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Übersicht über die aktuellen fotografischen Filme


An dieser Stelle finden Sie eine Übersicht über die bekanntesten der derzeit erhältlichen Filme für analoge Kameras. Das Angebot ist sicherlich nicht mehr so „üppig“ wie früher. Doch keinesfalls darf man hier, im Jahr 2017, von einem schmalen Angebot reden!

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Hier können Sie sich nun einen guten Überblick darüber verschaffen, welche Filme für Ihre analogen Kameras derzeit auf dem Markt sind. Viele werden leider nicht mehr hergestellt, andere hingegen werden auch heute noch neu entwickelt. Und dann gibt es seit vielen Jahren die Klassiker, die nie auszusterben drohen, wie es scheint. Durch diese Liste erhalten Sie eine grobe Übersicht über die wichtigsten und bekanntesten Vertreter, die auch heute noch verkauft werden.

ein analoges S/W-Foto

Ein analoges S/W-Foto auf dem berühmten „Kodak TriX“. Dieser Film wird seit vielen Jahrzehnten weiterhin hergestellt und zählt zu den bekanntesten Produkten von Kodak. Viele berühmte analoge Fotografien sind damit entstanden und setzten den „Standard“ eines gewissen analogen S/W-Look. Wenn man den TriX – wie hier – als 120er Rollfilm in einer Mittelformatkamera einsetzt, braucht einem die etwas geringere Auflösung (im Vergleich zu einem 100-ISO-Film) nicht zu bekümmern.

Es empfiehlt sich evtl., zuvor die Informationsseite Wie sich Filme untereinander unterscheiden zu studieren. Die dort erklärten Punkte zur Charakterisierung der unterschiedlichen Filme werden auch bei diesem Überblick über aktuelle analoge Filme genutzt.

Die Filmtriade

eigenschaften von Filmen

die Filmtriade

Zunächst soll kurz auf die sogenannte Filmtriade eingegangen werden: Filme lassen sich grob in die drei Charaktereigenschaften (Licht-) Empfindlichkeit, Körnigkeit (bzw. Auflösung) und Belichtungsspielraum (Tonwertumfang) einteilen.

Es gibt hierbei keinen Film, welcher alle drei Merkmale gleichzeitig in besonders guter Weise für sich beanspruchen kann. Daher muss man den Film für jedes Fotoprojekt sorgsam auswählen.

Filme lassen sich recht gut in „Klassen“ unterteilen. Filme der selben Klasse unterscheiden sich, was den letztendlichen Bildeindruck anbelangt, eher geringfügig voneinander.

Filmformate

Es gibt drei „Grundformate“ bei der analogen Fotografie:

ein Kleinbildfilm

das Kleinbild

ein Mittelformatfilm

das Mittelformat

ein Planfilm für das Großformat

das Großformat

Im Idealfall bietet ein Hersteller einen ganz bestimmten Film für alle drei Formate gleichzeitig an. Dies ist heute leider nur noch selten der Fall. Insbesondere im Großformat sind viele Filme nicht mehr erhältlich. Und manche analogen Filme werden ausschließlich im Kleinbildformat hergestellt. Auf diese Unterschiede geht die unten stehende Übersicht über fotografische Filme nicht ein.

Schwarzweißfilme

Den Start sollen die S/W-Filme machen. Diese lassen sich noch weiter unterteilen. Begonnen soll mit den klassischen Filmen dieser Gattung und hier mit den höher empfindlichen:

Klassische Emulsionen

Unter S/W-Filme mit „klassischer Emulsion“ versteht man Filmmaterial, welches seit Jahrzehnten in ihrem Aufbau kaum verändert wurde. Mit diesen Filmen erreicht man den „klassischen Look“ der S/W-Fotografie.

