Kodak D76 – meine Entwicklungszeiten für diverse Filme

An dieser Stelle gibt es zwei kleine Tabellen mit einigen von mir genutzten Entwicklungszeiten für diverse S/W-Filme im S/W-Negativentwickler „Kodak D76“.

Der »Kodak D-76« zählt für mich zum guten Standard: Mit diesem Filmentwickler kann man eigentlich nichts falsch machen. Wohl jeder S/W-Film (Ausnahmen vielleicht Sonderfabrikate) kann darin, seinen Eigenschaften gemäß, für eine gute Qualität entwickelt werden.

D76 kann in der Stammlösung als Mehrfachentwickler verwendet werden. Ich verdünne den Entwickler (die Stammlösung) meist im Verhältnis 1+1 mit Wasser und nutze somit einen Einmalentwickler, welchen ich nach der Entwicklung entsorge.

Zunächst etwas zu den Vor- bzw. Nachteilen der unterschiedlichen Konzentrationen:

Vorteile / Nachteile

D-76Stammlösung (Mehrfachentwickler)Verdünnung (Einmalentwickler)
Vorteile
  • zunächst einfach zu verwenden (ausgießen, zurück gießen, wiederverwenden)
  • feineres Korn
  • ökonomisch effizient
  • etwas schärfer arbeitend
  • Durch die Verdünnung gut temperierbar (wichtig im Sommer).
  • Einmalentwickler nutzen naturbedingt nicht ab: Keine Verlängerungsfaktoren nötig.
Nachteile 

  • Nach X Filmen muss die Entwicklungszeit angepasst (verlängert) werden.
  • Da der Entwickler nicht mehr verdünnt wird: Temperieren mit Wasser nicht möglich.
  • weniger scharf zeichnend als in der Verdünnung
  • nicht so feines Korn wie bei der Stammösung
  • nicht so ökonomisch wie als Mehrfachentwickler

Diese Entwicklungszeiten für D-76 beziehen sich alle auf eine Entwicklung bei einer Temperatur von 20 °C.

Entwicklungszeiten als Mehrfachentwickler (Stammlösung)

Hinweis: ›Stammlösung‹ wird häufig auch als ›Stocklösung‹ bzw. im Englischen als „stock“ bezeichnet.

FilmEntwicklungszeitKipprhythmus
Fomapan 4008 Minutenerste 60 Sekunden durchgehend; dann jede Min. je 10 Sekunden
Agfaphoto APX 100 / Kentmere 1009 Minutenerste 60 Sekunden durchgehend; dann jede Min. je 10 Sekunden
Ilford Delta 1008,5 Minutenerste 30 Sekunden durchgehend; dann jede 1/2 Minute einmal hin / einmal her

Entwicklungszeiten als Einmalentwickler (1+1)

FilmEntwicklungszeitKipprhythmus
Rollei Superpan 200
(wie ca. 100 ASA belichtet)
11 Minutenerste 30 Sekunden durchgehend; dann jede 1/2 Minute einmal hin / einmal her
Kentmere 400 / APX 400 neu14 Minutenerste 30 Sekunden durchgehend; dann jede 1/2 Minute einmal hin / einmal her

Hinweis: Diese Angaben funktionieren bei mir recht gut. Ich belichte meine Filme im Zweifel eher reichlich und nicht zu knapp, wie es bei den eher einfach aufgebauten internen Belichtungsmessern vieler Analogkameras oft vorkommt.

Test auf Effektivität

Wenn man sich nicht sicher ist, ob der angesetzte Entwickler noch funktioniert, weil der Ansatz vielleicht bereits zwei Jahre her ist, kann man ihn vage testen:

Ich nehme einen Filmschnipsel APX 100 und tauche ihn (im Hellen) in die D-76-Stammlösung. Nach ca. 30 Sekunden müsste er sich leicht verdunkeln. Dann kann davon ausgegangen werden, dass der Entwickler zumindest oberflächlich noch funktioniert.

Bei einem Schnipsel Ilford Delta 100 hatte ich ca. 60 Sekunden gemessen, ab wann im Hellen bei funktionierendem D76 eine leichte Schwärzung einsetzt.

4 Kommentare

Kodak D76 – meine Entwicklungszeiten für diverse Filme

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Frau Müller

Hallo Thomas,

schau mal hier
https://www.ilfordphoto.com/amfile/file/download/file/1829/product/708/?___store=ilford_brochure&___from_store=ilford_uk

Ich hoffe Du bist mir nicht böse wenn ich Dir einen englischsprachigen Link schicke.

Du siehst die Verdünnung 1+3 findet sich im Originaldatenblatt von Ilford.

Gruß

Frau Müller

Thomas (Autor des Beitrages)
Antwort auf

Danke, das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.

Frau Müller

Hallo Thomas,

der Kodak D76 ist identisch mit Ilford ID11.

Wenn Du diesen Entwickler besonders ökonomisch nutzen möchtest dann kannst Du ihn auch in der Verdünnung 1+3 verwenden. Gerade in Verbindung mit Ilford Delta-Filmen bekommst Du so lt. Datenblatt von Ilford mit die besten Ergebnisse.

Thomas (Autor des Beitrages)
Antwort auf

Hallo Frau Müller, danke für den Hinweis! Tatsächlich hatte ich vor solchen dünnen Lösungen immer etwas Scheu. Ich werde dies beim nächsten Mal ausprobieren.

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