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Farbkorrektur und Kontrastanpassung von Negativen mit Gimp


Mit der kostenlosen Bildbearbeitung „Gimp“ können Sie die Rohdaten eines „RAW-Scanns“ zu einem brillanten und farbrichtigen Bild verändern. Diese Anleitung zeigt, wie Sie farbstichige und zu flaue digitale Bilder leicht in qualitativ hochwertige Daten für das Internet oder den Druck umwandeln können. Auch für S/W-Negative ist dieses „Tutorial“ relevant.

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Um analoge Negative in bestmöglicher Qualität zu digitalisieren, empfiehlt es sich, auf jegliche Automatiken bzw. Farb- und Kontrastkorrekturen während des eigentlichen Scannens zu verzichten und eine sogenannte „RAW-Datei“ zu scannen bzw. einen Rohscann vorzunehmen, welcher wirklich alle durch die Optik des Scanners erfassbaren Bildinformationen enthält.

der Epson V750 ProDieser Anleitung geht ein „Tutorial“ voraus, indem Sie am Beispiel eines Epson-Scanners erfahren, wie Sie mit der mitgelieferten kostenlosen Scan-Software zunächst einen linearen Rohscann von einem Farbnegativ anfertigen können. Zu diesem Artikel gelangen Sie hier.

Dieser Rohdiamant muss im Anschluss jedoch noch „geschliffen“ werden – und dies erfolgt beispielsweise in dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm „Gimp“, welches Sie sich z. B. hier für alle populären Betriebssysteme herunter laden können.

einen farbstich bei Dias und Negativen entfernen

Links sehen Sie eine stark verkleinerte Version der „Rohdatei“, welche man erhält, wenn man jegliche Bildbearbeitungsschritte bzw. -Automatiken beim Scannen deaktiviert. Rechts sehen Sie die selbe Datei, nachdem diese eine gründliche Bildbearbeitung mittels Gimp erfahren hatte: Der Farbstich wurde entfernt, der Kontrast wurde angepasst, der richtige Ausschnitt wurde gesetzt, der „Rohdiamant“ wurde geschliffen.
Wenn Sie vorhaben, mehrere Urlaubsfilme zu digitalisieren, dann nutzen Sie besser die interne Farb- und Kontrastkorrektur Ihres Scan-Programms. Wenn Sie jedoch einzelne Bilder in möglichst hoher Qualität digitalisieren möchten, lesen Sie weiter. Denn eine Farbautomatik kann nur dann einen korrekten Weißabgleich bewerkstelligen, sofern eine Graukarte mit fotografiert wurde, was Sie sicherlich nie getan haben. Daher sollte man bei analogen Farbfotografien, für die man sich Zeit nehmen möchte, manuell per Auge ausfiltern. Und darum geht es in diesem Artikel.

buch-scannenEin Fachbuch, in dem es nur um das Scannen bzw. Digitalisieren von Negativen geht. Der Autor vermittelt Techniken, durch die man zu aussagekräftigen, scharfen und hoch aufgelösten Bildern vom analogen Negativ gelangt. Gesehen auf Amazon.

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Liegt Ihr Negativ nun hochauflösend als „Rohdatei“ (bestenfalls im Format „Tiff“) vor, so können Sie nun zum Postprozess übergehen: Es muss bearbeitet werden. Seit der Erfindung der Fotografie muss jedes Bild, welches auf ein anderes Medium (Papier, Monitor) übertragen wird, eine nachträgliche Bearbeitung erfahren (Ausnahme: die Diaprojektion). Die meisten Fotografien werden sicherlich durch (interne) Automatiken bearbeitet bzw. wissen die meisten Fotografen nichts von diesen Prozessen. Bestenfalls nehmen Sie die Bildbearbeitung selbst vor und verzichten auf Automatiken.

Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp starten

Nachdem Sie Gimp gestartet haben, öffnen Sie Ihr Bild bzw. den zuvor angefertigten Scan über Datei / Öffnen.

Sollten Sie zuvor im Modus „48 Bit / 16 Bit“ gescannt haben, dann wird Ihnen Gimp mitteilen, dass es diese Farbtiefe nicht unterstützt und das Foto in die 8-Bit-Farbtiefe reduziert wird. Dies ist jedoch nicht schlimm, da das menschliche Auge derlei Unterschiede nur in den seltensten Fällen unterscheiden kann.

Hinweis: Viele „Screenshots“ in dieser Anleitung lassen sich per Mausklick noch etwas vergrößern.

