Filmpatronen selber befüllen mit einem Film-Ladegerät
Fotografischen Film kann man auch als Rollen kaufen (Meterware). Mit einem kleinen Einspul-Gerät (Filmlader) kann man somit leere Kleinbildpatronen mit der gewünschten Filmlänge selber konfektionieren. Ich erkläre das Prinzip mit einige Bildern und gehe auf die Vorteile und Nachteile ein.
Vielleicht sind Sie in den Internet-Shops für analoge Fotografie oder in den wenigen kleinen Lädchen des Fachhandels schon einmal über diese runden Blech- oder Plastikdosen gestolpert:

35mm-Film (Kleinbildfilm) gibt es nämlich von einigen Herstellern auch als Meterware zu kaufen. Selbstverständlich darf man so eine Dose nie bei Licht öffnen. Die hier abgebildete Rolle ist schon längst verdorben. Sie dient nur als Anschauungsobjekt.
So eine Filmrolle jedenfalls wird typischerweise in einer Länge von ca. 30,5 Metern oder in einer Länge von 17 Metern verkauft. Mit einer Länge von 30,5 Metern lassen sich insgesamt etwas mehr als 18 Filme à 36 Bildern + Vorlauf bestücken. Und dies geht mit so einem Filmladegerät:

Abgebildet ist hier der ›AP Bobinquick Filmlader‹. Es gibt (in Zukunft?) auch noch ähnliche Modelle anderer Hersteller. Daneben sieht man zwei Filmdosen, in denen typischerweise die Film-Meterware verpackt ist.
In absoluter Finsternis muss hier die Rolle eingelegt werden. Die Patronen selber werden dann jedoch im Hellen geladen. Genau dafür ist ja der Filmlader gedacht. Man könnte die Filmpatronen auch blind im Dunkeln beladen. Mit so einem „Film Loader“ geht es bequemer und man kann die gewünschte Bildanzahl je Patrone genau berücksichtigen.
Aus dem Gedächtnis heraus bieten Harman (Ilford & Kentmere) für einige Filme Meterware an sowie Foma, Rollei und Adox. Es gibt hin und wieder auch Meterware für Farbfilme (z. B. Kono Color 200 oder Wolfen NC 500).
Vorgehensweise
Und wie funktioniert das?

Als erstes benötigt man einen absolut dunklen Raum. Wer einen solchen nicht hat, benötigt einen Wechselsack oder einen leeren Kleiderschrank bei Nacht. Denn zunächst muss die große Filmrolle aus der Blechbüchse heraus geholt- und in den Filmlader eingelegt werden. Dies geht leider nur bei Finsternis. Belichtet werden soll das Filmmaterial ja erst später (in der Kamera).
Tipp: Im Dunkeln mittels einer Schere versuchen, den Filmanfang etwas anzuspitzen (siehe Foto). Dann lässt er sich besser durch die Führung im Filmladegerät stecken.

Hier ist die Filmrolle nun korrekt eingelegt. Der Anfang schaut oben aus dem Schlitz heraus. Nun muss nur noch der runde Deckel eingesetzt- und verschlossen werden. Dies alles – ich schrieb es schon – muss im Dunkeln passieren. Aber danach kann das Filmladegerät wieder ans Licht:

Der ggf. spitze Filmanfang der Rolle wird mittels Schere wieder entfernt. Was folgen wird, ist simpel: Das letzte Ende einer (fast leeren) Filmpatrone wird einfach mit dem Anfang der Meterware verklebt – mittels dünnem Klebeband:

Das Verkleben kann dann je im Hellen stattfinden. Man kann hierzu simples, dünnes Transparentklebeband nutzen (Tesafilm). Man sollte jedoch kein Heftpflaster oder Kreppklebeband nutzen. Man möchte ja nicht, dass hier später etwas beim Einspulen blockiert. In den Fotolaboren wird der Film auch automatisch bzw. maschinell aus der Patrone gezogen. Gerade hier sollte nichts blockieren.
Ist das Reststück der Filmpatrone mit dem Anfang der Meterwaren-Rolle sauber x verklebt, dreht man (bei dem AP-Filmlader) an dem kleinen Rädchen über dem Logo, bis der Film soweit eingezogen ist, dass sich die Patrone in die Mulde setzen lässt. Danach kann die kleine Kurbel angesetzt werden. Das hier gezeigte Filmladegerät besitzt noch eine zweite Mulde / Vertiefung. Dies ist etwas irreführend: In diese wird keine Filmpatrone eingelegt, sondern sie dient lediglich zur späteren Aufbewahrung der kleinen Kurbel.
x ohne Rand, ohne Falten

