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Die Lochkamera zur Bildgestaltung einsetzen


Die Lochkamera stellt den simpelsten Fotoapparat dar: Ein lichtdiches Kästchen besitzt vorne ein winziges Loch (das „Objektiv“) und diesem gegenüber ist ein (Stückchen) Film eingelegt. Dieser wird belichtet und man kann mit einer solchen Konstruktion tatsächlich Bilder machen. Dieses Prinzip lässt sich sogar für ganz bestimmte fotografische Konzepte nutzen.

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Die meisten Fotofreunde, die sich bisher eine Lochkamera gebaut haben, werden dies sicherlich aus voller Neugier und Faszination heraus getan haben: Denn es funktioniert tatsächlich – selbst eine Konservendose lässt sich zur Kamera umbauen, indem man vorne einfach ein winziges Loch in das Blech bohrt und danach (im Dunkeln) ein Stück fotografischen Film auf der gegenüberliegenden Seite fixiert. Nun wird diese Kamera abgedichtet und für mehrere Minuten vor ein Motiv gestellt. Entwickelt man den Film im Anschluss, kann man sich über eine richtige Fotografie freuen, wenn auch über eine technisch fragwürdige, wenn man hier einen konservativen Geschmack hat.

Nicht wenige Fotografen fertigen sich ihre Lochkameras jedoch aus Hölzern oder kaufen sie sich einfach als fertiges Produkt.

eine Lochkamera aus einer Dose

Eine echte Kamera kann an sich schnell aus einer Konservendose selber bauen. Hier wurde zunächst ein grobes Loch in die Dose gebohrt. Danach wurde ein Stückchen Aluminiumfolie eingeklebt. Und in diese Alufolie wurde mit einer Stecknadel ein feineres Loch gestochen. Für die ersten Experiemente genügt dieses „Objektiv“. In völliger Dunkelheit kann nun ein Stückchen Film, den man z. B. von einer Kleinbildpatrone abschneidet, eingelegt werden. Man klebt ihn einfach mit etwas Krepp-Klebeband fest. Der Boden muss natürlich lichtdicht verschlossen werden können (es gibt für manche Dosen Plastikaufsätze). Statt Film kann man auch Fotopapier (bei Papier kann man Rotlicht verwenden, bei Film nicht) einlegen. Dann werden die Belichtungszeiten jedoch viel länger.

*Gekonnte Lichtführung bei Porträts. In diesem Buch wird ein wesentlicher aber leider zu oft vernachlässigter Bestandteil der Porträtfotografie behandelt: Das Licht. Doch mit der Art des Lichts verändert man den Charakter einer porträtierten Person radikal: von Schlafzimmermime bis dämonisch. Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Lehrbuch werfen.

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Die geladene Lochkamera stellt man nun draußen irgendwohin, wo sie kontinuierlich belichten wird. Nach vielleicht zehn Minuten (je nach Lochgröße, Filmtyp und Helligkeit) ist die Aufnahme fertig. Nun muss die Lochkamera wieder in absolute Dunkelheit, wo das Stückchen Film entnommen wird, um ihn selbst zu entwickeln. Man kann sich auch eine Kamera bauen, bei der ein Kleinbildfilm von einer vollen Patrone in eine leere gespult wird. Dann kann man diesen Film zur Entwicklung abgeben. Der Aufbau diese Arten von Lochkameras sind aber freilich mit mehr Aufwand verbunden.

Eigenschaften einer Lochkamera

Da bei diesem Kameratyp keine Linse mit einem Brennpunkt vorhanden ist, ergeben sich sehr typische Eigenschaften bei Lochkameras:

Die Lochkamera aus der Spiegelreflexkamera

eine SLR-Kamera als Lochkamera

*Freilich kann man sich auch eine funktionierende Lochkamera aus einem Kaugummi und einer Konservendose bauen. Es ist aber auch durchaus möglich, qualitativ hochwertige Fotografien mit einer solchen Pinhole-Kamera anzufertigen. Dieses Buch führt den Leser in die erweiterten Techniken für eine optimale Abbildungsqualität ein. Es ist z. B. bei Amazon erhältlich.

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Statt sich nun aber selbst ein Gehäuse aus Holz zu kaufen oder selber zu bauen, kann man auch einfach eine analoge Spiegelreflexkamera (SLR) nehmen und statt einem Objektiv einen passenden Gehäusedeckel aufsetzen. In diesen Deckel muss man natürlich ein Loch bohren. Dahinter wird ein Stück ganz dünnes Blech platziert (z. B. jenes von Teelichtern oder einfach Alufolie), in welches man behutsam ein kleines Loch gestochen / gebohrt hat: Fertig ist die Lochkamera aus der SLR, die man sicherlich ohnehin bereits hat.

Der einzige Nachteil: Eine Weitwinkel-Lochkamera ist so nicht realisierbar, sondern eine „Brennweite“, die einem Standardobjektiv entspricht – ca. 50 mm im Kleinbild oder 80 mm bei 6×6-Mittelformatkameras.

Die Vorteile bei der Verwendung einer Spiegelreflexkamera als Lochkamera: Man muss sich keine Gedanken über den Filmtransport machen. Und: Man kann bei hellem Sonnenlicht sogar den Spiegelreflex-Sucher nutzen! Weiterhin nutzt man einfach die „B-Funktion“ des eingebauten Verschlusses (die Langzeitbelichtung) und zwar am besten mit einem Drahtauslöser, wie man ihn auch im obigen Bild sehen kann.

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Artikeldatum: 30.09.2016 / letzte Änderung: 12. März 2017

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leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.




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