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Einen Kleinbildfilm in die analoge Kamera einlegen


An dieser Stelle soll Schritt für Schritt und anhand von Bildern erklärt werden, wie man einen Film in die analoge Kamera einlegen kann. In diesem Tutorial wird das Einsetzen eines 35 mm Kleinbildfilmes in eine entsprechende Spiegelreflex-Kleinbildkamera demonstriert. In einer anderen Anleitung geht es um den Mittelformat-Rollfilm.

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Rollfilm einlegen

Sie haben eine Mittelformatkamera? Dann brauchen Sie eine andere Anleitung zum Einlegen des Rollfilmes.

Bevor man nun analog fotografieren möchte, folgt der erste Schritt: Der Film möchte zunächst in die Kamera eingelegt werden. Früher überlegten sich die Kamerahersteller so manch ulkige Lösung, um das Einsetzen der Filme zu vereinfachen (z. B. das Schnellladesystem [„SL-Patronen“]). Doch so etwas setzte sich nicht durch und man vertraute weiterhin darauf, dass der Fotograf seinen Kleinbildfilm regulär in die Kamera einlegen kann – Es ist ja auch nicht schwer! Und: Bei den meisten Kleinbildkameras ist es immer das selbe Prinzip – Egal, ob Sie in eine Praktica, eine Pentax-Kamera, eine Minolta oder analoge Olympus nutzen. In dieser Anleitung wird ein Film in eine Nikon Spiegelreflex-Kamera eingelegt und diese ist freilich genau so aufgebaut wie z. B. eine einäugige analoge Kamera von Canon:

eine analoge Kleinbildkamera

Die Kleinbildkamera wird mit Filmen gefüttert, welche sich in einer Patrone befinden.

Nur, wer so etwas noch nie gemacht oder gar gesehen hat, wird eventuell Probleme bekommen. Hier, in diesem Tutorial, soll nun Schritt für Schritt erklärt werden, wie man den 35 mm Film bzw. seine Patrone in die analoge Kamera einsetzen kann.

Hinweis: Diese Anleitung bezieht sich auf eine  analoge Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Spannhebel. Es gibt jedoch auch Kleinbildkameras mit Motor. Bei diesen fehlt jener Hebel sowie auch die Kurbel und der Film wird automatisch eingezogen sowie zurück gespult.

Nun soll es losgehen. Zunächst muss die Kamera natürlich geöffnet werden:

Die Kamera öffnen

Öffnen der Kamera

Als erstes muss die Rückwand der Kamera geöffnet werden. Bei den meisten Kleinbildkameras geht dies, indem man die kleine Kurbel oberhalb nach oben zieht. Eventuell muss man gleichzeitig einen weiteren (Sicherheits-) Knopf drücken, damit dies geht (die Älteren werden sich jetzt evtl. an den Mike-Krüger-Song erinnern). Manche anderen Kameras (Sucherkameras) besitzen hierzu einen einfachen Schiebeknopf (den man allerdings nicht aus Versehen [bei bereits eingelegtem Film] bedienen sollte).

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Nun sieht man (meistens) links eine Kammer: die sogenannte Filmkammer. Rechts sieht man eine Spule. In diese wird gleich der Anfang des Filmes gesteckt:

Die Filmpatrone einlegen

einlegen der Filmpatrone

Die Patrone sitzt nun in der Kammer links. Rechts wurde der Anfang des Filmes in die Spule eingefädelt. Man muss ihn einfach nur hinein stecken.

Den Film straffen

Straffen des Kleinbildfilmes

Die kleine Kurbel oben am Gehäuse wird nun nach unten in ihre ursprüngliche Position zurück gedrückt (siehe Beispielfoto). Nun wird der Spannhebel einmal bedient, während man mit der anderen Hand die Patrone etwas nieder drückt. Man sieht in dieser Anleitung gut, wie sich der Anfang des Kleinbildfilmes schon ein Stückchen weiter um die Spule gewickelt hat. Nun löst man einmal aus (mit dem Auslöseknopf) und aktiviert ein weiteres Mal den Spannhebel, damit sich der Kleinbildfilm noch weiter um die Spule drehen kann.