Die obere Klappe muss nun geschlossen werden. Die Patrone ist jetzt lichtdicht eingeschlossen. Bei diesem AP-Fimladegerät zeigt der Zeiger an der runden Skala die Restlänge der Spule in Metern (und Feet) an. Die gewünschte Bildanzahl je Patrone wird über dem Knopf darüber mit den Ziffern bestimmt. Beides wird sich drehen, wenn man nun die Kurbel betätigt.
Man dreht nun einfach an der Kurbel, bis sich die gewünschte Menge an Film innerhalb der Filmpatrone befindet. Man kann eine solche mit Material für 36 Aufnahmen bestücken (vielleicht sogar etwas mehr) oder auch weniger (z. B. für 12). Je nachdem. Dies kann man selber entscheiden.
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Am Ende wird die Klappe wieder geöffnet und der Film mit einer Schere durchtrennt. Die Patrone kann entnommen werden (vorher muss die Kurbel abgezogen werden). Der Filmanfang (der nun bestückten Patrone) wird mit der Schere wieder etwas „angespitzt“, damit er später in die Aufnahmespule der Kamera passt. Beide Film-Teile befinden sich weiterhin im Dunkeln: Der Rest auf der „Masterrolle“ im Filmladegerät und der andere Teil eben innerhalb der Filmpatrone.
Wer sich das ganze als kurzes Video (englisch; nicht von mir) ansehen möchte:
Lohnt sich das?
Derzeit kostet ein Fomapan 100 S/W-Film (36 Aufnahmen) ca. 5,60 €. Die Rolle davon à 30,5 Meter kostet hierzulande momentan ca. 47 €. Davon kann man (etwas mehr als) 18 dieser Filme bestücken. Dies ergibt dann einen Preis von 2,60 € pro Film. Bei den aktuellen Preisen lohnt sich dies preislich auf den ersten Blick.
Ein Ilford FP4 (36 Aufnahmen) kostet derzeit ca. 9 Euro. Die 30,5-Meter-Rolle davon kostet ca. 136 €. Davon kann man dann ca. 18 Filme à 36 Aufnahmen für je 7,50 € anfertigen. Da ist die Preisersparnis schon geringer, aber immerhin noch gegeben.
Quelle: Nordfoto, November 2025
Kurz: Für Wenigfotografierer (wie mich) lohnt sich das vielleicht beim Foma, weniger beim Ilford. Für Nutzer, die jede Woche einen Film belichten, wäre das selber Befüllen der Partonen sicherlich relevant. Innerhalb von drei Jahren sollte man so eine Rolle jedoch belichtet haben – oder man stellt den Filmlader in den Kühlschrankx .
x Fotografischer Film altert bei gleichbleibender Kühlung deutlich weniger.
Und natürlich: Der Filmlader kostet ja auch Geld – ca. um die 90 Euro mittlerweile. Ein stolzer Preis für so einen Kunststoff-Kurbelkasten. Früher waren diese Geräte deutlich günstiger. So etwas muss sich erst einmal amortisieren.
Filmpatronen
Man benötigt natürlich leere Filmpatronen – also fast leere: Denn das letzte Stückchen Film muss ja noch heraus schauen. An dieses wird der Anfang der Meterwaren-Rolle geklebt (s. o). Wer in einer größeren Stadt wohnt, kann nachforschen, ob es hier vielleicht noch Fotografen gibt, die ein „Minilab“ betreiben – die also eine Filmentwicklung direkt vor Ort durchführen (nicht einschicken). Denn dann fallen dort viele Leerpatronen mit einem Rest-Film-Stückchen an, die normalerweise entsorgt werden.
Die alten OrWo-Filmpatronen aus Kunststoff (erstes Bild) sind sogar standardmäßig wiederverwendbar: Man kann sie einfach durch eine Drehung öffnen und auf dem Spulenkern einen neuen Film einhaken. Es gibt heute jedoch wiederverwendbare Leerpatronen neu zu kaufen (das 5er-Set für ca. 6,50 €) – wie hier auf dem zweiten Bild die Leerpatrone von AP. Sie ähnelt sehr der alten OrWo-Patrone.
Was sind die Nachteile?
