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Einrichten einer eigenen Dunkelkammer für S/W-Fotos


Das Selbstvergrößern der eigenen S/W-Negative bzw. das „Ausbelichten“ auf echtem Fotopapier gehört zu den spannendsten und schönsten Arbeiten innerhalb der analogen Fotografie. Allein: Man benötigt hierzu eine kleine Dunkelkammer. Wie man diese einrichtet und was man hierzu alles an Geräte und Zubehör benötigt, erklärt dieser Artikel ausführlich.

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selbst entwickeln von Fotos

S/W-Fotos lassen sich recht einfach selbst entwickeln: Nacheinander durchwandert das zuvor belichtete Fotopapier drei Chemiebäder und wird anschließend in einer Wanne gewässert.

Zunächst soll in wenigen Worten erklärt werden, was man in einer eigenen Dunkelkammer eigentlich macht: Das S/W-Negativ, welches Sie zuvor vielleicht selbst entwickelt haben, wird in einen sogenannten Vergrößerer gelegt. Dieser ist eine Art „Projektor“, welcher das Negativ auf ein Grundbrett (oder einfach auf den Tisch) projiziert – und zwar freilich in einem weit größeren Format als es das Negativ selbst besitzt – Es wird vergrößert. Auf diesem Tisch liegt nun ein lichtempfindliches, ganz spezielles Fotopapier, welches durch die Projektion belichtet wird. Anschließend wandert das Papier nacheinander durch drei Chemie-Bäder: Es wird entwickelt. Dies alles passiert im Dunkeln bzw. bei Rotlicht. Denn unsere Augen sind für dieses rote Dunkelkammerlicht zwar empfindlich (wir sehen dabei), das Fotopapier ist hierfür jedoch immun.

Ausrüstung der Dunkelkammer

Die wichtigste Ausrüstung der Dunkelkammer für den „Trockenbereich“.

Bereits nach dem ersten Bad kommt langsam das Bild zum Vorschein. Zuletzt wird das Fotopapier nur noch gewässert. So einfach funktioniert dies. Sie erhalten einen individuellen Handabzug. Ein solcher Abzug z. B. im Format A2 ist um einiges günstiger als ein Druck und natürlich eine Handarbeit, ein Unikat.

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Hinweis: Wenn Sie es ganz eilig haben sollten, so können Sie gleich zu einer Liste aller mindestens nötigen Utensilien springen.

Insbesondere dem Anfänger sei jedoch ans Herz gelegt, sich den nun sehr ausführlichen Text durchzulesen, welcher auf jedes Detail einer „soliden“ Ausstattung einer eigenen kleinen Dunkelkammer für S/W-Abzüge eingeht:

ein Vergrößerer und eine Chemieschale

Die zwei wichtigsten Utensilien: Ein Vergrößerer und eine Chemieschale. Zum Einrichten einer kleinen Dunkelkammer für S/W-Abzüge bedarf es nur einer Grundausrüstung, die auf dem Gebrauchtmarkt günstig zu erwerben-, jedoch weiterhin auch als Neuware erhältlich ist.

selbst entwickelte Fotos

Mehrere selbst entwickelte Fotos

Es stellt sich dem Anfänger, der darauf brennt, endlich eigene S/W-Handabzüge anfertigen zu können, nun sicherlich die Frage, was man zum Einrichten einer Dunkelkammer eigentlich benötigt. Hier soll nun schrittweise auf die tatsächlich nötigen Materialien und Geräte eingegangen werden. Der Autor vermeidet gewisse Fachbegriffe und geht auf alles verständlich ein. Daher ist dieser Artikel auch etwas länger ausgefallen.
Losgehen soll es mit Frage nach einer geeigneten Räumlichkeit für die eigene, kleine Dunkelkammer:

ein analoger Handabzug

Bis eine S/W-Fotografie sauber von Hand ausgearbeitet ist, bedarf es viel Übung, Disziplin und eine entsprechende Laborausrüstung. Das Ergebnis – gerahmt hinter einem Passepartout – überzeugt jedoch auf ganzer Linie.

Der richtige Raum

Ihre Dunkelkammer muss lichtdicht sein! Damit wird Ihnen nichts neues erzählt und das Wort „Dunkelkammer“ beinhaltet diese Feststellung freilich. Ein idealer Raum ist ein Badezimmer ohne Fenster. Die meisten Bäder besitzen sicherlich mindestens ein solches und dieses muss (temporär) lichtdicht abzudichten sein. Hierzu gleich mehr.
Was den Platz anbelangt kommt es ganz auf die Größe der später anzufertigenden Handabzüge an! Wenn Sie nur kleine Formate im Format von beispielsweise 18×24 cm vergrößern möchten, dann werden Sie nur relativ kleine Chemie-Schalen („Wannen“) benötigen und somit relativ wenig Platz. Vier Quadratmeter sollten es jedoch schon sein. Bei größeren Bildformaten werden Sie mit entsprechend großen Chemiewannen arbeiten. Dann benötigt man einfach mehr Abstellfläche. Falls Sie eine temporäre Dunkelkammer einrichten möchten (z. B. im Badezimmer), dann empfiehlt es sich, z. B. eine alte Tür auf zwei „Böcke“ zu legen. Damit hätten Sie sich bereits die Grundlage für ein bequemes Arbeiten ermöglicht: eine schöne große Arbeitsfläche auf welcher der Vergrößerer aufgestellt werden kann und daneben drei (größere) Chemieschalen. Üblich ist auch das legen eines großen Bretts über einer Badewanne. Eine solche ist dann auch ideal dazu geeignet, die Fotopapiere zu wässern.

Selbst entwickeln von Fotos

Um Fotos selbst entwickeln zu können, muss unter Rotlicht ein lichtempfindliches Fotopapier durch einen Vergrößerer (indem das Negativ liegt) belichtet werden. Danach wird das Papier kurz nacheinander in drei Chemiebäder getaucht. Schon hat man eine echte S/W-Fotografie auf hochwertigem Papier: ohne Computer, ohne Drucker – alles durch eigene Hand und durch eigenes Geschick.

