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Bewusst fotografieren und ausgewählt präsentieren mit fotografischen Serien


Als Bildschaffender hat man heute den großen Vorteil, dass man seine Fotografien einer sehr großen Anzahl an Menschen über das Internet zeigen kann. Dummerweise sind nicht wenige andere Zeitgenossen ebenso daran interessiert. Das Ergebnis: Eine Flut an flüchtigen Fotografien bricht täglich neu über den Fotofreund herein. Mit fotografischen Serien ordnen Sie Ihre eigenen Bilder, schaffen ein Thema und bleiben damit in Erinnerung.

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Ich erinnere mich an ein Bild: Ein schlankes Bäumchen wuchs durch den längst nicht mehr genutzten hölzernen Güterhallen-Bahnsteig gegenüber der Stelle, wo ich seinerzeit jeden Morgen auf den Zug zur Berufsschule wartete. Das war kein Foto – Es war ein Bild, welches ich jeden Tag sah und an dieser Stelle dachte ich mir damals: Du könntest dir doch eine Kamera kaufen und dieses hübsche Schauspiel fotografieren. So kam es dann auch, das Fotografieren machte immer mehr Freude und was daraus geworden ist, sieht man dann u. a. an dieser doch recht komplexen Internet-Lehrseite über die analoge Fotografie.
Das Foto vom jungen Bäumlein habe ich nicht mehr. Das war zwar ein recht charmantes Bild. Doch unter so vielen visuellen Eindrücken, die wir heute haben, fehlt es einem einzigen doch an Substanz. Man vergisst es schnell. Es ist so – allein stehend – ein Foto unter vielen. Als Anfänger fotografiert man einfach alles, was einem gefällt, was man selbst irgendwie als interessant betrachtet. Heute rate ich jedem: Überlegen Sie sich ein Konzept. Meines wäre damals gewesen: Städte und Dörfer werden heute nicht mehr durch die Bahn versorgt. Dieser Güterverkehr hat sich längst auf die Straße verlagert. Was bleibt sind die vielen still gelegten Nebengleise, an denen sich Pionierpflanzen durch verrottende Holzstege vor alten Backsteingebäuden bohren. Das hätte eine prima Serie ergeben – etwas romantisch vielleicht, aber immerhin: Der Fotograf hätte sich Gedanken gemacht und sogar einen kleinen Text dazu geschrieben. Ich denke mich nun in die Rolle eines Ausstellungsbesuchers hinein: Mir wäre so eine kleine Serie – entsprechend präsentiert und mit einer kleinen Texttafel versehen – viel lieber als wild durcheinander hängende „schreiende“ Fotografien. Bilder sind idealerweise (auch) etwas für das Hirn, nicht nur für das Auge. Man sollte sich hier auch als Betrachter Zeit nehmen können. Und dies lässt sich sehr gut mit der fotografischen und bewusst angelegten Serie erreichen.

Für das Anfertigen einer solchen Fotoserie gibt es grob zwei Herangehensweisen:

  1. Ich denke mir ein konkretes Thema aus, begebe mich auf die Reise und dokumentiere mit der Kamera meine Erlebnisse bzw. fotografiere ganz bewusst bestimmte Orte, Menschen, Objekte, die zum Thema passen. Im Anschluss erfolgt eine Auswahl.
  2. Ich habe meine Kamera stets dabei und fotografiere weiterhin alles, was mich interessiert. Nach einiger Zeit kristallisieren sich bestimmte Themen heraus, die man sortieren kann. So ergeben sich nicht selten einzelne Serien. Durch eine clevere Zusammenstellung gelangt man so nicht selten erst zu einem Thema, an welches man zuvor vielleicht gar nicht gedacht hatte. So ergeben dann auch vielleicht eher belanglose Fotografien im Ganzen einen Sinn, ein Thema.