Bild drehen / spiegeln

Gegebenenfalls müssen Sie Ihr Foto zunächst drehen oder spiegeln:

drehen des Fotos

Rufen Sie hierzu z. B. den Befehl „Um 90° im Uhrzeigersinn drehen“ unter Bild / Transformation auf.

Das Foto zuschneiden

Sicherlich haben Sie zuvor das gesamte Negativ bzw. Dia inklusive dem Negativrand eingescannt. So schneiden Sie das Foto zu:

Bild beschneiden

In der Werkzeugpalette von Gimp links befindet sich ein „Icon“ (Bildchen), welches ein Skalpell zeigt. Sobald Sie dieses angewählt haben, können Sie einen Rahmen um das eigentliche Motiv ziehen, welchen Sie im Anschluss in dessen Größe noch verändern können. Wenn Sie damit fertig sind, bestätigen Sie mit der Enter-Taste Ihrer Tastatur.

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Solche eine Aktion können Sie auch rückgängig machen, indem Sie entweder „STRG+Z“ drücken oder aber oben unter „Bearbeiten“ „Journal“ auswählen bzw. sich eine Übersicht über alle bisherigen durchgeführten Schritte anzeigen lassen.

Farbkorrektur

Hinweis: Wenn Sie mit Gimp S/W-Bilder bearbeiten, dann können Sie die Schritte zur Farbkorrektur freilich überspringen und bei „Kontrast anpassen“ weiter lesen.

Das Ausgangsfoto hat einen starken Farbstich, dies ist unübersehbar. Nun folgt der wichtigste Teil einer nachträglichen Bildbearbeitung eines (zuvor digitalisierten) Farbfotos. Genau so, wie man im Fotolabor beim Anfertigen von Handabzügen vom Farbnegativ penibel eine Farbkorrektur vornehmen muss, muss dies gleichfalls auch bei der digitalen Bildbearbeitung erfolgen:

die Gradationskurve unter Gimp ändern

Hierzu geht man bei Gimp auf Farben / Kurven. Es wird nun ein neues Fenster eingeblendet: Die sogenannte Gradationskurve. Folgendermaßen ist nun weiter zu verfahren:

Unter „Kanal“ wählt man Rot aus:

der Rotkanal

Hier kann man den Rotanteil des Bildes ändern.
Schieben Sie den Anfangspunkt der Diagonalen links ein Stückchen vor den Anfang der Kurve.
Schieben Sie nun den Endpunkt der Diagonalen rechts ein Stückchen hinter das Ende der Kurve. Der Abstand zur Kurve sollte je ungefähr gleich sein.

Im obigen Beispiel ist dies gut ersichtlich.

Nun wählen Sie unter „Kanal“ Grün aus:

der Grünkanal

Hier verfahren Sie genau so wie im Rotkanal! Schieben Sie Anfang und Ende der Diagonalen jeweils im gleichen Abstand vor- bzw. hinter die Kurve. Die Abstände sollte ungefähr genau so groß sein wie die beim Rotkanal.

Das selbe wird nun im Blaukanal vorgenommen, indem Sie unter „Kanal“ Blau auswählen:

*Mit dem neuen Epson V800 kann man Negative und Dias scannen, welche fast so eine hohe Auflösung besitzen wie ein äußerst teurer Flextight-Scanner, bereits mit der Standard-Software. Man muss sich hierfür jedoch auch in gewisse Scann-Techniken belesen. Auf Amazon gibt es die Epson-Perfection-Serie zum günstigen Preis.

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der Blaukanal

Wieder werden Anfangs- und Endpunkt der Diagonalen entsprechend verschoben. An dieser Stelle können Sie auch einstellen, ob ihr Bild eher kühl oder warm erscheinen soll! Denn im Gegensatz zu der landläufigen Annahme ist dies selten eine Eigenart des Filmes sonder einfach nur eine Frage der Ausfilterung (und freilich des Lichtes während der Aufnahme).

Den Kontrast anpassen

Kontrast anpassen mit Gimp

Auf dieser Abbildung sehen Sie nun das erste Ergebnis der Farbkorrektur. Deutlich ist ein Unterschied zugunsten einer neutralen Ausfilterung bereits sichtbar, wenn Sie das Foto mit dem Ausgangsbild vergleichen. Und diese Korrektur hat nicht der Scanner vollbracht – sondern Sie sozusagen.