*Das Kollodium: Handbuch der modernen Nassplattenfotografie Dieses Fachbuch ist eines der wenigen deutschsprachigen, welches sich der "Kollodium-Nassplatten-Fotografie" widmet (Fotos wie im 19. Jhd.) und zwar mit vielen Formeln, Rezepten und Bildbeispielen. Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Fachbuch werfen.

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Muss die Dunkelkammer schwarz gestrichen sein?

Aber Nein! Dies ist sogar unvorteilhaft. Idealerweise besteht Ihre zukünftige Dunkelkammer aus einem weiß gefliesten Raum. Ein schwarz gestrichener Raum schluckt zwar jegliches Fremdlicht. Doch dieses werden Sie ohnehin durch das Abdichten von Fenster und Türen aussperren. Sie werden jedoch eine Dunkelkammerlampe benutzen (Rotlicht). Und dieses rote Licht würde durch solch dunkel angepinselten Wände ebenfalls absorbiert werden. Sie würden kaum noch etwas sehen.

Viel besser ist es daher, wenn das Licht der Dunkelkammerleuhte im ganzen Raum reflektiert wird und sich diffus „verbreiten“ kann. Nur die Wände unmittelbar hinter oder neben dem Vergrößerer selbst sollte man mit schwarzen Fotokarton oder einem schwarzen Tuch auskleiden. Denn hier soll verhindert werden, dass das vom Vergrößerungsgerät gestreute Licht (vornehmlich durch Belüftungsschlitze) diffus auf das unten liegende Fotopapier fällt. Dies folgt dem selben Prinzip, warum analoge Kameras im Innern auch gänzlich schwarz gehalten sind: Das lichtempfindliche Material soll vor diffusem Streulicht geschützt werden. Vor dem diffus gestreuten Rotlicht hingegen muss es freilich nicht geschützt werden. Denn für diese Lichtfarbe ist das Fotopapier ja sozusagen blind.

Übrigens: In diesem Zusammenhang empfiehlt sich beim Selbstentwickeln das Tragen eines dunklen, zudem nicht fusselnden Oberteils. Ein weißer Wollpullover wäre gänzlich ungeeignet.

Die Fenster und Türen lichdicht machen

Es ist natürlich äußerst wichtig für eine Dunkelkammer, dass durch deren Fenster und Türritzen kein Licht gelangt, sonst wäre sie ja keine. Das Fotopapier, welches Sie zum Vergrößern verwenden, ist äußerst lichtempfindlich und darf nur bei Rotlicht verarbeitet werden (manches ist auch gegen Orange immun).

ein Handabzug

Ein Handabzug aus der Dunkelkammer vom selbst entwickelten Negativ.

Es gibt im Handel speziellen Abdichtstoff. Wenn Sie sich das Geld sparen möchten, dann können Sie Ihre Fenster auch mit dickem Karton abdichten, den Sie einfach passgenau zuschneiden und in die Rahmen klemmen. Wenn Sie einen Fahrradladen in der Nähe haben, dann fragen Sie doch dort einmal nach den großen (und dicken) Kartons, in denen die Drahtesel geliefert werden. Diese sollten von der Größe sehr gut auch hohe Fenster abdichten können.
Weiterhin gibt es in jedem „Supermarkt“ ein absolut lichtdichtes Material zu kaufen: Alufolie.
In manchen Einrichtungshäusern gibt es ebenfalls einigermaßen lichtdichten Stoff zu kaufen – für Vorhänge für Bettnischen gedacht. Dieser eignet sich ebenfalls als Verdunkelung, muss aber mindestens doppelt gelegt werden und sollte nicht bei „prallem“ Sonnenschein verwendet werden. Weiterhin ist natürlich der sogenannte „Molton“ zu empfehlen, welcher ein sehr dichter schwarzer Stoff ist und im Fachhandel für Bühnendekorationen zu finden ist. Auch Molton muss jedoch – je nach Helligkeit des Außenlichtes – mindestens doppelt gelegt werden.

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Im Gegensatz zum Entwickeln (bzw. Einspulen) von Film muss die Dunkelkammer für Positivabzüge jedoch nicht absolut dunkel sein. Winzige „Lichtlecks“ oder ein sehr schwaches Durchscheinen des Außenlichtes können ignoriert werden, da Fotopapier eine relativ geringe (Licht-) Empfindlichkeit aufweist. Das Papier darf dann aber nicht lange „offen“ liegen gelassen werden.

Muss in der Dunkelkammer fließendes Wasser vorhanden sein?

Nein. Sie können die Chemiebäder ansetzen bzw. sich hierzu zunächst Wasser aus einem Nachbarraum holen oder abfüllen. Nachdem die „Bäder“ angesetzt worden sind (die Chemie befindet sich in den Vorratsflaschen oder schon in den Schalen), ist ein Wasserhahn keine Voraussetzung in der Dunkelkammer. Auch das spätere „Wässern“ der Fotopapiere kann „stehend“ in einer großen Schale erfolgen. Oder aber sie tun dies später nebenan in einem Raum mit Wasseranschluss.

Der Autor verwendet zum „Sammeln“ der fertig entwickelten Fotopapiere einfach ein mit Wasser gefülltes Katzenklo – und zwar dessen unteren Teil.

analoges selbst vergrößertes Foto

Ein in der Dunkelkammer selbst vergrößertes S/W-Foto.

Muss die Dunkelkammer temperiert werden können?

Manche Freunde der analogen Fotografie richten sich ihre Dunkelkammer z. B. im Keller oder auf dem Dachboden ein. Bei solchen Räumen gibt es oftmals keine Heizung. Dies ist im Sommer natürlich kein Problem. Bei niedrigen Temperaturen kann dies aber schnell nervend sein, denn die Chemie zum Entwickeln fühlt sich am wohlsten, wenn sie eine Temperatur von ca. 20 °C besitzt. Wird sie zu kalt, dann dauert der Entwicklervorgang deutlich länger! Dies ist nicht zu unterschätzen und daher bietet der Handel auch sogenannte „Schalenwärmer“ an. Diese „Heizplatten“ haben jedoch ihren Preis. Der findige „Tüftler“ kann sich solche Schalenwärmer jedoch auch selbst bauen.