400-ASA-Klasse
Kodak Trix

Bei diesem Portrait wurde bewusst ein klassischer 400-ASA Fim verwendet: Das Korn des Kodak Tri-X tritt dank Mittelformat in den Hintergrund, gibt dem Bild aber dennoch den typischen „Charakter“. Die recht hohe ISO-Zahl war nötig, um bei dem (schwachen) Blitzlicht weit genug abblenden zu können, damit alles scharf abgebildet ist.

Die höher empfindlichen Filme der Klasse „400 ASA“ (ASA = ISO) sind zwar lichtempfindlicher. Sie bilden aber auch ein gröberes Korn und bieten somit eine geringere Auflösung. Dafür besitzen 400-ASA-Filme einen höheren Belichtungsspielraum als z. B. 100-ASA-Filme. D. h. man kann erstere stark überbelichten und die hellsten Bildbereiche werden immer noch ausreichend differenziert in der Zeichnung sein. Man benötigt also so einen Film, wenn man beispielsweise einen dunklen Hasen in einer Höhle fotografieren möchte und gleichzeitig soll der Schneemann draußen im Sonnenschein nicht „ausfressen“.

Ferner bieten sich diese höher empfindlichen Filme für das Mittelformat oder Großformat an, wo das gröbere Korn wegen dem größeren Filmformat nicht so sehr ins Gewicht fällt. Dafür muss bei diesen größeren Formaten oftmals stärker abgeblendet werden und man freut sich dann über einen lichtempfindlichen Film, damit beispielsweise die Grashalme bei einer Landschaftsfotografie nicht (durch eine längere Belichtungszeit) verwischen.

Aktuell erhältliche ISO-400-Filme der klassischen Art sind:

*Der Kodak Tri-X ist der Filmklassiker schlechthin: ein höher empfindlicher S/W-Film (400 ISO), welcher den klassischen analogen Look liefert und in mehreren Filmformaten erhältlich ist. Er ist als DER Reportagefilm in die Geschichte eingegangen und ihn gibt es heute immer noch. Bei Amazon am besten die günstigeren Händlerpreise beachten.

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ein 400 ASA Film

Bei Konzerten eignet sich ein 400-ASA-Film sehr gut für den typischen kantigen „analogen Look“.

100-ASA-Klasse

Ein ISO-Wert bzw. ASA-Wert von „100“ ist sicherlich jener, den die meisten Filme aufweisen. 100 ISO sind ein guter Kompromiss zwischen Feinkörnigkeit, Filmempfindlichkeit und Belichtungsspielraum. Bezogen auf die Filmtriade erreicht bei diesen Filmen keine Eigenschaft einen absoluten Spitzenwert. Jedoch gibt es hier auch keinerlei Abstriche. Es ist alles im „grünen Bereich“. 100-ASA-Filme sind feinkörniger als ihre klassischen Kollegen der 400-ASA-Klasse. Auch sie sind sich in ihrer Bildqualität sehr ähnlich:

*Auch den Ilford FP4 Plus gibt es in verschiedenen Formaten. Er ist ein feinkörniger bzw. höher auflösender S/W-Film und ideal für Landschaften und Portraits geeignet. Bei Amazon bieten die Händler die günstigeren Preise an ("andere Angebote").

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25- & 50-ASA-Klasse

Dies sind eher lichtunempfindliche Filme. Die meisten Digitalkameras werden sich noch nicht einmal auf echte 25 ISO herunter stellen lassen. S/W-Filme mit einem solche ASA-Wert(bzw. ISO-Wert) von lediglich 25 oder wenigstens 50 sind sehr feinkörnig! Mit diesen Filmen sind also sehr hohe Auflösungen realisierbar – selbst im Kleinbild. Man sollte hierbei aber mit Stativ arbeiten und das Objektiv auf die optimale Blende abblenden.

Insbesondere in der Landschaftsfotografie kann sich dies bezahlt machen, wenn man – durch das feine Korn – an größere Abzüge heran tritt und noch so manches Detail erkennen kann. Bei der Porträtfotografie hingegen wird ein ISO 25 Film eher weniger Sinn ergeben.

feinkörniger Entwickler

Feine Details erreicht man mit einem eher niedrig-empfindlichen S/W-Film, den man anschließend in einem Feinkornentwickler entwickelt.