Weiterhin wurde bei dem Beispiel oben bereits der Kontrast angepasst:

Wählen Sie nun im noch offenen Fenster mit der Gradationskurve unter „Kanal“ als letzten Schritt „Wert„.
Dies bewirkt, dass eine schwarze Diagonale abgebildet wird. Sie beinhaltet alle drei Kanäle Rot Grün Blau – den sogenannten RGB-Farbraum. Sie verändert alle drei Kanäle gleichmäßig und mit anderen Worten: Durch Sie können Sie bei Gimp global den Kontrast ändern.

Sie könnten nun zunächst wieder den Anfang und das Ende dieser Diagonalen an die Kurve heran schieben. Dies ist an dieser Stelle jedoch meist nicht mehr nötig, da diese Schritte ja zuvor für jeden Kanal (RGB) einzeln getätigt wurden. Nur, wenn Sie S/W-Bilder bearbeiten, dann ziehen Sie den Anfang der Diagonalen ein Stückchen vor die Kurve und das Ende ein Stückchen hinter die Kurve. Die Diagonale sollte diese Gradationskurve am Anfang und Ende nicht beschneiden. Denn dies würde das Selbe wie eine Unterbelichtung bzw. Überbelichtung bedeuten – und darauf haben Sie sicherlich beim fotografieren geachtet und wollen dies nicht wieder zunichte machen.

Nun klicken Sie einmal in die Mitte der Diagonalen und ein Punkt erscheint. Diesen verschieben Sie nach oben oder nach unten. Hiermit regeln Sie die Helligkeit der Mitteltöne. Klicken Sie danach in das erste Drittel der Diagonalen und mit dem verschieben des nun erzeugten Punktes ändern Sie die Helligkeit der dunklen Bildbereiche („Schatten“). Das selbe können Sie auch durch das Erzeugen eines Punktes im oberen Bereich der Diagonalen tun und hier die Helligkeit der „Lichter“ ändern: Sie verändern punktuell den Kontrast Ihrer Fotografie.

Dies ist übrigens ein Arbeitsschritt, welcher bei einer Color-Handvergrößerung im Fotolabor nicht machbar ist (bei einer S/W-Vergrößerung mit Multikontrastpapier durchaus).

Bestätigen Sie die nun erfolgten Änderungen durch einen Klick auf „OK“ im Bildfenster „Kurven“.

Die Farbsättigung korrigieren

Hinweis: Beim „Postprozess“ in Schwarzweiß können Sie den Punkt „Sättigung freilich ebenfalls überspringen und mit dem Ausflecken weiter machen.

Dummerweise erzeugt das Erhöhen des Kontrastes im RGB-Farbraum auch ein Erhöhen der Sättigung der Farben! Diese wirken nun im Beispielbild zu knallig. Vielleicht ist dies bei Ihrer Fotografie gerade richtig. Beim Bildbeispiel muss aber noch die Sättigung verringert werden.

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Sättigung einzelner Farben

Immer noch hat das Beispielbild einen leichten Farbstich: Der Schnee ist nicht richtig weiß! Stattdessen ist er leicht blau. Das ist kein Wunder: Während der Aufnahme im Winter hatte das vorhandene, diffuse Licht einfach einen hohen Blauanteil. Unser Gehirn filtert diesen vor Ort aus. Bei einer Fotografie ist dies nicht möglich.

Sättigung von Cyan verringern

Zunächst wurde nun das Fenster Farben / Farbton / Sättigung geöffnet. Hier haben Sie nun eine Übersicht über die Grundfarben Ihrer Fotografie (Gelb, Rot, Magenta, Blau, Cyan und Grün). Der Schnee beim Beispiel besitzt einen Cyan-Anteil. Cyan („C“) wurde nun angewählt und den Schieberegler „Sättigung“ weit in den negativen Bereich geschoben. Alle anderen Farben sind dadurch nicht betroffen.

Sättigung global verändern

Das Foto ist aber insgesamt noch zu bunt. Also wird die gesamte (globale) Sättigung einfach verringert:

die Sättigung verringern

Unter Gimp klickt man nun im noch offenen Fenster „Farbton / Sättigung“ in die Mitte auf den Knopf „Alle“. Und nun verschiebt man den Regler „Sättigung“ wieder in den negativen Bereich. Man kann die Stärke der Farben natürlich auch erhöhen. Das ist Geschmackssache.

Anschließend bestätigt man mit „OK“.