*Ein sogenannter "Redscale-Film" erzeugt bei bewusster  Überbelichtung eine Farbwiedergabe ähnlich wie bei Polaroids: Blau und Bildschärfe werden dezent zurück gehalten und warme Farben dominieren. Belichtet man normal, erhalten die Bilder eine starke Rotdominanz. Einen fix und fertig konfektionierten Redscale von Lomography kann man z. B. bei Amazon kaufen.

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Bedenken Sie bei räumlichen Kompromisslösungen auch eine gewisse Staubentwicklung. Vergrößern Sie besser nicht im staubigen Schuppen.

Muss die Dunkelkammer eine Belüftungsanlage besitzen?

Beim Selbstvergrößern stehen die Chemieschalen über eine längere Zeit offen und die Chemie gibt natürlich gewisse Gase bzw. Gerüche ab. Es ist für ein Hobbylabor nicht unbedingt nötig, dass hier eine kontinuierliche Entlüftung realisiert werden muss. Jedoch sollte man nach jedem Abzug zumindest die Tür weit öffnen und frische Luft in die Dunkelkammer hinein lassen. Können Sie die Fenster öffnen (bzw. die Verdunkelung flexibel entfernen), tun Sie dies regelmäßig.

An dieser Stelle endet die Besprechung zur Einrichtung einer Dunkelkammer – aber nur, was den richtigen Raum anbelangt. Weiter gehen soll es mit dem wichtigsten Gerät:

Der Vergrößerer

Das wichtigste und für den Anfänger vielleicht am seltsamsten erscheinende Gerät ist der sogenannte Vergrößerer:

ein Vergrößerer für die eigene Dunkelkammer

Ein Vergrößerer der Marke „Krokus“ für das maximale Negativformat 6×9. Damit lassen sich freilich auch Kleinbildnegative vergrößern. Darunter liegt eine „Bildkassette“, in welcher das lichtempfindliche Fotopapier (plan) eingelegt werden kann.

Vielleicht ist Ihnen ein Diaprojektor noch ein Begriff. Dies ist sozusagen der Vorläufer eines „Beamers“: Ein Dia (ein transparentes Bild ähnlich einem Negativ) wird dort eingelegt und mit einer sehr starken Lampe durchleuchtet. Dieses Bild wird nun mittels einem Objektiv auf eine Leinwand projiziert. Nichts anderes macht ein Vergrößerer! Nur, dass hier statt eine Leinwand ein lichtempfindliches Fotopapier verwendet wird, welches belichtet wird.

Insbesondere Vergrößerer sind recht teure Geräte, die man heute auch noch neu kaufen kann. Der Gebrauchtmarkt bietet hierbei jedoch eine große Auswahl an Vergrößerern, die seinerzeit sehr teuer waren, heute aber für wenig Geld zu erwerben sind (am besten im Set mit möglichst viel Zubehör).

Fotografie als Kunstwerk

Gibt man sich viel Mühe beim Fotografieren, beim Vergrößern und beim Rahmen, schafft man mittels der Fotografie kleine Kunstwerke – wohl gemerkt: Alles in Handarbeit. Für viele Freunde der Fotografie stellt so ein analoger Handabzug wie der oben abgebildete, gerahmt mit einem Passepartout den eigentlichen Grund dar, warum sie analog fotografieren.

Beim Gebrauchtkauf eines Vergrößerers sollte man darauf achten, dass eine Vielzahl an Zubehör vorhanden ist. Dieses wird nämlich nicht selten kaum noch zu finden sein und wenn, dann zu teuren Preisen. Mit Zubehör ist z. B gemeint:

Alle drei Punkt beziehen sich immer auf die Möglichkeit, mit nur einem einzigen Vergrößerer mehrere Filmformate (Kleinbild, Mittelformat, …) vergrößern zu können. Mit viel passendem Zubehör ist man also mehr flexibel.

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Sollte man einen „Diffusorvergrößerer“ erwerben (die Erklärung, was da ist, folgt sogleich), welcher immer durch eine Halogenlampe betrieben wird (statt durch eine „normale“ Glühbirne), dann ist darauf zu achten, dass das Netzgerät mit dabei ist bzw. funktioniert.

Es sollen nun die wichtigsten Unterschiede bei Vergrößerern erklärt werden, welche relevant dafür sind, wie man sich diesbezüglich die eigene Dunkelkammer einrichtet:

Kondensorvergrößerer oder Diffusorvergrößerer

Dem Anfänger werden diese beiden Begriffe zunächst nichts sagen. Dies ist aber nicht schlimm. Sie werden nun erklärt:

Ein Diffusor- und ein Kondensorvergrößerer

Auf dieser Abbildung sehen Sie zweimal den selben Vergrößerer. Bei diesem Typ (ein Meopta „Opemus 6“) lässt sich der Kopf tauschen. Links ist ein Kondensor-Kopf angebracht, rechts ein Diffusor. Ein solcher „Kondensor“ ist ein optisches Linsensystem, welches das Licht der Glühbirne gleichmäßg auf eine Fläche verteilt, die mindestens so groß sein muss wie das darunter eingelegte Negativ. Bei einem „Diffusor“ wird dies durch eine simple Plastikbox realisiert.

*Der Ilford HP5 Plus (Kleinbild oder Mittelformat) ist ein sehr gutmütiger S/W-Film für alle Lichtverhältnisse, insbesondere für die dunkleren. Der Amazonpreis ist recht hoch, die Händlerpreise bei Amazon sind meist geringer.

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Kontrast steuern im Fotolabor

Dies sind Filter für die Steuerung des Kontrastes. Bei der Verwendung eines Farbkopfes sind diese Filter für S/W-Fotopapier nicht mehr notwendig.

Grundsätzlich ist eher zum Diffusorvergrößerer zu raten. Diese Geräte sind zum einen platzsparender (wichtig für eine Dunkelkammer, die immer wieder abgebaut werden muss). Zum anderen ist das integrierte Filtersystem eine wunderbare Vorrichtung, um den Kontrast des zu vergrößernden Fotos stufenlos und bequem zu steuern! Sie müssen sich nicht mehr mit Einlege-Filterfolien herumschlagen. Achten Sie jedoch beim Gebrauchtkauf darauf, dass verschiedene Mischboxen (falls überhaupt austauschbar) mit dabei sind.