Für den letzteren Punkt möchte ich drei Beispiele zeigen:

Beispielserie 1: Findlinge

Ich bin nun ein Freund von stundenlangen Wanderungen durch möglichst menschenleeres Terrain. Jüngst machte ich mich an einem trüben Dezembertag auf die Socken durch Vorpommern. Ich fotografierte hier ausnahmsweise recht viel, auch wenn dieser Landstrich durch eine eher nüchtern erscheinende Landwirtschaft geprägt ist (dazu aber gleich mehr). Während meine S/W-Filme daheim nach dem selbst Entwickeln in der Dusche trockneten und ich sie mir mit einer Taschenlampe näher betrachtete, sah ich schon das, was ich bereits im späteren Verlauf meiner Wanderung ahnte: Hier lässt sich was drehen! Ich hatte bewusst einige Bilder von Findlingen fotografiert. Diese liegen dort überall herum –  auch mitten in den Buchenwäldern. Dies hat offenbar etwas mit der Ostsee und der Eiszeit zu tun. Also sortierte ich zunächst alle Fotografien mit eben diesen massiven Steinen heraus und fertigte mir eine kleine aber feine Serie an:

Findlinge in Vorpommern

Findlinge auf RügenFindlinge in Mecklenburg Vorpommern
Steine im Wald Feldsteine

Auf solch einer Internetseite gestaltet sich das Präsentieren einer Fotoserie oft immer etwas schwierig. Gerade weil die Bildschirmbreite der unterschiedlichen Geräte (Smartphone, Desktop) unterschiedlich ist, hat man hier als Fotograf nicht selten mit Kompromissen zu kämpfen. Eine Anordnung untereinander (wie hier) ist nicht gerade ideal. Auf einer breiteren Website könnte man solche Bilder auch in Form von „Thumbnails“ gleich groß nebeneinander präsentieren.

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Denn eigentlich sollte hier keine Gewichtung statt finden: Alle Einzelbilder sind ein Teil des Ganzen – Je ein Teil der Idee, des gesamten Konzeptes. So funktionieren dann auch Fotografien, die einzeln viel zu schwach wären.
Ja: Wie bei einem Album eines Musikers kann man hier durchaus auch den ein oder anderen „Fülltitel“ unterbringen. Schön finde ich immer Buchseiten mit relativ viel „Weißraum“ um die Fotografien herum. In einer Ausstellung passen die Bilder dann sehr gut nebeneinander gehangen zusammen und ergeben dann eben – bei einem größeren Betrachtungsabstand – ein Ganzes.
Bei dieser Serie sortierte ich also alle Fotografien von meiner Wanderung aus, die einen ganz bestimmten Charakterzug dieser Landschaft abbilden. Es sind hier die vielen Findlinge auf der Insel Rügen in Mecklenburg Vorpommern.

Beispielserie 2: Ödes Land

Wer in den bergigen Regionen mit der Kamera unterwegs ist, findet sicherlich leicht pittoreske Fotomotive: Felsen, Kluften, Wasserfälle gar. Hoch im Norden ist das Land flach und nicht selten ziemlich langweilig. Aber genau dies lässt sich auch mit der Fotoserie thematisieren, wenn man hier konsequent bleibt:

eine Fotoserie

langweiliges Land im NordenAckerbau
Fotografieren im NordenLandwirtschaft

Bei meiner Wanderung ist irgendwann Nebel aufgekommen. Das lässt einige der Bilder zwar malerischer wirken. Ich mag es aber lieber, wenn derlei Sprünge innerhalb einer in sich geschlossenen Serie nicht auftreten. Ein Problem ist hier auch immer das Licht: Tageslicht kann ja hart sein oder diffus, kann von oben kommen (Sommer, mittags) oder von der Seite (im Winter). All diese Dinge sollte man beachten, wenn man bewusst fotografiert bzw. entsprechende Bildzusammenstellungen anfertigt. Ich selbst ärgere mich immer, wenn z. B. die Wolkendecke aufreißt und das weiche Licht (welches ich zuvor nutzte) in ein äußerst hartes über geht.

analoge spiegelreflexkamera

Die meisten Bilder in diesem Artikel wurden mit einer ganz normalen analogen Kleinbildkamera – gebraucht bzw. per Ebay für relativ wenig Geld erworben – angefertigt. Es muss für solche Projekte nicht zwingend etwas „Besonderes“ sein oder gleich gar eine Mittelformatkamera. Obwohl dieses Format natürlich auch seine Vorteile in puncto „bedachtem“ Fotografieren besitzt.