Der Nachteil dieser Filme: Sie neigen zum Aufsteilen. Ihr Belichtungsspielraum ist viel geringer als bei einem 400-ASA-Film. Würde man also mit einem solchen 50-ASA-Film beispielsweise bei grellem Sonnenschein ein Hündchen im Schatten unter einem Baum ablichten und jenes so belichten, dass es nicht unterbelichtet ist, dann läuft man Gefahr, dass die weiße Gans draußen im Licht völlig „ausfrisst“. Hier würde die Schwärzung auf dem Film nahezu schwarz bzw. strukturlos erzeugt werden. Solche Filme kann man aber retten, indem man sie in einem sogenannten Ausgleichsentwickler (ein sehr kontrastarm arbeitender S/W-Negativentwickler) entwickelt.

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Von den ISO-25- und ISO-50-Filmen mit „klassischer“ Emulsion gibt es heute nur noch wenige Exemplare:

Moderne Emulsionen

In den 1980er führten einige große Filmhersteller eine etwas andere Emulsion ein. Jeder nennt die seinige anders (bei Kodak heißt sie „T-Grain-Kristalle“). In einer Übersicht über Film für analoge Kameras kann man sich einfach auf „moderne Emulsion“ und „klassische Emulsion“ zur Unterscheidung dieser beiden Filmtypen einigen.

der Film Kodak TMax 400

Der Kodak Tmax 400 hat ungefähr die selbe Auflösung wie ein „klassischer“ 100-ASA-Film und ein ähnliches Korn. Man kann aus einem Tmax 400 Kleinbildnegativ durchaus Handabzüge im Format 30×40 cm anfertigen. Ein Tmax 100 bildet jedoch bereits sehr glatt ab.

Tatsächlich schaffen es diese modernen Filmemulsionen, schärfer und hochauflösender als die klassischen Emuslion der gleichen ASA-Klasse zu sein. Der Nachteil: Zumindest Fotografien basierend auf modernen ASA-100-Emulsionen können bisweilen recht steril und glatt wirken. Diesen Bildern fehlt oft der „klassische Look“. Vielmehr wirken die Fotografien manchmal, als wären sie lediglich in S/W konvertierte Digitalaufnahmen, da das Filmkorn hier tatsächlich kaum sichtbar ist. Dieser eventuelle Makel tritt dann aber bei den ISO-400-Versionen wieder zurück.

Folgende moderne Emulsionen gibt es:

Erfahrungsgemäß kann ein Film wie der Kodak Tmax 400 durchaus einen 100-ASA-Film der klassischen Emulsion ersetzen. Die Bildergebnisse sehen sich sehr ähnlich (gleiches Korn). Der große Vorteil ist hierbei natürlich die höhere Empfindlichkeit des Tmax 400.

Spezialfilme

Weiterhin gibt es noch einige Spezialfilme auf dem Gebiet analoge S/W-Filme. Zu nennen sind hier zwei Sorten: Infrarotfilme sowie Hochauflösungsfilme.

Infrarotfilme

Infrarotfilme sind für einen gewissen Bereich des Lichtes sensibilisiert, welcher unser Auge nicht sehen kann (der Infrarotbereich) und erzeugt demnach auch mit einem solchen Licht eine Schwärzung (Reaktion auf dem Film), was auf den Fotos dann bisweilen etwas ulkig aussieht (weiße Bäume). Folgende Filme für die Infrarotfotografie gibt es.

Weiterhin ist es mit einem solchen Infrarotfilm möglich, Dunst zu „durchdringen“. Die Kamera sieht dann also mehr (in der Ferne) als es das Auge tut.