Warum wurden überhaupt so viele Kondensorvergrößerer gebaut, das optische Prinzip eines solchen Kondensors ist doch viel aufwendiger als jenes einer simplen Mischbox?

Die Antwort liegt wahrscheinlich darin, dass es früher einfach keine (sehr lichtstarken) Leuchtmittel gab! Das Licht einer profanen 150-Watt-Glühbirne kann nur durch einen (technisch recht aufwendigen) Kondensor genügend stark auf eine Fläche von z. B. 6×6 cm verteilt werden. Seit vielen Jahren gibt es jedoch (viel hellere) Halogenlampen. Hier genügt ein simples weißes Kästchen (die Mischbox), um deren Licht genügend hell gleichmäßig auf eine Fläche zu verteilen.

ein analoges Foto

Ein weiteres Foto aus der eigenen Dunkelkammer.

Hinweis zum Netzgerät bei einem Diffusor-Vergrößerer

Wie schon gesagt, benötigen Diffusorvergrößerer mit Farbmischkopf (bzw. mit 12-Volt-Halogenlampe) ein Netzgerät. Wenn ein solches beim Gebrauchtkauf nicht dabei sein sollte oder wenn das Original-Netzteil des Vergrößerers defekt ist, dann gibt es eine sehr günstige Möglichkeit, Ersatz zu beschaffen: Man nimmt einfach ein Lampentrafo. Bewährt hat sich hierbei die Osram Mouse für 12 Volt und 150 Watt Leistung. Diese elektronischen Transformatoren sind sehr klein, leicht und günstig. Sie eignen sich zumindest für S/W-Vergrößerungen. Ihr Ein- und Ausschaltmoment ist sehr kurz. Die Spannung konstant. Jedoch muss man zur Installation etwas Wissen in Elektroarbeiten besitzen oder jemanden kennen, der eine „Zuleitung“ anklemmen kann.

Die Wahl des Vergrößerers: Das Negativformat ist entscheidend

Ihnen wird durchaus bewusst sein, dass es unterschiedliche Negativformate gibt:

ein Kleinbildfilm

das Kleinbild

ein Mittelformatfilm

das Mittelformat

ein Planfilm für das Großformat

das Großformat

Wenn Sie sich Ihre Dunkelkammer mit einem der kompakten 35mm-Vergrößerer einrichten, dann haben Sie ein platzsparendes Gerät. Sie sind dann aber eben nur in der Lage, Kleinbildnegative zu vergrößern. Legen Sie sich jedoch einen Mittelformat-Vergrößerer zu, dann können Sie sowohl Negative im Format 6×6 und 6×4,5 wie auch Kleinbild vergrößern! Es gibt auch Vergrößerer für das Großformat (meist 4×5 Inch). Auch diese sind freilich abwärtskompatibel – bis zum Format 35 mm. Doch das sind richtige Ungetüme bzw. sehr groß und kaum per Postversand zu verschicken, wodurch sie für einen Gebrauchtkauf per Ebay nicht selten kaum in Frage kommen sollten. Der Autor verwendet ein Vergrößerungsgerät, welches bis zum Format 6×9 ausgelegt ist und deckt damit seine gesamten Negative bzw. Formate ab.

Es liegt also ganz daran, von welchem Negativformat Sie Ihre Abzüge anfertigen werden. Im Zweifel entscheiden Sie sich für das nächstgrößere Gerät.

Hersteller

Die bedeutenden Hersteller für Vergrößerungsgeräte auf dem deutschsprachigen Markt waren bzw. sind Durst (lange der Marktführer), Kienzle, Leitz, Liesegang, Dunco und Kaiser. Kienzle, Dunco und Kaiser liefern noch heute (insbesondere Ersatzteile und Zubehör). Weiterhin stellte der tschechische Hersteller „Meopta“ gute Geräte her – insbesondere sind hierbei die letzten grauen, eckigen Vergrößerungsgeräte zu erwähnen. Der Mittelformatvergrößerer „Opemus“ in der vorletzten Version 6 ist in diesem Artikel abgebildet. Weiterhin gibt es ein Foto des „Krokus 6×9“. Dieser ist ebenfalls zu empfehlen jedoch nur in der „neuen“ Version und mit dem Farbmisch- bzw. Filterkopf. Insbesondere bei dem Krokus sollte man aber bei einem Gebrauchtkauf darauf achten, dass möglichst alles an Zubehör dabei ist (Netzgerät, Objektivplatinen, Filmmasken). Ein Nachkauf kann teuer werden.

*Für kleinere Kameras und sofern man das Stativ nur gelegentlich nutzt, eignen sich auch jene der ganz günstigen Stative für z. B. Nachtaufnahmen. Gesehen auf Amazon.

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Das richtige Vergrößerungsobjektiv

Bisher wurden die beiden Fragen nach der Art des Vergrößerers (Mischlicht oder Kondensor) sowie nach der Größe besprochen. Nun soll es um das zu verwendende Objektiv gehen.

Qualitätsunterschiede

Es gibt hierbei grob vier „Qualitäts-Stufen“, zwischen denen man unterscheiden kann. Immer geht es um die Anzahl der einzelnen Linsen-Segmente:

Kaufen Sie sich Vierlinser oder Fünf- bzw. Sechslinser. Bei einem Gebrauchtkauf von einem Vergrößerer achten Sie ggf. darauf, dass derlei Objektive bereits mit dabei sind. Diese Ansätze sind jedoch konservativer Natur: Wenn Sie „nostalgisch“ anmutende Abzüge anfertigen möchten – also mit gewissen „Fehlern“ – können Sie freilich ganz bewusst auch ein „billiges“ Objektiv zum Vergrößern nutzen – erst recht, wenn das Objektiv Ihrer Kamera ebenso simpel aufgebaut ist (Stichwort: „Lomografie„).

Brennweite

Achten Sie darauf:

Für jedes Negativformat ist ein Objektiv mit je anderer Brennweite erforderlich.

Das Maß der Brennweite ist je auf dem Objektiv aufgedruckt, z. B. „80 mm“.

