Informationsseite über die analoge Fotografie mit vielen Hinweisen und Tipps

#Blog 

Die eigenen Fotografien und S/W-Abzüge signieren

Ich habe das Glück, meine S/W-Handabzüge bisweilen in einer Galerie ausstellen zu können. Manchmal kommt es dann sogar zu Verkäufen. Spätestens an dieser Stelle sollte man sich Gedanken darüber machen, die eigenen Fotografien zu signieren.

Werbung

*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Übersicht über die aktuellen fotografischen Filmeweitere relevante Artikel ▼

ein Handabzug auf Baryt-Papier

Solch ein individueller Handabzug auf hochwertigem Baryt-Papier, so ein Original, sollte vom Künstler / Handwerker natürlich auf der Rückseite signiert werden. Doch auch bei Drucken kann man durch einen Stempel und einer Unterschrift eine Edition betonen.

Ich fertige von einem S/W-Negativ manchmal relativ hochwertige Handabzüge auf kartonstarkem Barytpapier an. Mit „hochwertig“ ist zunächst einmal die rein technische Qualität gemeint. Ich selbst bin da in allen Schritten sehr penibel, um nicht zu sagen pedantisch. Sei’s drum: Sollte ich die Arbeiten verschenken oder gar verkaufen können, dann ist es mir selbst wichtig, dass auch mein Name hinten auf dem Fotokarton drauf steht:

ein signierter Silbergelatineabzug

Hier sehen Sie ein Foto einiger meiner (mit der Klebebandmethode absolut plan getrockneten) Silbergelatineabzüge auf kartonstarkem Barytpapier. Wie Sie sehen, setze ich hinten mit Bleistift zunächst meinen Friedrich Wilhelm hin. Ich nutze bewusst den Bleistift, denn ich habe etwas Angst, dass durch eine etwa aggressive Farbe das Fotopapier von hinten „angegriffen“ wird.

Zusätzlich habe ich mir einen Stempel anfertigen lassen. Dies geht sehr einfach auf z. B. stempel-fabrik.de. Ich hatte mir dort einen Rundstempel mit einem entsprechenden Logo-Generator auf der Internetseite „designt“, der mir dann der Postmann ins Haus brachte. Natürlich besteht auch hier die Frage, ob die Stempelfarbe das Papier in gewisser Weise angreift. Sicherheitshalber setze ich Signatur und Stempel immer an den unteren Rand des Fotopapiers, wo auf der anderen Seite ebenfalls ein weißer Rand (um die eigentliche Fotografie herum) besteht.

Ich habe in der Mitte des Stempels bewusst Platz gelassen! Denn hier kommt die Nummer und die Höhe meiner Auflage hinein! Glauben Sie mir: Ein Stempel, eine Signatur und dann auch noch die Angabe über eine Auflage wirkt gleich viel professioneller. Ich verzichte nicht mehr darauf und mache mir bei jeder Serie oder bei jedem Einzelbild tatsächlich Gedanken, wie viele Exemplare ich hiervon insgesamt anfertigen möchte. Weiterhin behalte ich mir zwei weitere Auflagen für den persönlichen Gebrauch vor („+2“). Natürlich muss man dann auch eine Liste mit den Arbeiten führen und dort notieren, wie viele Auflagen bereits angefertigt oder verkauft worden sind.

Ich wäre darüber dankbar, wenn jemand vielleicht etwas zu dem Thema Archivfestigkeit in die Kommentarfunktion schreibt. Gibt es hier spezielle Stifte zum Signieren und spezielle Stempelfarbe oder mache ich mir hier zu sehr Gedanken?

Eine weitere Möglichkeit der Signatur wäre bei „echten“ Fotoabzügen aus der eigenen Dunkelkammer auch das Signieren mit Fixierer: Bevor das Foto nach der Belichtung in der Dunkelkammer in den Entwickler gegeben wird, kann an einer (später dunkleren) Bildstelle mit einem Pinsel eine Signatur angebracht werden. Der feine Pinsel wurde vorher in den Fixierer gehalten. Ein aufgetragener Fixierer verhindert beim Entwickeln eine Schwärzung.