Hochauflösungsfilme / Dokumentenfilme

*Zu den bekanntesten Filmen zählt hierzulande der AgfaPhoto APX 100. Er ist ein klassischer S/W-Film mit hohem Belichtungsspielraum und mittlerer Auflösung, ähnlich dem Ilford FP4 und etwas günstiger. Auf Amazon haben Sie auch eine Übersicht über die günstigeren Händler-Preise.

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Es gibt einige wenige Filme, welche ursprünglich als (äußerst kontrastreiche) Dokumentenfilme entwickelt wurden, um hoch aufgelöste Grafiken (z. B. Schaltpläne oder Zeitungsseiten) auf Mikrofilm zu speichern. Diese Filme besitzen so gut wie kein Korn und natürlich ist es möglich, ein solches Filmmaterial auch mit einer analogen Kamera zu belichten. Hierzu wurde es entsprechend konfektioniert.

Die Auflösung ist so hoch, dass man mit solch einem Dokumentenfilm durchaus mit einer Kleinbildkamera Aufnahmen anfertigen kann, welche eine ähnlich hohe Auflösung besitzen werden wie die Abbildungen von klassischem S/W-Film im Großformat 4×5 Inch.
Allein: Der Tonwertumfang bei diesen Filmen ist sehr gering! Erst mittels einem Spezialentwickler wird man in der Lage sein, Fotografien zu erhalten, die nicht so aussehen wie vom Fotokopierer („ausgefressene Lichter“). Diese Hochauflösungsfilme sind für Motive mit geringem Kontrastumfang geeignet (diffuses, gleichmäßiges Licht).
Ein weiterer Nachteil ist, dass auch die Fotografien mit einem solchen Dokumentenfilm eher steril wirken können – Es ist ja kein Korn sichtbar. Und weiterhin ist die Filmempfindlichkeit dieser Dokumentenfilme sehr gering (ca. 25 ASA). Hier sieht man es wieder: Man kann einfach mit nur einem einzigen analogen Film nicht alles haben.

Folgende Hochauflösungsfilme sind auf dem Markt:

Bildbeispiele von solchen sehr hoch auflösenden Filmen finden Sie z. B. hier.

Hochempfindliche Filme

Ebenso wie die hoch auflösenden Filme sollen sozusagen ihre Pendants erwähnt werden: die hochempfindlichen Filme. Diese besitzen ein sehr grobes Korn und dadurch eben eine geringe Auflösung. Dafür sind sie nun auch für relativ schwaches Licht empfindlich. Viele Fotografen nutzen solche hochempfindlichen Filme auch gerne nur des Korns wegen, da manchmal ein solches eben erwünscht ist.

Folgende S/W-Hochempfindlichkeitsfilme sind auf dem Markt:

Diese Filme besitzen eine vom Hersteller angegebene Filmempfindlichkeit von 3200 ASA. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die tatsächliche Empfindlichkeit darunter liegt.

Einige Bildbeispiele von solch einem sehr empfindlichen (aber auch körnigen) S/W-Film finden Sie an genau dieser Stelle des Internets.

Chromogene Filme

Dann gibt es noch sogenannte „chromogene Filme“. Kurz: Diese S/W-Filme sind rein technisch gar keine – sondern Farbfilme, die nur so tun, als ob sie Schwarzweißfilme wären. Sie liefern durchaus S/W-Bilder. Doch ihre Technik basiert auf der (komplexeren) Farbtechnologie. Chromogene Filme wurden entwickelt, damit man diese in jedem Standard-Entwicklungsgeschäft für ganz normale Farbfilme abgeben- bzw entwickeln lassen kann. Sollte man seine S/W-Filme selbst entwickeln, empfiehlt sich so ein Filmtyp eher nicht.

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Dies ist offenbar der letzte heute erhältliche Chromogene Film, nachdem der Kodak BW 400 CN nicht mehr hergestellt wird:

Farbfilme

Bei den Farbfilmen für die analoge Fotografie ist es zunächst einfacher: Hier gibt es nur zwei primäre ISO-Klassen. Jedoch gilt hier tatsächlich, dass manche Farbfilme Farben anderes wiedergeben als ihre Kollegen der selben ISO-Klasse. Hier muss man (sich) selbst ein Bild machen.