Sie haben natürlich die jeweilige Mindestangabe beachtet. Denn man kann z. B. ein Kleinbildnegativ auch mit einer viel größeren Brennweite vergrößern! Nur muss hierbei dann der Vergrößerungskopf „höher“ gefahren werden, was zu Problemen führen kann, da dadurch irgendwann nicht mehr größere Formate projiziert werden können.

Theoretisch decken Sie mit nur einem einzigen 105mm-Objektiv alle Formate zwischen Kleinbild und 6×9 ab (sofern die Bildbühne Ihres Vergrößerers solch große Negative überhaupt „akzeptiert“).

Noch etwas zur Brennweite: Denn eigentlich ist diese per se nicht relevant. Vielmehr sollte es doch um den „Ausleuchtwinkel“ gehen, den ein Objektiv beherrscht. So muss dieser bei einem (breiten) 6×9-Negativ höher sein als bei einem Kleinbildnegativ. Da jedoch alle Vergrößerungsobjektive ungefähr den selben „Ausleuchtwinkel“ (ca. 45°) besitzen, müssen sich diese bei größeren Negativformaten etwas weiter weg vom Negativ befinden: Die Brennweite muss größer sein.

Bei der kurzen Brennweite von 50 mm haben nicht wenige Vergrößerer Probleme, das Bild scharf zu stellen (der Balgen lässt sich nicht weit genug „zusammen fahren“). Daher gibt es für diese Objektive versenkte Platinen: Hier kann das Objektiv noch ein Stückchen tiefer (bzw. näher zum Negativ) platziert werden, um korrekt scharf stellen zu können.

*Knipst du noch oder fotografierst du seriell? Viele zeitgenössische Fotokünstler arbeiten ausschließlich in fotografischen Serien. Dieses Buch gibt Ihnen Einblick in die erweiterte Arbeitsweise der Fotoserie, um vom Einwegmotiv weg zu kommen. Auf Amazon können Sie ein Auge in dieses Buch werfen.

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Nachbelichten im FotolaborBei diesem Handabzug wurde im Labor die Technik des Nachbelichtens auf den Himmel angewendet und zwar mit der Gradation „weich“. Nur so ist hier das Abbilden feinster Grau-Nuancen realisierbar.

Einlegemasken für die Bildbühne

Mit „Bildbühne“ bezeichnet man jenes Bauteil eines Vergrößerers, in welches das Negativ eingelegt- bzw. positioniert wird. Zur Positionierung und zum Planhalten (flach halten) besitzen Bildbühnen oftmals austauschbare Masken.

die Bildbühne für Negative

Dies ist die sogenannte „Bildbühne“. Hier werden die Negative eingelegt. Für jedes Filmformat gibt es verschiedene Masken sowie universelle Glaseinlagen (sofern der Vergrößerer nicht nur ein reiner Kleinbildvergrößerer ist).

Vergrößerungsgeräte, die zum Beispiel sowohl Kleinbildfilm als auch das Format 6×6 vergrößern können, können daher mit austauschbaren Metallmasken bestückt werden, die das jeweilige Filmnegativ gerade so in dessen tatsächlichem Bild nicht beschneiden und genügend plan im Fokus halten.
Weiterhin gibt es für viele Bildbühnen Glaseinsätze. Der Vorteil von Glas ist dessen ein-hundertprozentige Planlage (das Negativ kann nicht „durchhängen“). Der Nachteil ist, dass Glaseinlagen sehr penibel von Staubpartikeln befreit werden müssen. Und: Wenn die glatte Seite des Negativs auf normales Glas „gedrückt“ wird, entstehen oft sogenannte Newton-Ringe! Daher sollte man beim Einsatz von Glaseinlagen berücksichtigen, dass genau eine Davon ein sogenanntes Anti-Newtonglas ist. Dieses besitzt eine leicht raue Oberfläche und verhindert die Bildung besagter Ringe. Dieses Antinewtonglas kommt immer auf die Seite des Negativs, welche glatt ist (die „Trägerseite“).

Achten Sie beim Gebrauchtkauf eines Vergrößerers darauf, dass (sofern es sich um einen Mittelformatvergrößerer handelt) mehrere Masken dabei sind, um auch „abwärtskompatibel“ für kleinere Negative sein zu können. Ein Nachkauf könnte teuer werden.

Manche Fotofreunde fertigen sich solche Einlegemasken jedoch auch selbst an – mit einer Laubsäge aus dünnerem Blech oder sie lassen sich Metall oder Plastik von einem Anbieter im Internet „lasern“ (zuschneiden). Ein solcher Anbieter wäre z. B. „FabTools„, wo man einfach online die Maße angibt und dann auf „Bestellen“ klickt.

Die Zeitschaltuhr

eine Schaltuhr für den Vergrößerer

Es muss nicht unbedingt solch eine Zeitschaltuhr mit integriertem Belichtungsmesser sein: einfache Geräte reichen hier auch.

Ein wichtiges Zubehör fehlt dem Vergrößerer aber noch: Die Zeitschaltuhr. Mit einem solchen „Timer“ können Sie in sehr feinen Schritten die Belichtungszeiten steuern. Eine Schaltuhr ist universell für jeden Vergrößerer einsetzbar. Sie können diese daher nachkaufen, ohne dass Sie sich hierzu Gedanken über die Kompatibilität machen müssen. Theoretisch können Sie damit auch Ihr Nachttischlämplein ansteuern, denn in diese Uhr wird auf der Rückseite einfach der Standard-Netzstecker gesteckt, welcher auch der Vergrößerer (bzw. dessen Netzgerät) besitzt.

eine Uhr für das Fotolabor

Auf der Rückseite der Schaltuhr wird das Stromkabel des Vergrößerers gesteckt. Die Uhr selbst besitzt ebenfalls ein Stromkabel – dieses wird in die Steckdose gesteckt. Nun kann man das Licht des Vergrößerers entweder manuell ein- bzw. ausschalten. Oder man steuert diesen in fein regelbaren Zeiten an. Manche Fotofreunde verzichten auf die Laboruhr und nutzen stattdessen ein Metronom bzw. steuern die Belichtungszeit nach Gehör bzw. mittels einem einfachen Hand- oder Fußschalter. Der Autor arbeitet seit vielen Jahren bestens mit solch einer Schaltuhr.