Ausflecken: Staub, Kratzer und Fusseln entfernen

Auch wer digital fotografiert wird Staub kennen: Wenn jener sich nämlich auf dem Sensor der Digitalkamera absetzt bzw. mit im Bild ist. Doch insbesondere beim Scannen von Negativen wird man immer gewisse Staubkörner mit einscannen.

Staub entfernen

Fingerabdrücke, Staub und Kratzer vermeiden

Sie sollten jedoch bereits beim Scannen penibel auf Staub, Fingerabdrücke und Fussel achten. Dies kann viel nachträgliche Arbeit sparen.

Gimp bietet zur Staubentfernung bzw. zum Ausflecken das Werkzeug „Heilen„. Sie finden es in der linken Leiste mit den Werkzeugen und es ist durch ein Heftpflaster symbolisiert.

Klicken Sie darauf. Anschließend ändern Sie noch die Größe des nun erscheinenden Kreises und dessen „Härte“. Das Prinzip ist folgendermaßen: Sie klicken bei gedrückter STRG-Taste auf einen Bildbereich in unmittelbarer Nähe zum Kratzer oder zum Staub-Fussel. Nun haben Sie einen Referenzpunkit markiert. Diesen können Sie nun an eine andere Stelle (über den Fussel) kopieren. Auf diese Weise ist es relativ einfach, Kratzer bzw. Staub zu retuschieren. Man nennt dies auch Stempeln, da das adäquate Werkzeug bei der bekanntesten Bildbearbeitungssoftware „Photoshop“ eben „Stempel“ heißt. Durch eine „weiche Kante“ sind solche Reparaturen selten später im Bild sichtbar.

Schärfen

Der nächste Schritt zu einem qualitativ hochwertigen Scan ist das Scharfzeichnen. Erfahrungsgemäß muss jedes Negativ bzw. Dia, welches gescannt worden ist, im Anschluss etwas geschärft werden.

scharf zeichnen mit Gimp

Öffnen Sie hierzu das Fenster „Schärfen“, welches Sie unter Filter / Verbessern finden.

*Staub ist immer wieder ein Problem bei der analogen Fotografie. Mit solch einem umfassenden Reinigungsset inkl. Pinsel und Blasebalg für Filme, Kameras, Objektive und Vergrößerer entfernen Sie schonend Staub und Verunreinigungen. Zum gewohnt günstigen Preis auf Amazon.

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Nun können Sie anhand einer Vorschau und eines Schiebereglers die Kanten Ihrer Fotografie visuell verstärken. Übertreiben Sie es hierbei jedoch nicht! Die Fotografie sollte nicht unlogisch scharf erscheinen. Weiterhin dürfen keine Fitzelchen (Punkte, Striche) in den dunkleren Motivelementen entstehen. Ein unscharf aufgenommenes (oder gar gescanntes) Foto kann nachträglich kaum scharf gezeichnet werden.

Ein Farbprofil einbetten

Hinweis: Bearbeiten Sie reine S/W-Fotos, so wandeln sie diese am besten auch in ein „RGB-Foto“ um, sofern nicht schon der Fall (Bild / Modus -> RGB). Dann verfahren Sie mit diesem „Pseudo-Farbfoto“ ebenfalls wie gleich beschrieben.

Ein Farbprofil sagt dem Endgerät, vereinfacht gesprochen, wie z. B. Rot auszusehen hat und wie Blau. Weiterhin wird hierdurch ein „Absaufen“ der Schatten bzw. ein „Ausfressen“ der Lichter bei manchen Endgeräten (Monitore) verhindert. Daher sollten Sie Ihrer nun digitalen Fotografie ein solches Profil einbetten, damit diese später z. B. im Browser anderer Leute auch möglichst korrekt dargestellt wird. Natürlich ist das Einbetten eines Farbprofils auch unter Gimp möglich:

Einbetten eines Farbprofils unter Gimp

Der Befehl hierzu lautet: Bild / Modus / Zu Farbprofil umwandeln.

Das universell meist richtige Profil lautet „sRGB„. Nur, wenn Sie die Fotografie später an z. B. eine Druckerei übergeben wollen, welche ihr eigenes Farbprofil bevorzugt, sollten Sie dieses einbetten bzw. das Foto in jenes konvertieren. Ggf. muss dann jedoch erneut eine leichte Farbkorrektur und / oder Kontrastanpassung erfolgen. In zweiten Fall sollten Sie die Grafik duplizieren und einer Version das Farbprofil für die Druckerei einbetten (wird oft als Download angeboten) und der anderen Version das sRGB-Profil, wenn sie diese im Internet bzw. auf einem Monitor präsentieren möchten. Sie sehen: Anspruchsvolle Grafikbearbeitung bedarf einen gewissen Aufwand. Es geht nicht anders, möchte man tatsächlich durchgehend hohe Qualität.