Kalte und warme Farben

Was jedoch gerne übersehen wird: Farbnegativfilm durchläuft nach der Entwicklung zwingend eine Umformung in ein tatsächliches (positives) Bild. Und hier kann (muss) der „Look“ durchaus gesteuert werden. Oben sehen Sie einmal eine kühle wie eine warme Version des selben Negativs.

kodak portra nc

Der Kodak Portra besitzt eine eher „zurückhaltende“ Farbsättigung. Wenn der „Postprozess“ allerdings ohnehin über den Computer bzw. die elektronische Bildbearbeitung geht, ist dies egal und man kann genau so gut buntere Filme nehmen. Die höchste Auflösung erreicht man freilich mit einem 100-ASA-Farbfilm. Allein: Man muss diesen auch richtig zu scannen wissen. Und dies sei hinzu gefügt: Mit einem 100-ISO-Diafilm erreicht man eine noch höhere theoretische Auflösung.

100-ASA-Klasse

Genau so wie bei den S/W-Filmen verhält es sich bei den Farbfilmen: Je lichtempfindlicher diese sind (hoher ISO-Wert / ASA-Wert) desto geringer die Auflösung bzw. desto deutlicher das Filmkorn. Heute findet man jedoch keine Farbfilme mehr unter 100 ASA (Ausnahme: der „CineStill 50“). Daher stellen diese die Farbnegativfilme mit der höchsten Auflösung dar:

200-ASA-Klasse

Mehr Farbfilme sind jedoch in der Klasse „200 ISO“ anzutreffen:

400- und 800-ASA-Klasse

Es gibt durchaus noch höher empfindliche Farbfilme auf dem Markt:

Hochempfindliche Filme

Mit dem Fuji Superia 1600 kann man weiterhin einen hochempfindlichen Farbfilm kaufen (ISO 1600).

Farbfilme Spezial

Es gibt – wie bei den S/W-Filmen – auch einige „Spezial-Farbfilme“. Diese zaubern in der Regel seltsame Farben und werden unter Titeln wie „Crossbird“, „Lomography“, „Adox Color Implosion“ oder „Revolog“ vertrieben. Oft gibt es verschiedene Ausführungen.

*Ein sogenannter "Redscale-Film" erzeugt bei bewusster  Überbelichtung eine Farbwiedergabe ähnlich wie bei Polaroids: Blau und Bildschärfe werden dezent zurück gehalten und warme Farben dominieren. Belichtet man normal, erhalten die Bilder eine starke Rotdominanz. Einen fix und fertig konfektionierten Redscale von Lomography kann man z. B. bei Amazon kaufen.

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ein Redscale Film

Bei einem sogenannten „Redscale-Film“ dominiert der rote Bereich des Lichtes bzw. Blautöne werden – je nach Belichtungszeit – vermindert wiedergegeben. Solche Spezialfilme sind für die eher spielerische bzw. unperfekte Art der analogen Fotografie geeignet. Für präzises Abbilden sollte man einen konventionellen Film nutzen.

Bei derlei Spezialfilmen handelt es sich oftmals um kleinere, hübsch aufgemachte Editionen, die nur für eine eher kurze Zeit am Markt sind. Von ihnen sind in den letzten Jahren immer mal wieder welche aufgetaucht und dann verschwunden. Mancherorts wird vermutet, dass hier ein Vertrieb, eine Firma einen ganz normalen, abgelaufenen Film von der tiefgefrorenen „Großrolle“ eines etablierten Herstellers (es gibt ja nicht mehr so viele) aufgekauft- und ihn einfach umgelabelt hat – ihn also nur mit eigenem Aufkleber bzw. eigener Verpackung versehen hat. So könnte man längst abgelaufenem Filmmaterial durch geschicktes Marketing noch vertreiben. Man könnte es auch noch übertreiben: Diese Filme (farbig) vorbelichten, um sie als „Effektfilme“ zu verkaufen. Doch derlei Praktiken gingen bisher nie transparent für den Kunden vonstatten und man weiß oft nicht, was bei solchen Produkten eigentlich drin ist.