Der Vergrößerungsrahmen

ein Vergrößerungsrahmen

Dies ist ein Vergrößerungsrahmen, auch „Vergrößerungskassette“ genannt. Dieser Rahmen dient dazu, das Fotopapier flach zu halten und durch die verschiebbaren „Bänder“ einen weißen Rand auf dem Papier zu realisieren. Sie können zunächst auf den Vergrößerungsrahmen verzichten: Das Fotopapier kann auch einfach auf den Tisch gelegt werden bzw. liegt auch ohne Vergrößerungskassette genügend plan.

ein Maskenrahmen

ein Maskenrahmen mit projiziertem Negativ

Um einen gleichmäßig weißen Rand um Ihre Fotografien zu bekommen bzw. um die selbe Motivgröße stets sicher festlegen zu können, empfiehlt es sich jedoch, einen solchen Rahmen zu nutzen. Insbesondere bei kartonstarkem Barytpapier sollten Sie dies tun, da sich dieses durchaus schon leicht wölben kann, wenn man es einfach nur so auf den Tisch legt.

Dummerweise sind hochwertige Vergrößerungsrahmen selbst gebraucht relativ teuer. Nicht wenige haben schiefe Maskenbänder (die variabel einstellbaren „Leisten“). Dies muss man beim Vergrößern berücksichtigen bzw. ein Blatt Papier mit einem Raster einlegen und die Maskenbänder daran genau ausrichten. Alternativ kann man sich auch Masken aus starkem Karton anfertigen, um absolut rechtwinklige Ecken zu erzeugen. Auf dem einen Foto sehen Sie mit Klebeband fixierte Maskenbänder. So etwas sieht nicht gut aus, erfüllt aber den Zweck, mehrere Fotografien gleicher Größe in exakt rechtwinkligem Maß anzufertigen.

*Zwar gibt es viele Bücher zum Thema S/W-Handabzug. Bei den meisten ist das Ziel jedoch meist nur der "profane" Abzug. Way Beyond Monochrome widmet sich dem feinen und individuell angefertigten Silbergelatineabzug, der nicht nur eine bloße Kopie des Negativs sein möchte, mit allen speziellen Techniken, welche andere Bücher selten beschreiben. Obacht: Es liegt nur in englischer Sprache vor. Auf Amazon kann man einen Blick in das Buch werfen.

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ein selbst entwickeltes analoges Foto

Ein streng gesetzter Bildausschnitt (mittels Maskenrahmen beim Vergrößern) lässt diese S/W-Fotografie regelrecht abstrakt wirken.

Die Fokussierhilfe

eine Lupe zum ScharfstellenBeim Vergrößern projizieren Sie das Negativ auf eine große Fläche (auf das Fotopapier). Sie müssen dabei penibel scharf stellen (fokussieren) – und zwar mit geöffneter Objektivblende. Dies ist jedoch, insbesondere bei kleineren Vergrößerungsmaßstäben, kaum per Sicht möglich, sofern Sie nicht eine Fokussierhilfe benutzen (eine Art Lupe). Diese Scharfsteller gibt es in zwei Varianten: Entweder wird auf ein „Luftbild“ scharf gestellt oder auf eine Mattscheibe. Bei der ersteren Variante kommt der sogenannte „Kornscharfsteller“ ins Spiel. Viele Fotofreunde kommen jedoch viel besser mit einem wie hier abgebildeten Gerät zurecht. Dort wird einfach auf eine kleine Mattscheibe projiziert und diese kann sich mit einer starken Lupe betrachtet werden. Nach dem Scharfstellen das Abblenden des Objektivs nicht vergessen.

Die Dunkelkammerlampe

Selbst entwickeln von Fotos

Zu Demonstrationszwecken wurde die starke Rotlichtlampe nach vorne gedreht. Besser ist, man richtet sie auf die weiße Wand, um ein gleichmäßiges und nicht zu starkes Rotlicht zu erhalten.

Sie werden zur Einrichtung Ihrer Dunkelkammer um eine Dunkelkammerleuchte nicht umhin kommen. Zunächst soll jegliches Licht aus der Dunkelkammer „entfernt“ werden, wie etwas weiter oben beschrieben. Damit Sie aber etwas sehen können, gibt es spezielle Dunkelkammerlampen, welche nur einen ganz bestimmten Teil des Lichtes abstrahlen können: zumeist den Rotanteil des Leuchtmittels im Innern. Solche Lampen können Sie im Fachhandel beziehen. Sie können aber auch mit „normalen“ roten Folien oder gar „Partybirnen“ experimentieren. Was mitunter auch funktionieren kann, ist der Einsatz von (akkubetriebenen) Fahrradrücklichtern, die Sie in der Dunkelkammer verteilen können. In jedem Fall müssen Sie zunächst einen sogenannten Schleiertest durchführen, um zu überprüfen, ob die Dunkelkammerleuchte ihr jeweiliges Papier nicht „verschleiert“ (das gilt auch für „echte“ Dunkelkammerleuchten). Mit Verschleierung ist gemeint, dass die Leuchte in der Dunkelkammer trotzdem eine (leichte) Schwärzung auf dem Papier verursacht. Nicht jede Dunkelkammerlampe ist mit jeder Papiersorte kompatibel!

Und noch etwas: richten Sie das Licht dieser Lampen nicht direkt auf Ihre Arbeitsgeräte. Beleuchten Sie Ihre Dunkelkammer indirekt, indem Sie die Laborleuchte(n) gegen weiße Wände richten. So wird leicht der gesamte Raum beleuchtet und die Lichtintensität wird nicht zu hoch sein, um gar das kostbare Fotopapier zu verschleiern.

Staub und Fingerabdrücke mit diesen Utensilien vermeiden

Besorgen Sie sich einen größeren Pinsel (z. B. einen Kosmetikpinsel). Damit können Sie ihren Vergrößerer und die Bildbühne vor jeder Labor-Session vom Staub reinigen. Seien Sie ruhig etwas penibel –  Es sei denn, die einbelichteten Staubkörner stören Sie auf den Abzügen nicht.