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Der Fotobuch-Druck-Anbieter „CEWE“ schreibt hierzu auf seiner Internetseite:

Um möglichst vielen Kunden gerecht zu werden, gehen wir also von sRGB-Bilddaten aus, die in unserem automatischen Workflow in den Druckfarbraum konvertiert werden.

Vergessen Sie also nicht das Farbprofil einzubetten bzw. zu überprüfen. Bereits in der Scan-Software lässt sich in den Einstellungen oft schon festlegen, welches Profil eingebettet werden soll (bei dem Programm „Silverfast“ ist dies beispielsweise der Fall). Ansonsten tun Sie es eben anschließend mit Gimp.

Das fertige Foto exportieren bzw. abspeichern

Wir sind fertig! Das Bild muss nun noch abgespeichert werden:

das Bild wird gespeichert

Hierzu wählen Sie Datei / Exportieren als…

*Analog fotografieren und die Negtive im Anschluss einscannen und mittels Bildbearbeitung bearbeiten: Das ist die Hybride Fotografie. Und genau um dieses Thema geht es sehr ausführlich in diesem Buch. Hier schreibt kein Computerfritze sondern ein erfahrener Fotograf, welcher weiterhin seine analogen Kameras nutzt und die Negative digitalisiert. Sie lernen die unterschiedlichen Scanner kennen und die Vorgehensweisen zur (für analoge Bilder nötigen) Bildbearbeitung am heimischen Computer. Was alles in diesem Fachbuch auf Sie wartet, können Sie durch einen Blick hinein auf Amazon erkunden.

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speichern als JPG mit Gimp

An dieser Stelle müssen Sie das Dateiformat wählen, in welchem Ihr Bild unter Gimp abgespeichert werden soll (und freilich auch den Speicherort). Soll Ihr Foto in den Druck gehen, dann wählen Sie das Dateiformat „Tiff“ aus. Sie können das Bild jedoch unter Gimp auch viel platzsparender im JPG-Format speichern. Tun Sie dies, dann können Sie im Anschluss noch den Grad der Komprimierung einstellen und so einerseits die Dateigröße beeinflussen wie jedoch auch die Größe möglicherweise dann auftretender Bildartefakte. Es ist anzuraten, zunächst eine Tiff-Datei anzulegen.

Das Bild verkleinern und für das Internet speichern

Diese Tiff-Datei öffnen Sie dann erneut in Gimp und wählen Bild / Bild skalieren. Hier können Sie nun die Bildgröße verkleinern, wie es sinnvoll ist, wenn Sie Ihre Fotografie im Internet zeigen möchten (z. B. in einem Forum hochladen). Tippen Sie hierzu im nun aufploppenden Dialog bei „Breite“ z. B. „900“ (Pixel) ein. Die Höhe wird automatisch proportional angepasst. Bestätigen Sie mit dem Knopf „Skalieren“.

Als nächstes können Sie dieses verkleinerte Bild, wie zuvor erläutert, als „JPG“ exportieren. Ein solches, klein gerechnetes Bild ist jedoch nicht für den hochwertigen Druck geeignet – Doch hierzu haben Sie ja die zuvor separat abgespeicherte Tif-Datei.

Einen kalibrierten bzw. profilierten Monitor nutzen

Ein Wermutstropfen soll auch in dieser Anleitung nicht verschwiegen werden: Wer am Computer Farbkorrekturen vornimmt, der sollte den Monitor zuvor entsprechend kalibriert haben. Im einfachsten Fall tätigen Sie dies mit einigen Beispielbildern und mit den Konfigurationen (Helligkeit, Farbton) in den Systemeinstellungen Ihres Betriebssystems oder denen der Grafikkarte.
Auf dieser Seite finden Sie einige Grafiken, nebst Beschreibungen, anhand derer Sie die Helligkeit, den Kontrast und die Farben Ihres Systems einigermaßen neutral anpassen können.
Nur mit einem neutral eingestellten Monitor kann man erst entsprechende Farbkorrekturen vornehmen. Weiterhin können Sie hierzu auch ein kostenloses Testprogramm von Eizo nutzen.

eine Kalibrierspinne

Dies ist ein sogenanntes „Kolorimeter“, ein Spyder 3. So ein Gerät kostet neu ca. ab. 90 Euro und sei tatsächlichem jedem empfohlen, der öfter Farbkorrekturen am Bildschirm vornehmen möchte.