Bei diesen beiden Vorgängen schaut man sich genau an, ob der Film sauber und nicht schief über die kleinen Zahnrädchen läuft.

Die Rückwand wird geschlossen

*Sie wollten schon immer einmal Portraitfotografie mit Kunstlicht machen, scheuten sich aber vor dem Blitz? Mit diesem günstigen Softbox-Set mit starker Glühlampe (Dauerlicht) haben Sie die Lichtcharakteristik stets im Blick und können sogar die interne Kameraautomatik nutzen. Ideal für die analoge Fotografie. Zum Preis eines Restaurantbesuches bei Amazon.

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schließen der Rückwand der Kleinbildkamera

Nun kann die Rückwand der Kamera wieder geschlossen werden. Es ist darauf zu achten, dass diese satt einrastet. Denn eine lichtdichte Kamera ist die Voraussetzung für makellose analoge Fotografien.

Zum ersten Bild vorspulen

Bis eben war die Rückwand noch geöffnet. D. h. der fotografische Film, welcher nun bereits Licht erhielt (der Filmanfang), kann nicht mehr zum Fotografieren genutzt werden. Daher muss der Film noch ein weiteres Stückchen aus der Patrone befördert werden – aber diesmal eben bei geschlossener Rückwand.

das Bildzählwerk einer analogen Kamera

Hier sehen sie das Bildzählwerk einer klassischen analogen Spiegelreflexkamera.

*Der Kodak Tri-X ist der Filmklassiker schlechthin: ein höher empfindlicher S/W-Film (400 ISO), welcher den klassischen analogen Look liefert und in mehreren Filmformaten erhältlich ist. Er ist als DER Reportagefilm in die Geschichte eingegangen und ihn gibt es heute immer noch. Bei Amazon am besten die günstigeren Händlerpreise beachten.

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Im linken Beispielbild sehen Sie, dass es noch auf „S“ steht. Bei manchen Kameras heißt dies auch „A“ oder „H“ oder es sind einfach nur Punkte zu sehen. Jedenfalls muss der Film noch ein Stückchen weiter transportiert- bzw. vorgespult werden, bis man endlich das erste Foto machen kann.

Und dies tut man, indem man einfach den Auslöser kurz drückt (einmal betätigt und wieder los lässt) und den Kleinbildfilm hernach mit dem Spannhebel einfach weiter transportiert, ein weiteres Mal auslöst, den Spannhebel wieder bedient, auslöst usw. bis die Nummer 1 im Bildfenster erscheint. Nun ist die Kamera schussbereit für das erste Foto. An dieser Stelle seien dem Anfänger evtl. noch zwei Artikel ans Herz gelegt: 1. Richtig fokussieren und 2. Richtig belichten. Jetzt kann der gesamte Kleinbildfilm verschossen werden. Typischerweise hat man hier 36 Bilder zur Verfügung. Manche Filme sind jedoch kürzer: Dann lassen sich nur 24 oder gar 12 Bilder aufnehmen.

Den Kleinbildfilm entnehmen

Wenn das letzte Bild fotografiert wurde, merkt man dies spätestens, wenn sich der Filmhebel nicht mehr bewegen lässt. Dann muss der Film zunächst zurück in die Patrone gespult werden! Hierzu muss man bei den meisten analogen Kameras einen kleinen Knopf drücken:

den Film zurück spulen

Entweder muss man ihn festhalten oder er rastet ein. Auf dem oberen Beispielbild dieses Tutorials ist er mit einem grünen Pfeil markiert. Jedenfalls lässt sich nun die kleine Kurbel oben an der analogen Kamera im Uhrzeigersinn drehen. Sie befördert den langen Kleinbildfilm von der Spule wieder zurück in die Patrone – und zwar für sie im Dunkeln, denn die Rückwand ist ja noch verschlossen.

die Kurbel bei der Kleinbildkamera

Hier sehen Sie die kleine Kurbel, mit welcher der Film nach der Belichtung wieder zurück in die (lichtdichte) Patrone transportiert- und danach entnommen werden kann.