Reinigung von Negativen und Vergrößerer

*Staub ist immer wieder ein Problem bei der analogen Fotografie. Mit solch einem umfassenden Reinigungsset inkl. Pinsel und Blasebalg für Filme, Kameras, Objektive und Vergrößerer entfernen Sie schonend Staub und Verunreinigungen. Zum gewohnt günstigen Preis auf Amazon.

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Ein kleiner Blasebalg (nehmen Sie aber nicht einen zu kleinen) hat sich sehr bewährt gemacht! Damit pusten Sie Staubköner und Fussel von den Negativen, nachdem diese in die Bildbühne eingelegt worden sind (nur bei Glaslosen Masken). Sie erkennen Staub sehr gut, indem Sie die Bildbühne mit dem eingelegten Negativ etwas schräg gegen das Licht des eingeschalteten Vergrößerers halten. Entfernen Sie Staub so gezielt nach Sicht.
Pusten Sie bitte nicht mit dem Mund: Hiermit gelangt Feuchtigkeit auf den Film (welche Staub bindet bzw. festsetzt).

Für „störrische“ Negative, die einen gewissen Drall besitzen, also sich wellen, empfiehlt sich, Baumwollhandschuhe zu tragen, damit man beim Einlegen des Filmstreifens in die Bildbühne keine Fingerabdrücke hinterlässt. Doch Obacht: Diese Handschuhe verlieren oft feine Fussel! Jene müssen danach noch nach Sicht mit dem Blasebalg entfernt werden.

Zwei Hinweise:
Die meisten Pinsel hinterlassen feine Kratzer auf dem Film! Daher sollte man damit nur die Masken und den Scanner säubern.
Baumwollhandschuhe fusseln! Daher sollte man sie nur benutzen, wenn man störrische Negative hat, die sich schlecht einlegen lassen. Hier muss man dann direkt „drauf“ fassen (aber bitte nur mit Handschuhen). Ansonsten berühren Sie Ihre Filme nur an den Rändern (dann bestenfalls ohne [fusselnde] Handschuhe).
Gegen das Fusseln von Handschuhen aus Baumwolle (Kosmetikhandschuhe) hilft mehrmaliges Waschen derselben in der Maschine. Besser sind sogenannte Montagehandschuhe. Diese kosten im Internethandel ca. einen Euro und bestehen aus Nylon. Es können die günstigen genommen werden, da beim Einlegen der Negative kaum eine mechanische Beanspruchung statt findet. Der Vorteil von Nylonhandschuhen: Sie verlieren keine Fussel und sie sind bis in die Fingerspitzen gefühlsecht.
In diesem Zusammenhang: Denken Sie auch an die Kleidung, die Sie tragen. Omas Wollpullover ist hier eher die ungünstigere Mode am Arbeitsplatz.

Erfahrungsgemäß unterschätzen Anfänger das Problem mit Staub und Fusseln bzw. gehen eher mit Schwung ans Vergrößern. Etwas Pedanterie und Vorsicht zahlt sich jedoch aus – und zwar durch „saubere“ Abzüge.

Haben Ihre Negative vielleicht (Kalk-) Flecken? Dann hauchen Sie diese leicht an, legen den Filmstreifen auf eine saubere Unterlage und reiben die Flecken sanft mit einem Brillenputztuch weg. Diese Trocknungsflecken kommen eigentlich immer nur auf der glänzenden, glatten Negativseite vor (die „Trägerseite) und nicht auf der matten Seite (die „Schichtseite“). Erstere können Sie ruhig mit dem Brillenputztuch behandeln. Zumindest Kalkflecken lassen sich so sehr gut entfernen.

Chemieschalen, Mensuren und Vorratsflaschen

Das Einrichten einer Dunkelkammer hört natürlich nicht bereits nach der Wahl der geeigneten Geräte für den „Trockenbereich“ auf. Jetzt ist es aber nicht mehr viel, bis man komplett ausgestattet ist:

Vergrößerer und Chemieschalen

Sie benötigen zudem eine für Ihr Papier genügend große Chemieschale („Wanne“), eine Bildzange und eine Vorratsflasche – und zwar in je dreifacher Ausführung, wie Sie es auf der Abbildung gut sehen können. Die Vorratsflaschen benötigen Sie, um die zuvor angesetzte (verdünnte) Fotochemie für einen längeren Zeitraum aufbewahren zu können. Denn diese ist ja mehrmals einsetzbar. Mit den Bildzangen bewegen Sie das Fotopapier in den Schalen und entnehmen dieses, ohne dass die Chemie an Ihre Hände gelangt.

mehrere Messbecher

Weiterhin benötigen Sie mehrere Messbecher und mindestens einen Trichter. Ein langer „Eislöffel“ ist hilfreich zum Ansetzen (Verdünnen mit Wasser) der Chemiekonzentrate. Solche Messbecher nennt man auch „Mensuren“. Es empfiehlt sich eine Mensur mit feiner Skalierung (Milliliter) und eine mit großem Volumen (mind. 1 Liter) und etwas gröberer Skala. Bestenfalls haben Sie sogar von den Mensuren für jede Chemie je eine separate. Sie können eine einzige aber auch für das Ansetzen aller Chemiebäder nutzen, wenn Sie diese immer gründlich auswaschen. Diese Messbecher (zumindest die mit grober Skala) bekommen Sie einfach im Haushaltsgeschäft. Die kleine Mensur sollte millilitergenau messen und ca. 50 ml Volumenkapazität haben.

Was Sie zusätzlich noch benötigen, ist eine große Wanne zum Wässern des Fotopapiers. Hier bietet sich eine Badewanne direkt an oder ein großes „Katzenklo“. Bei letzterem müssen Sie einfach nur mehrmals das Wasser wechseln.

Ein genaues Thermometer

ein Bratenthermometer

Auf diesem Bild sehen Sie neben der Ausrüstung zur S/W-Filmentwicklung auch ein Bratenthermometer zur genauen Temperaturmessung. Der lange „Spieß“ des Küchenthermometers ist ideal, um ihn in die angesetzte Chemie zu tauchen.