Denn jedes Motiv wirkt ja – je nach Art des Lichtes – anders. Viele unterschätzen diese Wirkung. Wenn ich bewusst fotografiere bzw. dabei in Serien denke, versuche ich immer, möglichst die gleiche Lichtart zu nutzen (meine liebste ist – Sie merken es schon an den Beispielbildern – ein diffuses Milchglaslicht). Nicht selten ärgerte ich mich hier schon. Man hat ja keine Gewalt über das Wetter. Daher zähle ich ein ganz besonders Zubehör zu meiner Fotoausrüstung: Den Wetterbericht bzw. eine Handy-App, welche mir eine Art „Wolkenradar“ anzeigt.

Noch einige Worte sollen zum Bildformat verloren werden: Wie Sie bei meinen Beispielen sehen, nutzte ich hier konsequent das Querformat. Manche Fotografen sind hier weniger konservativ und mischen Quer- und Hochformat. Auch hierauf sollte man beim bewussten Präsentieren (bzw. Fotografieren) achten. Eine Mischung lockert die Serie etwas auf. Bei meinen Motiven wäre mir dies etwas zu spielerisch gewesen. Ich fotografiere auch sehr gerne mit meiner 6×6-Mittelformatkamera. Bleibt man beim Quadrat (also beschneidet man es später nicht), erübrigt sich die Wahl des Formates.

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Beispielserie 3: Figur & Form

Es ist gar nicht so schwer, sich Themen für eine Fotoserie zu überlegen und davon ausgehend bewusster (also vor allem reduzierter) zu fotografieren. Für die, denen zunächst nichts einfällt, ist eine sehr schöne Übung hierzu immer wieder das Thema Formensprache: Hierzu eignet sich die (analoge) S/W-Fotografie sehr gut.

Formen in der Fotografie

Formensprache als SerieFormensprache in der SW-Fotografiegeometrische Formen
die FotoserieBauhaus-Stil-Fotografiefotografische Serie

Hier hatte ich es mir zunächst recht leicht gemacht. Denn es spielt bei solch einer Serie überhaupt keine Rolle, wo dies ist, was dort einmal war (oder wird), wer damit in Verbindung gebracht werden kann. Das Thema ist hier also kein konkretes. Dies ist Fotografie für das Auge (und nicht unbedingt für das Hirn).

Bei anderen fotografischen Konzepten können diese drei Ws (wo, was, wer) aber durchaus eine Rolle spielen bzw. können solche Fotografien erst durch solche Hintergrundinformationen (z. B. in Form eines Textes oder eines einzigen Schlüsselbildes) einen Sinn ergeben.

So erinnere ich mich z. B. an eine Serie einer Fotokünstlerin, die zunächst nur irgendwelche menschenleeren Landschaftsfotografien zeigt – allerdings mit einigen versteckten bzw. nicht gleich offensichtlichen Störelementen (wie eiserne Treppen). Der kleine Text zu dieser Fotoserie entschlüsselt diese Bilder dann als Aufnahmen aus künstlich angelegten Freizeitparks. So etwas sorgt dann natürlich für ein Aha-Erlebnis. Ich freue mich als Fotofreund immer, wenn ich so etwas zu sehen bekomme. Meine eigenen Serien sind nicht ganz so raffiniert aufgebaut:

Fotos als Serie anordnen
Anordnung von Fotografien als Handabzüge in einer Serie. Einzelne Bilder sind oftmals nicht „stark“ genug. Ich Form einer solchen Präsentation erhalten sie eine zusammen hängende Präsenz.

Die Bildanzahl

Zählen Sie auch einmal die Fotografien innerhalb meiner Beispielserien: Ich nutze hier möglichst immer eine ungerade Anzahl. Seriell sortiere ich meine Bilder ab drei einzelnen Fotografien. Fünf Fotos ergeben bereits eine gute Menge, sieben wären oft besser. Nur bei sehr vielen Einzelbildern (z. B. 20) nutze ich auch eine gerade Menge. Dies ist natürlich alles kein Muss. Für mich wirken auf einer Ausstellung nebeneinander gehängte Bilder als ungerade Menge „harmonischer“. Es lässt sich aber konkret nicht erklären.

eine Hängung von Fotografien in einer Ausstellung

Der Vorteil von einer geraden Menge an Bildern in einer Serie: Sie lassen sich auch gut als „Block“ übereinander anordnen, was bei kleineren Räumen sinnvoll sein kann. Hätte man hier noch ein siebtes, so könnte man es etwas größer rechts hängen. Dann hätte man allerdings eine Gewichtung erlangt.