Zunächst macht das Selber-Einspulen von Meterware natürlich etwas Arbeit. Aber sobald sich die große Rolle im Filmladegerät befindet, ist der Aufwand für das Einspulen des Filmes in die Patronen ungefähr so hoch wie der beim Schuheputzen.
Dennoch gibt es einige Nachteile:
- Es kann vorkommen, dass der Dichtungsfilz am Patronenmaul einer 35mm-Filmpatrone durch die häufige Nutzung undicht wird: Es droht ein Lichteinfall.
- Selbstverständlich muss man sich erst einmal einige leere Filmpatronen besorgen.
- Bei der Verwendung von Fremd-Filmpatronen stimmt natürlich der DX-Code nicht mehr (oder ist nicht vorhanden). Dies betrifft jedoch nur Kameras, die einen solchen auslesen (müssen) – in der Regel → Point & Shoot Kameras. Obacht: Fotolabore lesen diese Codes ggf. auch aus oder die Mitarbeiter achten auf das, was auf der Patrone steht: Ein S/W-Film in einer Patrone mit der Aufschrift „Color Film C41“ wird dann im falschen Entwickler landen.
- Der Film wird viermal durch den Dichtungsfilz geleitet: Beim Einspulen, beim Transport in der Kamera, beim Rücktransport in der Kamera, beim Herausziehen zum Entwickeln: Die Gefahr von Kratzern ist hier etwas höher, wenn sich irgendwann einmal ein Sandkörnchen im Dichtungsfilz verfangen hat.
Dies sind die Vorteile
Wenn man seine Filmpatronen selber mittels Meterware konfektioniert, spart man i. d. R. Geld. Zwei Rechnungen hatte ich ja etwas weiter oben schon angestellt. Es gibt aber noch weitere Vorteile:
- Man kann viel Filmmaterial platzsparend im Eisfach einlagern: Die Rollen nehmen ja deutlich weniger Platz ein als die entsprechende Menge an Kleinbildpatronen.
- Man kann sich mit genau einer Charge bevorraten: Jeder davon konfektionierte Film ist gleich und man ist Unabhängig bei Schwankungen. Zudem wird fotografischer Film in der nächsten Zeit sicherlich nicht im Preis sinken.
- Man kann sich für Zwischendurch bzw. für ein kleines Fotoprojekt einen kurzen Film mit z. B. nur 12 Aufnahmen anfertigen. Dies ergibt allerdings wohl nur Sinn, wenn man selber entwickelt.
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Fazit
Insbesondere der letzte Punkt – das Befüllen von Filmpatronen mit eher geringen Filmlängen x für kleinere Fotoprojekte (z. B. für eine Porträtserie) – ist sicherlich das Hauptargument für das selber Einspulen. Dazu kommt dann eben noch ein günstigerer Preis je Patrone oder besser: je Aufnahme.
x Dabei muss man aber bedenken, dass jeder Film einen Vorlauf benötigt (zum Einlegen in die Kamera). Bei vielen kurzen Filmen verbraucht man entsprechend mehr Material von der Rolle bzw. die Gesamtmenge der zu konfektionierenden Filme reduziert sich etwas.
Ich selber fotografiere mittlerweile ziemlich sparsam bzw. sehr überlegt. Zudem weilen bei mir im Kühlschrank noch viele Patronen, die belichtet werden wollen. Für mich kommt das selber Konfektionieren meiner Filmpatronen (derzeit) nicht in Frage. Die Ersparnis wäre bei meinem Durchsatz zu gering.






Hallo Thomas,
ich hatte mir auch überlegt, Filme selber zu konfektionieren, genau wegen der Möglichkeit, auch kurze Längen zu haben. Stattdessen verfahre ich nun aber so, dass ich die Kamera in der DuKa öffne, den belichteten Filmteil abtrenne und direkt in die Jobo-Spirale schiebe, und den verbleibenden Film (schräg zugeschnitten) wieder (dann bei Licht) einfädele.
Gruß,
Hans-Ludwig
Hallo Hans-Ludwig, so mache ich es auch, wenn ich nach wenigen Aufnahmen den belichteten Teil schon entwickeln möchte. Nebenbei: Es gab sogar mal eine Kamera mit integriertem Messer dafür.