In der S/W-Positiv-Dunkelkammer benötigen Sie eigentlich kein Thermometer: Die Chemie wird bei Zimmertemperatur die ungefähr richtige Temperatur aufweisen (nämlich um die 20°C). Im Gegensatz zur Negativentwicklung sind gewisse Temperaturschwankung beim Anfertigen von Handabzügen nichts Dramatisches!
Wenn Sie dennoch die Temperatur Ihrer Chemie überprüfen möchten, dann müssen Sie sich hierzu ein spezielles Laborthermometer kaufen, welches auch auf die winzigsten Temperaturunterschiede genügend schnell „anspringt“ bzw. genau misst. Ein Fieberthermometer eignet sich hierzu genau so wenig wie ein „Badethermometer. Der Autor verwendet jedoch ein günstiges „Bratenthermometer“, welches zwar etwas „träge“ ist (das Messen dauert etwas länger), mit einer „Digitalanzeige“ jedoch sehr genaue Temperaturen angibt. Zudem besitzt ein solches Gerät einen genügend langen „Messfühler“.

*Im Buch "Handbuch der Analogen Kreativtechniken" geht es um analoge Bildbearbeitung! Sie meinen, der Begriff "Bildbearbeitung" bezieht sich nur auf den Computer? Dieses Buch möchte dem etwas entgegen setzen: Themen wie die Positivbearbeitung via Bleicher und Toner werden ebenso erläutert wie das Anfertigen von eigenen Emulsionen und die sogenannten "Edeldruckverfahren". Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Buch werfen.

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Trockenklammern

Zum Trocknen der selbst angefertigten Fotoabzüge reicht es, wenn Sie diese auf eine Leine hängen (ja, wie im Film, nur das Rotlicht muss hierfür freilich nicht an sein). Hierzu nehmen Sie einfach je eine Wäscheklammer. Nur Abzüge auf sogenanntem Barytpapier müssen aufwendiger getrocknet werden. Das einfache PE-Papier („RC-Papier“) können Sie auch nass an eine Fliese im Bad heften. Ist es trocken, gleitet es einfach hinunter.

Chemie und Fotopapier

Als letztes soll es um das Verbrauchsmaterial gehen.

Ist jegliche „Hardware“ günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu beziehen, so sollten Sie beim Verbrauchsmaterial zu Neuware greifen!

Altes Fotopapier ist flau bzw. zu „kontrastarm“ und besitzt einen Grauscheier, alte Fotochemie funktioniert einfach nicht: Ersparen Sie sich dieses Leiden und kaufen Sie – gerade als Anfänger – nur frisches Verbrauchsmaterial! Abgelaufene Chemie und jahrzehntealtes Fotopapier sind schnell eine Spaßbremse. Auf dieser Seite finden Sie diverse Shops für die analoge Fotografie, bei denen Sie frische Chemie und neues S/W-Fotopapier kaufen können. Später können Sie dann auch mit abgelaufenem Material experimentieren.

Sie benötigen:

  1. Fotopapier (z. B. „Fomaspeed Variant“)
  2. ein S/W-Positiventwickler-Konzentrat (z. B. „Adox Neutol“)
  3. ein Stoppbad-Konzentrat (z. B. „Ilford Ilfostop“)
  4. ein Fixierkonzentrat (z. B. „Adox Adofix“)

Mehr ist nicht nötig. Achten Sie als Anfänger beim Kauf von Fotopapier auf zwei Eigenschaften: a) das Papier hat eine PE-Grundlage (es basiert auf Kunststoff und wellt sich daher beim Trocknen nicht) und b) es ist ein Multiggrade-Papier (man kann den Kontrast steuern). Das Gegenteil von diesem Typ wäre Baryt-Fotopapier mit fester Gradation. So etwas sollte man nur mit entsprechender Erfahrung im Fotolabor nutzen.

ein Multigrade Papier

Ein modernes Fotopapier der Firma „Foma“. Es handelt sich um ein Multigrade-Papier und daher lässt sich der Kontrast mittels Farbfilter steuern.

Was die Chemie anbelangt: Hier gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Typen. Beim Entwickler unterscheidet man grob zwischen Warmton-Entwicklern und Entwicklerchemie, die einen neutralen Bildton erreicht. Der Bildton ist aber sehr vom verwendeten Papier abhängig und weniger vom Entwickler.

Tipp: Setzen Sie das Entwicklerkonzentrat eher fett an (hohe Konzentration [z. B. 1+7 = ein Teil Chemie-Konzentrat + 7 Teile Wasser]). Die Konzentration wirkt sich nicht auf das Bild aus, die Haltbarkeit dieses Ansatzes wird aber wesentlich verlängert (mehrere Wochen nutzbar).

Zusammenfassung

mehrere Barytabzüge

Der Autor vergrößert seine S/W-Fotografien stets selbst auf Barytpapier und schneidet selbst Passepartouts. Solche gerahmten Bilder sehen einfach edel aus und besitzen natürlich einen ganz anderen Wert als Digitalbilder bei Flickr.

Das Einrichten einer eigenen Dunkelkammer bedarf ein gewisses Maß an Überlegung – insbesondere, was den Vergrößerer anbelangt. Viele Utensilien kann man im Haushaltswarengeschäft „nebenan“ kaufen. Chemie und Fotopapier sollte man sich frisch im Fachhandel besorgen. Die „Hardware“ gibt es günstig im „Komplettpaket“ bei Ebay.
Ein selbst angefertigter Handabzug besitzt freilich einen wesentlich höheren ideellen Wert als ein profaner Druck – zudem ist Fotopapier viel günstiger (man muss aber auch das Material für Teststreifen hinzu addieren und den höheren Zeitaufwand).

Liste aller mindestens nötigen Utensilien

Zusammenfassend gibt es an dieser Stelle noch einmal eine Liste, was Sie zum Einrichten Ihrer ersten Dunkelkammer mindestens alles benötigen:

Hinweis: Kaufen Sie sich besser kein altes, abgelaufenes Papier. Das selbe gilt für die Chemie. Frust wäre in vielen Fällen vorprogrammiert. Kaufen Sie sich als Anfänger modernes „PE-Papier“ mit variabler Gradation (Möglichkeit der Kontraststeuerung) und moderne Chemie in kleinen Gebinden, z. B. in einem der vielen Internet-Shops.

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Artikeldatum: 23.09.2016 / letzte Änderung: 6. Juli 2017

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eine Anmerkung bisher

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.