Festlegen eines fotografischen Themas und darauf hin arbeiten

Eingangs hatte ich gezeigt, wie man aus den vielen der eigenen Fotografien einige aussortieren kann, um diese bewusst als Serie zu präsentieren. Viele Fotokünstler handhaben es nicht selten genau anders herum: Ihr Thema steht von vorneherein fest. Sie hatten recherchiert, vielleicht Landkarten studiert und Kontakte aufgebaut. Nun geht es auf die Reise und Fotografien werden angefertigt (von denen es dann meist nur eine Auswahl in die letztendliche Serie schafft).

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Die Berliner Ostkreuzschule für Fotografie ist dafür bekannt, dass deren Studenten häufig „nah am Menschen“ fotografieren bzw. eher soziokulturelle Projekte ausarbeiten bzw. entsprechende Serien anfertigen. Ich selbst bin kein großer Freund solcher Arbeiten, interessiere ich mich doch eher für die Spuren von Menschen als für deren direktes Antlitz. Beispiele für sorgsam ausgearbeitete Fotoprojekte wären z. B. solch eine Serie über verschwindende Dörfer oder dieses Projekt über einen nun still gelegten Schutzbunker für die Regierung Nordrhein-Westfalens.

Einzelne Fotografien solcher Bildserien stehen nicht selten recht belanglos dar und werden beim Betrachter eher für ein Schulterzucken sorgen. Fotografiert man jedoch bewusst mit dem Hilfsmittel der Serie bzw. mit dem des Konzeptes, so kann man sich so etwas als Fotograf durchaus leisten. Denn bei der Zusammenstellung kommt es eben nicht auf einzelne („tolle“) Bilder an:

Die Fotografien bilden – wie die einzelnen Teile eines Bauwerkes – erst im Gesamten ein stabiles, schlüssiges Ganzes. Solche Arbeiten werden letztendlich viel länger im Gedächtnis der Betrachter weilen als die meisten einzelnen schönen und „tollen“ Bilder, von denen es heute so viele gibt.

Zwei Freunde von mir beschäftigen sich so über mehrere Jahre hinweg mit immer dem selben Thema (Auswirkung radioaktiver Strahlung). Das Ausarbeiten eines solch riesigen Projektes bedarf natürlich sehr viel Zeit. Sie arbeiten beide aber auch als freischaffende Künstler und können sich diese Zeit so auch nehmen. Plant man eine größere Fotoserie (über einen Zeitraum mehrerer Monate) so kann man durchaus auch einmal an die Stipendiengelder denken, die manche Bundesländer vergeben. Hierzu muss man sich entsprechend informieren bzw. bewerben. Eines meiner eigenen Projekte handelt von den ehemaligen Truppenübungsplätzen der roten Armee in Deutschland bzw. in der damaligen DDR. Hierzu reiste ich mehrere Wochen durchs Land und fotografierte mehrere Filme voll. Am Ende blieb eine Auswahl aus insgesamt 14 einzelnen Fotografien, von denen ich einzelne kaum zeigen würde. Als Rund, als fotografische Serie wird dann erst ein Schuh daraus.