Es kann aber auch eine Signatur einbelichtet werden. Hierfür müsste man sich irgendwie eine Folie oder ein Stück schwarzen Film mit seiner Unterschrift / mit einem Logo anfertigen. Man könnte so etwas auf Film vom Leuchttisch fotografieren. Denn wichtig ist ja, dass dabei der gesamte Film schwarz ist, die Unterschrift transparent.

Werbung

Artikeldatum: 22.07.2016 / letzte Änderung: 4. Juni 2020

diesem Beitrag zugeordnete Stichworte:

der Author dieser SeiteGuten Tag. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit nunmehr 20 Jahren mit der analogen Fotografie und entwickele meine Bilder im eigenen Labor oder "mit" dem Computer. Gerne empfange ich übrigens Kommentare – und beantworte diese auch.

Diese Website hat inzwischen den Umfang eines ganzen Lehrbuchs erreicht: Schauen Sie sich / schau Dir auch einmal das Inhaltsverzeichnis an.

Relevante Artikel auf Analoge-Fotografie.net


Egon Jensen | am 21. Mai 2018

Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, dass sich alles andere als Bleistift ins Papier frisst. Aber unter Fotografen ist das eine verbreitete Meinung. — (Richtig ist nur, dass Eisengallustinte unter bestimmten Umständen Tintenfraß auslösen kann.)

Anders bei Zeichnern, für die Papier das fast einzige Medium ist. Sie verwenden völlig bedenkenlos Tusche für Federzeichnungen, aber auch übliche Tuschestifte, Filzzeichenstifte und sogar Kugelschreiber. Davon ist das Zeichnen mit Tusche und Feder am längsten in Gebrauch und von Problemen damit wurde noch nicht berichtet.

Du kannst also ganz unbesorgt deine Werke mit einem Kuli signieren. Wenn dir das zu „billig“ ist, nimm doch eine Zeichenfeder und Tusche in deiner Lieblingsfarbe!

(Und auch über die Stempelfarbe würde ich mir keine Gedanken machen. Selbst auf minderwertigem Papier sind in deutschen Archiven Milliarden von Stempelabdrücken erhalten geblieben!)

Marie | am 2. März 2017

Ja, es gibt dokumentenechte Stempelfarbe, die wird mit lichtechten Pigmenten gemacht. Hatte ich mal in einem Stempelladen gekauft. Bleistift ja auch lichtecht, also wunderbar für Fotorückseiten.

Thomas / Admin | am 25. Juli 2016

Oho! Besten Dank für die Hinweise, auch im anderen Beitrag „nebenan“.

Martin | am 25. Juli 2016

Zitat von [https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de/sw-fotografie/perfektes-positiv/9-bildpraesentation.html]: „Bei Barytpapieren ist die Beschriftung (mit weichem Bleistift) und die Bestempelung dank des saugfähigen Papierträgers problemlos. Hier einige Hinweise für PE-Papiere, deren Papierfilz flüssigkeitsabstoßend versiegelt ist:

Für die Beschriftung von Vorder- und Rückseite können folgende Spezialschreiber empfohlen werden: Diaschreiber „Quickpoint“ von Loersch, OH P Plus von Faber-Castell, Lumocolor Permanent von Staedtler- Mars, Edding 400 und 3000.

Zur Bestempelung der Bildrückseite gibt es eine spezielle Stempelfarbe „Universal Stempelfarbe S“ vom Gutenberg-Werk.“

Ich selbst habe sowohl die Eddingstifte (auf PE) als auch die Gutenberg-Stempelfarbe in Benutzung. Auch ich bin – wie Du – eher vorsichtig und argwöhnisch, aber diesen Empfehlungen traue ich und habe bislang auch keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Für die Beschriftung von Baryt würde ich sicherheitshalber doch lieber grundsätzlich auf den guten alten Bleistift zurückgreifen.


Haben Sie / hast Du Fragen, Anmerkungen, Kritik zu diesem Beitrag?

Kommentar

(Kommentare werden manuell freigeschaltet bzw. erscheinen nicht sofort, um Spam vorzubeugen.)

Der Autor dieser Seiten ist Thomas.
Mit dem Absenden dieses Formulars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung dieser Internetseite.

nach oben springen