiligen Objektives. Schon erhält man eine Vorschau auf dem Display vom Handy, wie das Foto mit der analogen Kamera ungefähr aussehen wird.

Das Programm (die App), das ich nutze, heißt „Magic Film ViewFinder„. Es ist zumindest für Android-Smartphones kostenlos erhältlich.

Man kann auch eine S/W-Vorschau einstellen, was ich immer tue, wenn ich analog mit S/W-Film fotografiere. Denn manchmal ist man sich gar nicht bewusst, wie manch Motiv als S/W wirkt. Das Smartphone ist schnell heraus geholt und man hat mit dieser Sucher-App eine ungefähre Vorschau.

Fahrradtasche mit Stativ und Kamera

Ich bin häufig mit dem Fahrrad unterwegs bzw. habe die Kamera bzw. die Ausrüstung mit Stativ in der Fahrradtasche verstaut. Insbesondere bei eher ungemütlichem Wetter ist mir hier ein „Bildvorschaugerät“ aus der Hosentasche doch eine Erleichterung.

 

Fotografieren im Großformat

Solch eine Sucher-App ist hauptsächlich für Fotografen relevant, welche eine recht große Kamera aufbauen. Die App simuliert das Bildformat wie auch die Brennweite des Objektives. Man erspart sich hiermit den gesamten Aufbau der Kamera, wenn man nur einmal durch den Sucher schauen möchte, ob das jeweilige Motiv etwas taugt. Alternativ kann man natürlich auch einfach eine Karte nehmen:

Karton als Kamera-Sucher

Bevor ich ein Smartphone hatte, nutzte ich einfach so etwas als Vorschau-Sucher: ein simples Stück Karton. Die blaue Folie erlaubte eine vage S/W-Simulation, hielt Farben jedenfalls etwas zurück. Durch den Abstand zum eigenen Auge konnte man die Brennweite bzw. den Bildwinkel simulieren. Das Bildformat für diesen Bildausschnittfinder aus Pappe konnte man natürlich nicht ändern. Mit dem Handy geht dies alles etwas eleganter.

Das einzige Problem hierbei: Wählt man eine eher geringe Brennweite (Weitwinkelobjektiv) und ein Bildformat, welches eher ins Quadrat geht (6×6), schafft dies die Smartphone-Optik nicht mehr (meine zumindest nicht): Dieses Format kann dann nicht mehr vollständig simuliert werden und es erscheinen entsprechend rote Streifen am Rand der Vorschau.

Ansonsten ist dies eine praktische App für alle, die nicht bei jeder Motividee die große Kamera zusammen bauen wollen, sondern das Motiv einfach mit dem Handy vorvisualisieren möchten. Ich nutze die App für meine klobige Mittelformatkamera. Bei einer Kleinbildkamera braucht man so etwas eigentlich nicht, da eine solche ja meist schnell ans Auge gesetzt- bzw. aus der Tasche gezückt werden kann.

Übrigens: Solch ein Smartphone bzw. gewisse Apps können für manchen „Analog-Fotografen“ hilfreich sein. Es eignet sich als Negativ-Vorschaugerät, um die Bilder von Negativfilmen gleich als Positive betrachten zu können. Man kann es als Mini-Leuchtplatte verwenden. Das Smartphone lässt sich (mit einem kleinen Zusatzgerät) als Verschlusszeiten-Tester nutzen. Es eignet sich auch als Belichtungsmesser. Und schließlich gibt es auch einige Apps für die eigene Dunkelkammer. Ich nutze es auch als Leitzahl-Rechner für mein manuelles Blitzgerät und wer derlei Werte nicht auf dem Objektiv stehen hat, für den gibt es auch diverse Schärfentiefe-Rechner-Apps (DOF-Rechner).

Und wer einfach nur mit der mechanischen, analogen Kamera los ziehen möchte? Der braucht all dies natürlich nicht zwingend. Für viele analoge Kameras braucht man noch nicht einmal Strom zum Fotografieren.

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Dieser Artikel (veröffentlicht: 6.01.2021; geändert: 11.01.2021) erscheint im Bereich Blog und ist mit verschlagwortet.

der Author dieser SeiteHallo! Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und ich entwickele meine Bilder in der Dunkelkammer oder "mit" dem Computer.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie / schaue Du auch einmal in das Inhaltsverzeichnis hinein:

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Frau Müller | am 14. Januar 2021

Zitat

„Und wer einfach nur mit der mechanischen, analogen Kamera los ziehen möchte? Der braucht all dies natürlich nicht zwingend. Für viele analoge Kameras braucht man noch nicht einmal Strom zum Fotografieren.“

Wer eine „analoge Eselsbrücke“ benutzen möchte der nehme ein passendes Diarähmchen. Das benötigt weder Strom, ist kleiner als das elektronische Dingenskirchen und geht auch nicht kaputt wenn es runterfällt. Das Leben kann so einfach sein.

Die Müllerin

Juliane | am 7. Januar 2021

Oh, die App hatte ich auch. Allerdings merke ich, dass ich sehr ungern das Handy rauskrame. Auch die BeLi-App nutze ich nur im Notfall. Ich habe für das Problem „lohnt es sich, die Kamera für das Motiv rauszukommen“ doch die schon erwähnte Variante mit einem Nicht selbst gebastelten Rahmen für meine 6×6. Da ich immer die selbe Optik nutze, bleibt auch der Abstand zum Gesicht gleich. Allerdings habe ich dort eher eine orange Folie für den s/w Effekt drin.
Dennoch, damit ist man natürlich auf 6×6 festgelegt, da ist die flexible App in der Tat besser. Und analog und digital widerspricht sich eben doch nicht, sondern kann sich unterstützen.


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