eine Fotoserie

Teil der Serie als Hängung bei einer Ausstellung

Für den normalen Fotofreund sind solche großen Projekte sicherlich nicht attraktiv. Doch kleinere Fotoprojekte sind durchaus auch im Hobbybereich realisierbar. Mit diesen werden sie sicherlich keine flüchtigen „Likes“ und dergleichen erlangen. Sie werden damit aber an ein anderes Publikum geraten können, welches z. B. Fotobücher wert schätzt und sich Ausstellungen anschaut bzw. sich Zeit nehmen kann. Mit Bildserien kann man weiterhin an den (besseren) Fotowettbewerben bzw. Ausschreibungen teilnehmen. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auch die Internetseite Fotofeinkost. Besuchen Sie auch einmal die Internetseite des Kasseler Fotobuchblog. Kaum einer der dort vorgestellten Foto-Künstler kann auf das Prinzip der fotografischen Serie verzichten. Wenn Sie noch jung sind und voller Tatendrang stecken, überlegen Sie vielleicht, Fotografie gar zu studieren. Spätestens hier dann müssen Sie sich von losen „Knipsbildern“ in Ihrem Portfolio verabschieden.

Leider handeln die meisten der vielen, vielen Lehrbücher zur Fotografie immer nur davon, wie man – salopp gesagt –  einen Fotoapparat bedienen- und welche Effekte man mit der Bildbearbeitung erlangen kann. Mit Fotografien bzw. mit einer entsprechenden Didaktik beschäftigen sich die wenigsten.

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Fotografische Wiederholung: Die Typologie

Eine besondere Form der Bildserie ist die sogenannte „Typologie“. Auch hier kommt es nicht unbedingt auf das Wo, Was oder Wer an.

Foto aus einer Typologie

ein weiteres Bild aus der TypologieBilder im Schneeein Foto einer SerieHochsitz eines Jägers

Eine solche Typologie ist also eine Zusammenstellung gleichartiger Motive und durch eine Kombination wird ein gewisses gemeinsames Wesen der Motive erst offensichtlich. Für diese kleine Serie stapfte ich über mehrere Wochen durch den Schnee bzw. suchte mir zuvor mittels Google-Maps entsprechende Orte heraus. Ich achtete immer sehr darauf, dass stets das gleiche Licht (bzw. ein milchiger Himmel) vorhanden war und legte mir den Horizont immer auf die gleiche Höhe (mittels einer kleinen Markierung auf der Mattscheibe meiner Mittelformatkamera). Heraus gekommen ist dann eine handwerklich gut gemachte und konsequente Serie über diese Jägerhochstände, die nun so seltsam und friedlich in der Winterlandschaft ruhen. Nun könnte man hierzu auch einen kleinen, klugen Text über die Jagd schreiben. Doch die Bildserie funktioniert auch ohne moralische Aspekte. Sie ist dann eben etwas Pittoreskes fürs Auge.

Kurzum

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Ich werfe einmal kurz den schönen Begriff „Findlinge“ in den Raum. Sie werden jetzt vielleicht nicht gleich eines der Fotos vom Anfang dieses Beitrages klar vor Augen haben. Doch Sie werden sich grob an den Umriss meiner kleinen hübschen Serie erinnern. Das ist der Vorteil vom bewussten Fotografieren bzw. Präsentieren der eigenen Bilder in konkreten Serien. Bei der Masse an Bildern, der wir heute „ausgesetzt“ sind, vergisst man die meisten schnell. Als Hobbyfotograf macht es mir heute auch kaum noch Freude, einzelne Bilder anzufertigen. Sie sind so einfach viel zu flüchtig und zu beliebig. Man vergisst sie wieder schnell. Schade um den Film! Und als betrachtender Fotofreund nehme ich mir heute nur noch Zeit für Projekte (Fotobücher, Serien, Konzeptionelles). So habe ich selbst nun durchaus einen sehr geringen Filmverbrauch und ärgere mich nicht mehr über die hohen Filmpreise: Ich überlege mir immer genau, welches Thema mich grob interessiert und denke dann über eine entsprechende Bildserie nach. Wer eine eigene Internetseite für das präsentieren der eigenen Fotos hat, kann diese somit entsprechend strukturieren. Statt nichtssagende Kategorien wie „Schwarz Weiß“, „Natur“ oder „schöne Menschen“ kann man nun tatsächlich konkrete Themen angehen. Die Besucher werden sicherlich dankbar sein und sich übermorgen vielleicht nicht an die Bilder selbst- durchaus aber an Ihre Projekte – und an Sie als Fotografen – erinnern.

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Artikeldatum: 2.01.2019 / letzte Änderung: 16. Januar 2019

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