Das Prinzip dahinter: Das Kolorimeter besitzt eingespeicherte Referenzfarben. Der Monitor gibt beim Test dann z. B. ein Rot wieder und dieses wird mit dem „Laborwert“ Rot verglichen. Es wird feine Unterschiede geben und diese werden in einem speziellem Farbprofil vermerkt. Dieses Farbprofil gilt dann ganz spezifisch für die jeweilige Arbeitsumgebung (Hardware, Software) und wird bei jedem Start des Computers geladen – Das funktioniert auch mit einem Laptop.

Daher ist eigentlich auch nicht von einer Monitorkalibrierung zu reden – nur die wenigsten Monitore lassen sich tatsächlich kalibrieren. Sondern man redet in diesem Zusammenhang von einer Profilierung des eigenen Systems. Denken Sie an den Cyan-Farbstich im Schnee des Beispielbildes in dieser Anleitung: Ohne einem neutral eingestellten Farbsystem hätte man diesen kaum erkennen können.

Grundsätzlich sind die meisten (Laptop-) Monitore übrigens viel zu hell und kontrastreich eingestellt. Dies ist zum Schauen eines Videos und für die normlae Arbeit nur gut. Für die Bildbearbeitung verzerren solche „nutzerfreundliche“ Einstellungen jedoch das Ergebnis. Das Resultat: Ihre Drucke werden viel zu flau und dunkel aussehen! Ja, weil eine „Standard-Monitor-Einstellung“ zu kontrastreich und hell ist. Der Autor fertigt auch Fotografien für Kunden an: Hier werden von einem Foto zwei Versionen ausgeliefert: Eine für den Druck und eine für den (zu hellen) Standard-Monitor, damit es keine Beschwerden gibt.

Nachteile von Gimp gegenüber Photoshop

Gimp ist kostenlos. Photoshop kostet sehr viel Geld und man kann es offenbar nur im Bundle mit den anderen Produkten der „Adobe Creative Suite“ erwerben. Folgende Nachteile – im Zusammenhang mit dieser Anleitung – besitzt Gimp gegenüber Adobes Photoshop:

*Ein Kolorimeter wie der Spyder 4 zum Kalibrieren eines jeden Monitors (auch Laptop) ist unbedingte Voraussetzung, wenn spätere Drucke genau so aussehen sollen, wie man sie vorher am eigenen Computerbildschirm wahr genommen hat. Zum gewohnt günstigen Preis bei Amazon.

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Den Punkt mit der Farbtiefe muss Sie nicht unbedingt betrüben. Was bei Photoshop aber außerordentlich „genial“ ist, ist dass man die Einstellungen der Gradationskurve (Kontrast & Farbkorrektur) innerhalb der Grafikdatei als Ebene abspeichern kann. Soll heißen: Sie können diese Korrekturen später jederzeit wieder ändern oder verwerfen! Dies ist insbesondere dann sehr nützlich, wenn man eine fotografische Serie von mehreren Bildern gleichmäßig ausfiltern- bzw. farblich angleichen möchte und diese Arbeit auf mehrere Tage verteilen möchte.

Davon abgesehen bietet Gimp jedoch genügend Funktionen für eine anspruchsvolle Fotobearbeitung.

Fazit

Es gibt keine Abkürzung, um an eine sauber ausgefilterte Farbfotografie zu gelangen. Sie können Automatiken walten lassen. Doch deren Ergebnisse werden selten oder mit Glück dem anspruchsvollem Auge genügen. Dies erkennen Sie deutlich an den Abzügen, die Sie aus dem Drogeriemarkt von Ihren Negativen erhalten.

Natürlich ist diese Anleitung nicht für diejenigen geeignet, welche hunderte eingescannte Negative korrigieren möchten. Der Aufwand wäre viel zu hoch. Für die Fotografen jedoch, die einen technisch hohen Anspruch an eine (Farb-) Fotografie haben, stellt Gimp die nötigen Werkzeuge bereit, um die Bilder im „Postprozess“ (nach dem Scannen) genügend anpassen- bzw. bearbeiten zu können.

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Artikeldatum: 20.09.2016 / letzte Änderung: 14. Mai 2017

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leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Dus und freut sich über Kommentare.




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