Diafilm

Der dritte Filmtyp, in welchen diese Übersicht untergliedert sein soll, ist der Diafilm. Er ist entweder ein Farbfilm oder auch ein S/W-Film. Sein Träger ist völlig transparent und er ist kein Negativfilm: Ein Diafilm ist bereits ein transparentes, fertiges Foto im Miniformat. Dias kann man mittels einem Diaprojektor an Wände projizieren (bis hin zu Häuserwänden). Sie lassen sich aber auch sehr einfach scannen, da eine Farbkorrektur (bei Farbdias) hier kaum nötig ist (die Farben stimmen bereits). Weiterhin sei erwähnt, dass Farbdiafilm zumeist eine höhere Auflösung besitzt als der Farbnegativfilm und eine höhere Farbsättigung. Dafür ist aber sein Belichtungsspielraum geringer und bei sehr kontrastreichen Motiven (Gegenlicht) kann er durchaus versagen. Zudem ist er auch teurer als Farbnegativfilm.

Diafilm auf dem Leuchtpult

Ein 6×7 S/W-Dia liegt gerahmt auf einem Leuchtpult. Im Gegensatz zu einem Negativfilm ist bei einem Diafilm die Farb- bzw. Tonwertwiedergabe bereits „richtig“ und muss nicht umgewandelt werden. Dieafilme werden mancherorts etwas missverständlich auch als „Umkehrfilme“ bezeichnet.

Farbdiafilm

Folgende Farbdiafilme sind derzeit auf dem Markt erhältlich:

S/W-Diafilm

Es gibt auch wenige Diafilme in S/W. Der bekannteste Schwarzweiß-Diafilm war seinerzeit der „Agfa-Scala“. Er wird heute von Adox „nachgebaut“. Folgende S/W-Diafilme sind heute noch erhältlich:

Es ist auch möglich, manche regulären S/W-Filme zum Diafilm umzuentwickeln.

*Der Kodak Portra ist ein Farbfilm mit besonders natürlicher Farbwiedergabe. Daher ist er insbesondere für die Portraitfotografie geeignet. Doch auch Landschaftsfotografen schätzen ihn. Der Portra ist für Kleinbild und Mittelformat bei Amazon erhältlich.

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Fazit

Wie man anhand der Auflistung sieht, werden noch sehr viele unterschiedliche Filmtypen hergestellt.

Es ist weiterhin noch eine Vielzahl an unterschiedlichen Filmen für die analoge Fotografie erhältlich.

Insbesondere in der 100-ISO-Klasse der Farbnegativfilme sieht man jedoch ein ausgedünntes Feld. Allerdings wird heute sicherlich das Gros aller analogen Farbfotografien in der „Postproduktion“ den Weg über den Computer gehen, sodass hier (der Bildbearbeitung wegen) ein gewisser Anspruch auf spezielle Abbildungseigenschaften bezüglich von Farben in den Hintergrund rücken wird und man sich hier mit dem wenigen erhältlichen Filmen zufrieden geben kann.

Erfreulich ist, dass es weiterhin S/W-Filme in den unterschiedlichsten Formen zu kaufen gibt! Gerne kann die Kommentarfunktion genutzt werden, um auf weitere am Markt erhältlichen Filme für die analoge Fotografie aufmerksam zu machen oder aber auch, wenn mal wieder einer eingestellt wurde.

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Artikeldatum: 12.09.2016 / letzte Änderung: 27. Juli 2017

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2 Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Der Autor (Thomas) ist durchaus auch ein Freund des Du und freut sich über Kommentare.