Zeigt das Bildzählwerk wieder ein „S“ oder ähnliches an (jedenfalls keine Zahlen mehr), dann kann die Rückwand geöffnet werden und man wird sehen, dass das gesamte Filmmaterial wieder in der Kleinbildpatrone verschwunden ist.

Tipps

Ein Tipp: Wenn man sich beim Einlegen nicht sicher ist, ob die Spule den Film tatsächlich aufgenommen- oder ob er gar überhaupt nicht gegriffen hat, dann kann man dies sehr einfach an der kleinen Kurbel feststellen: Diese muss sich nämlich irgendwann mitdrehen, wenn man den Spannhebel an der Kamera betätigt. Eventuell muss sie zuvor im Uhrzeigersinn gedreht werden, um den Kleinbildfilm innerhalb der Patrone etwas zu straffen.
Es haben nämlich schon einige Fotofreunde darüber klagen können, dass sie hundert Bilder auf einem einzigen Kleinbildfilm machen konnten (der Film hatte sich innerhalb der Kamera gar nicht bewegt und die Bilder wurden alle auf den Filmanfang belichtet).

*Auch den Ilford FP4 Plus gibt es in verschiedenen Formaten. Er ist ein feinkörniger bzw. höher auflösender S/W-Film und ideal für Landschaften und Portraits geeignet. Bei Amazon bieten die Händler die günstigeren Preise an ("andere Angebote").

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Und noch ein weiterer Tipp soll bei dieser Anleitung nicht fehlen, wenn Sie Ihre Kleinbildfilme selber entwickeln: Beim Zurückspulen des Kleinbildfilmes mittels der Kurbel, wird man hören können, wann der Filmanfang von der Spule springt, wenn man das Ohr an die Rückwand der Kleinbildkamera hält. Danach kann das Zurückspulen gestoppt werden und nach dem Öffnen der Rückwand werden Sie sehen, dass der Filmanfang noch aus der Patrone schaut. Somit benötigen Sie beim späteren Selbstentwickeln des Filmes keinen „Filmherauszieher“. Sie müssen auch nicht die Patrone „knacken“. Sie sollten jedoch diesen Filmanfang hart knicken, damit Sie eine Art Markierung haben, dass dieser Film bereits belichtet worden ist.

Fazit

Das Einlegen eines Kleinbildfilmes in die analoge Kamera ist wirklich einfach, wenn man dies mehrmals geübt hat. Es empfiehlt sich, hierzu einen Probefilm zu opfern, wenn man sich unsicher ist.

Tatsächlich dauert das Einsetzen eines solchen Filmes ca. 30 Sekunden, wenn man darin Übung hat. Die meisten 35mm-Kleinbildkameras nach dem Spiegelreflexprinzip sind nahezu gleich aufgebaut. D. h. diese Anleitung sollte sowohl für Minolta-Besitzer funktionieren als auch für Liebhaber von analogen Nikon-Kameras, gleichfalls freilich für Pentax, Canon, Praktica, Olympus und die vielen anderen Typen, die nach dem einäugigen Spiegelreflexkamera-Prinzip gebaut sind. Weiterhin lässt sich ein Film ganz ähnlich auch in Sucher- und Messsucher-Kameras einlegen. Bei Fotoapparaten mit eingebauten Motor zieht dieser den Kleinbildfilm ein und es entfallen einige der manuellen Schritte.

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Artikeldatum: 14.09.2016 / letzte Änderung: 4. Juni 2017

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leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.




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